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virtuelles Geschichtsheft für den Unterricht am städtischen
Louise-Schroeder-Gymnasium in München
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Was sind "virtuelle Hefte" und wofür brauchen wir sie? |
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Reale Hefte
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Schulhefte in ihrer
"altmodischen" Papierform sind auch heute noch unverzichtbare Begleiter
unserer Lernprozesse. Mit dem Einsatz von Computern im Unterricht beginnen
sich Papierseiten in Bildschirmseiten zu verwandeln. Werden diese
gespeichert und verknüpft, entstehen "virtuelle Hefte".
Computergestütztes Lernen ist inzwischen in vielen Fächern alltäglich. Aber noch lange nicht selbstverständlich ist die Routine, aus den eigenen Seiten nach dem Hypertextprinzip sogenannte Webs zu machen. Die Chance dafür ist mit der Vernetzung der Computer in den Schulen gegeben. Es braucht dann nur noch einen Webserver, auf dem die im Unterricht entstehenden Seiten gespeichert werden, und wir können von webbasiertem Lernen sprechen. Alle hier vorgestellten Hefte sind im Idealfall Internetseiten, die von jedem Rechner mit Netzzugang aufgerufen werden können. Die Zugriffsberechtigung lässt sich durch Passwortschutz einschränken. Die Kontrolle, wer in den Heften lesen und schreiben darf, bleibt in der Hand der beteiligten Lehrkräftge, Schülerinnen und Schüler. |
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Typische Heftarten in der Praxis |
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Schülerhefte |
... individuelle Hefte, in denen die Schülerinnen und Schüler nur ihre eigenen Arbeitsergebnisse festhalten. Schülerhefte bieten persönlichen Gestaltungsspielraum. Ein Heft kann Inhalte mehrerer Fächer beinhalten. Die Präsentation der Leistung des Einzelnen steht im Vordergrund. | |
Klassenhefte |
... fassen die Arbeit einer ganzen Gruppe in einem Fach zusammen und zeigen meist eine deutliche Verknüpfung mit Lehrplänen auf. Klassenhefte dienen der gemeinsamen Präsentation von Einzelarbeiten und betonen die Teamarbeit und kooperative Gruppenleistung. Sie sind eine Plattform zur Dokumentation von interaktiven Lernprozessen (z. B. Diskussionen). | |
Lehrerhefte |
... sind dem Fach oder einer bestimmten Klasse zugeordnet. Ein Lehrerheft enthält Aufgabenstellungen und Materialien. Die Ergebnisse von Unterrichtsstunden, "Tafelanschriebe" und Regeln werden von der Lehrerin oder dem Lehrer auf Dauer für die Schülerinnen und Schüler zur Verfügung gestellt. Das Lehrerheft kann zum Inhaltsverzeichnis der im Laufe des Jahres in der Klasse geleisteten Arbeit werden. Von den Lehrerseiten aus sind die Beiträge der Schülerinnen und Schüler und Arbeitsgruppen anwählbar. Diese Links innerhalb der Klasse und vor allem auf die benutzten Internetseiten, erleichtern den sinnvollen Umgang mit der Informationsfülle im Internet. Die Schülerinnen und Schüler können nachvollziehen, woher die Informationen stammen und weitere einholen. | |
Projekthefte |
Projekte werden meist nur an ihrem Ergebnis gemessen. Der vorausgegangene Prozess ist selten nachvollziehbar. Ein Projektheft kann den Weg dokumentieren, es hat unterstützende Funktion und beginnt mit der Darstellung der Projektziele und des Ablaufplanes. Nach dem Ende des Projekts sind die Webseiten Schaufenster und Beleg der geleisteten Arbeit. | |
Vorteile und Chancen der virtuellen Hefte |
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Mehrwert |
Je nach Art des Heftes lassen sich eine Fülle von pädagogischen, methodischen und didaktischen Vorteilen aufzählen. Der hier behauptete Mehrwert ist nicht hypothetisch. Es werden nachfolgend einige Vorteile benannt, die aus realen Unterrichtserfahrungen abgeleitet sind. In der Praxis wird sich vieles davon relativieren und ergänzt werden. Nach einer breiten Erprobung müssen Vor- und Nachteile diskutiert werden. | |
Tafelanschrieb |
Ein guter Lehrervortrag, bei dem die Zusammenhänge an der Tafel entwickelt werden, ist nicht ohne Komplikationen durch Medieneinsatz zu ersetzen. Aber die Vorbereitung dieses Vortrags lässt sich z. B. wie eine Folie speichern und in das virtuelle Heft des Lehrers aufnehmen. Dieses ist dann nicht nach der 45-Minuteneinheit einer Unterrichtsstunde von der Tafel gelöscht! | |
unabhängig vom Ort
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Schülerinnen und Schüler können die Inhalte aller Unterrichtsstunden an jedem Arbeitsplatz mit Netzanschluss einsehen. Die originalen Inhalte, nicht durch Schülerinnen und Schüler gefilterte Reste, sind zum Lernen wiederholbar. | |
Einbeziehung
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Bei der Vorbereitung des Unterrichts können die Lehrkräfte Arbeitsaufträge für die Schülerinnen und Schüler – auch die Hausaufgaben - auf Webseiten ihres Lehrerheftes schreiben. Dabei können Materialien bereitgestellt und Hinweise auf verfügbare Quellen gegeben werden. So kann der Lehrer z. B. durch Angaben von URLs das Internet einbeziehen. | |
Verringerung der
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Oberstufenschülerinnen und -schüler werden in der Regel von ihren Lehrern mit enormen Mengen kopierter Texte überschwemmt. Der größte Teil landet im Papiermüll. Bildschirmseiten sind nicht so leicht wegzuwerfen oder zu verlieren. Die Ausrede, "das haben wir nie gehört", gilt nicht mehr! Die Lehrerin oder der Lehrer kann in allen Stunden auf Bekanntes und Einsehbares zurückgreifen. Auch für Eltern sind die Lerninhalte des Unterrichts erkennbar und Lernerfolge der Schülerinnen und Schüler überprüfbar. | |
Überbrückung bei
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Fehlzeiten wegen Krankheit oder aus anderen Gründen führen rasch zu Lücken im Lernfortschritt der Schülerinnen und Schüler. Sie können diese leichter wieder schließen, wenn die Arbeitsaufträge und die von der Lehrerin oder dem Lehrer zur Verfügung gestellten Materialien abrufbar sind. Vor allem wird jeder Schülerin und jedem Schüler deutlich, wo die Lücken sind und was nachzuarbeiten ist. Jede Schülerin oder jeder Schüler kann mit dem virtuellen Lehrerheft den Lernfortschritt beurteilen und eventuell. rechtzeitig Maßnahmen gegen ein "Zurückhängen" im Stoff ergreifen. Die Unterstützung durch Eltern oder andere Lernhelfer wird leichter. | |
Curriculare Transparenz |
In einem Lehrerheft können Stoffpläne dokumentiert werden. Die davon bewältigte Teilmenge wird sichtbar, es kann z. B. deutlich gemacht werden, welche Inhalte etwa für die nächste Schulaufgabe besonders wichtig sind. Auch bei einem Wechsel der Lehrkraft ist diese Transparenz sehr hilfreich. | |
Dauerhaftigkeit des
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Das Schülerheft zeigt alle individuellen Lernergebnisse und Lernfortschritte. Dieses Heftes muss nie ausgetauscht werden, weil es voll ist. Es kann kontinuierlich verbessert und korrigiert werden. Regeln werden nicht für eine Schulaufgabe, eine Ex geschrieben und gelernt - sie bleiben auf Dauer in Sichtweite. | |
Präsentierbarkeit und
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Lehrkräfte, Eltern, Mitschülerinnen und -schüler und eventuell Freunde und Verwandte können die Hefte einsehen, wenn sie den Zugriffscode kennen. In der Regel wird dies erlaubt. Die dadurch bedingte soziale Kontrolle bewirkt ein höheres Verantwortungsbewusstsein für Gestaltung und Inhalte des Heftes. | |
Korrekturen und
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Fehler müssen durch Nachlernen und Korrektur behoben werden. Im virtuellen Heft bleiben auch die nachträglichen Verbesserungen und Ergänzungen jederzeit machbar und dauerhaft. Die Korrektur im Papierheft ist oft Unsinn, da diese niemanden mehr interessiert. Ein Ex- und Hopp-Heft aus Papier - jede Lehrkraft wird diese Beobachtung teilen - wird am Anfang sehr sauber und im Laufe der Zeit immer schlampiger geführt. Am Ende ist eine Kontrolle so selten und unwahrscheinlich, dass der Arbeitsaufwand bei der Heftführung immer mehr abnimmt. Das virtuelle Heft vermeidet diesen Abfall der Arbeitsintensität, da das Heft langfristig Bestand hat. | |
Projektheft als
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Am virtuellen Projektheft arbeiten alle Mitglieder der Gruppe gemeinsam. Dadurch verstärkt sich die Identifikation mit dem Projekt, der Gruppe und der Schule. Das Projektheft nimmt nicht das Ergebnis des Projektes vorweg. Es begleitet auf dem Weg dahin. Projekte haben immer einen klar definierten Zeitraum, einen Anfang und ein Ende. Der Arbeitsplan, mit dem ein Projektheft beginnt, kann dazu beitragen, mit den Zeitproblemen jedes Projekts bewusster umgehen zu lernen. Projekte sind wiederholbar und die Erfahrungen aus Lernprozessen übertragbar. Ein standardisiertes Muster eines Projektheftes könnte bei Beginn eines neuen Projektes mit einer Klasse angeschaltet werden und den Start erleichtern. | |
Basis für
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Nach Beendigung eines Projektes kann das Projektheft zur Selbstevaluation der Gruppe herangezogen werden. Das Lehrerheft dient zur Selbstevaluation bei der Erfüllung der Lehrpläne. Es entwickelt sich ein Gefühl für gelungenes Zeitmanagement. | |
Die Geschichte der virtuellen Hefte |
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Anfänge am LSG |
1996 erhält das LSG neben fünf Berufsschulen als erstes Gymnasium eine Standleitung und baut mit Mitteln des Bundesministeriums für Forschung und Bildung aus dem Wettbewerb InfoSCHUL einen eigenen Webserver auf. Damit lassen sich die im Kollegium vorhandenen Ideen aus einer zweijährigen Klippert-Fortbildung in die Neuen Medien umsetzen und die SchülerInnenprojekte auf Dauer speichern. Seit 1996 haben alle Lehrkräfte und alle SchülerInnen Webspace auf einem dem Schulserver. Alle Inhalte sind durch Passwort geschützt. Es wird im Kunstunterricht als Projekt eine eigene Homepage der Schule gestaltet. 1997 wird zum ersten Mal gezielt ein erstes webbasiertes Sozialkunde-Projekt mit Präsentation im Internet für einen Wettbewerb zum 40-jährigen Bestehen der EU verwirklicht und damit ein Rechner als Preis gewonnen. Durch die großzügige Finanzierung des Projekt InfoSCHUL wird am LSG die technische Infrastruktur geschaffen Neue Medien im täglichen Unterricht einzusetzen. 1999 wird ein Leistungskurs Geschichte (http://www.lsg.musin.de/ lkgeschichte/) im Internet mit allem Material, Referaten, Klausuren, Diskussionen begleitet. Seit dieser Zeit besteht ein virtuelles Geschichtsheft am LSG. Um für das Jahr 2001 wieder die Teilnahme an einer neuen Runde des InfoSCHUL-Projekts zu schaffen, wird ein Arbeitsverbund aus acht Münchener Schulen und dem Pädagogischen Institut der Stadt München mit dem LSG als federführender Schule gegründet. Als Projektidee werden die Unterrichtswebs des LSG in „Virtuelle Hefte" umbenannt. |
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Die Virtuellen Hefte
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Um allen teilnehmenden Schulen des Verbunds das Mitmachen zu ermöglichen baut das PI einen eigenen Webserver auf, damit alle teilnehmenden Schulen eigene virtuelle Hefte ins Internet stellen können. (http://www.muehe.muc.kobis.de ) Hier ist die Geburtsstunde des Begriffs „virtuelle Hefte"! Parallel baut „Schulen ans Netz" mit dem LO-Net bundesweit ein ähnliches Angebot auf. 2002 - Der Virtuelle-Hefte-Server wird für alle Schulen (ob staatlich oder städtisch) geöffnet. Als erstes Tool wird die Schatzkiste (übersichtlicher Speicherplatz für Ergebnisse aus dem Unterricht und SchülerInnenarbeitInnen ohne dazu einen Webeditor zu benötigen) eingebaut. 2003 folgt das Tool des Diskussionswebs (ein Forum, damit SchülerInnen das Gelernte interaktiv diskutieren können). Seit 2004 gibt es das Lexikontool/Vokabelhefttool (damit können im Internet Glossare zu Unterrichtsthemen geschrieben werden). Bevor die Internetangebote den Namen Web 2.0 erhalten gibt es in den Virtuellen Heften bereits interaktive Elemente, damit man über den Konsum von Inhalten hinaus kommt und jeder Teilnehmer jede Teilnehmerin mitgestalten kann. Damit werden alle Beiträge im virtuellen Heft sofort wieder zum Lernmaterial für die MitschülerInnen. Das Angebot wird 2005 um einen Online-Fragebogen und ein Wiki ergänzt. Mit dem Fragebogen sind einfache Umfragen und Evaluationen schnell durchgeführt und automatisch auszuwerten. Das Wiki wird zur Kommunikationsplattform einer Gruppe, einer Klasse oder wie am LSG einer ganzen Schule. Hier wird dieses internetbasierte Tool als Intranet für alle Fächer, Klassen und Lehrkräfte eingesetzt. Mit dem Wiki werden SchülerInnen zum Schreiben angeleitet. Erste Erfolge eines Wahlfachs „kreatives Schreiben" werden hier noch vorgestellt. Das neueste Hilfsmittel seit 2007 ist der Lernkartenautomat, mit dem sich Vokabeltrainer leicht verwirklichen lassen. Die Geschichte der Virtuellen Hefte geht aber weiter. 2008 wird die Organisationssoftware „Moodle" auf dem Münchner-Hefte-Server installiert, damit auch komplexe Gruppenorganisationen und komplette Schul-Moodles möglich werden. Darüber hinaus wird ab Ende 2008 ein Webeditor mit Ordnersystem zur Organisation der Inhalte der virtuellen Lehrerhefte integriert. Damit wird es einfacher Inhalte ins Internet zu stellen. Man braucht keine Software mehr, um Seiten zu veröffentlichen. |
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Ab 2012 mit m@school online von Fronter |
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| Jede Lehrkraft in München an städtischen Schulen hat Zugang zum neuen "m@school online". Damit hat er Webspace, um virtuelle Hefte für seinen Unterricht zu verwirklichen. Die bisherige Form der virtuellen Hefte in München auf einem selbst gestrickten Server wird während des Schuljahres entfallen. Die Medienpädagogen am PI bieten Fortbildungen an den einzelnen Schulen zu diesen neuen Möglichkeiten an. Unter Tel. 23328895 bei Frau Dr. Moser zu buchen. |