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Gewerbe und Handel
In der Stadt Pompeji finden wir eine Vielzahl von
Gewerbebetrieben:
Bäckergewerbe, Herstellung von Garum (Gewürzsauce), Baumwollverarbeitung
(Waschen der Wolle, Spinnen, Weben, Walken, Bleichen), Keramikgewerbe
(Herstellung von Ziegeln und Amphoren), Baugewerbe und
Dienstleistungsbetriebe (z.B. Banken). In der Mehrzahl dienten diese Gewerbe
als Ergänzung oder Nebenbetriebe zur Landwirtschaft. Sie belieferten primär
den Kleinhandel, welcher auf dem Markt (Macellum und Forum) oder in
den Läden (tabernae) stattfand und für die Versorgung der städtischen
Bevölkerung diente.
Läden in Pompeji:
Daneben profitierte Pompeji auch vom Groß-und Frenhandel. Pompeji hatte hier die
Funktion eines emporiums (Umschlagplatz von Fernhandelsgütern). Aus
der Landwirtschaft wurde Wein und Öl, aus dem Gewerbebereich vor allem
Ziegel in den ganzen Mittelmeerraum exportiert. Bedeutung hatte Pompeji auch
im Wollgroßhandel. Im Gebäude der Eumachia befand sich die
Wollbörse, wo große Mengen Wolle gehandelt wurden.
Der Einzelkonsument spielte für die Nahrungsmittelherstellung eine zentrale
Rolle. An fast jeder Ecke in Pompeji finden wir kleine Imbissläden, die
verschiedene warme Speisen verkauften. In den einzelnen Wohnungen der
Unterschicht wurde selten gekocht (=Gefahr eines Feuers durch den Herd und
hoher Zeitaufwand und Heizbedarf zum Kochen). Man ging Mittags zum Imbiss.
Auch wurde Brot zentral gekauft und nicht selbst gebacken.
Landwirtschaft
Kampanien ist allgemein eine sehr fruchtbare und
ertragreiche Landschaft. Wir finden deshalb in dieser Gegend eine Vielzahl
(in der Umgebung von Pompeji: 31) von villae rusticae
(Landgüter), die mit Sklaven bewirtschaftet wurden. Auch die Veteranen
wurden in Campanien angesiedelt; sie erhielten als Abschied von der Armee
nach 20 - 25 Dienstjahren ein Gut.
Die Größe dieser Güter betrug durchschnittlich 100 Joch (= 25 ha).
Hauptprodukte der Gegend waren Wein und Öl, welche nicht nur für den
Eigenbedarf dienten, sondern auch in den ganzen Mittelmeerraum exportiert
wurden. Daneben wurde auf den Landgütern auch Getreide angebaut und
Viehzucht (insbesondere Schafhaltung) betrieben. Wein und Öl wurden auf den
Landgütern um Pompeji verarbeitet, weshalb die villae über eine Presse (prelum),
einen Kelterraum (torcularium) und entsprechende Lagerräume (cella
vinaria) verfügten.
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| Weinpresse |
Ölpresse |
Weinlese - Fresko |
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Die Landgüter wurden entweder vom Besitzer selber oder einem von ihm
ernannten Verwalter (vicinus - meist ein Freigelassener) betreut. Die
landwirtschaftliche Arbeit war aber insbesondere zu Erntezeiten sehr
arbeitskräfteintensiv, weshalb auf den Landgütern noch Taglöhner (agricolae
oder vindemitores) und vor allem Sklaven (servi) eingesetzt
wurden. Diese lebten dann zumindest teilweise auch in den Landhäusern.
Der Preis für ein mittleres Landgut betrug ca. 100000 Sesterzen. Bei guter
Ernte konnte ein jährlicher Reingewinn von bis zu 30000 Sesterzen
erwirtschaftet werden.
Lebenshaltungskosten - Münzsystem und Preise
| 1 modius (6,5
kg) Weizen kostete |
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7 1/2 Sesterzen |
| 1 modius
Roggen kostete |
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3 Sesterzen |
| 1 Mass
einfacher Wein kostete |
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1/4 Sesterze |
| 1 kleines
Trinkgefäss kostete |
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1/2 Sesterze |
| 1 Tunika
kostete |
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15 Sesterzen |
| 1 Maultier
kostete |
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520 Sesterzen |
| 1 Sklave
kostete |
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2500 Sesterzen |
Der Tagesbedarf an Lebensmitteln für eine
Person in bescheidenen Verhältnissen betrug ca. 2 Sesterzen.
Verdienste - Gehälter
| Tageslohn Handwerker |
121 v.Chr. |
4 s |
| Tageslohn Arbeiter in Rom |
2.Jh.v.Chr. |
2 s |
| Tageslohn Arbeiter in Rom |
1.Jh.v.Chr. |
3 s |
| einfacher Soldat im Jahr |
Caesar |
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| Zenturio im Jahr |
Caesar |
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| Handwerker im Monat |
frühes Prinzipat |
100 s |
| Tageslohn eines Arbeiters im
Weinberg |
20 n.Chr |
4 s |
| (gewöhnliche) Liebesdienste durch
Prostituierte |
1.Jh.n.Chr. |
4 s |
| Jahresgehalt für Lehrer pro Schüler |
Augustus |
720 s |
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Vermögen im alten Rom
Mindestvermögen, um dem Ritterstand
angehören zu dürfen |
Republik zur Zeit des Sulla |
400.000 s |
Mindestvermögen, um dem
Senatorenstand
angehören zu dürfen |
frühe Kaiserzeit |
1 Mio s |
durchschnittliches Vermögen der
senatorischen Oberschicht |
Augustuszeit |
1-4 Mio s |
Geldentlohnungen zur Einweihung des
Marcellustheaters in Rom 70 n.Chr.
| Honorar für bekannten
Tragödienspieler bei Wiedereinweihung des Marcellustheaters |
70 n.Chr. |
400.000 s |
| Honorar für bekannten
Kitharödenspieler bei Wiedereinweihung des Marcellustheaters |
70 n.Chr. |
200.000 s |
| Honorar für bekannten Schauspieler
bei Wiedereinweihung des Marcellustheaters |
70 n.Chr. |
100.000 s |
| Honorar für Schauspieler bei
Wiedereinweihung des Marcellustheaters |
70 n.Chr. |
>= 40.000 s |
Quellen: K.-W.Weeber,
"Luxus im alten Rom", H.-J.Drexhage, "Preise, Mieten/Pachten, Kosten und
Löhne im römischen Ägypten", F.De Martino, "Wirtschaftsgeschichte des alten
Rom", W.Szaivert & R.Wolters "Löhne, Preise, Werte"
imperium-romanum.com - Löhne
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