1830

Louis Philippe - „Bürgerkönig"

 

Louis Philippe wurde am 6. Oktober 1773 als Sohn Herzog Philipps von Orleans aus dem Hause Bourbon-Orleans in Paris geboren. 1785 wurde Louis Philippe Herzog von Chartres und nach der Hinrichtung seines Vaters 1793 dessen Nachfolger als Herzog von Orleans

Zunächst wie auch sein Vater Sympathisant der Französischen Revolution, schloss er sich 1790 den Jakobinern an und übernahm 1792 als Offizier ein Kommando in der Revolutionsarmee. 1793 war Louis Philippe in eine Verschwörung des Generals Charles François Dumouriez gegen die Republik verwickelt und musste in die Schweiz fliehen.

Bis 1817 lebte Louis Philippe mit einer kurzen Unterbrechung im Jahr 1814 im Exil, u. a. in Neapel, wo er 1809 Marie Amalie, die Tochter König Ferdinands VI. von Neapel, heiratete. In den späten zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts schloss er sich in Frankreich der liberalen Opposition gegen den reaktionären König Karl X. an; nach der Juli-Revolution und dem Sturz Karls X. 

1830 wählte ihn die liberale Kammer zum König der Franzosen. Er begann seine Regierung als „Bürgerkönig" im Einklang mit den Liberalen, die sich vor allem aus dem Grossbürgertum rekrutierten; unter dem Einfluss seines Minister François Guizot schlug er dann jedoch einen zunehmend konservativen und autoritären Kurs ein. Schließlich führten bonapartistische Putschversuche, innenpolitische Auseinandersetzungen, u. a. um von der Opposition eingebrachte Anträge zur Parlaments- und Wahlrechtsreform, sowie außenpolitisches Versagen des Königs zu seinem Sturz in der Februarrevolution von 1848. Nach seinem Thronverzicht ging Louis Philippe ins Exil nach Großbritannien

Louis Philippe starb am 26. August 1850 in Claremont Park (Surrey).