virtuelles Geschichtsheft für den Unterricht am städtischen Louise-Schroeder-Gymnasium in München                                 

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Kriegsfinanzierung durch Kriegsanleihen

  Zwischen 1914 und 1918 nahm die deutsche Reichsbank durch insgesamt neun Kriegsanleihen ca. 98 Milliarden Mark ein, mit denen 60 % der Kriegskosten finanziert wurden. Nachdem die vierte Anleihe ein Misserfolg gewesen war, entschied man sich bei den folgenden für eine Werbung mit Plakaten. Die Grundlage für die Kriegsanleihen war ein Gesetz vom August 1914. Diesem stimmten außer 2 Abgeordneten der SPD alle Reichstagsabgeordneten zu, nachdem Wilhelm II erklärt hatte, er kenn keine Parteien mehr, sondern nur noch Deutsche. In nationalem Schulterschluss marschierte Deutschland in den Krieg, von dem man glaubte, er sei gerecht und Deutschland aufgezwungen und man würde ihn schnell gewinnen.  Quelle Gesetz 

 

Aufruf zur Goldablieferung, 5. März 1915

Gold gehört in die Reichsbank!
Zur siegreichen Beendigung des Krieges soll und kann jeder Deutsche beitragen.
Er kann es, wenn er mithilft, die Finanzkraft des Reiches zu stärken.
Das kann, nicht wirksamer als durch die Abführung des Goldes an die Reichsbank geschehen, das in erheblichen Beträgen noch überflüssiger Weise im Verkehr ist oder gar unnütz im Kasten ruht. Für 20 M. Gold kann die Reichsbank 60 M. in Banknoten ausgeben.
Darum: Zur Reichsbank mit allem Golde das noch im Privatbesitz ist!
Goldgeld wird von allen öffentlichen Kassen, Sparkassen angenommen und an die Reichsbank abgeführt.
Königsberg, den 5. März 1915
Der Magistrat Dr. Körte (aus: Ulrich Cartarius (Hrsg.), Deutschland im Ersten Weltkrieg (dtv-Dokumente), München 1982)
 

 

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Aufruf zur Zeichnung von Kriegsanleihen, März 1917

Zeichnet Kriegs-Anleihe für U-Boote gegen England! Soldaten der dritten Armee!
Das U-Boot ist als eherne Notwendigkeit gegen den brutalen Aushungerungskrieg unserer Gegner auf den Plan getreten, um Gleiches mit Gleichem zu vergelten.
lasst uns dem Staat mit weitem Blick und offenen Händen die Mittel geben, die er zur raschen umfassenden Durchführung seiner als richtig erkannten Maßnahmen benötigt, um diesen Krieg zu einem schnellen und siegreichen Ende zu führen.
Dok. 17 Werbung für die 6. Kriegsanleihe, Der Herr Leiter des Kriegsamtes, Se. Exzellenz Generalleutnant Groener in Berlin:
Ich bin mir keinen Augenblick im Zweifel, dass das Ergebnis der 6. Kriegsanleihe von neuem aller Welt Deutschlands eisernen Willen zur siegreichen Durchführung seines Existenzkampfes kundtun wird.
Zeichnet Kriegsanleihe für U-Boote gegen England!
Es ist nicht nur eine heilige, nationale Pflicht, die Ihr damit erfüllt, sondern auch ein Akt klugen Selbstschutzes, denn Ihr werdet keinen sicheren und keinen treueren Hüter und Schirmer Eurer Ersparnisse und Eures Besitzes finden, als Euer Vaterland.

Euer Oberbefehlshaber v. Einem
(aus: Ulrich Cartarius (Hrsg.), Deutschland im Ersten Weltkrieg (dtv-Dokumente), München 1982)
 

 

  Beispiele für die Werbung für Kriegsanleihen in den Mittelmächten. Auch Frankreich finanzierte sich zu einem geringeren Teil mittels der Kreditaufnahme beim eigenen Volk.k-anlF.jpg (19296 Byte)

In Großbritannien wurde der Krieg über Steuererhöhungen finanziert. Verschuldung der Staaten im Vergleich (Quell: Bundeszentrale für politische Bildung)

rot Ausgaben  -  Gelb Einnahmen  -  blau  Defizit!!

Die USA finanzierten ihre Kriegsosten durch die laufenden, kaum erhöhten Steuermittel. Darüber hinaus bekam vor allem Frankreich und weniger England staatlich garantierte Kredite vom freien Finanzmarkt der USA.

Russland nahm Anleihen bei der eigenen Bevölkerung und bekam darüber hinaus aus Frankreich und England Kredite. Diese Kredite sind bis heute nicht zurückbezahlt!

 

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