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11. - 13. Jh.
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Zu dieser Zeit gab es in Deutschland noch keine
Hochschulen. Die deutschen Studenten mussten sich nach Padua,
Bologna, Salerno oder Paris begeben.
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1158
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KAISER FRIEDRICH I. BARBAROSSA verleiht den
Lehrern und Schülern ein eigenes Recht `unversitates magistrorum et
scholarium'.
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1170
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Gründung der Universität zu Paris; Einteilung
in "facultates".
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1182
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Gründung der Universität zu Modena
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1222
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Gründung der Universität zu Padua.
Die "Hohen Schulen" gliederten sich entweder fachlich nach Fakultäten - eine Ordnung, die sich später überall durchsetzte - oder landsmannschaftlich nach "Nationen", ein Prinzip, das zunächst vorherrschte. Jede Nation vereinigte Lehrer und Schüler eines bestimmten Landes oder einer besonderen Landschaft. Sie nahm entscheidend an der Hochschulverwaltung teil, z.B. an der Rektorenwahl. Andererseits waren die Nationen auch Genossenschaften zur gegenseitigen Hilfeleistung. Nach dem Vorbild mittelalterlicher Klosterschulen wohnten die Studenten unter Aufsicht von Professoren und Geistlichen in Kollegienhäusern ("bursen"). Diese hatten eigene Satzungen und Vorsteher sowie teilweise auch Abzeichen in den Landesfarben der jeweiligen Nation. |
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1348
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Wurde die erste deutsche Universität in Prag
gegründet. Man nahm auch hier die Einteilung in Nationen vor. In
den Nationen sieht man die Vorgänger der späteren
landsmannschaftlichen Zusammenschlüsse, die Wurzeln der
studentischen Verbindung.
Die Reformation befreite die Universität weitgehend von geistiger Bevormundung. Der Einfluss der Landesfürsten nahm zu, weil sie die Besoldung der Professoren, die bisher zum großen Teil aus Kirchenpfründen bestritten worden war, übernahmen. Die Wohnheime wurden von den Studenten, die der Aufsicht überdrüssig waren, allmählich verlassen. Damit wurde die bis dahin von Lehrenden und Lernenden gleichermaßen getragene Hochschulkörperschaft gespalten. Die Professoren, als das beständige Element, setzten allenthalben die Fakultätsverfassung durch, die ihnen allein die Verfügungsgewalt gab. Praktisch außerhalb der Universität sammelten sich die Studenten in "Landsmannschaften"; diese setzten unter den veränderten Bedingungen Arbeit und Tradition der Nationen fort. Neben den Landsmannschaften wurden keine anderen Verbindungen geduldet. Der Beitritt blieb selbstverständlich Pflicht. Soziale Unterschiede wurden weiterhin innerhalb der studentischen Organisation nicht geduldet. Gegenseitige Hilfe blieb der hauptsächliche Zweck. In Heidelberg gab es die Landsmannschaften Helvetia, Saxonia, Belgia und Inferior Germania (Niederdeutschland). |
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1618 - 1648
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30-jähriger Krieg. Durch Kriegseinfluss und
Städteverfall bedingt, hatte die ordnende und zivilisierende Rolle
der Landsmannschaften nachgelassen.
Der Anteil der adeligen Studenten nahm stark zu. Sie führten in die Studentenschaft feudale Ehrbegriffe und Duellgewohnheiten ein. In den Landsmannschaften schwand die alte soziale Gleichheit dahin. Schließlich gingen sie an der Korruption ihrer genossenschaftlichen Einrichtungen (Hilfs- und Sterbekassen) zugrunde und wurden meistens von den Hochschulbehörden aufgehoben. An ihre Stelle traten Landsmannschaften eines neuen Zuschnitts. Sie beruhten auf mehr oder weniger freiwilligem Anschluss. Die Geselligkeit trat immer mehr in den Vordergrund. Jedoch standen auch sie, wie die zugrundegegangenen Genossenschaften, allen Landsleuten ohne Einschränkungen offen. |
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1717
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Entstehung der ersten Freimaurerloge in London.
An den Hochschulen wuchs der Gegensatz zwischen Bürgertum und Adel.
Die oppositionelle Stimmung gegen den Feudalismus nahm unter den
bürgerlichen Studenten immer mehr zu. Die Aufklärung, rationales
Denken, Ablehnung klerikaler Dogmen und feudaler Zwänge und der
Kampf gegen Privilegien brachten die Studenten in Opposition gegen
die Fürsten.
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1740
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Nach und nach bildeten sich innerhalb der
Landsmannschaften geheime Studentengesellschaften, die an das
Freimaurertum anknüpften. Diese "Studentenorden" wollten
die landsmannschaftliche Gemeinschaft nicht zerstören, sondern für
die Ideen der Humanität, der Völkerverbrüderung, der menschlichen
Gleichheit und Freiheit gewinnen. Sie traten für den Sturz und die
Aufhebung der fürstlichen Tyrannei (= Absolutismus) ein und waren
die ersten politischen Studentengruppen. Sie forderten, zum
erstenmal, in ihren Statuten Mitgliedschaft auf Lebenszeit. Die
"Orden" wurden von Anbeginn ihres Auftretens
verfolgt.
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1780
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Die bekanntesten Orden waren die Amicisten, die
Constantisten, die Unitisten, die Inseparabilisten und die
Harmonisten. Sie wirkten nicht nur politisch aufklärend, sondern
bewirkten auch ein neues Zusammengehörigkeitsgefühl unter den
Studenten, dämmten das Duellwesen ein, indem sie rationale und
einschränkende Regeln für den Zweikampf durchsetzten. Die Orden
verloren jedoch durch die Verfolgung immer mehr an Boden und
unterlagen bald den behördlichen Unterdrückungsmaßnahmen. Neben
und gegen diese "Orden" bildeten sich bürgerliche Corps.
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1798
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In der Konstitution des ältesten, gegründeten
Corps Onoldia zu Erlangen heißt es:
"Wir haben uns verbindlich gemacht, eine Gesellschaft zu sein, dies heißt eine Verbindung von Freunden, die außer dem allgemeinen Zweck des Vergnügens den hat, während der akademischen Verhältnisse auf Bildung und Vollkommenheit hinzuwirken, die durch den gegenseitigen Einfluss der Gesellschaftsmitglieder bewirkt werden kann." Obwohl die Corps zunächst nur eine halblegale Existenz führen können, weil die Behörden nach der Unterdrückung kurzerhand alle studentischen Vereinigungen untersagt hatten, wurden sie bald die herrschende Macht in der Studentenschaft. Die Pflicht, bei "Ehrverletzung" mit der Waffe in der Hand eintreten zu müssen, wurde von den Corps für alle Studenten verbindlich gemacht. Die Eroberungskriege NAPOLEONS hatten auch an den deutschen Hochschulen einen großen Umschwung zur Folge. Die Studenten - innerhalb und außerhalb der Corps - besannen sich. Angespornt und angeregt durch die Reden des Berliner Philosophen FICHTE erkannten sie, dass Deutschland nur durch Überwindung der inneren Spaltung mit der Eroberung von außen fertig werden konnte. (Nationalismus) |
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1807/08
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hielt FICHTE seine "Reden an die deutsche
Nation".
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1810
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gründete FRIEDRICH LUDWIG JAHN, der spätere
"Turnvater" und ein führender, leidenschaftlicher
Anhänger des Unitistenordens und Feind der Corps, den geheimen
patriotischen Deutschen Bund. Für diesen arbeitete er den
Gründungsplan einer alle Sonderverbindungen ausschließenden
Deutschen Burschenschaft aus, die das Studententum "moralisch
verbessern, den deutschen Sinn beleben" und damit die Befreiung
des Landes von der französischen Besatzung unterstützen sollte.
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1811
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Im Jahre 1811 legte JAHN dem Berliner Rektor
FICHTE den "Entwurf einer Ordnung und Einrichtung der
Burschenschaften" vor, der die Pflege der "Deutschheit"
und eine Studentenschaft als ein "freies Gemeinwesen freier
Leute" forderte. (Liberalismus) Unter dem Eindruck der
Freiheitskriege
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1813-15
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wird unter den Studenten zum erstenmal in
größerem Ausmaß politisches Bewusstsein wach. Der nationale
Gedanke gewinnt zusehends an Popularität. Im Feldlager der "Lützow'schen
Freischar", in der sehr viele Studenten freiwillig
marschierten, erhielten JAHNS Pläne 1813 festeren Umriss.
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1814
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entwickelte sich in Halle die Teutonia, die eine
Vereinigung aller Studierenden anstrebte und zeitweise von dem
Dichter KARL IMMERMANN geführt wurde.
"Freiheit, Ehre, Vaterland" war ihr Wahlspruch. |
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1815
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nach Kriegsende, schien die vom Preußenkönig
versprochene "Nationalrepräsentation", also ein deutsches
Parlament, in greifbare Nähe gerückt zu sein. Die aus dem Kriege
zurückgekehrten Studenten drängten nun energisch zum endgültigen
nationalen und demokratischen Zusammenschluss aller Studenten.
Auf Drängen des Corps Vandalia (Mecklenburger) und nach erbitterten Diskussions- und Duellkämpfen ließen sich auch die übrigen Corps in Jena für die burschenschaftliche Idee gewinnen. |
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29. Mai 1815
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Der Senioren-Convent zu Jena beschloss die
Auflösung seiner Corps
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12. Juni 1815
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Die Corpsfahnen senkten sich vor der
"Tanne" am rechten Saaleufer zum Zeichen für das Aufgehen
in der Allgemeinen Burschenschaft zu Jena. Aufgenommen wurde jeder
deutsche Student, ganz gleich aus welchem Gebiet er kam. Diese
Burschenschaft sollte die gesamte deutsche Studentenschaft umfassen.
Ihr Wahlspruch war: "Ehre, Freiheit, Vaterland" und
"Christlichdeutsche Ausbildung jeder geistigen und leiblichen
Fähigkeit zum Dienste am Vaterland". Die Farben - schwarz und
rot mit goldener Verbrämung - übernahm man von den Lützowern, da
die meisten in der Lützow'schen Freischar gekämpft hatten. Diese
Farben wurden zum Symbol der deutschen Einheitsbewegung.
Die burschenschaftliche Bewegung breitete sich rasch an den protestantischen Universitäten vor allem Mitteldeutschlands aus; auch Würzburg und Freiburg schlossen sich an. Andernorts erwiesen sich die konservativ-exklusiven Neigungen der Corps als weniger geschwächt. Die übriggebliebenen Corps passten sich jedoch insoweit der neuen Entwicklung an, als sie die heimatgebundene Rekrutierung abschafften. |
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18. Oktober 1817
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Am 18. Oktober 1817 kam es zum spektakulären
Höhepunkt, dem Wartburg-Fest. Vierhundertachtundsechzig Burschen
von zwölf Universitäten versammelten sich in Eisenach und zogen in
feierlichem Zuge zur Wartburg hinauf. Der Termin war mit Bedacht
gewählt: Er erinnerte zugleich an LUTHER (300. Jahrestag der
Reformation) wie auch an die Völkerschlacht bei Leipzig (4.
Jahrestag) und stellte ein Bekenntnis dar zu politischer Freiheit
und nationaler Einheit. Im Rittersaal feierte der Redner das
"doppelte Fest der Wiedergeburt des freien Gedankens und der
Befreiung des Vaterlandes". Der abendliche Fackelzug hatte noch
ein berühmtes Nachspiel: Ein paar Berliner Turner aus dem Kreise
JAHNS ahmten LUTHERS Umgang mit der päpstlichen Bannbulle nach und
warfen ihnen missliebige Schriften (HALLER, KOTZEBUE, SCHMALTZ) ins
Feuer. Den "undeutschen und volksfeindlichen" Büchern
folgten unter emphatischem "pereat" per Mistgabel auch
noch ein hessischer Zopf, ein Korporalstock und ein
Ulanenschnürleib als Symbole der Reaktion. Dieses Vorgehen war
unklug, denn Proteste aus Wien und Berlin folgten prompt. Nur dem
großzügigen Großherzog KARL AUGUST VON SACHSEN-WEIMAR hatten es
die Burschenschaften zu verdanken, dass sie diese Anfeindungen
überstanden und
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1818
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auf zwei in Jena abgehaltenen Burschentagen auch
noch den Gesamtbund der Allgemeinen Deutschen Burschenschaft
gründen konnten.
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23. März 1819
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Das törichte Attentat des radikal gesinnten
Theologiestudenten und Burschenschafters KARL LUDWIG SAND am 23.
März 1819 auf den Schriftsteller AUGUST VON KOTZEBUE, der
verdächtigt wurde, ein russischer Spion zu sein, gab dem Fürsten
METTERNICH Gelegenheit, gegen die liberale und nationale Bewegung
unter den Studenten und Professoren vorzugehen.
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August 1819
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Die berüchtigten "Karlsbader Beschlüsse"
wurden erlassen. Im Namen der deutschen Regierungen wurden die
Deutsche Burschenschaft und sicherheitshalber alle studentischen
Verbindungen überhaupt verboten. In Mainz wurde eine
"Zentraluntersuchungskommission" errichtet und an allen
Universitäten Regierungsbeamte zur politischen Überwachung der
Professoren und Studenten eingesetzt. Damit wurde die
Burschenschaftsbewegung in den Untergrund gedrängt. Preußen ging
bei der sogenannten "Demagogenverfolgung" voran:
ARNDT und SCHLEIERMACHER wurden gemaßregelt. Die Reaktion hatte
gesiegt.
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1830
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Die Juli-Revolution von 1830 in Frankreich sowie
der nationale Befreiungskampf der Griechen, Italiener, Polen und
Belgier begeisterte die Burschenschafter für ein konföderiertes,
republikanisches Europa. Am polnischen Aufstand von 1830 nahmen
Burschenschafter als Mitkämpfer oder Ärzte teil.
Die Burschenschaften regten sich im Geheimen und beschlossen auf dem Frankfurter Burschentag |
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1831
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tätig an der Herbeiführung "eines frei und
gerecht geordneten, in Volksfreiheit gesicherten Staatslebens im
deutschen Volke" mitzuwirken. Die Anhänger aktiver politischer
Arbeit ("Germanen") setzten sich gegenüber einer mehr
theoretisierenden, allgemeine Bildungs- und Aufklärungsarbeit
bevorzugenden Richtung ("Arminen") durch.
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27. Mai 1832
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Auf dem Hambacher Volksfest gab es
radikale Reden. Man forderte vereinigte Freistaaten Deutschlands und
ein republikanisches Europa. Die Verbrüderung aller Völker gegen
die "Heilige Allianz" der Fürsten wurde von Tausenden
gefeiert. Die schwarz-rot-goldenen Farben der Deutschen
Burschenschaft wurden zur Nationalfahne erklärt.
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2. April 1833
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Der "Frankfurter Wachensturm"
scheiterte völlig. Es handelte sich dabei um einen von
Burschenschaftern angezettelten Umsturzversuch. Diese Tat krönte
und beendete die Geschichte der ursprünglichen burschenschaftlichen
Bewegung. Die fürstlichen Regierungen entfesselten eine brutale
Verfolgung. Anstelle der 1828 aufgelösten Mainzer
Zentral-Untersuchungskommission wurde in Frankfurt eine
"Bundeszentralbehörde" gesetzt, die bis 1839 die
Verfolgung koordinierte. In Berlin wurden neununddreißig
Burschenschafter nominell zum Tode verurteilt, darunter HEINRICH
LAUBE und FRITZ REUTER, und dann zu jahrzehntelangen
Freiheitsstrafen begnadigt.
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1837
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Als König ERNST AUGUST VON HANNOVER die
Verfassung seines Landes zugunsten der schwächeren von 1819 aufhob,
richteten sieben Göttinger Professoren (darunter die Brüder GRIMM)
einen Protest an die öffentliche Meinung Deutschlands und wurden
daraufhin ihres Amtes enthoben ("Vertreibung der Göttinger
Sieben").
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1838
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Nach dem Zusammenbruch der Deutschen
Burschenschaft dauerte die Ruhe nicht lang. Als in Preußen wiederum
ein allgemeines Verbindungsverbot erlassen wurde, entstand in
Königsberg die Allgemeine Burschenvereinigung Albertina, die erste
nicht korporative, "freistudentische" Organisation in
Deutschland. Diese Gründung setzte den Akzent für eine neue
studentische Bewegung, den "Progress".
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1840
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öffnet FRIEDRICH WILHELM IV. bei Beginn seiner
Regierung den Opfern der "Demagogenverfolgung" die
Kerkertüren. FRITZ REUTER und seine Gefährten werden frei. Die
Pressezensur hört auf, das Verbot der Burschenschaft wird
aufgehoben. Weite Kreise der Studentenschaft machten sich nun
endlich von "christlich-völkischer", von
mittelalterlich-romantischer Verdrehtheit frei, beeinflusst von den
Dichtern des "Jungen Deutschland", vor allem von HEINE und
BÖRNE, die den Zusammenhang zwischen der Mentalität der
herrschenden absolutistischen Bürokratie und den rückwärts
gewandten Träumereien der Romantik mit ätzender Ironie
enthüllten.
Die Vorstellung der Progressbewegung waren recht radikal: Die traditionellen studentischen Vorrechte sollten ebenso wie das Duell, das Farbentragen und die alten Verbindungsformen überhaupt abgeschafft werden. Die Schranken zwischen Bürgertum und Studentenwelt sollten fallen. Die Corps verhielten sich in der Mehrzahl feindselig ablehnend, ging es ja nicht zuletzt um ihre an vielen Universitäten wiederhergestellte Vorherrschaft. Nur eine kleine Zahl von Corps schwenkte in ein gemäßigt progressistisches Fahrwasser, wo auch viele Burschenschaften, soweit sie nicht der konservativen "altburschenschaftlichen" Richtung angehörten, zu finden waren. Für den völligen Zusammenbruch, den die ursprüngliche burschenschaftliche Bewegung 1833 erlitten hatte, ist es bezeichnend, dass die Überreste und Nachfahren dieser Bewegung in der Progresszeit nicht mehr Führung und Initiative innehatten. |
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Pfingsten 1846
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trafen sich etwa einhundertachtzig Vertreter von
freien Studentengruppen und von Verbindungen auf dem Kyffhäuser. Es
kam zu äußerst scharfen Auseinandersetzungen um die Frage der
Auflösung des Korporationswesens zugunsten der Bildung allgemeiner
Studentenschaften. Die Mehrheit entschied sich für diese Forderung.
Diese Abstimmung war der Höhepunkt der Progressbewegung; sie bahnte
den Weg zum Ereignis des ersten deutschen Studententages im
Revolutionsjahr.
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1848
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Etwa eintausendzweihundert Studenten, Vertreter
fast aller deutscher Hochschulen, treffen sich in Eisenach. Anwesend
sind Burschenschafter und Corpsangehörige sowie Mitglieder
konfessioneller Verbindungen, aber in großer Zahl auch
nicht-korporierte Studenten. In den Tagen der Eisenacher
Pfingstversammlung werden Beschlüsse gefasst, die nicht nur die
Einheit der Studenten herstellten, sondern das Hochschulwesen
überhaupt auf die Höhe demokratischer und nationaler Zivilisation
heben sollten. Den radikalen Forderungen war kein Erfolg beschieden;
ebenso wenig dem Eisenacher Studentenparlament vom September des
Jahres. Die "akademische Legion", die in Wien am Sturz
METTERNICHS mitgewirkt hatte, erlag im Oktober den
Regierungstruppen.
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1849
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taten sich noch einmal freiheitsdurstige
Studenten - unter ihnen CARL SCHURZ - auf den Dresdner Barrikaden
und beim Badischen Aufstand hervor.
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| ab 1870 | Die In der ersten
Hälfte des 19. Jahrhunderts fortschrittlichen Studentenverbindungen
begrüßten 1870 den von oben gegründeten National- und
Obrigkeitsstaat. Im Zeitalter des Imperialismus verbanden sich
nationalistische, elitäre und rassistische Ideen mit den autoritären
Staatsvorstellungen. Der alte Wert " Freiheit" trat hinter
der Ehre und Vaterland zurück. In der Weimarer Republik waren die
antidemokratischen Studentenverbindungen gegen den neuen Staat
aufgetreten. Sie lehnten die Demokratie als Pöbelherrschaft ab,
stellte demokratische Politiker als Verbrecher dar (Folge Attentate)
und bekämpfte alle freiheitlichen und emanzipatorischen Ansätze wie
die Zulassung der Frauen zu den Universitäten. Die Machtergreifung
Hitlers wurde bejubelt. Die Wiederbewaffnung und der Weg in den Krieg
begleiteten die Studentenverbindungen positiv. Rassistische Ideen der
völkischen Studenten trafen sich mit der Rassenlehre Hitlers. Die
Studentenverbindungen bespitzelten oppositionelle Studenten und das
waren im Prinzip alle nichtorganisierten. Mit dem Ende der
nationalsozialistischen Diktatur und dem Aufbau einer Demokratie nach
1949 in der BRD endete die Zeit der Studentenverbindungen. Die
demokratischen Massenuniversitäten passen nicht ins elitäre
Verbindungsleben. Die europäische Integration überwindet den
Nationalismus.
Heute tauchen die Studentenverbindungen häufig als ewig Gestrige, als Neonazis oder deren Umfeld bzw. als belächelte Außenseiter an den Universitäten auf. Die offene demokratische Leistungsgesellschaft widerspricht dem Patronagedenken der Verbindungen. Kein alter Herr (fertiger Student im späteren Leben) wird einen Verbindungsbruder nur wegen der Zugehörigkeit zur Verbindung einstellen. Das Leistungsprinzip hat sich durchgesetzt. |