virtuelles Geschichtsheft für den Unterricht am städtischen Louise-Schroeder-Gymnasium in München                                 

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Erklärung: Die Karikatur zeigt die untergeordnete Stellung des Reichstags im Gegensatz zu der des Reichskanzlers Bismarck, der seine volle Macht mit Unterstützung des Kaisers durchsetzen kann. Die Stimme des Parlaments wird unterdrückt. Das Verhalten Bismarcks (mit der Peitsche) könnte auch auf seine persönliche Abneigung gegenüber dem Reichstag hinweisen. 

Interpretation: Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Karikatur auf Bismarcks "Lückentheorie" im Preußischen Verfassungskonflikt (1862) anspielt, in dem der gerade zum preußischen Ministerpräsidenten ernannte Bismarck die Budgetfähigkeit des Reichstags aufhob und so die Handlungsfähigkeit des Reichstags vollends einschränkte. Er machte deutlich (siehe Karikatur), wie er mit Parlament und Parteien umzugehen dachte. Eine andere Möglichkeit wäre die Unterdrückung des Zentrums oder später der Sozialisten im Reichstag. Der Karikaturist kritisiert den Machtverlust des Reichstags und die dominante Stellung des Reichskanzlers und somit der monarchischen Autorität. Mit diesem Konflikt tritt Bismarck zum ersten Mal auf der politischen Bühne in den Vordergrund.