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virtuelles Geschichtsheft für den Unterricht am städtischen
Louise-Schroeder-Gymnasium in München
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aus Internet: Asiatours http://www.asiatour.com/vietnam/d-01land/dv-lan24.htm
In einer Deklaration, die er in Hanoi am 2. September 1945 öffentlich
verliest, erklärt Ho Chi Minh Vietnam für unabhängig. Doch während in
Süd-Vietnam die kommunistischen Viet Minh die französische Kolonialverwaltung
schon von Anfang an in einen Guerilla-Krieg verwickeln, lässt sich Ho Chi
Minh in seiner Funktion als Führer der Unabhängigkeitsbewegung für Nord-Vietnam
auf Verhandlungen mit Frankreich ein. Der Grund: in Nord-Vietnam halten
sich zu diesem Zeitpunkt auch nationalistische chinesische Truppen in einer
Stärke von über 180.000 Mann auf, und die Viet Minh fühlen sich nicht stark
genug, ihren Befreiungskrieg gleichzeitig gegen die französische Kolonialmacht
und die chinesischen Truppen zu führen.
Nachdem die Franzosen ihre koloniale Verwaltung in Vietnam wieder aufgebaut haben, vereinbaren sie 1946 mit den chinesischen Nationalisten einen Abzug der chinesischen Truppen aus Vietnam. In den folgenden Jahren verstärken die Viet Minh sowohl in Süd-, als auch in Nord-Vietnam ihre Angriffe auf französische Kolonialtruppen. Während es den französischen Kolonialtruppen gelingt, die Kontrolle über die Städte zu behalten, werden immer weitere Landstriche von den Viet Minh regiert.
Am 20. November 1953 richten die französischen Kolonialtruppen in Dien Bien Phu, einem breiten Tal im unwegsamen Bergland an der Grenze zwischen Nord-Vietnam und dem nördlichen Laos, eine Garnison mit 16.000 Mann ein. Von Dien Bien Phu aus soll, so die französische Strategie, die Grenzregion zwischen den beiden Ländern überwacht werden. Dies wird für nötig erachtet, weil die Viet Minh die kommunistische Bewegung in Laos, Pathet Lao, mit Waffen versorgt.
Obwohl das französische Militär geglaubt hatte, das 19 Kilometer lange und 13 Kilometer breite Tal von Dien Bien Phu sei im unwegsamen Gebirge zwischen Vietnam und Laos vor Angriffen durch die Viet Minh sicher, rücken in den folgenden Wochen und Monaten vietnamesische Truppen unter General Giap auf Dien Bien Phu vor. Mit Hilfe von bis zu 200.000 Trägern schaffen die Viet Minh ausserdem schwere Artillerie auf die Bergrücken rund um das Tal Dien Bien Phu.
Im März 1954 beginnen die Viet Minh mit ihren Angriffen auf die französische Garnison in Dien Bien Phu. Am 7. Mai 1954 erobern die Viet Minh die Befehlszentrale der Garnison von Dien Bien Phu; französische Kolonialtruppen in einer Stärke von rund 9500 Mann ergeben sich. Über 20.000 Viet Minh und über 3.000 Mann auf Seiten der französischen Kolonialtruppen sind in der Schlacht um Dien Bien Phu gefallen. Für die französischen Kolonialtruppen ist es eine der schwersten Niederlagen ihrer Geschichte. Insgesamt sind im 9jährigen Krieg zwischen den Viet Minh und der französischen Kolonialmacht zwischen einer halben und einer Million Zivilisten, 200.000 bis 300.000 Viet Minh und etwa 95.000 Mann der französischen Kolonialtruppen ums Leben gekommen.
Am 20. Juli 1954 einigen sich in Genf Unterhändler der Viet Minh und Frankreichs auf eine Teilung Vietnams in zwei Staaten: ein kommunistisches Nord-Vietnam und ein kapitalistisches Süd-Vietnam.
In den Jahren 1959-1963 steuert die kommunistische Regierung Nord-Vietnams, die in den Jahren nach Dien Bien Phu zunächst davon ausgegangen war, die kommunistischen Guerilla im Süden des Landes könnten von sich aus die Diem-Regierung stürzen, einen Kurs sich eskalierender militärischer Konfrontation. Nord-Vietnam infiltriet den Süden mit über 40.000 Guerilla und versorgt die Kommunisten in Süd-Vietnam über den Ho-Chi-Min-Pfad, der auf laotischem und kambodschanischem Gebiet verläuft, mit Waffen.
1961 schickt der neu gewählte US-Präsident Kennedy die ersten 100 Militärberater und eine Spezialeinheit von 400 Soldaten nach Vietnam. Schon im nächsten Jahr erhöhen die USA ihr Truppen-Kontingent in Vietnam auf 11.000 Soldaten.
In der Bucht von Tonkin werden am 2. August 1964 zwei amerikanische Kreuzer von vietnamesischen Patrouillenbooten beschossen. Die USA behaupten, die Kreuzer hätten sich in internationalen Gewässern befunden, und nehmen den Zwischenfall zum Anlass, erstmals Ziele in Nord-Vietnam zu bombardieren. Erst 1971 wird bekannt, dass sich die beiden amerikanischen Kriegsschiffe innerhalb der Territorialgewässer Nord-Vietnams aufgehalten hatten.
Im März 1965 beginnt die US-Luftwaffe die Operation Rolling Thunder, das amerikanische Flächenbombardement Nord-Vietnams. In den nächsten 3½ Jahren werden über Nord-Vietnam doppelt so viel Bomben abgeworfen wie im gesamten Zweiten Weltkrieg. Nord-Vietnam antwortet mit einer völligen Dezentralisierung der Wirtschaft und der Evakuierung von Hunderttausenden von Menschen aus den Städten, damit sowohl Industrieanlagen als auch die Bevölkerung ein weniger leichtes Ziel abgeben.
Auf der Höhe des Vietnam-Krieges, 1968, haben die USA rund eine halbe Million Soldaten in Vietnam. Australien, Neuseeland, Süd-Korea, die Philippinen und Thailand stellen zusammen weitere 90.000 Mann. Die südvietnamesische Armee hat rund 1½ Millionen Mann unter Waffen. Die kommunistisch geführte Nationale Befreiungsfront, im amerikanischen Sprachgebrauch Vietcong, stellt diesem Kontingent etwa 400.000 Mann entgegen.
Am 1. Februar 1968 beginnen die Truppen der Nationalen Befreiungsarmee mit ihrer gross angelegten Tet-Offensive auf strategische Ziele in 105 südvietnamesischen Städten. Obwohl die Vietcong überall ausser in Hué erfolgreich und schnell zurückgeschlagen werden und ausserordentlich hohe Verluste erleiden, gilt die Tet-Offensive im Vietnam-Krieg als Wendepunkt. Denn nach der Tet-Offensive ist die US-Regierung nicht mehr primär daran interessiert, den Vietnam-Krieg zu gewinnen, sondern vielmehr daran, sich aus diesem offenbar nicht zu gewinnenden Krieg zurückzuziehen.
Im Oktober 1968 endet die Operation Rolling Thunder, der amerikanische Luftkrieg gegen Nord-Vietnam. Die USA beginnen, Truppen aus Vietnam abzuziehen.
1969 beginnen in Paris Verhandlungen zwischen den USA, Süd-Vietnam, Nord-Vietnam und dem Vietcong zum Rückzug der amerikanischen Truppen aus Vietnam.
Bevor die Verhandlungen in Paris ein Ergebnis bringen, reduzieren die USA 1972 die Stärke ihrer Truppen in Vietnam auf unter 100.000 Mann.
Am 30. März 1972 startet eine kommunistische Frühjahrsoffensive, nicht des Vietcong, sondern konventioneller nordvietnamesischer Truppen, die über die Demarkationslinie, den 17. Breitengrad, aus Nord-Vietnam in den Norden Süd-Vietnams einfallen. Intensives Bombardement durch amerikanische Kampfflugzeuge zwingt die nordvietnamesischen Truppen zum Rückzug.
Bei den Pariser Vietnam-Verhandlungen wird am 27. Januar 1973 ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet, das noch am selben Tag in Kraft tritt. Schon im März 1973 verlassen die letzten amerikanischen Kampftruppen Vietnam.
Rund zwei Jahre später setzt eine groß angelegte Offensive Nord-Vietnams ein, mit dem Ziel eines völligen militärischen Sieges über Süd-Vietnam. Schon wenige Wochen später, am 30. April 1975 besetzen nordvietnamesische Truppen Saigon und beenden drei Jahrzehnte Krieg im Lande.
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