virtuelles Geschichtsheft für den Unterricht am städtischen Louise-Schroeder-Gymnasium in München                                 

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Das Problem der Internetrecherche im Unterricht

Suchen heißt nicht unbedingt finden! Es war einmal eine gute Zeit, in der die Schüler um einen Arbeitsauftrag zu erledigen das Schulbuch aufschlugen oder in die Bibliothek gingen um sich dort aus einem ausgewählten Buch zu informieren. Dabei kam manchmal sogar etwas Vernünftiges heraus. Leider sind diese Zeiten vorbei! Die Schülerinnen "schlagen bei Google" nach. Sie suchen etwas, von dem sie meist nicht mehr als einen Begriff kennen. Sie glauben mit der Suchmaschine im Internet nicht nur gesucht, sondern auch gefunden zu haben. Die Überschrift stimmt mit dem Thema überein, die Länge ist auch für das Referat oder das Handout passend. Der Text wird überflogen - wenn überhaupt - dann wird mit einigem Aufwand das Gefundene neu formatiert und mit einigen Bildern multimedial aufgepeppt. Die Lehrkraft wird beeindruckt sein. Ohne Lernerfolg wird das "Gefundene" abgegeben, abgeheftet und abgehakt, Das kann ich jetzt! Die völlige Fehleinschätzung des Schülers erlebt man nach einer Benotung. "Ich habe doch bei Google gesucht ......!", "der Titel stimmt doch genau ......!", "Wieso ist das falsch?" oder "Woher soll ich das wissen, dass .....?" sind immer wiederkehrende entsetzte Reaktionen der SchülerInnen.
 
Suchen muss gelehrt werden! Der Schüler hat Recht! Wie soll er als Lernender wissen, dass sich hinter einem Seitentitel und einer URL rechtsradikales Gedankengut, einseitige Werbung, politische Bauernfänger, eine Sekte oder einfach blanker Unsinn auf einer "so tollen" Seite eines Mitschülers verbergen. Wir haben in der Schule die Aufgabe genau hier einzugreifen. Bevor wir eine Aufgabe stellen, ohne eine konkrete Informationsquelle anzugeben, müssen wir den SchülerInnen beibringen, wie sie suchen (Suchstrategien) sollen, wie das Gefundene überprüfen können (Quellenevaluation) und wie das Gefundene zu zitieren ist (wissenschaftliche Arbeitstechniken). Dazu kommt eventuell noch eine Unterrichtseinheit zum Präsentieren mit neuen Medien. Bis wir Lehrkräfte den Schülerinnen das beigebracht haben ist, ehrlich gesagt, jede freie Recherche bis zur 11. Klasse  grober, didaktischer Unfug. Einen Arbeitsauftrag im Internet zu geben, ohne die Seiten,  als Linksammlungen anzugeben, auf denen die ersten und richtigen Informationen  zu finden sind, hat mit vernünftigem Unterrichten nichts zu tun. Allen mit einer Recherche einhergehenden Aufgabenstellungen im Unterricht muss zwingend auch eine Auswahl von seriösen Internetseiten beigegeben werden. Soll selbständig gesucht werden, muss vorher die Arbeitstechnik Internetrecherche und Inhaltsevaluation geschult werden!
 
Suchstrategien

Details

  • 1. Schritt   Kurze Information zum Thema - was muss eigentlich gefunden werden? - Sammlung der Suchbegriffe!    Lernort Lexikon!
  • 2. Schritt   Suche mit einer Suchmaschine; Eingabe der im Lexikon gefundenen Begriffe;  beste Suchmaschine momentan (2009) Google - oder Bing Sammlung der Fundstellen
  • 3. Schritt   evtl. Einengung der Suche; mit den oft gefundenen unerwünschten Begriffen die Suche mit der Funktion "erweiterte Suche" in Google oder Bing  einschränken - Sammlung der Ergebnisse mit Quellenangabe auf einer Seite
  • 4. Schritt
    Anlegen einer Linksammlung zum Thema zur Rekonstruktion der Recherche
Quellenevaluation
  • Wer ist eigentlich der Autor/Institution? (Unis, korrigierte Seiten von Schule, Museen akzeptabel! Vorsicht bei privaten oder politischen Seiten im Internet! Schülerhilfsseiten mit Vorsicht genießen! 
  • Auffinden des Autors: nach "home" suchen oder URL ohne letzten Slash anwählen (evtl. gänzlich ohne Slash anwählen (= kürzen der URL), suchen nach Impressum (gute Seiten enthalten ein solches, suchen nach Kontaktaufnahmemöglichkeit zum Autor (auf dieser Seite stellt sich der Autor/Institution oft vor),
  • Anhand der URL kann man sich über den Anbieter grob informieren! Wo ist die Seite gehostet? Steht eine kommerzielle Organisation dahinter? Ist die Struktur des Internetauftritts wissenschaftlich gegliedert? ....
  • Texte überprüfen (sind die Fachbegriffe aus der Lexikonrecherche am Anfang verwendet? Gehört das Gelesene zum Thema? Stimmt die Sprachebene? Sachlichkeit?)
  • brauchbare Texte kopieren und in eigenen Ordner abspeichern!
  • Achtung wichtig! URL unbedingt speichern und Autor notieren! => wissenschaftliches Zitieren 
    die Internetseite wird zitiert: 
    Autor, Titel der Seite (steht oben beim Internet Explorer im blauen Feld), URL vollständig, Tag des Auffindens der Seite
    Wenn der Autor nicht zu ermitteln ist muss der Herausgeber, der Verantwortliche oder die Institution genannt werden; anonyme Seiten nicht verwenden!!
  • sehr kritisch prüfen!! private Seiten von Schülern, Seiten ohne Angabe des Autors oder der Institution, die den Server betreibt;
  • Seiten auf geocities oder t-online u.a. kostenlosen Webspaceanbietern sehr genau prüfen!

Tipps für die Evaluationsroutine

Linksammlungen anlegen s. Unterrichtsmuster Linksammlung anlegen
Ergebnispräsentation mit neuen Medien s. Unterrichtsmuster Präsentieren mit den Neuen Medien
Hilfen
  • selbstverständlich berät Sie das Medienpädagogen-team am PI
  • auf den Seiten im Internet www.heise.de finden Sie aktuelle Informationen zu Suchmaschinen und Katalogen in Internet
  • Suchen Sie evtl. mit dem Suchbegriff: Linksammlung und ihrem Fachbegriff oder Fachbereich; Vielleicht hat sich ja schon jemand Ihre Arbeit gemacht!