virtuelles Geschichtsheft für den Unterricht am städtischen Louise-Schroeder-Gymnasium in München                                 

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Geschichte Indonesiens

vor 1 800 000 Jahren Menschenspuren in Indonesien - Knochenfunde eines Homo Erectus auf Java.
Javamensch; Wikimedia
vor 5000 Jahren Die erste Einwanderungswelle (um 3000 vor Christus) bestand aus Altmalaysiern und mongolisch-stämmigen Einwanderern  
vor 3000 Jahren eine spätere Einwanderungswelle (um 1000 vor Christus) stammte vom südasiatischen Subkontinent von Indien.  
  Ein stetiger Austausch und der Zuzug indischer Siedler sorgte zwischen dem 1. - 7. Jahrhundert für die friedliche Verbreitung des Hinduismus in ganz Indonesien. Zur Verbreitung des Hinduismus trug allerdings nicht vorrangig der Handel bei, man nimmt eher an, dass er durch reisende Brahmanen (Priester) aus Indien nach Indonesien getragen wurde. Dafür spricht auch die frühe Verbreitung weitab aller Handelsrouten (zum Beispiel das in  Ost-Kalimantan, wo sich das spätere hinduistische Königreich Kutai bildete).
Das Königreich Kutai (Kerajaan Kutai Martadipura) bildete sich im 4. Jahrhundert in Ost Kalimantan. Der erste aus Kambodscha stammende König Kudungga war noch kein Anhänger des Hinduismus. Einer seiner drei Söhne (Mulawarman) wurde sein Nachfolger und führte den hinduistischen Glauben ein. Ihm zu Ehren wurde ein Denkmal (genannt Yupa) errichtet, nachdem er eine großzügige Spende von 20.000 Kühen an einen Brahmanen übergeben haben soll. Das Königreich Kutai Kerajaan Kutai Martadipura existierte über 27 Generationen hinweg.
 
  Im 5. Jahrhundert begann der regelmäßige Handel mit China. Aus dem Westen Indonesiens wurde Kampfer und Harze nach China exportiert. Chinesische Quellen sprachen von "Persischen Harzen vom südlichen Meer". China war zu dieser Zeit stark auf den Handel mit Indonesien angewiesen, da es von den Zentralasiatischen Handelsrouten abgeschnitten war und sorgte so für eine Entwicklung in Indonesien, in deren Zuge auch erste Königshäuser und Häfen entstanden. Der bekannteste Hafen ist Palembang im Südosten Sumatras, der im 7. Jahrhundert ein wichtiger Umschlagplatz für Exportgüter wurde. Die chinesische Erschließung Indonesien erfolgte über Malakka und die dort lebende chinesische Bevölkerung.  

ab 500 n.C.

erste Staaten

Srivijaya auf Südsumatra
Anfänge des buddhistischen Srivijaya-Reiches auf Sumatra, das seine Blütezeit in der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts hatte und bis in das 14. Jahrhundert bestand.

 
ab 600 Sanjaya in Zentraljava  -  hinduistisch
nach der Vorherrschaft der Sanjaya über Java werden sie nach einer Inschrift aus dem Jahr 788 von der Sailendradynastie von Zentral- und Südjava in den Norden Javas verdrängt

Prambanan Foto: Wikimedia
ab 812 Sailendra in Zentraljava  - buddhistisch
Unter der Herrschaft von Samaratunga (812-833) wurde der Candi Borobudur fertiggestellt. Der herrschende Raja Samaratunga erreichte nach damaliger Ansicht durch den Bau des Tempels als seine Grabstätte nach dem Tod die Vereinigung mit Buddha.

Borobodur; Foto Wikimedia
832 Nach einer Inschrift aus diesem Jahr haben die Sanjaya die Sailendra wieder von Java vertrieben und werden als alleiniger Herrscher genannt  
1006 nach einem Krieg zwischen Srivijaya und den Sanjaya werden die Sanjaya vollständig besiegt  
1019 Airlangga, ein Sohn des damaligen Königs von Bali schließt Frieden mit Sri vijaya und versucht das alte Königreich unter dem Namen Kahuripan zumindest in Ostjava wiederherzustellen. Kahuripan wandelt sich später friedlich in das Reich Kediri.  
1222 Kediri wird 1221 von Ken Angrok, dem Herr von Tumapel, in der Schlacht von Genter besiegt, der daraufhin 1222 das Königreich Singhasari ausruft  
1290 Singhasari verdrängt Sri vijava von Java, die immer weiter an Macht verlieren  
1293 König Kertarajasa, der 1292 das Königreich Majapahit gründete, besiegt Singhasari; Majapahit hat im 14. seine militärische und handelstechnische Blütezeit  
1377 Eroberung von Palembang, der Hauptstadt der Srivijava durch die Majapahit  
1478 Jahr des Untergangs der Majapahit, die im 15. Jahrhundert stark an Macht und Einigkeit verloren und mit ihrem Ende die Grundlage für neue, kleinere Staaten schafften  

1500 - 1800

Von der Entdeckung Indonesiens durch die Europäer bis zur Kolonialisierung

Bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung der Gesellschaften und Königreiche ab dem 16. Jahrhundert hatte vor allem die Ankunft der ersten Europäer und die stark fortschreitende Islamisierung. Während die Europäer militärisch den großen indonesischen Königreichen oft leicht überlegen waren hatten sie vergleichsweise wenig Erfolg dabei das Christentum unter der Bevölkerung zu verbreiten. Im 16. Jahrhundert entstanden oder entwickelten sich dagegen mächtige und einflussreiche Sultanate wie Aceh in Nordsumatra, das Sultanat von Malakka in Zentral-Java oder die rivalisierenden Sultanate der Gewürzinseln Ternate and Tidore. Lediglich Bali verblieb bis heute hinduistisch dominiert.

 
  Die Portugiesen in Südostasien

Mit der Umsegelung des Kaps der Guten Hoffnung durch Bartolomëu Diaz im Jahr 1487 und der Entdeckung Indiens durch Vasco da Gama im Jahr 1497, stieß Portugal als erste europäische Macht tief in den Indischen Ozean vor. Die Seefahrer bemerkten den enormen Reichtum vieler Staaten, der vor allem durch den Handel mit Gewürzen entstand. Da es nicht gelang in diesem Gebiet die eigenen Waren zu verkaufen, verfolgte das portugiesische Königshaus zusammen mit portugiesischen Handelsunternehmen das Ziel, den gesamten Handel in Südostasien unter ihre Kontrolle zu bringen. Dies sollte durch die Eroberung strategisch wichtiger Punkte für Handel und militärische Auseinandersetzungen erreicht werden. Die Kontrolle des Gewürzhandel – also die Garantie alleiniger Abnehmer der Gewürze zu sein – hätte auch eine partielle Vormachtstellung in Europa bedeutet, da viele Gewürze, die in Europa verkauft wurden, auf den Molukken, den Gewürzinseln im heutigen Ostindonesien angebaut wurden.

Die Eroberungen nahmen vor allem unter Afonso de Albuquerque († 1515), der 1503 in Indien eintraf, große Ausmaße an. Es wurden viele strategische Punkte westlich Indonesiens erobert bis er 1511 das Sultanat von Malakka, ein enorm reiches und zentrales Handelreich mit sehr bedeutender Lage an der Straße von Malakka, einnehmen konnte. Die zu einer Festung ausgebaute Stadt blieb trotz einer Vielzahl von massiven Invasionsversuchen verschiedener Königreiche bis 1641 in der Hand Portugals. Die erhoffte Kontrolle des Handels konnte dadurch jedoch nicht erlangt werden. Viele Kaufleute umgingen die Straße von Malakka und wichen auf andere Häfen aus. Das ermöglichte die Entwicklung und den Bedeutungszuwachs anderer Häfen und somit Handelsreiche auf Sumatra und Java.

 
1600 - 1800 Die Holländer in Südostasien

Ende des 16. Jahrhundert wollten auch andere europäische Mächte an dem Handel mit Gewürzen teilhaben. Der holländische Seefahrer Cornelis Houtman erreichte mit seiner Flotte am 27. Juni 1596 Bantam, an der Westküste von Java, reiste weiter nach Mandura und konnte schließlich 1597 auf Bali einige Fässer mit Pfefferkörnern erstehen. Am 5. Juni 1602 landeten die Engländer unter James Lancaster zum ersten Mal bei Aceh im Norden der Insel Sumatra. Ihre Expedition führte weiter über Bantam bis zu den Molukken.

Anfang des Jahres 1602 gelang es den Niederländern allmählich, sich als Herrscher in der Region zu etablieren. Sie verdrängten die Portugiesen schrittweise Richtung Osten, die nur noch den östlichen Teil der Insel Timor  behielten. Die Niederländer kontrollierten das Gebiet fast 350 Jahre lang.  Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Archipel von Japan besetzt.

Im 16. und 17. Jahrhundert wurde Niederländisch-Indien nicht direkt von der niederländischen Regierung kontrolliert, sondern einem Aktienunternehmen, der Niederländischen Ostindien-Kompanie (VOC). Das niederländische Parlament hatte dem Unternehmen 1602 ein Handelsmonopol zwischen dem südafrikanischen Kap der Guten Hoffnung und der Magellanstraße an der Südspitze von Südamerika zugesichert. Im selben Jahr startete die erste Expedition in Richtung der Molukken (Gewürzinseln).

 
ab 1800 Nach der Auflösung der Vereinigten Handelskompanie im Jahre 1799 übernahm der Staat Niederlande die Kolonie. In der Zeit, in der Napoleon I. in den Niederlanden herrschte, waren die niederländischen Kolonien in Südostasien von den Briten besetzt worden. 1816 erhielten die Niederländer die Herrschaft über das indonesische Inselreich zurück, mussten allerdings im Vertrag von London auf Ceylon und das Kapland verzichten.

Zwischen 1825 und 1830 kam es zu einem Volksaufstand auf Java gegen die niederländische Kolonialherrschaft. Den Kämpfen fallen über 200.000 Javaner und 8000 Europäer zum Opfer.

Nach 1816 zogen die Niederländer zunächst, wie vor ihnen die Engländer, eine Pacht von den einheimischen Bauern ein: In jedem Dorf hatte der Vorsteher dafür zu sorgen, dass ein Geldbetrag abgeliefert wurde, der zwei Fünfteln des Wertes der örtlichen Reisernte entsprach.

 
  Ausbruch des Krakatau zwischen Java und Sumatra  
1908 Die Niederlande dehnen, von Java ausgehend, ihren Machtbereich auf den gesamten indonesischen Archipel aus. Lediglich die Provinz Aceh im Norden Sumatras vermag zu widerstehen, wird aber nach einem über dreißigjährigen Krieg ebenfalls unterworfen.  
1912 Mit der Gründung der Sarekat Islam („Islamische Vereinigung“) erwächst der indonesische Nationalismus zu einer Massenbewegung  
1926 Die Kommunistische Partei (PKI) ruft zum revolutionären Befreiungskrieg auf. Die Erhebung scheitert an der überlegenen niederländischen Kolonialmacht.  
1927  Nach der Zerschlagung der PKI nimmt die von Sukarno (1901–1970) gegründete Partai Nasional Indonesia den Kampf gegen die Niederländer auf.  
1942–1945 Japanische Besatzung. Im Februar/März 1942 erobert Japan Niederländisch-Indien. Noch unter japanischer Besatzung erklärt sich Indonesien im März 1943 von den Niederlanden unabhängig.  
1945 - 1949 Unabhängigkeitskrieg Indonesiens gegen die Niederlande  
1. Oktober 1965 putscht das Militär gegen Sukarno. Der rechtsgerichtete General Suharto schlägt den Aufstand nieder und erklärt die am Putschversuch unbeteiligte kommunistische Partei PKI zum Schuldigen. es kommt zu Massakern des Militärs, denen nach Schätzungen von Amnesty International in den folgenden Monaten fast eine Million Menschen zum Opfer fallen. Auch die chinesische Minderheit wird Opfer des Aufstands. Der Putsch wird von den USA unterstützt.  
  Die Regierung versucht das extrem dicht besiedelte Java durch eine Unsiedelung der Bevölkerung auf die dünner besiedelten Inseln Sumatra und Borneo zu entlasten. Dieses Transmigrationsprogramm führt zur zunehmenden Abholzung der Regenwälder bis heute.
Bevölkerungsdichte Indonesien
Karte: Wikimedia
1998 Suharto wird nach der Wirtschaftskrise in den Asean-Staaten zum Rücktritt gezwungen. Er und seine Familie hatten sich rücksichtslos bereichert.  
1999 Im Oktober 1999 wird Abdurrahman Wahid erster frei gewählter Staatspräsident des Landes, zwei Jahre später Megawati Sukarnoputri Tochter des Staatsgründers Sukarno.