virtuelles Geschichtsheft für den Unterricht am städtischen Louise-Schroeder-Gymnasium in München                                 

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Villa Oplontis

64 n.C. wurde eine Villa in der Nähe von Pompeji durch ein Erdbeben zerstört. Dies war das erste Anzeichen der neuen Aktivität des Vulkans Somma. Man wusste gar nicht, dass der Berg bei Neapolis ein Vulkan war. Er war noch nie seit Menschengedenken ausgebrochen. Nach dem Erdbeben wurde diese schwer beschädigte Villa nach den modernsten Methoden mit allem, was gerade aktuelle Mode war neu aufgebaut und restauriert. Die Villa gehörte nämlich der Gattin des römischen Kaisers Nero. Sabina Poppea stattete ihren Landwohnsitz mit allem Luxus aus, der damals möglich war. Der Standort muss traumhaft gewesen sein. Selbstverständlich mit Meerblick.

Die Villa wurde erst spät beim Bau zweier Hochhäuser wieder entdeckt. Seitdem gräbt man aus.

Luxusausstattung:

  • Swimming Pool
  • ein Wasserklo
  • eine versteckte Stereoanlage (Kammern auf zwei Seiten des Esszimmers für Musiker hinter Vorhängen)
  • eine Terrasse zum Meer mit Blick (heute nicht mehr - da steht ein Wohnblock davor!)
  • alle Wohnräume mit Fresken bemalt
  • abgeschlossene nicht störende Versorgung durch Sklaven
  • Partyräume
  • Fensterläden an allen Außenfenstern und Türen
  • mindestens 12 Schlafzimmer
  • eigene Thermenanlage mit drei verschieden temperierten Badbecken
  • Klimatisierung durch Atrien - das Wasserbecken kühlte die Luft
Blick von der Landseite auf  die Villa        
       
 
Rundgang durch diese Villa
1 Atrium mit Säulenfenster mit Meerblick  
2 Tablinum      
3 Peristyl Blick über das Peristyl zur Landseite  
4 großer Raum mit Säulenfenster zur Landseite/Garten Blick auf diesen landseitigen Raum  
5 Hauswirtschaftsrüme rund um einen Innenhof mit Eingang zum Keller  
6  Räume für Sklaven      
7  Vorratsräume      
8  Toilettenanlage mit Wasserspülung    
9  Küche    
10 Speisekammer   Dieser Raum hatte eine Heizung unter dem Boden. Hier wurde von außen geheizt, heiße Luft unter den Boden geleitet, der dadurch erwärmt wurde. Diese römische Heizung nennt man Hypochaust
11 Baderäume/Thermenanlage      
12  kleines privates Atrium    
13 Schlafraum mit Fresken absolut realistische Detaildarstellungen der Natur
14 Schlafraum mit Fresken    
15 gedeckte Verbindungsgänge/Wandelgänge mit Blick in einen Garten
16 Durchgangshalle    
17 Terrasse      
18  Empfangsräume    
19   3 Musikantenräume (hier waren während der Empfänge Musikanten hinter Fenster mit Gardinen untergebracht = Stereoanlage) ohne Eingänge - winzige Räume konnten nur über die Fenster betreten werden.
20 Festsaal    
21 Schwimmbad
Pool mit überolympischen Dimensionen
ob Meer- oder Süßwasser ist nicht klar? Es gibt zwar eine Süßwasserzuleitung. Diese war aber zum Füllen dieses Beckens unterdimensioniert. Andererseits ist bis heute keine Meerwasserleitung mit Pumpanlage ausgegraben.
22 Gärten  
23  Festraum mit Apsis - Speisesaal bei Empfängen  
24 privater Speisraum mit Kunstlicht - heutige Farbwirkung
ohne Kunstlicht - Farbwirkung der Antike
25 exklusiver mit Fresken geschmückter Wohnraum für schlechte Tage mit einer Heizung im Boden Dieser Raum war durch Holztüren gegen die Meerseite zu schließen. Diese sind im Abdruck bis heute erhalten.
 
 
Die Schicht mir der die Villa Oplontis zugedeckt wurde war fast 8 Meter dick. Hier sieht man die Zusammensetzung. Meist kleine Steinchen (so genannte Lapilli), dazwischen wieder Sandschichten und wenige größere Basaltsteine, so genannte Lavabomben. Auf dieser Schicht wurde nach der Katastrophe wieder Ackerbau betrieben, die Gebäude darunter konnten nicht lokalisiert werden und wurden dann vergessen. Bis zum Bau modernen Hochhäuser in den 70er Jahren. Hier sieht man rechts die Steinchen, die die Villa verschüttet haben. Im Vordergrund der Garten. Dann die Villa mit dem privaten Trakt. Im Hintergrund steht das Hochhaus.
    Beim Bau dieser Häuser hat man beim Ausschachten der Keller die Reste der Villa Oplontis gefunden. Erst seit 1982 ist die Villa überhaupt wieder entdeckt und erst seit kurzem kann man die Ausgrabungen besuchen!
 - die Räume zum Meer waren kleine Schlafräume für Gäste -  Räume innerhalb der Anlage ohne Ziffern sind in ihrer Funktion ungeklärt. Da die Möbel nach der Restaurierung noch fehlten, kann man nur schwer den Zimmern eine Funktion zuordnen. Die angegebenen Funktionen richten sich nach der traditionellen Aufteilung römischer Villen. Der größte Luxus der Villa bestand in der kompletten räumlichen Trennung von privatem und öffentlichem Bereich mit komplett doppelter Infrastruktur. Daneben war der Servicebereich der Sklaven dazwischen für beide Bereiche da. Auch die Lage zum Meer mit einem Atrium mit Meerblick und den privaten Räumen zum Meer zeugt von Luxus. Diese Zimmer waren durch große Fenster, geschützt durch mehrteilige Fensterläden besonders angenehm klimatisiert. So war diese Villa ein Rückzugsort von der Hitze des sommerlichen Roms ans Meer. Durch den Pool und die Gartenanlage war die Landvilla trotzdem repräsentativ für eine Kaiserin mit Begleitung. Die Sklaven vor Ort dagegen waren ganzjährig dort und "warteten nur auf die Befehle der Herrin".  Das nicht weit entfernet Pompeji sorgte dabei mit Theater und Arena für genug Abwechslung der Dame. Für ihre Empfänge (nach der Größe des Saals zu schließen) für bis zu 200 Personen standen zwei Räume mit Fenstern auf zwei Seiten (ohne sonstigen Zugang und Tür) zur Unterhaltung zur Verfügung. Dort waren ohne Eingang während des Festes Musikersklaven untergebracht. Bevor die Kaiserin dort einziehen konnte, beschädigte und verschüttete der Ausbruch diese Villa, die den Stand der Technik widerspiegelt. Modernen ging es damals nicht.

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