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Gladiatoren und GladiatorenkämpfeText gekürzt aus Wikipedia |
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Ursprung der Gladiatorenkämpfe
Der religiöse Hintergrund
Trotz dieses Zitates ist die Theorie, dass
Gladiatorenkämpfe die mildere Variante griechischer und römischer
Menschenopfer zu Ehren Verstorbener waren, nach Auffassung einiger
Historiker nicht zutreffend. Sie vertreten vielmehr die Meinung,
dass mit den blutigen Kämpfen die Eigenschaften des Verstorbenen
demonstriert werden sollten. Jene Eigenschaften, die nach dem
Verständnis der damaligen Menschen die Größe des Römischen Reiches
bedingten: Mut, Kraft, Tapferkeit, Entschlossenheit und
Gleichmütigkeit gegenüber dem Tod. Veranstalter dieser
Gladiatorenkämpfe waren reiche Privatmenschen – sie waren als
einzige in der Lage, sich sowohl die Kosten für die Gladiatoren als
auch das anschließende aufwändige Festmahl zu leisten. Im Laufe der
Zeit entdeckten vor allem römische Politiker, dass die Veranstaltung
solcher munera ein geeignetes Mittel war, sich die Anerkennung der
römischen Bevölkerung zu sichern. Die Zuschauer verfolgten das
Geschehen dicht gedrängt am Rand stehend – Sitztribünen gab es bei
den ersten Veranstaltungen nicht.
Gladiatorenkämpfe im 1. Jahrhundert v. Chr.
Als die Beliebtheit von Gladiatorenkämpfen beim
römischen Volk stieg und als man es als Recht anerkannte, auf diese
Weise unterhalten zu werden, wurden die Spiele prächtiger und größer
inszeniert. Kurz darauf wurden die ersten hölzernen Sitztribühnen
errichtet und erste Tierhetzen (venationes) in die munera
aufgenommen. Beide Erweiterungen des Programms entwickelten sich
allmählich als feste Bestandteile der Veranstaltungen. Die
Veranstalter waren nach wie vor wohlhabende Privatpersonen, denen
jeder Anlass willkommen war, sich auf diese Weise die Achtung des
römischen Volkes zu verschaffen. Und je außergewöhnlicher die
Veranstaltung war, desto eher stiegen die Wohlhabenden in der Gunst
des Volkes.
Gladiatoren im römischen Kaiserreich
Gladiatorenkämpfe als öffentliche Aufgabe
Gladiatorenkämpfe als kaiserliches Privileg
Die Veranstaltung von Gladiatorenkämpfen wurde
immer mehr in den Kaiserkult integriert – das galt insbesondere in
den Provinzstädten. Zu den Zeiten von Augustus war es zwar den
Senatoren noch möglich, solche Spiele zu veranstalten, doch schon 22
v. Chr. ließ Augustus in einem Dekret festhalten, dass in diesen
Fällen nicht mehr als 120 Gladiatoren eingesetzt werden durften.
Gleichzeitig begrenzte Augustus die Zahl der Tage, an denen
Gladiatorenspiele veranstaltet werden konnten: an den Tagen der „Saturnalien” zwischen dem 17. und 23. Dezember zur Wintersonnenwende; zum Frühlingsfest „Quinquatrus” zwischen dem 19. und 23. März. Wer es wagte, privat Gladiatorenkämpfe zu veranstalten, lief, angesichts ihrer zunehmend engeren Verbindung mit dem Kaiserkult, Gefahr, den Zorn der römischen Kaiser auf sich zu ziehen.
Die relative Seltenheit der aufwändigen und
kostspieligen Gladiatorenkämpfe blieb über die Jahrhunderte
weitgehend konstant. Noch im Jahr 354 n. Chr. wurden von den 176
Festtagen 102 für Theateraufführungen, 64 für Wagenrennen und nur 10
für Gladiatorenkämpfe genutzt.
Die Besonderheiten des Gladiatorenlebens
Gladiatoren-Gattungen Die soziale Herkunft der Gladiatoren
Bei den ersten Kämpfern handelte es sich um
Sklaven oder Kriegsgefangene. Auch später wurden vor allem
Gefangene, verurteilte Verbrecher und Sklaven als Gladiatoren
eingesetzt. Bereits im 1. Jahrhundert v. Chr. verpflichteten sich
auch freie Bürger als Gladiator. Obwohl Gladiatoren gesellschaftlich
noch niedriger als Sklaven standen, war das Interesse, Gladiator zu
werden, zeitweilig so hoch, dass der Senat dies durch ein Gesetz
einzuschränken versuchte. So sollen gegen Ende der Republik fast die
Hälfte der Gladiatoren ehemals freie Bürger gewesen sein, die mit
dem Eintritt in den Berufstand der Gladiatoren ihre Freiheit
aufgaben. Dieser Schritt ist aus heutiger Sicht aufgrund der
damaligen allgemein kurzen Lebensdauer der Menschen nur allzu
verständlich. Ein Gladiator hatte nur ein- bis dreimal pro Jahr zu
kämpfen und wurde in der restlichen Zeit gut versorgt.
Die Lebenserwartung eines Gladiators Nach weit verbreiteter Auffassung begannen während der römischen Kaiserzeit die Gladiatorenspiele mit dem Gruß an den Caesar:
Überliefert ist dieser Gruß nur für eine einzige Gegebenheit. Dabei handelte es sich um eine von Kaiser Claudius inszenierte Seeschlacht (Naumachie) und nicht um einen Gladiatorenkampf. Trotzdem beschreiben diese Worte die Lebenssituation eines Gladiators treffend. Gladiatoren wurden selten älter als dreißig Jahre, ihre Lebenserwartung schwankte im Laufe der Jahrhunderte erheblich. Im 1. Jahrhundert vor Christus, also noch während der römischen Republik, als sich die römischen Adligen die Gunst der Wähler durch großzügige munera erkauften, wurde auch großzügig mit dem Blut der Gladiatoren verfahren. Iuvenal kommentierte dies mit den Worten:
Insgesamt gibt es aus der Zeit der
Gladiatorenkämpfe wenig verlässliche Daten darüber, wie groß die
Chancen eines Gladiators waren, die Arena lebend zu verlassen. Der
Historiker G. Ville wertete 100 Kämpfe aus, die im 1. Jahrhundert
nach Christus stattfanden und stellte dabei fest, dass 19
Gladiatoren (von 200 beteiligten Kämpfern) in diesen einhundert
Kämpfen ihr Leben verloren. Nach Auswertungen von Grabsteinen lag
das Alter, in dem sie durchschnittlich starben, bei 27 Jahren.
Gladiatoren hätten damit eine Lebenserwartung gehabt, die nur wenig
unter der der „normalen” römischen Bürger lag. Der Historiker Marcus
Junkelmann weist darauf hin, dass nur den erfolgreichsten
Gladiatoren ein Grabmal gesetzt wurde. Der Großteil der Gladiatoren
starb dagegen am Anfang ihrer Laufbahn, da nur die fähigsten die
ersten Kämpfe überlebten. Diesen jung gestorbenen
Gladiatorenneulingen hat man in der Regel keinen Grabstein gesetzt,
sie wurden anonym begraben. Nach den Schätzungen von Junkelmann
starben die meisten Gladiatoren ihren gewaltsamen Tod im Alter
zwischen 18 bis 25 Jahren. Gladiatorenschulen
Gladiatoren wurden in besonderen Schulen (ludi)
ausgebildet. Berühmte Gladiatorenschulen befanden sich in Capua und
in dem 79 n. Chr. durch einen Vulkanausbruch verschütteten Pompeji.
Eine der größten Gladiatorenschulen war in Ravenna beheimatet. Nach
Schätzungen gab es insgesamt etwas mehr als 100 Gladiatorenschulen,
die normalerweise unter Leitung eines Gladiatorenmeisters standen,
der auch der Besitzer der Gladiatorenschule war. Häufig reisten
Gladiatoren in einer Truppe (familia) von Stadt zu Stadt. Der
Besitzer der Truppe vermietete seine Gladiatoren an denjenigen, der
einen Gladiatorenkampf veranstalten wollte.
Die Gladiatoren übten in der Regel mit hölzernen
Waffen, die deutlich schwerer waren als die, die später in der Arena
zum Einsatz kamen. Damit wurde ihre Ausdauer trainiert.
Der Ablauf eines Tages in der Arena Die Vorbereitungen Stand ein munus an, wandte sich der Spieleveranstalter (editor) an einen Gladiatorenmeister (lanista), der mit der Durchführung beauftragt wurde. Ein Vertrag schrieb fest, wie viele Gladiatorenpaare anzutreten hatten, wie das Begleitprogramm aussah, wie lange die Veranstaltung dauern sollte und regelte auch die Bezahlung. Wenige Tage vor dem Beginn des munus wurden die Kämpfer öffentlich vorgestellt. Wichtige Informationen für die Zuschauer waren, in welchen Paarungen die Kämpfer gegeneinander antreten würden, in welcher Reihenfolge die Kämpfe durchgeführt werden würden und in wievielen Kämpfen die jeweiligen Gladiatoren schon erfolgreich gewesen waren. Am Vorabend gab es für die Gladiatoren ein Festbankett, bei dem auch Publikum zugelassen war. Der Kampftag
So wie Augustus die Veranstaltung von
Gladiatorenkämpfen als kaiserliches Privileg etablierte, so prägte
er auch den Ablauf eines Gladiatorenkampfes entscheidend mit. Die
bis zu der augusteischen Zeit als eigenständige Veranstaltung
abgehaltenen Tierhetzen band er in den Ablauf eines Kampftages mit
ein. Der einzelne Ablauf eines Gladiatorenkampfes variierte zwar,
aber der folgend beschriebene Ablauf war für einen Tag in einem
Amphitheater in der nachaugusteischen Kaiserzeit typisch: Der Kampf Der Historiker Junkelmann weist darauf hin, dass der Kampf in der Arena – die sogenannte Gladiatur – kein wildes Handgemenge, sondern ein höchst differenzierter, genauen Regeln unterworfener Kampfsport war. Darauf lassen auch forensische Analysen der Knochen von toten Gladiatoren schließen.[1] Der Kampf wurde in der Regel von zwei Schiedsrichtern beobachtet. Sie leiteten auch Pausen ein, wenn beide Kämpfer zu erschöpft waren oder sich die Riemen der Ausrüstung lösten; und sie ahndeten Regelverstöße. Eine der wesentlichen Aufgaben der Schiedsrichter war es zu verhindern, dass ein sich ergebender Gladiator den weiteren Attacken seines Gegners ausgesetzt war. Ein Kampf konnte auf vier Weisen enden:
In der Arena starben weniger Gladiatoren als
bisher angenommen - wahrscheinlich starb einer von acht. Römer und Gladiatoren - eine ambivalente Beziehung Das Beispiel mannhafter Tapferkeit Die Haltung der Römer gegenüber den Gladiatoren war sehr ambivalent: Auf der einen Seite waren Gladiatoren in der sozialen Hierarchie noch niedriger angesiedelt als Sklaven, auf der anderen Seite wurden erfolgreiche Gladiatoren zu Berühmtheiten, von denen man sich die alten römischen Tugenden wie Siegeswille, Todesverachtung und Tapferkeit demonstrieren ließ. Sowohl für Cicero als auch für Seneca war der gleichmütig sterbende Gladiator ein exemplum virtutis, ein Beispiel mannhafter Tapferkeit. Marcus Junkelmann weist darauf hin, dass Cicero das, was er dem römischen Volk in seiner Dritten Philippischen Rede angesichts des Griffes von Marcus Antonius nach der Macht predigte
für sich selbst auch umsetzte. Er starb den
„Gladiatorentod”, indem er bereitwillig seinen Hals dem Schwert
darbot, als ihn die Söldner des Antonius fingen. Der „angebetete“ Gladiator
Einige Gladiatoren besaßen eine große
Anhängerschaft unter den Bürgerinnen Roms, die die Gladiatoren als
Sexualobjekt betrachteten. Der lateinische Begriff Gladius, von dem
sich gladiator ableitet, wurde außer in seiner ursprünglichen
Bedeutung „Stoßschwert“ im vulgären Sprachgebrauch auch für „Penis“
verwendet (analog zu Vagina, ursprünglich Schwertscheide, übertragen
auch das weibliche Geschlechtsorgan). Graffiti, wie sie in Pompeji
zu finden sind, lassen auf glühende Anhängerinnen der Gladiatoren
schließen. Ein sexueller Kontakt mit Gladiatoren war zwar verpönt
und wurde gesellschaftlich streng geächtet, es kam aber trotzdem zu
sexuellen Beziehungen zwischen Gladiatoren und Bürgerinnen.
Gladiatoren genossen in der römischen Gesellschaft einen ähnlichen
Ruf wie heutige Popstars. Die Festgelage des Spieleveranstalters am
Abend vor einem Kampf gaben den einflussreichen Frauen der Stadt die
Gelegenheit, ihre Idole persönlich und oft auch intim kennenzulernen.
Faustina, die Mutter des Kaisers Commodus, hatte ihren Sohn
angeblich mit einem Gladiator gezeugt - wahrscheinlich aber erfand
Commodus diese Geschichte selber, um seine Sonderrolle zu
unterstreichen. Als besonders skandalös empfand man die Beziehung
zwischen Eppia, einer Frau aus reicher Familie, die Senatorengattin
war, und dem Gladiator Sergiolus. Glaubt man dem römischen Satiriker
Juvenal, folgte Eppia dem körperlich schon lange nicht mehr
attraktiven Sergiolus aus Liebe kreuz und quer durch die Provinzen.
Gladiator, Jean-Leon Gerome
Die Veranstaltungsorte der Gladiatorenkämpfe
Das Forum Boarium – der Viehmarkt nahe der
Tiberinsel – war der erste Veranstaltungsort von Gladiatorenkämpfen,
die anfangs nur schlichte, primitive Veranstaltungen waren. Das
Forum Romanum war aus Platzgründen geeigneter als das Forum Boarium
und wurde daher in der Folge der Schauplatz der Gladiatorenkämpfe,
deren Zahl ab 264 v. Chr. kontinuierlich zunahm. Schon wenige Jahre,
nachdem Decimus seine spezielle Gedenkfeier für seinen Vater
abgehalten hatte, wurden für die Zuschauer Sitzgelegenheiten
geschaffen, damit sie dem Geschehen mit etwas mehr Komfort beiwohnen
konnten. Das Ende der Gladiatorenkämpfe
Unter den römischen Kaisern gab es neben den
großen Freunden der Gladiatorenkämpfe (wie Commodus, Caligula und
Claudius) auch solche, die diesem Treiben deutlich distanzierter
gegenüberstanden (Tiberius oder Mark Aurel). Mark Aurel
beispielsweise verbot den Einsatz scharfer Waffen bei
Gladiatorenkämpfen und Augustus verbot Gladiatorenkämpfe, die nur
mit dem Tod eines der Kämpfenden enden durften. Entschiedene Gegner
der Gladiatorenkämpfe gab es nicht: Kaiserkult und Gladiatorenkampf
waren eng miteinander verwoben. Wer sich gegen den Gladiatorenkampf
aussprach, sprach sich auch gegen die Institution des Kaisers aus.
Dennoch blieben Gladiatorenkämpfe (munera) im
ganzen 4. Jahrhundert sehr beliebt und boten Kaisern und
Würdenträgern wichtige Möglichkeiten zur Repräsentation. Allerdings
wurde es immer schwieriger, Gladiatoren zu finden, seitdem 365 der
Einsatz von Christen verboten worden war. Auch der Einsatz von
Soldaten und Veteranen wurde untersagt. Damit stiegen auch die
Kosten für die Spiele. Anfang des 5. Jahrhunderts n. Chr. wurden die
Gladiatorenspiele von Kaiser Honorius zwar endgültig verboten – die
bei Theodoret überlieferte Geschichte, dass diesem Verbot der Tod
eines Mönches vorangegangen sei, der in die Arena gesprungen sei, um
die Kämpfe zu unterbinden, ist allerdings wenig glaubwürdig – sie
sind aber noch bis in die Mitte des 5. Jahrhunderts bezeugt.
Tierhetzen (venationes), gegen die von christlicher Seite weitaus
weniger Vorbehalte bestanden, wurden noch mindestens bis zum Ausgang
der Spätantike im 6. Jahrhundert veranstaltet und blieben zusammen
mit Wagenrennen höchst beliebte Veranstaltungen. Inschriften in Pompeji Quelle Wikipedia: |
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