Deutscher Reichskurier   Ausgabe vom 13.8.1928

Die IX. Olympischen Sommerspiele 1928 - ein Sommermärchen!

 

Amsterdam (drk) - Mit der gestrigen Abschlussfeier gingen die diesjährigen olympischen Sommerspiele in Amsterdam / Niederlande für das deutsche Reich außerordentlich erfolgreich zu Ende. Unseren Sportlern gelang es mit hervorragenden 31 Medaillen, davon zehn Gold-, sieben Silber- und vierzehn Bronzemedaillen, den zweiten Platz zu belegen und damit die Konkurrenz aus Europa hinter sich zu lassen. Einzig den USA mussten sich unsere Athleten beugen, die mit 56 Medaillen den ersten Platz im Medaillenspiegel erreichten.

 

 

Platz

Land

G

S

B

Total

1

USA

22

18

16

56

2

Deutsches Reich

10

7

14

31

3

FinnlandFinnland

8

8

9

25

4

SchwedenSchweden

7

6

12

25

5

Italien

7

5

7

19

6

Schweiz  Schweiz

7

4

4

15

7

FrankreichFrankreich

6

10

5

21

8

NiederlandeNiederlande

6

9

4

19

9

Ungarn

4

5

-

9

10

Kanada

4

4

7

15

Seit dem Ende des ersten Weltkriegs - nach 16-jähriger Abstinenz - nahm das deutsche Reich erstmals wieder an der Sommer-Olympiade teil. Die herausragenden Leistungen unserer Sportler riefen große Begeisterung beim deutschen Volk hervor. Berichten zufolge soll diese 'olympische Stimmung' sogar eine Bewerbung Berlins für die Spiele 1936 ermöglichen.

Besonders verdient machte sich der Reiter Carl von Langen mit zwei Goldmedaillen sowie die deutschen Leichtathleten, die von 100m bis 800m jeweils Bronze gewannen. Von Langen (Bild rechts) nahm in einem kurzen Gespräch mit unserem Journalisten Hans-Peter Romboldt Stellung zu seinen Eindrücken und Erfahrungen seiner ersten Olympiade:

Carl von Langen auf seinem Pferd 'Falkner'

Gespräch des Tages

 

Romboldt: Ich grüße Sie, Herr von Langen! Haben Sie die Abschlussfeier gut überstanden?

von Langen: Guten Tag! Ja, danke der Nachfrage.

Romboldt: Diese Olympiade war für Sie ja etwas ganz Besonderes, weil die erste. Beschreiben Sie doch einmal ein wenig Ihre Eindrücke und Ihre Erfahrungen, die sie dabei gemacht haben.

von Langen: Es war eine überwältigende Erfahrung, besonders die Vielfalt der Nationen und die Verständigung untereinander hat mich positiv überrascht. Außerdem denke ich, dass es für das deutsche Reich ein großer Schritt zur Wiedereingliederung in die Welt ist. Die Tatsache, dass zum ersten Mal Frauen teilnahmen, hat mich jedoch ein wenig verwirrt.

Romboldt: Halten Sie es also nicht für richtig, Frauen an den Olympischen Spielen teilnehmen zu lassen?

von Langen: Nein. Frauen haben im Sport nichts zu suchen, sie sollten sich auf ihre eigentlichen Pflichten zurückbesinnen.

 

Außerdem finde ich es absolut unästhetisch und unattraktiv, wenn Frauen schwitzen und sich sportlich betätigen.

Romboldt: Für Sie persönlich endeten die Spiele sehr erfolgreich mit zwei Goldmedaillen. Was erwarten Sie vom deutschen Reitsport in Zukunft?

von Langen: Ich hoffe, meine Leistungen spornen viele Menschen dazu an, sich dem Reiten zuzuwenden und ihm damit eine bessere Stellung zu verschaffen.

Romboldt: Vielen Dank für das Gespräch und hoffentlich noch viele weitere Olympiateilnahmen!

von Langen: Vielen Dank.

 

 

 

Premiere für weibliche Athleten

 

Erstmals nahmen dieses Jahr Frauen an den Olympischen Spielen teil. Von insgesamt 277 Teilnehmerinnen kamen 72 aus dem deutschen Reich. Unsere Leichtathletinnen kämpften in den Disziplinen 100 m, 800 m, 4x100 m, Hochsprung sowie Diskuswurf um die Medaillen.

 

 

Fußball

 

Olympiasieger im Fußball wurde bei der diesjährigen Olympiade die Nationalmannschaft von Uruguay, die unsere deutsche Mannschaft bereits im Viertelfinale bezwang und somit zum Ausscheiden verurteilte. Das sensationelle Anschlusstor für das deutsche Reich durch kleines, dickes Karl-Heinz Neubig konnte nichts mehr an dem traurigen Schicksal ändern. Zum Sieg benötigte Uruguay allerdings einen zweiten Anlauf: nachdem das „erste“ Finale gegen Argentinien unentschieden mit 1:1 geendet hatte, setzte es sich in einem hochdramatischen zweiten Finale mit 2:1 durch.

 

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