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virtuelles Geschichtsheft für den Unterricht am städtischen
Louise-Schroeder-Gymnasium in München
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Der Mauerbau in Berlin (13. August 1961)
Warum eine Mauer bauen?
§ aufgrund der schlechten Lebensbedingungen und der politischen Unterdrückung flohen von der Staatsgründung 1949 bis zum Mauerbau im August 1961 etwa 2,7 Millionen Menschen = etwa ein Siebtel der Gesamtbevölkerung der DDR. 90% der Flüchtlinge waren erwerbstätig oder Jugendliche. Fast 50% der Universitätsabsolventen in technischen Berufen flohen in den Westen.
§ Die Sowjetunion und das Politbüro sahen die Abriegelung daher als einzige Möglichkeit die ökonomische Lage der DDR zu stabilisieren. Der politischen Gesichtsverlust und das Risiko einer Konfliktverschärfung mit dem Westen wurden in Kauf genommen.
§ Der Versuch im Berlinultimatum 1958 die Flucht durch eine Isolierung Westberlins (hier flohen fast 90% der BürgerInnen) zu unterbinden scheiterte an der Weigerung des Westens in Westberlin Positionen aufzugeben!
Die „Abriegelung“
- Die DDR-Führung erhält durch die UdSSR die Genehmigung ihren Staat durch eine Mauer abzutrennen!
- In der Nacht zum 13. August 1961 beginnt die SED Führung mit dem Bau der Mauer, die damit ihren Sektor gegenüber dem Westen hermetisch abriegelt (2 Monate vorher hatte Walter Ulbricht genau dies in einer Pressekonferenz dementiert)
- alle Verkehrsverbindungen zwischen beiden Teilen Berlins werden damit unterbrochen = auch soziale Kontakte werden getrennt. Die U-Bahn-Verbindung wurde gekappt.
- Gleichzeitig führt die DDR an allen Grenzen nach West Berlin und zur Bundesrepublik scharfe Kontrollen ein
- die Bauarbeiten werden von Volkspolizei und Nationaler Volksarmee überwacht
- der Stacheldraht zur Abriegelung wurde in Westdeutschland gekauft
Bau der Mauer
Mauer am Brandenburger Tor und am Potsdamer Platz
Reaktionen
- Die Westmächte müssen diesen Gewaltakt hilflos hinnehmen, Proteste der westlichen Alliierten bleiben wirkungslos, als Zeichen der Verteidigungsbereitschaft lassen die Amerikaner am Checkpoint Charlie Kampfpanzer auffahren
- westliche Politiker sind bemüht den Vorfall nicht eskalieren zu lassen und die Menschen von spontanen Aktionen abzuhalten
- Willy Brandt, der regierender Berliner Bürgermeister , verbietet in diesem Zusammenhang eine Demonstration, um gewalttätige Übergriffe an den Zäunen und Sperreinrichtungen zu verhindern
- Der Mauerbau fällt in eine Zeit, in der im Westen der Wahlkampf auf Hochtouren läuft, Parteispitzen werden dafür stark beansprucht => auch Bundeskanzler Adenauer setzt sein Wahlkampfprogramm fort und reist erst zwei Wochen nach Mauerbau nach Berlin und stößt mit diesem Verhalten bei der deutschen Öffentlichkeit auf Unverständnis und Kritik
Karikatur gegen die Baumaßnahme Ulbrichts
Folgen:
- Da die Sowjetunion immer noch das Maximalziel verfolgt ganz Berlin der DDR einzuverleiben, sehen die Westmächte die politische Garantie für Westberlin und die Sicherung der Zufahrtswege in Gefahr
=>Willy Brandt will dieser Gefahr vorbeugen und erreicht bei dem amerikanischen Präsidenten Kennedy eine Garantieerklärung für Westberlin.
- Trotzdem war die entgültige Teilung der Stadt nicht mehr rückgängig zu machen.
- Dass die Alliierten nicht unmittelbar eingreifen und die Grenze zu Ostberlin nicht überschreiten verdeutlicht, dass sie den Einflussbereich der Sowjetunion respektieren und sich in dessen Vorgänge nicht einmischen.
=>Politik des amerikanischen „Roll Back“ greift nicht und „Politik der Stärke“ von Adenauer scheitert
- Die SED Propaganda feiert den Bau der Mauer als „antifaschistischen Schutzwall“ als Sieg des „sozialistischen Lagers“ über den westlichen Imperialismus
Nach der Grenzöffnung am 9. November 1989 nehmen Tausende die „Mauer“ friedlich in Besitz
Der Verlauf der Berliner Mauer durch die Mitte


