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virtuelles Geschichtsheft für den Unterricht am städtischen
Louise-Schroeder-Gymnasium in München
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1923 |
Der
abgebildete 50-Pfennig-Schein der Stadt Tostede aus dem Inflationsjahr 1923
gibt ein besonders krasses Beispiel für die Ausrottungsfantasien, mit denen
das Elend des Lands behoben werden sollte. Der Text: "So muss dat all de Schiebers gahn / denn kunnt dem Duetschland baeter stahn" (So müsst es all den Schiebern gehen, dann könnte Deutschland besser stehen). Die Raben links und rechts verweisen wieder auf die Rabensymbolik. |
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1923 |
Vertreibungsfantasien
Der Wunsch, "unter
sich" zu bleiben, Deutschland von dem "Fremden" zu "säubern", äußerte sich
mitunter in solchen Fantasien.
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- oft Glatze oder dunkle Haare |
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Darstellung der jüdischen Frauen in
antisemitischen Karikaturen
jüdische Frau wird hässlich dargestellt, im Kontrast: hübsche deutsche Frau unsauber, schmutzig, muss gewaschen werden, im Kontrast: saubere deutsche Frau hinterlistiger Gesichtsausdruck typische "Judennase", Name sieht aus wie ein "Moormonster", dicklich, dunkle Haare |
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Darstellung der jüdischen Frauen in
antisemitischen Karikaturen
wieder typische Nase, Name durch den Satz unten Anspielung auf ihr angeblich hässliches Aussehen, Selbst Mann findet sie hässlich Mann nimmt sie als Schutz, will sie Bären zum Fraß vorwerfen, will dass lieber sie als er gefressen wird -> Feigling Anziehsachen sehr bieder (Hut) Umkehrung der Rollen Lächerlichmachung der
Juden in der überzeichnenden Umkehrung der traditionellen Rolle
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| Den deutschen Männern wird Angst
eingejagt!
„Der kleine Kohn sucht seine Frau!“ |
Alle Frauen sehr rundlich (Figur und Gesicht) viel Oberweite, dunkle Haare, rote Bäckchen teilweise männliche Züge, größer als der Mann, Hut In dieser Karikatur
ist der kleine Kohn (verkörpert den Juden) in einem Zimmer voller liegender
Frauen (Deutsche) zu sehen. Die Überschrift heißt: „Wohnungsnot – Massen
Quartier“ Diese Karikatur ist wieder eine Warnung vor den Juden. Sie warnt davor, dass die Juden den Deutschen sogar die Frauen wegnehmen. Der kleine Kohn stellt nichts dar, er ist klein und nicht besonders attraktiv, dennoch freuen die Frauen sich und sind ganz aufgeregt. Der Kohn kann sich sogar eine aussuchen, denn die Frauen sind froh aus dem Notquartier herausgeholt zu werden. Er ist so zu sagen der Retter der deutschen Frauen. Siegel,
Berner |
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Sexismus und Voyeurismus
Lächerlichmachung der
Juden in der überzeichnenden Umkehrung der traditionellen Rolle
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Böser rassistischer Vergleich der Physiognomie des "Paares"
im Profil. Blonde Arierin gegen typisches Stereotyp des Juden.
Über dem Sarg, der den rassischen Untergang symbolisiert. AH für Adolf Hitler |
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![]() Stürmer 1932 |
Der Stürmer warnt vor Impfungen bei jüdischen Ärzten. Hier
werden Vorurteile geschürt, um die Ausgrenzung und die Benachteiligung und
später die Entrechtung vorzubereiten. Juden wird hier pauschal vorgeworfen
mit Gift als Giftmischer (=Mörder) umzugehen.
Die Physiognomie entspricht den Vorurteilen. |
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![]() Stürmer 1933 |
Der Stürmer kommentiert das Gesetz zur Aufrechterhaltung des deutschen Berufbeamtentum zur Gleichschaltung der Beamten 1933. Juden wurden aus dem Staatsdienst entlassen. Die arischen Kinder (im Hintergrund) werden von einem Zerrbild des Juden unterricht, der vom Kultusministerium aus dem Dienst geholt wird. Der Unterricht durch Juden wird als Verderbnis hingestellt. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() Stürmer 1935 |
Der Stürmer unterstützt die Nürnberger Gesetze durch diese
Karikatur, die die Blutschande verbietet.
Hier werden Stereotype verwendet:
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| Angst machen!
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Man
sieht auf der linken Seite:
Einen Mann der auf der Bank sitzt
(deutsches Erscheinungsbild) und einen Mann (jüdisches Erscheinungsbild:
Nase Kopfform, Zigarre, auffällige Ringe), der höflich nach einem Sitzplatz
fragt.
An dieser Karikatur sieht man deutlich
die Angst der Deutschen, von den Juden verdrängt zu werden. Der Jude wird
als reicher, schleimiger Geschäftsmann dargestellt. Die Karikatur will die
Deutschen vor der Ausbreitung der Juden warnen, die sie hinterlistig
planen, denn erst sind sie höfflich und zuvorkommend und dann nehmen sie
plötzlich deinen Platz ein und man kann nichts dagegen machen. |
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![]() Stürmer 1943 |
Zeitschrift Stürmer von 1943: Nazi Hetzblatt herausgegeben
von Julius Streicher
Bildunterschrift: Das ist die Freiheit, die uns zugedacht Wir sehn es dort, wo Juda hat die Macht Wie hinter Kerkermauer, Gitterstangen Im finsteren Gefängnis ist gefangen Die Menschheit, die nach wahrer Freiheit fröhnt Und sich nach Rettung und Befreiung sehnt Wurzeln
Ziele
Ob Zionismus, Kommunismus, Kapitalismus oder Judentum, alle gleich, alle versuchen die deutsche Rasse zu knechten und zu unterdrücken. Die dahinter stehende Kraft sind die Juden, sie sind verantwortlich für den Untergang des 3. Reiches und der kommenden Niederlage im 2. Weltkrieg (Weltverschwörung?). Der deutsche Antisemitismus soll durch die Gefahr der Weltverschwörung und durch Skandalreportagen über jüdische Kriminalität geschürt werden. => drohende Aussage dieses Bildes, wenn die Deutschen diesen Krieg nicht gewinnen, dann ist all das (Kommunismus, etc.) ihre Zukunft |
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![]() Stürmer 1944 |
Bildunterschrift: Wofür, warum, vergießen
sie ihr Blut?
Im Hintergrund der Frage gezieht der Jud Und somit ist die Antwort schon gegeben Für Juden Ziele lassen sie ihr Leben Die Frage warum wird dieser Krieg geführt wird und warum die Soldaten ihr Leben lassen: Ähnlichkeiten mit der Ausgabe des Stürmers von 1943, wobei hier noch deutlicher angesprochen wird, worauf der Krieg abzielt. Ein Krieg gegen die Juden und ihre Weltverschwörung. |
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![]() 1938 |
Tiervergleiche
Die Symbolisierung der Juden als Raben geht vor allem auf das Wiener antisemitische Blatt Kikeriki zurück und zielt auf die emanzipierten Juden. Der Rabe bot sich dabei wohl vor allem wegen der "Ähnlichkeit" der Erscheinung mit den Ostjuden als vermutlich auch wegen seines Charakters ("stehlen wie ein Rabe") an. Die oben gezeigte Postkarte wirbt für das Frankfurter Hotel "Kölner Hof", das sich rühmte, "judenfrei" zu sein. Die Raben müssen also draußen auf den Bäumen bleiben.
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![]() 1938 |
Ausgegrenzt
Das Hotel Kölner Hof
rühmte sich, ein "judenfreies" Hotel zu sein.
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1900 |
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1923 |
Vertreibungsfantasien
Um der Fantasie, die
Juden nach Palästina "zurück"zuschicken, Ausdruck zu geben, wurden mitunter
solche "Freifahrkarten" verteilt. |
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