Allacher Volksblatt -  
unabhängiges deutsch-bayrisch und rückständiges Tageblatt 
Ausgabe  im Jahre 1926
Herausgeber - der Thulekreis Allach-Untermenzing

Die nüchterne Nacktheit des Bauens
Die neue Baumode - viel gepriesen und verdammt kommt aus dem Dessauer Bauhaus

Nach dem Umzug aus Thüringen nach Dessau stellt das Bauhaus wider seine Musterhäuser vor


das Gebäude der Architektenschule - das Bauhaus

1919 gründete Walter Gropius in Weimar das Staatliche Bauhaus - eine Schule für Architekten, Künstler und Designer, an der Modernität und Funktionalität proklamiert und neue Produktionsformen erprobt wurden. Hier konnten Künstler mit avantgardistischen Visionen experimentieren und eine neue, zeitgemäße Formensprache entwickeln. Das Bauhaus zog 1925 ins preußische Dessau um. Dort wurden für die Architekten und Professoren Häuser einer Wohnsiedlung in Dessau-Törten errichtet. Das Bauhausgebäude (rechts oben) mit der markanten verglasten Fassade des Werkstättentrakts wurde sofort als Inbegriff der Moderne, als Umsetzung von Programm und Anspruch dieser jungen Bildungseinrichtung verstanden. Seine Klarheit, Helligkeit und Funktionalität setzten Maßstäbe für die Architektur des Neuen Bauens. So wird dieser Stil von vielen Kritikern als Durchbruch in die moderne Zeit begrüßt. Allerdings sagen auch viele, dass dieser nüchterne Stil das Auge auf der Suche nach Schönem, nach Ornamenten enttäuscht und beleidigt. "Wenn wir uns vorstellen, dass unsere Städte derart nackt und schmucklos werden, kommt einem das kalte Entsetzen hoch. Wenn unsere Kaiser so scheußlich gebaut hätten, solche Sparversionen errichtet hätten, wäre Deutschland kein Kulturstaat geworden!" sagt der Bürgermeister von Berlin. Unsere Zeitung schließt sich dem an und hofft auf einen neuen Schinkel.

Kommentar:  Was heißt hier Moderne?

Ist nur das neue, nüchterne und unverzierte schön? Wenn Gropius sagt, dass die Funktion am Haus alles sei und die Form ohne Funktion nichts, dann muss man sich fragen, wie die Gotik einzuordnen ist. Hier ist die Zierde, das Ornament zum Lobe Gottes alles, der Mensch klein und unwichtig! Wie kann die Suche nach Funktion das wahrhaft Schöne und Gute ersetzen? Wenn alles nur noch auf Funktion achtet, dann wird die Ehre, das Vaterland, Gott und Obrigkeit zum ersetzbaren Zierrat und vernachlässigt. Damit bricht die Ordnung zusammen und das Chaos aus! So etwas nennt man Nihilismus - so etwas kann nur von kranken Hirnen kommen. Diese Hirne finden auch den Bolschewismus und den jüdischen Demokratismus gut


Ein Beispiel für den neuen Stil Architektin: Lucia Moholy, erbaut1926

Interview mit Walter Gropius:

AV: Was heißt hier Moderne?
Gropius: Wir müssen die Architektur von überflüssigem Zierrat, von der Ornamentik des Orients wegbringen. Gebaut werden muss in klarer Linie und Flächen. Diese müssen überschaubar sein. Der Bau muss dem Menschen dienen!
AV: Was heißt das?
Gropius: Der Bau hat eine Aufgabe zu erfüllen, er besitzt eine Funktion. Dieser Funktion ist die Form unterzuordnen. Die Form muss der Funktion folgen.
Av: Gilt das für alle Gebäude?
Gropius: Das gilt im Prinzip für alle Gebäude! Die Funktion Wohnen muss erkennbar sein. Die Fenster sollen groß, Licht soll hinein kommen, Der Baukörper soll überschaubar sein. Der Lebensraum für den Bewohner ist wichtig! Ist die Wohnung leicht zu putzen, ist sie preiswert, ist sie für eine Familie geeignet, ist in der Wohnung Kommunikation möglich, sind die Zimmer der Funktion und nicht an der Repräsentation ausgerichtet. Dieses gilt entsprechend für Sakralbauten genauso wie für Museen oder Industriebauten.
AV: Haben Sie ein Foto eines solchen Bauwerks?
Gropius: Ich liefere für Ihre Zeitung Beispiele eines Museums in New York, gebaut von Frank Lloyd Wright und eines Wohnhauses von mir und meinen Schülern.
AV: Armes Deutschland! Wir danken für das Gespräch


Das Treppenhaus des Hauses von Walter Gropius selbst


Möbel im Stil des Bauhauses


Das moderne Guggenheim Museum in NY

Deutscher Fußballmeister 1926 SpVgg Fürth
Franken endlich ganz oben!

Deutschland in Völkerbund aufgenommen - eine Schande 

Das Allacher Dorfblatt gratuliert der Spielvereinigung Fürth

Fürth gewann letzte Woche gegen den Hauptstadtklub von Hertha BSC mit 4:1. Die Überlegenheit der konditionell besseren Bayern zeigte sich vor allem in der letzten Viertelstunde. Sie erzielten gegen die abbauenden Berliner das 3:1 und das 4:1. Berlin gab praktisch zehn Minuten vor Schluss auf. Der Fürther Spielführer sagte, dass die eiserne Disziplin und die Kampfbereitschaft der Franken zum Sieg geführt hätten.

Die Regierung Stresemann hat Deutschland in den Völkerbund geführt und somit die Unterwerfung unter das Schanddiktat von Versailles anerkannt. Damit wird alles Unrecht, das Deutschland angetan wurde legalisiert. Diese Regierung liefert uns den Interessen Frankreichs aus. Wir sollen dafür bezahlen, dass wir durch bolschewistische Revolutionäre in die Niederlage und die Unterwerfung geführt wurden. Hier wird selbst die DVP zu einer Erfüllungspartei. Der aufrechte Deutsche wird als Wähler diesen demokratischen Verrätern bei der nächsten Wahl die Quittung geben. Unserem Reichspräsidenten sein Dank, dass nicht alle so vaterlandslos denken.


Der Außenminister Deutschlands spricht vor dem Völkerbund in Genf in der Schweiz

Verkehrschaos in London - Englands Metropole erstickt im Verkehr

jährlich wird er mehr - der Verkehr in London. Durch die zunehmende Motorisierung, brachen die Straßen unserer Städte zusammen. Sie sind einfach nicht für Automobile gebaut. Und vor allem nicht für diese große Zahl. Auch der Massenverkehr der Busse nimmt immer mehr zu. Da die Zahl der Arbeitsplätze in der Innenstadt, im Zeitungsviertel der Fleetstreet und im Regierungszentrum, der Regentstreet immer mehr zunimmt, werden die Straßen immer mehr belastet. Als Fußgänger kommt man nicht mehr auf die andere Straßenseite. Allerdings stirbt diese Art des sich Fortbewegens immer mehr aus. Es ist unmodern, sich selbst zu bewegen. Man lässt sich fahren.


Hollywood vor dem Untergang

Ausstellung Deutscher Kunsthandwerker in Dresden Juni - Okt 1926


Rudolph Valentino und seine Partnerin Vilma Bánky im neuen Hollywoodfilm Son of the Sheik 

 

Dieses Jahr noch ein Erfolg, aber wer will nächstes Jahr noch eine Liebesschnulze mit Valentino? Wir haben bereits die ersten Vorboten der neuen Zeit gesehen. Die deutsche Firma Agfa arbeitet an einem neuen Filmmaterial, auf dem Töne gespeichert werden können. Dann will jeder etwas hören. der Klavierspieler, der den Kuss begleitet wird dann nicht mehr ausreichen! Dann will der Zuschauer, der auch Zuhörer wird, alle Sinne ansprechen lassen. Er will die Stimme hören - wie klingt ein Kuss? Küssen wird dann für den Start nicht mehr ausreichen. Da seine Stimme entsetzlich klingen soll, sehr hoch und schrill, wird er beim Tonfilm, der die Kinos bald erobern wird, nicht mehr dabei sein!


 

Diese Zeitung wurde im Rahmen des Geschichtsunterrichts des Gk bei Hr. Neubig am LSG erstellt und ist fiktiv - Sie spiegelt die deutschnationale Meinung der Zeit wider. Sie vertritt nicht die Meinung der Autorengruppe Max, Philipp, Daniela. Leider müssen wir dieses hier schreiben. Aber es gibt so viele Dumme, die glauben eine Originalzeitung aus dem Jahr 1926 vor sich zu haben und uns dieses auch noch schimpfend per E-Mail mitteilen!                            zurück zur Zeitungsprojektseite