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virtuelles Geschichtsheft für den Unterricht am städtischen
Louise-Schroeder-Gymnasium in München
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Der Nahost-Konflikt - Palästina |
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Zum 60-jährigen Bestehen des Staates Israel - eine
kurze Geschichte des Raums Palästina
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| Bundeszentrale für politische Bildung für 4€ zu bestellen - 300 Seiten | Gewalt und Gegengewalt im "Heiligen Land" 40 Seiten ebd. kostenlos download und "Nahost" download | knappe, sehr genaue Zusammenfassung des Konflikts | Michael Wohlffsohn | Michael Krupp |
Zwischen dem Mittelmeer und dem Jordan entstehen die ersten städtischen Siedlungen auf der Welt. Die Stadt Jericho besitzt die älteste Ummauerung (ca. 7000 Jahre alt). Die Oberhoheit über Palästina wechselt oft wegen der nach allen Seiten offenen Lage.

Karte der Festung Massada Quelle: Yohanan Aharoni, Michael Avi-Yonah, Der Bibel-Atlas kopiert bei TU-Berlin
Ab 1900 fordert der jüdische Nationalismus, der
Zionismus, die Errichtung eines jüdischen Staates in Palästina. Erst 1948 entsteht wieder
dieser jüdische Nationalstaat, wobei die dort lebenden Palästinenser
vertrieben werden.

133 werden die Juden aus Palästina dort vertrieben. Sie siedeln im Römischen Reich in anderen Provinzen. Dabei handelt es sich um weniger als 150000 Menschen. Diese leben im Römischen Reich als Flüchtlinge. Sie dürfen ihre eigene Provinz nicht mehr betreten.
Vertreibung der letzten Kreuzfahrer aus Palästina durch die Mamelucken-Sultane aus Ägypten (mameluckische Oberhohheit).
Beginn der zionistischen Einwanderung (erste Aliyah, 1882 – 1903/04)
Veröffentlichung des Buches Die Aufwachung der arabischen Nation von Najib Azouri, Befürworter eines säkularen arabischen Nationalismus. Damit wird dem Zionismus ein arabischer Nationalismus entgegengestellt.
Gründung der ersten jüdischen Stadt im Osmanischen Reich: Tel Aviv ("Hügel des Frühlings") Die sozialistische Kibbutzbewegung gründet den ersten Kibbutz (Deganya am See Genesareth).
Darstellung dieser Zeit aus jüdischer Sicht: Palästina in der Phase der britischen Mandatsherrschaft 1918-22 bis 1939
jüdisches Siedlungen 1925
(rot) im britischen Mandatsgebiet (gelb). Transjordanien (grün) ist bereits
verwaltungstechnisch abgetrennt.Zusammenstöße an der Klagemauer (249 Tote) zwischen Arabern und Juden. Weitere schwere Unruhen; die alte ansässige jüdische Gemeinde von Hebron wird nach einem Massaker evakuiert
Im Rahmen einer fünften Aliyah kommen etwa 150 000 Juden (vorwiegend aus Deutschland) nach Palästina.
Die jüdische Einwanderung in Palästina setzte vor dem 1. Weltkrieg ein. Die meisten Einwanderer kamen aus Russland und waren Zionisten, die in Palästina ihre nationale Heimat sahen. Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung nahm die Einwanderung sprunghaft zu. 1939 waren 30 % der Bevölkerung und 12 % des Bodens jüdisch. Die Zunahme an Juden führte seit 1936 zu einem arabischjüdischen Bürgerkrieg. Während des 2. Weltkriegs beschränkte die englische Mandatsverwaltung die Einwanderung, um die arabische Feindschaft nicht herauszufordern. Nach dem 2. Weltkrieg wurden auf Drängen einer britischamerikanischen Kommission angesichts der jüdischen Opfer die Grenzen erneut geöffnet. Sie lösen damit arabischen Widerstand aus. Die jüdische Terrororganisation (Untergrundarmee) Hagana hält dagegen.
Mai. Die Aufgabe des britischen Mandats in Palästina führt
erneut zum - Bürgerkrieg.
14.5. Der jüdische Nationalrat unter Ben Gurion (1886-1973) proklamiert den Staat Israel.
Quellentext: Unabhängigkeitserklärung
Ein Angriff der in der Arabischen Liga (gegründet 1945) zusammengeschlossenen Nachbarstaaten wird abgewehrt. Flucht von über 1 Mio Araber in die Nachbarstaaten, wo sie und ihre Nachkommen z. T. bis heute in Flüchtlingslagern untergebracht werden.


Juli. Nach der Verstaatlichung des Suezkanals
durch Ägypten unter Staatspräsident Nasser wird der Kanal und die
Zufahrt zum israelischen Hafen Eilat von Ägypten gesperrt.
Okt. Auch Großbritannien und Frankreich sehen sich
durch das ägyptische Vorgehen wirtschaftlich und politisch
bedroht und verabreden mit Israel eine gemeinsame Aktion.
29.10.
2. Israelisch-arabischer Krieg. Vorstoß israelischer
Truppen auf der Sinaihalbinsel gegen den Suezkanal.
30.10. Landung französisch-britischer Truppen am Kanal.
Die UN verurteilt das Vorgehen. Die USA und UdSSR stimmen gemeinsam trotz
des gleichzeitigen Ungarnaufstands gegen die Intervention. Unter der Drohung des
Raketeneinsatzes von Seiten der UdSSR beendet die UN
den Streit: Abzug aller Truppen, Besetzung der Kanalzone
durch UN-Truppen. In der Weltöffentlichkeit bedeutet
dies eine westliche Niederlage und einen sowjetischen Prestigegewinn, der Ungarn an Bedeutung zurücktreten
lässt.
Die UdSSR schaltet sich seitdem in die Nahostpolitik ein
und gewährt Wirtschaftshilfe an Ägypten (Bau des Assuan-Dammes) und an Syrien, die sich 1958 zur Vereinigten
Arabischen Republik (VAR) zusammenschließen (1961
aufgelöst).
5.-10.6.
Israel erobert und besetzt die Sinaihalbinsel bis zum Suezkanal, den arabischen Teil Jerusalems, die Westbank sowie
die Golan-Höhen. Auch nach einem Waffenstillstand bleiben die eroberten Gebiete besetzt. Israel erreicht aber
nicht die arabische Anerkennung seines Staates.
Nov. Eine UN-Resolution, welche die Anerkennung Israels
und den Rückzug aus den besetzten Gebieten fordert,
scheitert an beiden Seiten.
Die Fedayin (Freischärler) dehnen ihre Terroraktionen auch auf
nichtarabische Staaten aus (Flugzeugentführungen, Geiselnahmen) und erzwingen so die Aufmerksamkeit
der Weltöffentlichkeit für das Palästinaproblem.
nähere Informationen:
Der Sechstagekrieg - Aus Politik und Zeitgeschichte
6.-26.10. Ägyptische Truppen durchbrechen die israelische Suezkanalfront und stoßen auf den Sinai vor. Ein Gegenangriff Israels kann die Front im wesentlichen bereinigen. Die ägyptischen Truppen am Sinai werden von der Versorgung abgeschnitten und drohen zu verdursten. Interventionsdrohungen der UdSSR auf ägyptischer Seite veranlassen die USA, Israel zur Kampfeinstellung zu zwingen. Zusammen mit den Kampfhandlungen verfügen die arabischen Ölländer eine Drosselung ihrer Produktion und lösen eine weltweite Ölkrise aus.
Nov. Jassir Arafat spricht erstmals vor der UNO-Vollversammlung - die PLO wird so zur politischen Organisation und als Vertretung des palästinensischen Volks anerkannt.

Der prowestliche Diktator Kaiser Resa Pahlewi wird aus dem Iran vertrieben. Der Geistliche Khomeni errichtet im Iran einen islamischen "Gottesstaat" und begründet hier den islamischen Fundamentalismus. Ein Kompromiss mit dem Westen wird nicht mehr angestrebt. Ohne Verhandlungen soll der dekadente Westen (=westliche Demokratien), die Israel unterstützen vernichtet werden. Der Bürgerkrieg im Libanon und der Nahostkonflikt verschärfen sich durch diese religiöse Radikalisierung. Zwischen laizistischen und fundamentalistischen Regimes im arabischen Lager kommt es zum Konflikt. So überfällt der Irak mit der Unterstützung der USA den Iran. In einem "Blitzkrieg" will der irakische Diktator Saddam Hussein 1980 die iranische Erdölprovinz Khuzestan erobern, um die Vorherrschaft im Mittleren Osten zu erlangen. Aus der Intervention entwickelte sich ein Stellungskrieg, der erst 1988 mit einem Waffenstillstand endete. Dieser Krieg wird durch den Fanatismus des Iran zu seinen Gunsten Entschieden. Irak bittet um Waffenstillstand. Um den Frieden zu finanzieren besetzt der Irak 1990 das ölreiche Emirat Kuwait, das Hussein als eine irakische Provinz ansieht. weiter s. unten 1991! Der Iran wird bis heute zum Finanzier terroristischer Aktionen gegen den Westen. Um ein Übergreifen der islamischen Revolution auf Afghanistan und ihre islamischen Sowjetrepubliken zu verhindern marschiert die UdSSR in Afghanistan ein und löst so den Afghanistankrieg aus. (1980 bis heute)
Juni Raketenangriffe auf Galiläa ziehen Israel
in den Libanonkrieg.
Israelische Truppen dringen in den Libanon ein, um dort die
Palästinenser zu bekämpfen. Beginn der israelischen Invasion im Libanon und
der Belagerung Beiruts. Die PLO wird zum Abzug gezwungen (nach Tunis).
Allerdings übernehmen noch radikalere Gruppen den Krieg im Untergrund. Dabei
wird mit Terror und Gegenterror gearbeitet. Der Libanon wird dadurch
zerstört.
Beirut
Im Norden des Landes war Israel seit
1970 zunehmenden Terroraktionen durch die PLO ausgesetzt, die sich im
Südlibanon eine Operationsbasis geschaffen hatte. Bereits 1978 eroberte
Israel im Südlibanon eine so genannte "Sicherheitszone", die den Nordteil
Israels vor Terrorangriffen verhältnismäßig sicher machte. Ein von den USA
vermitteltes, informelles Einverständnis zwischen Israel und der PLO
verminderte zudem noch die Angriffe palästinensischer Kommandos. Allerdings
versuchte die PLO jetzt, größere Militäreinheiten im Südlibanon zu
stationieren. Dieses Vorgehen und den Anschlag einer radikalen PLO-Gruppe
auf den israelischen Botschafter in London nahm Israels damaliger
Verteidigungsminister Ariel Scharon zum Anlass für einen groß angelegten
militärischen Vorstoß in den Libanon am 6. Juni 1982. Dabei stießen
israelische Truppen bis nach Beirut vor. Sie zerschlugen das Potential und
die militärische Infrastruktur der PLO im Libanon und zwangen die
palästinensischen Kämpfer zum Abzug aus Beirut. Aber erstmals in der
Geschichte der Nahostkriege fand eine Militäraktion der israelischen Armee
nicht den ungeteilten Beifall der eigenen Bevölkerung. Je länger die
Stationierung der Truppen im Libanon dauerte, desto größer wurden die
täglichen Verluste der israelischen Armee. Die Soldaten gerieten immer
wieder in Hinterhalte, insbesondere der schiitischen Hisb'allah-Miliz.
Zunehmend verstärkte sich auch im Innern Israels die Kritik. Unter dem
Oberbefehlshaber Ariel Sharon und dem Schutz Israels dürfen christliche
Milizen die Flüchtlingslager Sabra und Schatila überfallen und als Rache für
die Ermordung des Politiker Beschir Gemayel ihrerseits fast 1500 Menschen
ermorden. genauer Bericht
Das Massaker von Sabra und Schatila
(Uni Kassel)
Nach Bildung der Großen Koalition von Likud und Arbeitspartei im September
1984 unter Premierminister Schimon Peres zog sich Israels Armee im Laufe des
Jahres 1985 aus dem größten Teil des Libanon zurück. Sie behielt aber die
Kontrolle über einen schmalen Streifen im Südlibanon.
In den Palästinensergebieten
kommt es zum offnen Widerstand. Hier kämpfen Jugendliche und andere
Zivilisten ohne Schusswaffen gegen die Armee Israels, die zu harten
Gegenmaßnahmen schreitet und sich damit zunehmend ins Unrecht setzt. Der
Widerstand der Zivilbevölkerung mit Steinen heißt Intifada.
Die PLO will einen Frieden erzwingen und verspricht gegen die Gründung eines
Staates Palästina die Anerkennung Israels. Dies ist gleichzeitig der Beginn
der Spaltung der Palästinenser. Radikale Gruppe lehnen jedes Zugeständnis ab
und verschärfen ihren Terrorkrieg in Israel. Jeder Anschlag in Israel wird
zur Grundlage einer Vergeltung. Diese Vergeltung wird dann durch eine
Vergeltung vergolten. Und dies setzt sich bis heute fort. Bewertung durch
Palästinenser: Intifada
Die verschiedenen Bürgerkriegsparteien einigen sich unter dem Schutz Syriens auf einen Waffenstillstand und den Wiederaufbau. Bis heute bleibt der Libanon labil. Die Versuche, Syrien als Schutzmacht los zu werden, scheitern. Zwar ist Syrien gezwungen seine Truppen abzuziehen, aber die Hisbàllah gesteuert durch die Syrer kämpft weiter gegen die Hamas, gesteuert durch den Iran, gegen die PLO, bezahlt aus Saudia Arabien und den USA. Die Christen, unterstützt von Europa und den USA halten dagegen. Zwischen den Fronten leben die Menschen.
Der Irak besetzt Kuwait, um es als Provinz zu annektieren. Die USA machen Front gegen den Irak. Da die UdSSR gerade durch den Untergang des Kommunismus geschwächt ist, kommt es in der UNO zu einem einstimmigen Beschluss auf eine Strafexpedition gegen den Irak. Im ersten Golfkrieg wird der Irak aus Kuwait vertrieben und verliert seine militärische Position als regionale Vormacht. Allerdings kann die USA den Diktator Saddam Hussein nicht stürzen. Dieser schlägt innere Unruhen unter Schiiten, die zum Iran tendieren und Kurden brutal mit Giftgas gegen Zivilisten nieder. Seine Diktatur dauert weiter an. Israel wird durch Raketen mit Giftgas des Irak bedroht. Es erhält Abwehrraketen, hält aber um die internationale Koalition aus Arabern und den USA nicht zu gefährden still und greift nicht in den Krieg ein. Die PLO unterstützt Saddam Hussein, was ihr internationale Reputation kostet. Nach der Niederlage Saddams muss auch die PLO Zugeständnisse machen. => Verhandlungen in Olso
1991 flog die israelische Regierung in der "Operation Salomo" innerhalb von zwei Tagen 14087 äthiopische Juden mit 40 Flügen von Addis Adeba nach Tel Aviv.
30. Oktober 1991
In Madrid beginnt unter der Schirmherrschaft der USA und der Sowjetunion
eine Nahostkonferenz, an der alle am Konflikt beteiligten Parteien
teilnehmen (14 palästinensische Vertreter als Teil der jordanischen
Delegation). Parallel laufen in Oslo Geheimverhandlungen mit Vertretern der
PLO.

|
Jahr |
Juden |
Araber |
Summe |
|
1882 |
24.000 |
426.000 |
450.000 |
|
1914 |
85.000 |
600.000 |
685.000 |
|
1922 |
84.000 |
668.000 |
752.000 |
|
1931 |
175.000 |
859.000 |
1.034.000 |
|
1935 |
355.000 |
953.000 |
1.308.000 |
|
1940 |
464.000 |
1.081.000 |
1.545.000 |
|
1945 |
554.000 |
1.256.000 |
1.810.000 |
|
15.5.1948 |
650.000 |
156.000 |
806.000 |
|
1951 |
1.404.000 |
173.000 |
1.577.000 |
|
1954 |
1.526.000 |
192.000 |
1.718.000 |
|
1957 |
1.763.000 |
213.000 |
1.976.000 |
|
1961 |
1.932.000 |
247.000 |
2.179.000 |
|
1967 |
2.384.000 |
393.000 |
2.777.000 |
|
1973 |
2.845.000 |
493.000 |
3.338.000 |
| 2005 | 5.237.600 | 1.340.200 |
ca. 6.600000 (76,2%) Juden (19,5%) Muslime |
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EINWANDERUNG |
PERIODE/JAHR |
ZAHL DER EINWANDERER |
WICHTIGSTE HERKUNFTSLÄNDER |
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I. Alija |
1882 – 1903 |
25. – 30.000 |
Russland |
|
II. Alija |
1904 – 1914 |
35. – 40.000 |
Russland, Polen |
|
III. Alija |
1919 – 1923 |
35.183 |
Russland, Polen |
|
IV. Alija |
1924 - 1931 |
81.613 |
Polen, Sowjetunion |
|
V. Alija |
1932 - 1938 |
197.235 |
Polen, Deutschland |
|
|
1939 - 1945 |
ca. 80.000 |
Polen, Deutschland, Rumänien, Tschechoslowakei., Ungarn |
|
|
1946 - 1948 |
ca. 160.000 |
Polen, Rumänien, Bulgarien, Algerien, Tunesien |
|
Text dazu aus israelischer Sicht Die Vertreibung der Juden aus den arabischen Staaten |
1948-1067 | ca. 800.000 |
aus den arabischen Ländern![]() |
| seit 1948 | ca.700.000 | aus Europa und den USA | |
| seit 1990 | ca. 900.000 | aus Ex-UdSSR, Äthiopien (41000), Südafrika |
1991 flog die
israelische Regierung in der "Operation Salomo" innerhalb von zwei Tagen
14'087 äthiopische Juden mit 40 Flügen von Addis Abeba nach Tel Aviv. Die
Zeit war knapp, denn nach der Flucht des Diktators Mengistu Haile Mariam
rückten die Rebellen heran. Diesmal herrscht totale Nachrichtensperre. Ein
EL-AL Jumbo, der normalerweise 480 Personen fasst, wurde mit 1080 Menschen
gefüllt - 10 Babys wurden geboren. Die ankommenden äthiopischen Juden
sagten: "Von Generation zu Generation beteten wir: Trenn uns nicht, o
Herr, von den Auserwählten, lass uns sehen, o Herr, das Licht Israels! -
nun sind wir hier, Gott hat unser Gebet erhört." Ihre Rückkehr hatte der
Prophet Jesaja jahrtausende vor dem Ereignis vorausgesagt: "An jenem Tag
wird es geschehen, da wird der Herr noch einmal seine Hand erheben, um den
Überrest seines Volkes, der übrig bleibt, loszukaufen aus ... Kusch
(=Äthiopien)." (Jes 11,11) "noch einmal": dies war die zweite Aktion in
Äthiopien. "Überrest": fast alle in Äthiopien verbliebenen Juden wurden
nach Israel gebracht. "Loskaufen" und "Hand des Herrn": Die Heimholung der
äthiopischen Juden war nur möglich durch ein Machtvakuum, das nur für die
Dauer eines Wochenendes bestand: Die alte Regierung war gestürzt, die
Putschisten waren aber noch nicht in Addis Abeba eingezogen. Der damalige
amerikanische Präsident zahlte ihnen 30 Millionen US-Dollar ("loskaufen"),
damit sie sich mit ihrem Einzug nicht allzu sehr beeilten. Kaum waren die
Juden ausgeflogen, schlossen die Rebellen den Flughafen. Ein äthiopischer
Rabbi sagte bei seiner Ankunft: "Das Kommen des Messias muss unmittelbar
bevorstehen!"
Text - Quelle zur
Einwanderung in der Gegenwart
Vertreibung der Juden aus Spanien
Oslo-Abkommen
Der Gazastreifen wurde 2005 von Israel geräumt! Alle Siedlungen dort wurde
aufgegeben.

Grenze nach dem Krieg
Karikatur Bedrohung Israels
1967 (jede Kanone trägt den Namen eines arabischen Staates)

Die Mauer zwischen Israelis und Arabern auf der Westbank
Israel teilt die Gebiete Palästinas durch eine
Mauer. Auf der einen Seite die Palästinenser ohne Zugang zum Wasser und
ohne ein einheitliches Gebiet "eingesperrt". Auf der anderen Seite die
jüdischen Siedler auf der Westbank "geschützt". Die Palästinenser können
nicht von einem Ort in den anderen. So wird das Gebiet der Palästinenser
zum kleinteiligen Gefängnis. Arbeitsstellen, Ansiedlung von Industrie ist
so nicht möglich. Die Palästinenser bleiben ohne Arbeit, Bildung und
Chancen. Dies ist von Israel so als Druckmittel beabsichtigt. Dies fördert
aber vor allem in der jungen Generation die Bereitschaft zum fanatischen
Kampf gegen Israel. Hier rekrutieren sich die Attentäter. Diese Mauer
bereitet die Inbesitznahme von Territorien vor, die seit dem 6-Tage-Krieg
besetzt sind. Durch die Mauer soll unter dem Deckmantel des Schutzes vor
Attentätern palästinensisches Gebiet annektiert werden. Da diese Gebiet
seit 1991 hauptsächlich von Einwanderern aus der ehemaligen UdSSR
besiedelt sind, die keine Bindungen an das Kernland Israels besitzen, die
die Westbank als Heimat betrachten, ist eine Absiedelung sehr schwer
möglich. Die Politik Israels will hier Fakten schaffen, um den
Resolutionen der UN nicht nachkommen zu müssen. Der Schutz des Staates
Israel wäre auch mit einer Mauer an der alten Grenze möglich, aber genau
darum geht es beim Bau dieser Mauer nicht. Hier wird Expansionspolitik
betrieben, die einer friedlichen Lösung im Wege steht. Frieden kann es nur
als Gegengeschäft Friede für Rückgabe der besetzten Gebiete geben. Wie die
Vertriebenen seit 1949 zu behandeln sind, muss darüber hinaus geklärt
werden. Solange diese Politik Israels weitergeht, ist ein Friede
unwahrscheinlich.
Andererseits ist Israel verständlicherweise nicht bereit auf Schutz gegen
Selbstmordattentäter zu verzichten.
| 1 |
![]() Wachturm mit Radaranlage und Soldaten mit Nachsichtgeräten |
|
2
|
Infrarot-Kamera, ergänzt
durch Video-Kameras an Ballons und in Drohnen (unbemannten Flugzeugen). Alle Daten werden in Realzeit an einen Kommandoposten übermittelt. |
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3
|
NATO-Drahtrollen («razor
wire») von 1 m 80 Höhe.
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|
4
|
Asphaltstraße für
Truppenbewegungen. Zwischen Straße und NATO-Draht verrät ein
Sandstreifen an den Fußspuren, wer sich zu nähern versucht hat.
|
|
5
|
Drei Meter hoher Zaun mit
Berührungssensoren
|
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6
|
Entlang der von Israel
als "risikoreich" eingestuften Abschnittewird der Zaun durch eine
Betonmauer von acht Metern Höhe ersetzt.
|
|
7
|
Straße für
Patrouillenfahrzeuge
|
|
8
|
Zwei Meter tiefer Graben,
um den Durchbruch palästinensischer Fahrzeuge zu verhindern.
|
|
9
|
NATO-Drahtrollen und
Bodensensoren, um jede Bewegung zu registrieren, bevor der Zaun
erreicht wird.
|



heute
1967




IN ERETZ ISRAEL stand die
Wiege des jüdischen Volkes; hier wurde sein geistiges, religiöses und
politisches Antlitz geformt; hier erlangte es staatliche Selbständigkeit;
hier schuf es seine nationalen und
universellen Kulturgüter und schenkte der Welt das Ewige Buch der Bücher.
Mit Gewalt aus seinem Lande vertrieben, bewahrte es ihm in allen Ländern
der Diaspora die Treue und
hörte niemals auf, um Rückkehr in sein Land und Erneuerung seiner
politischen Freiheit in ihm zu beten
und auf sie zu hoffen.
Auf Grund dieser historischen und traditionellen Verbundenheit strebten
Juden in allen Geschlechtern
danach, ihre alte Heimat wiederzugewinnen; in den letzten Generationen
kehrten viele von ihnen in ihr
Land zurück; Pioniere, Einwanderer und Kämpfer brachten die Wüste zu neuer
Blüte, erweckten die
hebräische Sprache zu neuem Leben, errichteten Städte und Dörfer und
schufen so eine ständig
zunehmende Bevölkerung mit eigener Wirtschaft und Kultur, friedliebend,
aber imstande, sich selbst zu
schützen, eine Bevölkerung, die allen Bewohnern des Landes Segen und
Fortschritt bringt und nach
staatlicher Selbständigkeit strebte.
Im Jahre 5657 (1897) trat auf den Ruf Theodor Herzls, des Schöpfers des
jüdischen Staatsgedankens, der
Erste Zionistenkongress zusammen und proklamierte das Recht des jüdischen
Volkes auf nationale
Wiedergeburt in seinem Heimatlande.
Dieses Recht wurde in der Balfour-Deklaration vom 2. November 1917
anerkannt und im Völkerbund-
Mandat bestätigt, das insbesondere der historischen Verbundenheit des
jüdischen Volkes mit Eretz Israel
und dem Recht des Volkes, sein Nationalheim wiederzuerrichten,
internationale Geltung verlieh.
Die über das jüdische Volk in der letzten Zeit hereingebrochene
Katastrophe, in der in Europa Millionen
Juden zur Schlachtbank geschleppt wurden, bewies erneut und eindeutig die
Notwendigkeit, die Frage
des heimat- und staatenlosen jüdischen Volkes durch Wiedererrichtung des
jüdischen Staates in Eretz
Israel zu lösen. Dieser Staat wird seine Tore für jeden Juden weithin
öffnen und dem jüdischen Volke die
Stellung einer gleichberechtigten Nation unter den Völkern verleihen.
Die jüdischen Flüchtlinge, die sich aus dem furchtbaren Blutbad des
Nationalsozialismus in Europa retten
konnten, und Juden anderer Länder strömten ohne Unterlass nach Eretz
Israel, trotz aller Schwierigkeiten,
Hindernisse und Gefahren; sie forderten unablässig insbesondere ihr Recht
auf ein Leben der Ehre,
Freiheit und redlichen Arbeit in der Heimat ihres Volkes.
Im Zweiten Weltkrieg hat die jüdische Bevölkerung dieses Landes an dem
Ringen der freiheits- und
friedliebenden Völker mit den Kräften der nationalsozialistischen
Verbrecher ihren vollen Anteil
genommen und sich mit dem Blut ihrer Kämpfer und durch ihren Kriegseinsatz
das Recht erworben, den
Völkern, die den Bund der Vereinten Nationen gegründet haben, zugerechnet
zu werden.
Am 29. November 1947 hat die Vollversammlung der Vereinten Nationen einen
Beschluss gefasst, der
die Errichtung eines jüdischen Staates in Eretz Israel fordert; die
Vollversammlung verlangte von der
Bevölkerung Eretz Israels, selbst alle notwendigen Schritte zu ergreifen,
um diesen Beschluss
durchzuführen. Diese Anerkennung des Rechtes des jüdischen Volkes auf die
Errichtung seines Staates
durch die Vereinten Nationen kann nicht rückgängig gemacht werden.
Es ist das natürliche Recht des jüdischen Volkes, ein Leben wie jedes
andere Volk in einem eigenen
souveränen Staat zu führen.
WIR, DIE MITGLIEDER DES
VOLKSRATES, DIE VERTRETER DER JÜDISCHEN
BEVÖLKERUNG PALÄSTINAS UND DER ZIONISTISCHEN BEWEGUNG, SIND DAHER
HEUTE, AM TAGE DER BEENDIGUNG DES BRITISCHEN MANDATS ÜBER ERETZ ISRAEL,
ZUSAMMENGETRETEN UND PROKLAMIEREN HIERMIT KRAFT UNSERES NATÜRLICHEN
UND HISTORISCHEN RECHTES UND AUF GRUND DES BESCHLUSSES DER
VOLLVERSAMMLUNG DER VEREINTEN NATIONEN DIE ERRICHTUNG EINES JÜDISCHEN
STAATES IN ERETZ ISRAEL, DES STAATES ISRAEL.
WIR BESTIMMEN, dass vom Augenblick der Beendigung des Mandates in dieser
Nacht zum 15. Mai
1948 an bis zur Errichtung der ordentlichen Staatsbehörden, die auf Grund
eines durch die
verfassungsgebende Versammlung bis spätestens zum 1. Oktober 1948 zu
erlassenden Gesetzes gewählt
werden sollen, der Volksrat als Provisorischer Staatsrat fungieren und
seine Leitung die Provisorische
Regierung des jüdischen Staates, dessen Name Israel sein wird, bilden
soll.
DER STAAT ISRAEL wird für die jüdische Einwanderung und die Sammlung der
zerstreuten
Volksglieder geöffnet sein; er wird für die Entwicklung des Landes
zumWohle aller seiner Bewohner
sorgen; er wird auf den Grundlagen der Freiheit, Gleichheit und des
Friedens im Lichte der Weissagungen
der Propheten Israels gegründet sein; er wird volle soziale und politische
Gleichberechtigung aller Bürger
ohne Unterschied der Religion, der Rasse und des Geschlechts gewähren; er
wird die Freiheit des
Glaubens, des Gewissens, der Sprache, der Erziehung und Kultur
garantieren; er wird die heiligen Stätten
aller Religionen sicherstellen und den Grundsätzen der Verfassung der
Vereinten Nationen treu sein.
DER STAAT ISRAEL wird bereit sein, mit den Institutionen und Vertretern
der Vereinten Nationen bei
der Verwirklichung des Beschlusses der Vollversammlung vom 29. November
1947 zusammenzuwirken
und auf die Durchführung der wirtschaftlichen Einheit ganz Palästinas
hinzuwirken.
WIR APPELLIEREN an die Vereinten Nationen, dem jüdischen Volke bei dem
Aufbau seines Staates
beizustehen und den Staat Israel in die Familie der Völker aufzunehmen.
WIR APPELLIEREN – sogar während der Dauer des blutigen Angriffs, der auf
uns seit Monaten
unternommen wird – an die Angehörigen des arabischen Volkes, die im Staat
Israel leben, den Frieden zu
bewahren und sich am Aufbau des Staates auf der Grundlage voller
bürgerlicher Gleichheit und
entsprechender Vertretung in allen Institutionen des Staates, den
provisorischen und den endgültigen, zu
beteiligen.
WIR STRECKEN allen Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden
und auf gute
Nachbarschaft entgegen und appellieren an sie, mit dem in seinem Lande
selbständig gewordenen
jüdischen Volke in gegenseitiger Hilfe zusammenzuarbeiten. Der Staat
Israel ist bereit, seinen Anteil an
der gemeinsamen Anstrengung, den ganzen Vorderen Orient zu entwickeln,
beizutragen.
WIR APPELLIEREN an das jüdische Volk in der Diaspora, sich um Israel beim
Werke der
Einwanderung und des Aufbaues zu scharen und ihm in seinem schweren Kampfe
um die Verwirklichung
des Generationen alten Strebens nach Erlösung Israels zur Seite zu stehen.
IM SICHEREN VERTRAUEN AUF DEN FELS ISRAELS UNTERZEICHNEN WIR ZUR
BEKUNDUNG DESSEN EIGENHÄNDIG DIESE PROKLAMATION IN DER SITZUNG DES
PROVISORISCHEN STAATSRATS AUF DEM BODEN DES HEIMATLANDES, IN DER STADT
TEL AVIV, HEUTE, VOR EINGANG DES SABBAT, AM 5. TAGE DES MONATS IJAR 5708,
DEM 14. MAI 1948.
Ein neues Ziel der Sochnuth: aus www.Hagali
Die Einwanderung aus dem Westen
Die Jewish Agency hat sich ein neues strategisches Ziel gesetzt, um die Einwanderung aus westlichen Ländern zu steigern, einschließlich der Staaten Süd-Amerikas, die seit längerer Zeit als wenig versprechende Quellen für künftige Israelis angesehen wurden, sagt der Vorsitzende der Jewish Agency, Salai Meridor.
Yair Sheleg, haArez
Meridor sagte, die Einwandererreserve aus Rußland und Äthiopien - die Hauptquellen des vergangenen Jahrzehnts - habe abgenommen. In den letzten 12 Jahren kamen über eine Million Einwanderer nach Israel, darunter 900.000 aus der ehemaligen Sovjet-Union, und 40.000 aus Äthiopien. Diese “Reservoirs” leeren sich jedoch, meint Meridor.
“Es gibt deutliche Anzeichen für ein Abfall der Einwandererzahlen aus der ehemaligen Sovjet-Union, ausgenommen eines kurzfristigen Aufschwungs in 1999-2000 wegen interner Schwierigkeiten in Rußland”, sagt Meridor. “Unseren Voraussagen gemäß werden wir dieses Jahr zufrieden sein, wenn aus der ehemaligen Sovjet-Union 40.000 Einwanderer eintreffen, und gegen Ende dieses Jahrzehnts, werden wir nur etwa 20.000 sehen. In Äthiopien ist die Einwanderung der Falasch Mura bald zu Ende, und danach sind die Bemühungen um Einwanderer von dort vorbei”.
Nach Meridors Ansicht muß auch die demographische Lage in Israel in Betracht gezogen werden. “Um in Zukunft eine jüdische Mehrheit von mindestens 80 Prozent zu bewahren, brauchen wir in den kommenden Jahren mindestens 40.000 Einwanderer jährlich. Angenommen, daß die Quellen in Rußland und Äthiopien austrocken, müssen wir anderswo nach Menschenreserven für jüdischen Einwanderung suchen”.
Der zionistischen Tradition gemäß sind die ersten Ziele Orte, in denen Juden in verschiedenen Notlagen leben. Meridor spricht von drei möglichen Standorten. Argentinien (und die gesamte süd-amerikanische jüdische Gemeinde überhaupt), wo eine Wirtschaftskrise herrscht und wo 200.000 Juden leben.
Danach kommt Süd-Afrika, wo 80.000 Juden unter den Schwierigkeiten der Postapartheidperiode leiden, mit Wirtschaftsproblemen und steigender Kriminalität, die den Weißen das Leben erschweren.
Die dritte Gemeinschaft auf Meridors Liste ist Frankreich. Dort leben eine Halbe Million Juden, die drittgrößte jüdische Gemeinde nach den Vereinigten Staaten und Israel. Die Jewish Agency glaubt, daß der Anstieg antisemitischer Vorfälle in Frankreich seit Beginn der Intifada die Einwanderung fördern könnte. In der Jewish Agency glauben manche sogar, daß die zunehmende Kraft der französisch-moslemschen Gemeinschaft zur jüdischen Unsicherheit beitragen mögen.
Die Jewish Agency hat schon mit dem Einsatz von Aktivitäten begonnen, um Einwanderung aus diesen drei Ländern zu verstärken. Meridor sagt “wir haben unsere Aktivitäten in Argentinien in Zusammenarbeit mit der Regierung sehr verstärkt, und unseren Geldeinsatz auf circa $10 Million erhöht. Wir haben unser Engagement in den jüdischen Schulen erhöht, bei deren Finanzierung wir helfen und haben in Wohngegenden mit hoher Konzentration jüdischer Einwohner Gesandte geschickt. Wir nehmen an, daß es Juden gibt, die sich genieren, um unsere Hilfe zu bitten, und wir müssen diese erreichen”.
In Süd-Afrika ist das Problem schwieriger, denn obwohl viele Juden das Land verlassen, ziehen sie zumeist Australien und Neu-Seeland vor, wegen der Sprache, dem Klima und der allgemeinen Wirtschaftsbedingungen.
Dennoch wurde in beiden Ländern schon das Na’ale Programm der Jewish Agency eingeführt, in dem Jugendliche vor ihren Eltern ihr Alija nach Israel machen. In Frankreich befindet sich jedoch die große jüdische Gemeinde in keiner Notlage, wie einer der Gemeindeoberhäupter, Haim Muzikent, unterstrich.
“Es stimmt zwar, daß wir im Oktober letzten Jahren Probleme hatten, aber alle Zeichen weisen auf einzelne Ereignisse hin, nicht auf Antisemitismus auf nationaler Ebene”, sagte er. “Die Ereignisse wurden vom gesamten politischen Spektrum verurteilt, so daß Frankreich nicht als antisemitischer Staat angesehen werden kann”. Dennoch meint er, daß die Gemeinde gerne mit den Bemühungen der Jewish Agency zusammenarbeiten wird, “nicht aus Not, sondern weil wir der Ansicht sind, daß die Einwanderung nach Israel für die Erhaltung der jüdischen Identität sehr wichtig ist”.
Meridor, dagegen, begnügt isich nicht mit diesen drei Ländern als Ziele. Er will eine Einwanderungskampagne, die sich im ganzen Westen ausbreitet - in den U.S.A, Kanada, West-Europa und Australien.
Er sagt “wir müssen den zionistischen Dialog wiederaufnehmen, besonders Einwanderung. Immigration soll als jüdische Wertvorstellung angesehen werden, die allen religiösen Strömungen gemeinsam ist. Die Einwanderung und Absorption sollten im innerisraelischen Dialog den ihnen gebührenden Platz einnehmen, damit die Einwanderer, die eintreffen, spüren, daß sie erwünscht sind und nicht als Dummköpfe angesehen werden”.
Was die Art und Weise der Botschaftsüberbringung an westliche Gemeinden, die nie aufgefordert wurden, zu packen und nach Israel zu ziehen, angeht, meint Meridor: “Wir können uns den Luxus nicht leisten, auf den Versuch zu verzichten. Bei der religiösen Führung sämtlicher Bewegungen herrscht sehr viel Offenheit hinsichtlich der Anerkennung der Immigration nach Israel. Es ist sehr schwer das Argument zu beantworten, daß wer jüdische Kontinuität wünscht, dies dort besser als in Israel garantieren kann”.
Er sagte, den Gemeinden sei zu erklären, daß wenn Israel für die Diaspora kritische Bedeutung hat und die demographische Frage für Israel von kritischer Bedeutung ist, dann ist die Einwanderung eine kritische Frage. “Es ist auch wichtig, daß die liberale Weltanschauungen, die Einwanderer aus dem Westen nach Israel bringen können, dort mehr Wurzeln fassen, was nur dadurch geschehen kann, wenn ihre Anzahl zunimmt”.
24.5.2001 haGalil onLine 11-06-2001
Sinkende Einwandererzahlen:
Der Strom versiegt
Trotz des Auszugs französischer Juden nach Israel geht dort die Zahl der Einwanderer zurück
Von Thorsten Schmitz
Tel Aviv - Seit Beginn der Intifada vor knapp vier Jahren ist die Zahl der Juden, die nach Israel einwandern, drastisch gesunken. Nur die französischen Juden liegen nicht in diesem Trend. Allein 2002 und 2003 machten jedes Jahr etwa 2000 Juden aus Frankreich "Alijah", was hebräisch ist und soviel wie "Aufstieg ins Gelobte Land" meint.
In Israel und in Frankreich gibt es unterschiedliche Angaben darüber, weshalb immer mehr französische Juden sich für ein Leben jenseits des Mittelmeers entscheiden. Ist es die Zunahme des Antisemitismus in Frankreich, die Regierungschef Ariel Scharon vor kurzem dazu verleitet hatte, zum Entsetzen der Regierung in Paris alle französischen Juden zur Auswanderung nach Israel aufzurufen? Oder handelt es sich hierbei lediglich um eine Entwicklung, die keinerlei politischen oder gesellschaftlichen Krisen unterliegt? Nach Angaben der Jewish Agency, der im Auftrag Israels agierenden Organisation für die Einwanderung jüdischer Immigranten, wandern im allgemeinen jedes Jahr etwa 1000 französische Juden nach Israel aus. Die Zunahme in den Jahren 2003 und 2004 führt der Sprecher der Jewish Agency, Michael Jankelowitz, auf die Zunahme von Antisemitismus in Frankreich zurück. Frankreichs Botschafter in Israel, Gerard Araud, dagegen hält die Zunahme der Einwanderung französischer Juden für zufällig. In der New York Times warnte er davor, in die höheren Zahlen eine Flucht vor Antisemitismus hinein zu interpretieren. Italien und Belgien verzeichneten dieselbe Anzahl antisemitischer Zwischenfälle, die jedoch weniger Aufmerksamkeit erhielten, weil dort weniger Juden lebten.
Mit 600 000 Juden ist Frankreich das EU-Land mit der größten jüdischen Bevölkerung. Erst am Mittwoch landeten 200 französische Juden in Israel, die von Scharon am Flughafen in einer Begrüßungszeremonie in Empfang genommen wurden. Gegenüber israelischen Fernsehreportern machten die Ankömmlinge unterschiedliche Angaben über ihre Motivation, nach Israel auszuwandern. Ein religiöser Jude sagte, er fühle sich in Paris unwohl, mit einer Kippa herumzulaufen. "Das ist einfach zu gefährlich", erklärte der Familienvater unter Hinweis auf den hohen muslimischen Anteil in der Pariser Bevölkerung. Immobilienmakler in Israel bestätigen den Trend, dass immer mehr französische Juden Wohnungen in Israel kauften. Zum einen, um einen Zweitwohnsitz einzurichten, und zum anderen, so der Jerusalemer Makler Alex Losky, um sich einen Fluchtort zu sichern, falls antisemitisch motivierte Gewalt in Frankreich drastisch zunehmen sollte. Der Zunahme französischer Einwandererer steht ein drastischer Rückgang anderer Immigranten gegenüber. Nach Angaben der Jewish Agency kamen im Jahr 2000 noch 60 000 Juden ins Land, 2002 waren es nur noch 35 000. Im vergangenen Jahr sank die Zahl weiter auf nur noch 24 000. Das ist die geringste Einwanderungsquote seit 1990.
Zögern im Osten
In diesem Jahr rechnet die Jewish Agency mit einem weiteren Rückgang. Allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden nur 9000 Einwanderer nach Israel gezählt. Die traditionell größte Einwanderergruppe sind Juden aus den Staaten der früheren Sowjetunion. Die Emigration erreichte mit dem Zerfall des Imperiums 1990 ihren Höhepunkt: Damals zogen allein 200 000 russische Juden nach Israel. Doch inzwischen zögern auch die Juden aus Russland, der Ukraine oder Georgien vor einem solchen Neuanfang. Amos Lahat, der im Auftrag der Jewish Agency die Immigration aus den früheren Sowjetstaaten koordiniert und sich zur Zeit deshalb in Moskau aufhält, sagte im Telefonat mit der SZ: "Zu unserem Leidwesen entscheiden sich immer weniger russische Juden für ein Leben in Israel." Kamen 2002 noch 18 500 Juden aus den Staaten der früheren Sowjetunion, waren es im Jahr darauf nur noch 12 500. Auch für dieses Jahr rechnet Lahat mit einem weiteren Rückgang. Dies habe mehrere Gründe. Zum einen scheuten die potentiellen Einwanderer den in ihren Augen archaisch anmutenden Kampf um Blut und Boden. Zwar seien sie mit Terror vertraut, aber unwillig, diesen gegen den Terror im Nahost-Konflikt zu tauschen. Ein anderer Grund sei die schlechte wirtschaftliche Situation in Israel. Russische Akademiker fänden mitunter höchstens Jobs in Supermärkten oder als Putzhilfen. Viele entschieden sich daher für eine Auswanderung nach Deutschland. Im Gegensatz zur israelischen Regierung versorge die deutsche Regierung die Einwanderer mit Wohnungen und vergleichsweise großzügigen finanziellen Hilfen. Das sei für viele russische Juden der ausschlaggebende Grund, nach Deutschland umzusiedeln.
Der israelische Regierungschef hat die Einwanderung zu seinem persönlichen Programm erhoben. Angesichts der demografischen Entwicklung verfolgt Scharon das Ziel, in den kommenden zehn Jahren eine Million Juden zur Einwanderung nach Israel zu bewegen. Wegen der höheren Geburtenrate in der palästinensisch-arabischen Bevölkerung in Israel, dem Westjordanland und dem Gaza-Streifen sagen Demoskopen voraus, dass in zehn oder 20 Jahren in den Gebieten mehr Muslime leben werden als Juden. Auch weil das Ziel, eine Million Juden nach Israel zu holen, sehr hoch gesteckt ist, hat sich Scharon für ein Ende der Besatzung des Gaza-Streifens entschieden. Dessen 1,4 Millionen Palästinenser tauchen dann künftig nicht mehr in der Statistik auf.
al-nakba - die
"Katastrophe" von 1948
Dem Un-Teilungsbeschluss folgten schon Anfang Dezember die ersten
Angriffe und Terrorakte der Hagana auf palästinensische Dörfer und
Zivilisten (Plan Gimmel). Das Land wurde zunehmend in militärische
Auseinandersetzungen verstrickt, denen nach der Ausrufung des Staates
Israel am 15. Mai 1948 die arabischen Staaten beitraten. Der erste
arabisch-israelische Krieg endete mit einem Sieg der Israelischen
Streitkräfte (IDF) über die Arabische Befreiungsarmee; 418
palästinensische Dörfer wurden von der israelischen Armee zerstört, 800
000 - 900 000 Palästinenser zur Flucht gezwungen.
Die Niederschlagung des übermächtigen arabischen Feindes grenzte nach
israelischer Darstellung an ein Wunder. Tatsächlich beruhte der Sieg
Israels jedoch auf der faktischen Überlegenheit von Hagana und IDF: In der
Anfangsphase der Auseinandersetzungen, noch vor dem Kriegseintritt der
arabischen Staaten, stand der gut organisierten und militärisch erfahrenen
jüdischen Untergrundorganisation eine palästinensische Gesellschaft
gegenüber, der die zentrale politische und militärische Führung fehlte,
nach Kriegsausbruch kämpften die IDF gegen die schlechter ausgerüstete,
auf fremden Terrain taktisch unterlegene Arabische Befreiungsarmee, die
keiner zentralen Befehlsgewalt unterstand, und schließlich verhinderte
eine israelisch-jordanische Übereinkunft das Vorrücken der jordanischen
Armee über die Grenzen der Westbank hinaus.
Für die Palästinenser wurde der erste arabisch-israelische Krieg zur nakba
("Katastrophe"): Er markierte nicht nur den Verlust ihrer Heimat und den
Beginn ihres Flüchtlingsschicksals, sondern auch den Zusammenbruch der
palästinensischen Gesellschaft in ihrer Gesamtheit und die Niederlage der
Nationalbewegung.
Sie wurden Opfer einer systematischen Vertreibungspolitik, die ihren
Anfang im April 1948 - also noch vor dem Eingreifen der arabischen Staaten
in das Kriegsgeschehen - nahm. In diesen Zeitraum fiel der Beginn der
Umsetzung des Plan Dalet, der die "Säuberung" des von der UN
zugesprochenen jüdischen Territoriums, der Grenzgebiete und der
Kommunikationslinien zwischen jüdischen Bevölkerungsgebieten von
"feindlichen und potentiell feindlichen Kräften" zum Ziel hatte. Seine
Instruktionen zur Vorgehensweise waren deutlich: Zerstörung von Dörfern
und Bevölkerungszentren, die als auf Dauer schwer kontrollierbar
eingeschätzt werden müssten. Dies sollte durch Einkreisung und
Durchkämmung des Dorfes, der Niederschlagung eventuell anzutreffenden
Widerstandes und der Vertreibung der Bevölkerung außerhalb der
Landesgrenzen geschehen.
Innerhalb weniger Wochen fielen nun die meisten arabischen Städte Galiläas
- Tiberias (17.4.), Haifa (22.4.), Safad (11.5.) und Akko (14.5.). Nicht
selten wurde dies von gewaltsamen Übergriffen auf Bewohner naheliegender
Dörfer, so z.B. Khirbet Nasr ad-Din und Ein az-Zeitun, eingeleitet und
meist folgte nach der Einnahme einer größeren Ortschaft eine panikartige
Flucht der umliegenden Dörfer. Insbesondere nach dem Massaker an
Zivilisten in Deir Jassin (9. April 1948) - durchgeführt von Menachem
Begins Irgun und Yitzhak Schamirs Lechi (Stern-Gruppe) sowie unter
Mitwirkung der Hagana - flohen viele Menschen aus Angst vor ähnlichen
Gräueltaten. Wie so oft in den folgenden Jahrzehnten des
palästinensisch-israelischen Konflikts schritt die Weltgemeinschaft trotz
der Vertreibung Hunderttausender, die keineswegs freiwillig ihre Heimat
verließen, wie wenige Jahre später von der israelischen Regierung
behauptet und trotz der offensichtlichen Übergriffe und Massaker an der
Zivilbevölkerung nicht ein.
Bis zum Datum der israelischen Unabhängigkeitserklärung am 15. Mai 1948
eroberten jüdische Einheiten 21 % des von den UN den Palästinensern
zugesprochenen Staatsgebietes. Der gesamte Küstenstreifen zwischen Tel
Aviv und Haifa, einschließlich der Hafenstadt Jaffa, die am 12.5.
kapitulierte, befand sich in jüdischer Hand. 391 000 Palästinenser hatten
ihre Heimat verlassen und waren auf der Flucht.
Der Kriegseintritt der arabischen Staaten markierte eine neue Phase. Auf
israelischer Seite ist eine zunehmende Tendenz zur Vertreibung der
palästinensischen Bevölkerung zu erkennen, die schließlich im Herbst 1948
eskalierte. Kennzeichnend dafür war die Vertreibung der Einwohner Lyddas
und Ramlas am 12. Juli 1948, die unter dem Befehl von Yigael Allon im
Rahmen der Operation Dani vorgenommen wurde. Angebliche Heckenschützen und
eine Konfrontation mit jordanischen Panzern dienten der israelischen Armee
als Vorwand, 250 Zivilisten und zum Teil entwaffnete Gefangene zu töten.
Wenig später wurden 70 000 Menschen - rund ein Zehntel der gesamten
Flüchtlinge zwischen 1947 - 49 - zur Flucht gezwungen, bei der abermals
350 Menschen ihr Leben verloren. Es kam zu Plünderungen und
standrechtlichen Exekutionen. Ähnliche Vorfälle ereigneten sich im Oktober
1948 im Norden des Negev im Zuge der Operation Yoav und einen Monat später
im Zentrum und im Norden Galiläas. Nur wenige Orte, meist mit drusischer
oder christlicher Bevölkerung, wurden von der Vertreibung verschont. Nun,
da der Sieg als gesichert gelten konnte, nahmen außerdem Gräueltaten und
Massaker, wie in den Orten Safsaf, Sasa, Eilabun, Dawayma und Jisch zu.
Einen wichtigen Aspekt dieser Vertreibungspolitik stellte das Verbot der
Rückkehr dar. Schon Anfang Mai 1948 erhielten jüdische Bauern die
Anweisung, das von Palästinensern verlassene Land zu übernehmen. Im Juni
fällte die politische Führung die Entscheidung, den Flüchtlingen eine
Rückkehr in ihre Dörfer mit Gewalt zu versagen, sie am Abernten ihrer
Felder zu hindern und die Ernte zu verbrennen, falls Israelis nicht dazu
in der Lage waren, sie einzuholen. Klares Ziel der israelischen Politik
war es nun, die Rückkehr der Palästinenser in ihre Heimat "um jeden Preis"
zu verhindern, wie Ben Gurion es ausdrückte. Palästinensische Dörfer
wurden zerstört oder mit jüdischen Immigranten besiedelt, die Böden unter
den umliegenden Kibbuzim aufgeteilt.
Eine wichtige Rolle bei diesen Maßnahmen spielte Josef Weitz, der
damaligen Direktor der Abteilung für Bodenfragen des Jüdischen
Nationalfonds. Weitz, ein überzeugter Zionist, der in Palästina keinen
Platz für zwei Völker sah, trat ebenso wie viele Anhänger der
zionistischen Bewegung für die Deportation der arabischen Bevölkerung
Palästinas in die benachbarten Staaten ein. Schon früh hatten zionistische
Aktivisten erkannt, dass das von Israel Zangwill ausgegebene Motto "ein
Land ohne Volk für ein Volk ohne Land" nicht der Wahrheit entsprach, da im
Gegenteil Palästina einer der dichtbesiedeltsten Räume des Nahen Ostens
war, und so der Traum eines homogenen jüdischen Staates nur schwer
verwirklicht werden konnte. Seit den 30er Jahren diskutierte man deswegen
in zionistischen Kreisen die Idee des "Transfers". Nun, angesichts der
Kriegswirren und der allgemeinen Anarchie, sah Weitz den Zeitpunkt
gekommen, diese Idee in die Tat umzusetzen und "so viele Araber wie
möglich" zu vertreiben, hatte Ben Gurion doch schon Jahre zuvor erklärt,
dass er in der "zwangsweißen Aussiedlung (...) nichts Unmoralisches" sehe.
Zwischen Februar und Juli 1949 kam es schließlich zu Waffenstillstands-
Vereinbarungen zwischen Israel und Ägypten, Libanon, Jordanien und Syrien.
Weit über 700 000 Palästinenser fanden sich zerstreut in den
Flüchtlingslagern des Libanons, Syriens, Jordaniens, der Westbank und des
Gazastreifens. Alle Versuche von arabischer Seite, zu einer Lösung des
Flüchtlingsproblems und friedlichen Regelung auf Grundlage der Resolution
181zu gelangen, wurden von den Israelis auf der Konferenz von Lausanne
(1949) zurückgewiesen. Auch die Vereinten Nationen drängten in einer
Resolution auf die Rückkehr der Vertriebenen in ihre Heimat (Res. 194),
doch Israel ignorierte diese wie unzählige folgende Resolutionen, erließ
1950 ein Gesetz über den "Besitz Abwesender", das die Enteignung und
Konfiszierung von palästinensischem Grundbesitz legalisierte und verfügte
noch im selben Jahr, dass jeder auf der Welt lebende Jude ein Anrecht auf
Rückkehr nach Israel und die Erlangung der israelischen Staatsbürgerschaft
besitze. Die 151 000 in Israel verbliebenen Palästinenser wurden bis 1966
unter eine Militärgesetzgebung gestellt, die u.a. ihre Meinungs-, Presse-,
und Bewegungsfreiheit erheblich einschränkte. Jordanien stellte die
Westbank unter seine Herrschaft und annektierte schließlich 1951 das
Gebiet, während der Gazastreifen unter ägyptische Verwaltung geriet. Bis
heute hat Israel die Palästinenser - trotz des 1993 eingeleiteten
Friedensprozesses - daran gehindert, ihr Recht auf Unabhängigkeit und
Selbstbestimmung in einem souveränen palästinensischen Staat umzusetzen.
weitere Quelle/Bewertung durch Palästinenser Vertreibung - Ethnische Säuberung
Zion
heißt einer der Hügel Jerusalems, davon leitet sich der Name für die
Bewegung ab, die die Rückkehr aller Juden in das Land Israel mit dem
religiösen Mittelpunkt Zion (Jerusalem) propagiert. Ausgangspunkt des
Zionismus war die Judenfeindschaft im Europa des 19. Jahrhunderts.
Philanthropen wie Moses Montefiori (1784–1885) planten die Ansiedlung der
in Polen und Russland bedrängten Juden in Palästina. Aus Anlass des
antisemitischen Skandals der Dreyfus-Affäre in Frankreich machte der
Wiener Publizist Theodor Herzl (1860–1904) mit seinem Buch "Der
Judenstaat" (1896) den Gedanken einer jüdischen nationalen Heimat populär.
1897 tagte in Basel der Erste Zionistenkongress, die "Zionistische
Weltorganisation" gab der Bewegung die Basis. Der Zionismus glaubte nicht
an eine Gleichberechtigung der Juden in Europa und forderte deshalb einen
jüdischen Nationalstaat.
In jährlichen Kongressen, durch die Errichtung des Jüdischen
Nationalfonds, der Jüdischen Kolonialbank, des Palästinaamts (1908) in
Jaffa als Einwanderungsagentur und dem Bau der jüdischen Stadt Tel Aviv
wurde das Projekt einer jüdischen Heimstatt in Palästina vorangebracht.
Der Zionismus war in verschiedene religiöse und kulturelle Richtungen
gespalten, aus Not war er in Osteuropa stärker verankert als im Westen.
Vor allem die sozialistische Richtung der Kubuzzimbewegung, die
sozialistische Bauernkooperativen ohne Privateigentum schaffen wollte,
spielt bei der Einwanderung eine Rolle. Die deutschen Juden standen
mehrheitlich dem Zionismus bis in die NS-Zeit hinein ablehnend gegenüber,
weil sie sich in erster Linie als deutsche Patrioten fühlten. 1917 führten
Verhandlungen zwischen zionistischen Vertretern und der britischen
Regierung zur "Balfour-Deklaration" (nach dem damaligen britischen
Außenminister Arthur James Balfour, 1848–1930), in der Großbritannien
versprach, die Gründung eines Judenstaats in Palästina zu ermöglichen. Da
gleichzeitig Großbritannien den Arabern die Souveränität für die Hilfe im
1. Weltkrieg gegen die Türken versprochen hatte, muss es zum Konflikt
kommen.