virtuelles Geschichtsheft für den Unterricht am städtischen Louise-Schroeder-Gymnasium in München                                 

vor 3000 3000 - 800 800v. - 500n. 500 - 1500 1400 - 1789 1789-1848 1815-1914 1890-1914 1914-1918 1918-1939 1939-1945 1945 - 1990 seit 1990
Frühgeschichte Hochkulturen Antike Mittelalter Aufklärung-Absolutismus Revolutionen Nationalstaaten Imperialismus Weltkrieg I Zwischen den Weltkriegen Weltkrieg II Kalter Krieg Gegenwart
                         

Startseite

Impressum Unterrichtsmaterial Sitemap Arbeitstechniken Didaktik m@scholl online       Deutschland Europa Amerika Asien Afrika

 

Der Nahost-Konflikt - Palästina

 

Zum 60-jährigen Bestehen des Staates Israel - eine kurze Geschichte des Raums Palästina
Material für den Unterricht

Links zu diesem Thema: Achtung die Bewertungen dienen nur der Orientierung und wurden auf Grund weniger gelesener Seiten getroffen

Bücher zum Thema:

 
Der Nahostkonflikt Wem gehört das Heilige Land? Die Wurzeln des Streits zwischen Juden und Arabern. Die Geschichte des Staates Israel. Von der Gründung bis heute. Ein NES AMMIM Buch.
 Bundeszentrale für politische Bildung für 4€ zu bestellen - 300 Seiten Gewalt und Gegengewalt im "Heiligen Land"  40 Seiten ebd. kostenlos download und "Nahost"  download knappe, sehr genaue Zusammenfassung des Konflikts Michael Wohlffsohn Michael Krupp

Geschichte Palästinas bis zur Vertreibung der jüdischen Bevölkerung 133

 

Zwischen dem Mittelmeer und dem Jordan entstehen die ersten städtischen Siedlungen auf der Welt. Die Stadt Jericho besitzt die älteste Ummauerung (ca. 7000 Jahre alt). Die Oberhoheit über Palästina wechselt oft wegen der nach allen Seiten offenen Lage. 

Ab 1500

Einwanderung erster israelitischer Stämme in Palästina. Kämpfe um Palästina zwischen Hethitern und Ägyptern (=>).

Um 1250

Auswanderung Teile israelitischer Stämme aus Ägypten (Zug des Moses). Die These der Wanderung des Moses aus Ägypten wird teilweise bestritten. Möglich ist auch eine Einwanderung der Israeliten aus dem Süden der arabischen Halbinsel, aus dem Land Asir.  Die Israeliten verehren nur einen Gott (= Monotheismus). Jahwe.

Um 1200

Bildung eines staatlichen Zusammenschlusses von 12 israelitischen Stämmen wegen gemeinsamer Herkunft und Religion.

Ab 1200

Einwanderung der »Seevölker«, der Philister, in Palästina (=>). Sie gründen an der Küste einen eigenen Staat.

Um 1010

Unter Saul wird Israel zum Königreich.

1000-966

König David besiegt die Philister und erobert Jerusalem, das religiöses Zentrum Israels wird. Damit entsteht ein erstes israelitisches Gesamtreich.

966-926

Unter König Salomo erlebt das Reich eine Blütezeit. Es bestehen Handelsbeziehungen nach Südarabien, Äthiopien und Ägypten.

926

Nach dem Tod Salomos zerfällt das Reich in Kriegen gegen Ägypten und die Philister in die Teilreiche Israel und Juda.

871-817

Religiöse Auseinandersetzung zwischen dem phönizischen Baalkult und dem jüdischen Glauben. Der Prophet Elisa setzt den alten Glauben durch. Die andersgläubigen Könige werden abgesetzt. In dieser Zeit kommt Israel unter die assyrische Oberhoheit.

722

Sargon II. von Assyrien erobert Samaria, die Hauptstadt Israels und gliedert Israel dem Reich der Assyrer ein (=>).

701

Das Reich Juda kommt unter assyrische Oberhoheit.

639-609

Unter dem König Josia macht sich Juda von Assyrien frei. Palästina bleibt aber umkämpft zwischen Ägypten und Babylonien.

587

Eroberung Jerusalems durch Nebukadnezar II. von Babylon (=>). Juden werden nach Mesopotamien umgesiedelt (»Babylonische Gefangenschaft«).

539

Die Perser unterwerfen das Babylonische Reich und übernehmen die Herrschaft über das wiedervereinigte Israel.

515

Der Tempel von Jerusalem, der 587 zerstört wurde, wird neu aufgebaut. Die umgesiedelten Juden kehren nach Israel zurück.

539-332

Herrschaft der Perser über Palästina

332

Alexander der Große erobert das Perserreich und damit Phönizien, Palästina und Ägypten.

323-142

Herrschaft der Seleukiden über Palästina. Dieses ist umkämpft zwischen Ptolemaiern und Seleukiden.

140

Die Könige der Hasmonäer machen Israel unabhängig.

63

Pompeius unterwirft Palästina der römischen Oberhoheit.

39-4

v. Chr. Herodes der Große wird vom römischen Senat als König eingesetzt. Nach seinem Tod wird das Reich unter seine Söhne aufgeteilt. Palästina ist Vasallenkönigtum. Zu dieser Zeit, so wird von Sueton (römischer Schriftsteller) berichte, soll ein großer König geboren werden, der der Welt den Frieden bringt. Dies bezieht August Kaiser 27 v. bis 14 n. C) auf sich. Auch Herodes, der  in Rom aufgewachsen ist, bezieht diese Prophezeiung auf sich. Als jemand aus Mesopotamien kommt, um einem neu geborenem König Geschenke zu bringen, reagiert Herodes ungehalten. Er sieht Konkurrenz und laääst in der vermeintlichen Geburtsstadt des neuen Königs alle Neugeborenen töten. Dies  wird vom jüdischen Geschichtsschreiber Flavius Josephus bestätigt.

6 n. Chr.

Einsetzung des Pontius Pilatus als römischer Statthalter von Palästina. Palästina wird damit römische Provinz.

33

Kreuzigung Jesu.

66-70

Aufstand der Juden, der von Vespasian und Titus niedergeworfen wird. Jerusalem und die Bergfestung Masada am Toten Meer werden erobert. Quellentext des Flavius Josephus

mas.jpg (25548 Byte)Masada

Karte der Festung Massada Quelle: Yohanan Aharoni, Michael Avi-Yonah, Der Bibel-Atlas kopiert bei TU-Berlin

133

Ein letzter Aufstand der Juden unter Bar Kochba gegen Rom wird unterdrückt. (Quellentext: Cassius Dio) Den Juden wird das Betreten von Jerusalem, ihrer heiligen Stadt, verboten. Sie werden über das ganze Römische Reich zerstreut (Diaspora). Damit endet die Geschichte der jüdischen Nation. Es besteht nur mehr eine jüdische Kultnation, die durch Abschließung gegen Andersgläubige ihre Existenz als Minderheit zwischen anderen bewahrt. Die Christen, eine jüdische Sekte dürfen bleiben, verbreiten sich aber, weil diese Sekte Missionsarbeit leistet (im Gagensatz zu den Juden) stärker. Aus der Sekte wird eine eigene Religion, die sich immer mehr organisiert. Als Bedrohung für den Kaiserkult werden Juden und Christen im Römischen Reich regional verfolgt.

Ab 1900 fordert der jüdische Nationalismus, der Zionismus, die Errichtung eines jüdischen Staates in Palästina. Erst 1948 entsteht wieder dieser jüdische Nationalstaat, wobei die dort lebenden Palästinenser vertrieben werden.

133 werden die Juden aus Palästina dort vertrieben. Sie siedeln im Römischen Reich in anderen Provinzen. Dabei handelt es sich um weniger als 150000 Menschen. Diese leben im Römischen Reich als Flüchtlinge. Sie dürfen ihre eigene Provinz nicht mehr betreten.

 

Palästina ohne Juden

324

Beginn der byzantinischen (christlichen) Zeit. Nach dem Toleranzedikt Kaiser Konstantins verbreitet sich das Christentum und wird stärkste Religionsgemeinschaft. Nach der Reichsteilung kommt Palästina zu Konstantinopel.

396-636

Unter Kaiser Theodosius wird das Christentum Staatsreligion. Andere Religionen werden benachteiligt. Palästina ist Provinz von Ostrom (=Konstantinopel). Streit zwischen verschiedenen Spielarten des Christentums werden militärisch ausgetragen. Konstantinopel unterdrückt die Christen in Ägypten und Palästina.

636-38

Muslimische Eroberung Palästinas. Die Araber werden als religiöse Befreier empfunden, da sie anders als die Christen Religionsfreiheit gewähren. Man wird frei von Konstantinopel.

700

Palästina wird von den Kalifen aus Damaskus oder Bagdad regiert. In Jerusalem wird die Al-Aksa Moschee und der Felsendom auf dem Tempelberg ("Harem esh-Scharif") errichtet. Der Ort wird zum drittwichtigsten Heiligtum des Islams. Hier ist Mohammed in den Himmel aufgefahren.

1096 bis 1290

Kreuzfahrer aus Europa erobern das für sie hl. Land. Moslems und Juden werden von den Kreuzfahrern unterdrückt. Im Land werden Burgen zur Festigung der Herrschaft gebaut. Da aber der Nachschub aus Europa ausbleibt, werden die Kreuzfahrer von den Arabern wieder verdrängt.

1290

Vertreibung der letzten Kreuzfahrer aus Palästina durch die Mamelucken-Sultane aus Ägypten  (mameluckische Oberhohheit).

1517

Palästina kommt unter die Herrschaft der Osmanensultane. Die Osmanen sind ein Turkmenenstamm, der in Kleinasien um 800 eingewandert ist. Seit 1200 expandiert die türkische Herrschaft unter den Osmanen. Diese erobern ganz Kleinasien, Griechenland, den Balkan, Syrien, Palästina, Ägypten, den Hedschas (damit werden die Türken zu den Herren über die heilige Stadt Mekka), Libyen, Tunesien und Algerien. s. Karte.  s. Geschichte der Türken

1795 - 1872

Herrschaft der ägyptischen Mameluken über Palästina. Diese werden 1796 von Napoleon besiegt und bis nach Palästina verfolgt. Nach Abzug der Franzosen unterstützen die Briten die Mameluken gegen die Türken. Die Engländer versuchen, Ägypten aus der türkischen Herrschaft herauszulösen. Damit wird Palästina zum Frontstatt zwischen England und den Osmanen. => 1. Weltkrieg!

1858

Osmanisches Bodengesetz, Stärkung der Großgrundbesitzer auf Kosten der Bauern. Der Grundherr ist ein türkischer Adliger, der irgendwo (meist in Konstantinopel) von den Grundrenten lebt. Diese Grundherren kaufen und verkaufen Teile ihres Eigentums. Damit ändert sich für die Bauern vor Ort eigentlich nichts. Nur die von Verwaltern eingetriebene Grundrente (Pacht) fließt nach einem Verkauf in eine andere Tasche. Dies wird in dem Moment anders, als jüdische Reiche aus Europa in Palästina von türkischen Grundherren Land erwerben und dann die darauf lebenden Bauern vertreiben um eigene Landsleute anzusiedeln. Hier beginnt Ende des 19. Jahrhunderts auf dieser Rechtsbasis die Vertreibung der Palästinenser durch eingewanderte Juden.

 

1869 Bau und Eröffnung des Suezkanals - 1882 Ägypten wird englisch. Die strategische Bedeutung der Gegend nimmt zu. England wird Hegemonialmacht im Nahen Osten.

 

Palästina seit dem Beginn der zionistischen (Begriffserklärung) Einwanderung

1882

Beginn der zionistischen Einwanderung (erste Aliyah, 1882 – 1903/04)

1896

Simon Herzl veröffentlicht das Werk "Der Judenstaat". Damit wird wie in allen Staaten Europas Nationalismus gefordert und hier im Speziellen ein jüdischer Nationalismus propagiert, der sich in Palästina einen Nationalstaat schaffen soll.

1887

erster zionistischer Weltkongress in Basel. Der Streit, ob Palästina die Heimat der Juden und zu einem jüdischen Nationalstaat werden soll ist umstritten. Für die europäischen Juden ist das Klima zu heiß und der Boden zu unfruchtbar. Allerdings nimmt der Kauf von Grund und Boden zu. (s.oben)

1905

Veröffentlichung des Buches Die Aufwachung der arabischen Nation von Najib Azouri, Befürworter eines säkularen arabischen Nationalismus. Damit wird dem Zionismus ein arabischer Nationalismus entgegengestellt.

1909

Gründung der ersten jüdischen Stadt im Osmanischen Reich: Tel Aviv ("Hügel des Frühlings") Die sozialistische Kibbutzbewegung gründet den ersten Kibbutz (Deganya am See Genesareth).

Darstellung dieser Zeit aus jüdischer Sicht: Palästina in der Phase der britischen Mandatsherrschaft 1918-22 bis 1939

1914-1918

1. Weltkrieg
Frontlinie auf der Sinaihalbinsel und in Mesopotamien zwischen den Osmanen und England.
Die Engländer versprechen den Arabern in einem Briefwechsel zwischen dem britischem Hochkommissar in Ägypten McMahon und Scherif Hussein Ibn Ali von Mekka die Unabhängigkeit eines großarabischen Reiches nach Beendigung des Krieges. Als Gegenleistung organisierten die Araber einen Aufstand gegen die osmanische Herrschaft. Beduinen erobern das türkische Akaba, Jerusalem und Damaskus. Das geheime Sykes-Picot Abkommen 1916 zwischen Großbritannien und Frankreich verteilt den Nahen Osten nach dem Krieg zwischen den europäoschen Siegern. (Widerspruch gegen die McMahon-Scherif Hussein Verständigung). Die Araber gehen leer aus. Gleichzeitig verspricht Lord Balfour im November 1917den Juden die Errichtung eines jüdischen Staates in Palästina.

1919

Beginn der dritten Einwanderungswelle von Juden in Palästina. Dritte Aliyah. Gründung der Hirstadrut (jüdisch-zionistische Gewerkschaft und Verwaltungsorgan). Damit entsteht eine jüdische Verwaltung in Palästina neben der englischen Mandatsverwaltung.

1923

Palästina wir als britisches Mandatsgebiet durch die Entscheidung des Völkerbunds anerkannt. In den 20er Jahren kommt es an verschiedenen Orten zu Zusammenstößen zwischen Einwanderern und Palästinensern, die sich um ihr Land betrogen fühlen. Die Bauern werden von dem Pachtland vertrieben, das Juden gekauft haben. Darüber hinaus wird alles Land des Osmanischen Staates als freies Land betrachtet und von Juden als Eigentum angesehen.

1925

Eröffnung der Hebräischen Universität in Jerusalem und des polytechnischen Instituts Technion in Haifa.
jüdisches Siedlungen 1925 (rot) im britischen Mandatsgebiet (gelb). Transjordanien (grün) ist bereits verwaltungstechnisch abgetrennt.

1928 - 1929

Zusammenstöße an der Klagemauer (249 Tote) zwischen Arabern und Juden. Weitere schwere Unruhen; die alte ansässige jüdische Gemeinde von Hebron wird nach einem Massaker evakuiert

1931

Erster jüdischer Weltkongress in Jerusalem durch den Mufti organisiert. Israel wird damit das Zentrum der jüdischen Welt.

1933-35

Im Rahmen einer fünften Aliyah kommen etwa 150 000 Juden (vorwiegend aus Deutschland) nach Palästina.

1936

Beginn des arabisch-palästinensischen Aufstands, der – mit Unterbrechungen – bis 1939 dauert. Die britische Mandatsverwaltung denkt über erste Teilungspläne (Peelkommission) nach.

 

Der Israelisch-arabische Konflikt

Die jüdische Einwanderung in Palästina setzte vor dem 1. Weltkrieg ein. Die meisten Einwanderer kamen aus Russland und waren Zionisten, die in Palästina ihre nationale Heimat sahen. Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung nahm die Einwanderung sprunghaft zu. 1939 waren 30 % der Bevölkerung und 12 % des Bodens jüdisch. Die Zunahme an Juden führte seit 1936 zu einem arabischjüdischen Bürgerkrieg. Während des 2. Weltkriegs beschränkte die englische Mandatsverwaltung die Einwanderung, um die arabische Feindschaft nicht herauszufordern. Nach dem 2. Weltkrieg wurden auf Drängen einer britischamerikanischen Kommission angesichts der jüdischen Opfer die Grenzen erneut geöffnet. Sie lösen damit arabischen Widerstand aus. Die jüdische Terrororganisation (Untergrundarmee) Hagana hält dagegen.

1946

Die Engländer beenden ihr Mandat in Transjordanien und versuchen, in Palästina einen Kompromiss zwischen Juden und Arabern auszuhandeln. Dies scheitert.

1947

Die UN-Vollversammlung stimmt einer Teilung Palästinas in einen jüdischen und arabischen Staat zu, die aber von den Arabern abgelehnt wird.

 

Palästina zwischen Israel und Palästinensern

1948

Gründung des Staats Israel

Mai. Die Aufgabe des britischen Mandats in Palästina führt erneut zum - Bürgerkrieg.
14.5. Der jüdische Nationalrat unter Ben Gurion (1886-1973) proklamiert den Staat Israel. Quellentext: Unabhängigkeitserklärung

1. Nahost-Krieg

Ein Angriff der in der Arabischen Liga (gegründet 1945) zusammengeschlossenen Nachbarstaaten wird abgewehrt. Flucht von über 1 Mio Araber in die Nachbarstaaten, wo sie und ihre Nachkommen z. T. bis heute in Flüchtlingslagern untergebracht werden.

 

1949

Feb. Ein Waffenstillstandsabkommen unter Vermittlung der UN legt Demarkationslinien längs des Frontverlaufs fest: Teilung Jerusalems, Westjordanland (Westbank) an Jordanien, der Gazastreifen an Ägypten. Sie verfestigen sich zur Defacto-Staatsgrenze (78 % Palästinas gegenüber 57 % in1UN-Teilungsplan fallen an Israel), die von den arabischen Staaten nicht anerkannt wird. Durch neue Einwanderer, ausländische Kapital- und Wirtschaftshilfe entsteht ein moderner Staat.

1952

Wiedergutmachungsabkommen mit der Bundesrepublik Deutschland in Höhe von 3,5 Mia DM.

1954

Machtübernahme Gamal Abd el Nassers (1918-69) in Ägypten. Nasser stürzt den König Faruk und errichtet einen "panarabischen" Staat. Nasser wird zum Helden der arabischen Welt. Scheitern 1967 im 6-Tage-Krieg

1956

2. Nahost-Krieg
Krieg 1956 - Vorstoß Isaels bis zum Suez-Kanal

Juli. Nach der Verstaatlichung des Suezkanals durch Ägypten unter Staatspräsident Nasser wird der Kanal und die Zufahrt zum israelischen Hafen Eilat von Ägypten gesperrt.
Okt. Auch Großbritannien und Frankreich sehen sich durch das ägyptische Vorgehen wirtschaftlich und politisch bedroht und verabreden mit Israel eine gemeinsame Aktion.
29.10.
2. Israelisch-arabischer Krieg. Vorstoß israelischer Truppen auf der Sinaihalbinsel gegen den Suezkanal.
30.10. Landung französisch-britischer Truppen am Kanal. Die UN verurteilt das Vorgehen. Die USA und UdSSR stimmen gemeinsam trotz des gleichzeitigen Ungarnaufstands gegen die Intervention. Unter der Drohung des Raketeneinsatzes von Seiten der UdSSR beendet die UN den Streit: Abzug aller Truppen, Besetzung der Kanalzone durch UN-Truppen. In der Weltöffentlichkeit bedeutet dies eine westliche Niederlage und einen sowjetischen Prestigegewinn, der Ungarn an Bedeutung zurücktreten lässt.
Die UdSSR schaltet sich seitdem in die Nahostpolitik ein und gewährt Wirtschaftshilfe an Ägypten (Bau des Assuan-Dammes) und an Syrien, die sich 1958 zur Vereinigten Arabischen Republik (VAR) zusammenschließen (1961 aufgelöst).

1963

Die UN erklärt das Recht der geflüchteten Araber auf Heimkehr oder Entschädigung, was von Israel abgelehnt wird.

1964

Gründung der PLO (Palestine Liberation Organization) und von Guerillaorganisationen (u. a. Al Fatah = Invasion), die von Syrien, Libanon und Jordanien aus Terrorüberfälle gegen Israel führen. In den Flüchtlingslagern entsteht ein palästinensisches Nationalbewusstsein.

1965

Unter dem Druck der Palästinenserorganisationen, die zum Volkskrieg gegen Israel aufrufen und eine panarabische Verständigung erstreben, verschärft sich die Situation erneut. Dies veranlasst Israel zum Präventivkrieg, nachdem Ägypten den Zugang nach Eilat gesperrt hat und die UN-Truppen sich vom Sinai zurückgezogen haben.

1967

3. Nahost-Krieg - 6-Tage-Krieg

5.-10.6.
Israel erobert und besetzt die Sinaihalbinsel bis zum Suezkanal, den arabischen Teil Jerusalems, die Westbank sowie die Golan-Höhen. Auch nach einem Waffenstillstand bleiben die eroberten Gebiete besetzt. Israel erreicht aber nicht die arabische Anerkennung seines Staates.
Nov. Eine UN-Resolution, welche die Anerkennung Israels und den Rückzug aus den besetzten Gebieten fordert, scheitert an beiden Seiten. Die Fedayin (Freischärler) dehnen ihre Terroraktionen auch auf nichtarabische Staaten aus (Flugzeugentführungen, Geiselnahmen) und erzwingen so die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit für das Palästinaproblem.
nähere Informationen: Der Sechstagekrieg - Aus Politik und Zeitgeschichte

1970

Erneute Grenzgefechte am Suezkanal führen durch Vermittlung der USA im Juni zur Feuereinstellung, doch kommt es zu keiner politischen Lösung.
Sept. - Nach einem Aufstand gegen die jordanische Regierung wird die PLO aus Jordanien vertrieben und geht in den Libanon. Die jordanische Regierung stellt mit Hilfe der Beduinentruppe Husseins die Autorität der Regierung wieder her, die durch die Palästinenser gefährdet war. Damit endet für Israel der Krieg im Jordantal, da die Regierungstruppen Jordaniens diese Grenze achten. Die Unterstützung der Westbank wird kleiner. Die PLO geht zum Terrorkrieg über. Dies ist der Schwarze September der Palästinenser. Seit dieser Zeit führen die PLO auch Krieg gegen Jordanien. Die PLO weicht nach Beirut aus. Der Staat Libanon wird destabilisiert. Das Religionsgleichgewicht zwischen Christen, Schiiten, Sunniten und Drusen wird gestört. Es kommt im Libanon ab 1974 zum Bürgerkrieg.
Okt. Anwar-as-Sadat (1918-1981)  Präsident der Arabischen Republik Ägypten.

1973

4. Nahost-Krieg Krieg (Jom-Kippur-Krieg).

6.-26.10. Ägyptische Truppen durchbrechen die israelische Suezkanalfront und stoßen auf den Sinai vor. Ein Gegenangriff Israels kann die Front im wesentlichen bereinigen. Die ägyptischen Truppen am Sinai werden von der Versorgung abgeschnitten und drohen zu verdursten. Interventionsdrohungen der UdSSR auf ägyptischer Seite veranlassen die USA, Israel zur Kampfeinstellung zu zwingen. Zusammen mit den Kampfhandlungen verfügen die arabischen Ölländer eine Drosselung ihrer Produktion und lösen eine weltweite Ölkrise aus.

1974

Jan.-Mai. Durch Vermittlung des US-Außenministers Kissinger gelingt es, ein Auseinanderrücken der Truppen zu erreichen. Die so geschaffenen Pufferzonen werden von UN-Truppen gesichert.

Nov.  Jassir Arafat spricht erstmals vor der UNO-Vollversammlung - die PLO wird so zur politischen Organisation und als Vertretung des palästinensischen Volks anerkannt.

1976

Israelische Spezialeinheiten befreien im ugandischen Entebbe festgehaltene Geiseln einer Flugzeugentführung.

1977

12.-20. März - 13.Treffen des Palästinensischen Nationalrats der PLO in Kairo. Jassir Arafat überzeugt die Delegierten von einer Zwei-Staaten-Lösung des Konflikts. Mehrheitlich wird der Vorschlag, einen unabhängigen palästinensischen Staat auf einem Teil Palästinas zu gründen, angenommen. Damit wird indirekt die Existenz Israels anerkannt.

1978

14. März - Israel marschiert im Südlibanon ein.

5. bis 17. September  -
Ägypten, Israel und die Vereinigten Staaten unterzeichnen das Camp-David-Abkommen. Ägypten schließt als erstes arabisches Land Frieden mit Israel. In Camp David zwischen Jimmy Carter, Anwar-as-Sadat und Menachem Begin getätigte Verhandlungen sehen unter anderem für die Palästinenser in den israelisch besetzten Gebieten eine baldige Autonomie vor. 1981 wird Sadat deshalb von arabischen Nationalisten während einer Militärparade ermordet.

1979

Revolution im Iran genauer

Der prowestliche Diktator Kaiser Resa Pahlewi wird aus dem Iran vertrieben. Der Geistliche Khomeni errichtet im Iran einen islamischen "Gottesstaat" und begründet hier den islamischen Fundamentalismus. Ein Kompromiss mit dem Westen wird nicht mehr angestrebt. Ohne Verhandlungen soll der dekadente Westen (=westliche Demokratien), die Israel unterstützen vernichtet werden. Der Bürgerkrieg im Libanon und der Nahostkonflikt verschärfen sich durch diese religiöse Radikalisierung. Zwischen laizistischen und fundamentalistischen Regimes im arabischen Lager kommt es zum Konflikt. So überfällt der Irak mit der Unterstützung der USA  den Iran. In einem "Blitzkrieg" will der irakische Diktator Saddam Hussein 1980 die iranische Erdölprovinz Khuzestan erobern, um die Vorherrschaft im Mittleren Osten zu erlangen. Aus der Intervention entwickelte sich ein Stellungskrieg, der erst 1988 mit einem Waffenstillstand endete. Dieser Krieg wird durch den Fanatismus des Iran zu seinen Gunsten Entschieden. Irak bittet um Waffenstillstand. Um den Frieden zu finanzieren besetzt der Irak 1990 das ölreiche Emirat Kuwait, das Hussein als eine irakische Provinz ansieht. weiter s. unten 1991! Der Iran wird bis heute zum Finanzier terroristischer Aktionen gegen den Westen. Um ein Übergreifen der islamischen Revolution  auf Afghanistan und ihre islamischen Sowjetrepubliken zu verhindern marschiert die UdSSR in Afghanistan ein und löst so den Afghanistankrieg aus. (1980 bis heute)

1982

Rückzug Israels von der Sinaihalbinsel.

1982

5. Nahost-Krieg

Juni Raketenangriffe auf Galiläa ziehen Israel in den Libanonkrieg.
Israelische Truppen dringen in den Libanon ein, um dort die Palästinenser zu bekämpfen. Beginn der israelischen Invasion im Libanon und der Belagerung Beiruts. Die PLO wird zum Abzug gezwungen (nach Tunis). Allerdings übernehmen noch radikalere Gruppen den Krieg im Untergrund. Dabei wird mit Terror und Gegenterror gearbeitet. Der Libanon wird dadurch zerstört. lebanon-mfs-map.jpg (411300 Byte) Beirut
Im Norden des Landes war Israel seit 1970 zunehmenden Terroraktionen durch die PLO ausgesetzt, die sich im Südlibanon eine Operationsbasis geschaffen hatte. Bereits 1978 eroberte Israel im Südlibanon eine so genannte "Sicherheitszone", die den Nordteil Israels vor Terrorangriffen verhältnismäßig sicher machte. Ein von den USA vermitteltes, informelles Einverständnis zwischen Israel und der PLO verminderte zudem noch die Angriffe palästinensischer Kommandos. Allerdings versuchte die PLO jetzt, größere Militäreinheiten im Südlibanon zu stationieren. Dieses Vorgehen und den Anschlag einer radikalen PLO-Gruppe auf den israelischen Botschafter in London nahm Israels damaliger Verteidigungsminister Ariel Scharon zum Anlass für einen groß angelegten militärischen Vorstoß in den Libanon am 6. Juni 1982. Dabei stießen israelische Truppen bis nach Beirut vor. Sie zerschlugen das Potential und die militärische Infrastruktur der PLO im Libanon und zwangen die palästinensischen Kämpfer zum Abzug aus Beirut. Aber erstmals in der Geschichte der Nahostkriege fand eine Militäraktion der israelischen Armee nicht den ungeteilten Beifall der eigenen Bevölkerung. Je länger die Stationierung der Truppen im Libanon dauerte, desto größer wurden die täglichen Verluste der israelischen Armee. Die Soldaten gerieten immer wieder in Hinterhalte, insbesondere der schiitischen Hisb'allah-Miliz. Zunehmend verstärkte sich auch im Innern Israels die Kritik. Unter dem Oberbefehlshaber Ariel Sharon und dem Schutz Israels dürfen christliche Milizen die Flüchtlingslager Sabra und Schatila überfallen und als Rache für die Ermordung des Politiker Beschir Gemayel ihrerseits fast 1500 Menschen ermorden. genauer Bericht Das Massaker von Sabra und Schatila (Uni Kassel)
Nach Bildung der Großen Koalition von Likud und Arbeitspartei im September 1984 unter Premierminister Schimon Peres zog sich Israels Armee im Laufe des Jahres 1985 aus dem größten Teil des Libanon zurück. Sie behielt aber die Kontrolle über einen schmalen Streifen im Südlibanon.

1987

Beginn der Intifada (=Abschütteln)

In den Palästinensergebieten kommt es zum offnen Widerstand. Hier kämpfen Jugendliche und andere Zivilisten ohne Schusswaffen gegen die Armee Israels, die zu harten Gegenmaßnahmen schreitet und sich damit zunehmend ins Unrecht setzt. Der Widerstand der Zivilbevölkerung mit Steinen heißt Intifada.
Die PLO will einen Frieden erzwingen und verspricht gegen die Gründung eines Staates Palästina die Anerkennung Israels. Dies ist gleichzeitig der Beginn der Spaltung der Palästinenser. Radikale Gruppe lehnen jedes Zugeständnis ab und verschärfen ihren Terrorkrieg in Israel. Jeder Anschlag in Israel wird zur Grundlage einer Vergeltung. Diese Vergeltung wird dann durch eine Vergeltung vergolten. Und dies setzt sich bis heute fort. Bewertung durch Palästinenser: Intifada

1989

Ende des Bürgerkriegs im Libanon

Die verschiedenen Bürgerkriegsparteien einigen sich unter dem Schutz Syriens auf einen Waffenstillstand und den Wiederaufbau. Bis heute bleibt der Libanon labil. Die Versuche, Syrien als Schutzmacht los zu werden, scheitern. Zwar ist Syrien gezwungen seine Truppen abzuziehen, aber die Hisbàllah gesteuert durch die Syrer kämpft weiter gegen die Hamas, gesteuert durch den Iran, gegen die PLO, bezahlt aus Saudia Arabien und den USA. Die Christen, unterstützt von Europa und den USA halten dagegen. Zwischen den Fronten leben die Menschen.

1991

1. Golfkrieg

Der Irak besetzt Kuwait, um es als Provinz zu annektieren. Die USA machen Front gegen den Irak. Da die UdSSR gerade durch den Untergang des Kommunismus geschwächt ist, kommt es in der UNO zu einem einstimmigen Beschluss auf eine Strafexpedition gegen den Irak. Im ersten Golfkrieg wird der Irak aus Kuwait vertrieben und verliert seine militärische Position als regionale Vormacht. Allerdings kann die USA den Diktator Saddam Hussein nicht stürzen. Dieser schlägt innere Unruhen unter Schiiten, die zum Iran tendieren und Kurden brutal mit Giftgas gegen Zivilisten nieder. Seine Diktatur dauert weiter an. Israel wird durch Raketen mit Giftgas des Irak bedroht. Es erhält Abwehrraketen, hält aber um die internationale Koalition aus Arabern und den USA nicht zu gefährden still und greift nicht in den Krieg ein. Die PLO unterstützt Saddam Hussein, was ihr internationale Reputation kostet. Nach der Niederlage Saddams muss auch die PLO Zugeständnisse machen. => Verhandlungen in Olso

1991 flog die israelische Regierung in der "Operation Salomo" innerhalb von zwei Tagen 14087 äthiopische Juden mit 40 Flügen von Addis Adeba nach Tel Aviv.

30. Oktober 1991
In Madrid beginnt unter der Schirmherrschaft der USA und der Sowjetunion eine Nahostkonferenz, an der alle am Konflikt beteiligten Parteien teilnehmen (14 palästinensische Vertreter als Teil der jordanischen Delegation). Parallel laufen in Oslo Geheimverhandlungen mit Vertretern der PLO.

 1993

10.September Die Regierung Israels gibt die mit der PLO erzielte Grundsatzerklärung, die den Rahmen für Friedensverhandlungen bildet, bekannt. Diese wird am 13. September 1993 in Washington unterzeichnet. Vertreter der PLO und Israels unterzeichnen in Washington eine gemeinsame Prinzipienerklärung, die unter anderem für die Palästinenser im Gazastreifen und im Gebiet um Jericho für eine Übergangsperiode, eine Selbstverwaltung vorsieht. Dieser Vertrag wird von radikalen Siedlern in Israel, die ihre Siedlungen immer provozierender in der Westbank ausbauen und die Palästinenser immer mehr vom Zugang zum Wasser abschneiden auf der einen Seite und von radikalen, fundamentalistischen Islamisten durch Terroranschläge sabotiert. Radikale beider Seiten wollen einen Frieden verhindern. 1994 erhalten Yassir Arafat, Schimon Peres und Jitzchak Rabin in Oslo den Friedensnobelpreis.

1995

14. Oktober 1994 - Israel und die PLO unterzeichenen "Oslo2", um auf der einen Seite zu einer sicheren Existenz Israels zu kommen und auf der anderen Seite um den Staat Palästina zu schaffen. Dies soll von radikalen verhindert werden, die den Krieg und keine Kompromisse wollen.
4. November 1995
wird Jizhak Rabin von einem national-religiösen Israeli ermordet. Damit stirbt die Friedenschance. In Israel kommt eine konservative Regierung an die Macht, die eigentlich keine Aussöhnung will, sondern den Konflikt eskaliert.

1996

Arafat kehrt nach Palästina zurück und wird dort als Chef der Autonomen Verwaltung Palästinas gewählt. Die Behörden Palästinas distanzieren sich nach Außen offiziell von Terrorabschlägen gegen Israel, unternehmen aber nichts gegen die Terrororganisationen von Hamas, Djjhad und Al Aqusa. Verhandlungen mit Israel bleiben ohne greifbaren Erfolg. Weder erreichen die Palästinenser die Anerkennung ihres Staates noch erreicht Israel Frieden. Größte Hindernisse bis heute sind auf der einen Seite radikale Siedler, die die Westbank israelisch machen  und die Palästinenser vertreiben wollen. Sie wollen ein araberfreies Palästina in den Grenzen des alten Reiches.
 
Auf der anderen Seite versuchen weiterhin radikale Palästinenser Israels Existenzrecht in Frage zu stellen und die Juden aus dem Nahen Osten zu vertreiben. Diese, vor allem aus dem Iran gelenkte, Gruppe um die Hamas will durch Terror einen Krieg provozieren um die Einigung der Araber unter radikaler Führung zu erreichen. Diese soll dann alle Juden vernichten oder vertreiben. Ziel der Hamas ist ein judenfreies Palästina. Kampfinstrument dieses Volkskriegs gegen Israel sind die Freiwilligen und die Märtyrer, die selbstmörderisch in Israel morden.
   

2000

28. September
Der Besuch des Oppositionsführers Ariel Scharon auf dem Tempelberg in Jerusalem wird von den Palästinenser zum Anlass genommen erneut gewalttätige Auseinandersetzungen aufleben zu lassen. In der Stadt, im Westjordanland und Gaza markieren diese den Anfang der neuen Intifada.

2004

Auf Arafat folgt Abbas als Präsident und als Chef der PLO. Das korrupte Regime der PLO kann die Lage der Menschen nicht verbessern und wird 2006 abgewählt. Damit stehen in Palästina und in Israel Gegner einer Friedenslösung in der Regierungsverantwortung.

2006

Wahlsieg der schiitischen Hamas
Damit verliert die PLO, die auf eine Einigung mit Israel setzt politischen Einfluss. Die radikalen, die den Krieg mit Israel anheizen wollen siegen. Die Gefahr eines schiitischen Gottesstaates nach iranischem Vorbild in Palästina droht. Die USA versuchen, die gewählte Regierung durch Waffenlieferungen an die PLO zu stürzen. Dies scheitert 2007 im Gazastreifen. Damit ist Palästina geteilt. Auf der Westbank herrscht die PLO, im Gazastreifen die Hamas.

2007

Die Hamas erzwingt die Öffnung der Grenze zwischen Gaza und Ägypten. Damit verbessert sich die Versorgung des Gazastreifens. Allerdings werden auch Waffen geliefert und Israel weiter mit Raketen beschossen. Israel reagiert mit gezielten Tötungen von Hamasanhängern im Gazastreifen. Der Krieg geht weiter.

2009

Nachdem der Raketenbeschuss israelischer Orte entlang des Gazastreifens durch einen Waffenstillstand nicht zu stoppen ist, greift im Januar Israel den Gazastreifen an. Hier in einem der dichtest besiedelten Gebiete der Erde stehen vor allem Zivilisten in der Schusslinie. Wohnhäuser und Schulen werden genauso getroffen wie Einrichtungen der Hamas. Israel führt einen Krieg um die Zivilbevölkerung zu zwingen, die Unterstützung für die Hamas auszugeben. Es wird aber eher das Gegenteil erreicht. Israel muss sich zurückziehen. Die Politik vor allem in den USA, die unter Bush bei Menschenrechtsverletzungen zugeschaut, ja mitgemacht haben, ändert sich. Unter Barack Obama werden Verbrechen verurteilt! Die Unterstützung für die neu gewählte rechte bis rechtsradikale Regierung Israels unter Netanjahu nimmt weltweit ab. Israel soll den Siedlungsbau und die Isolierung der arabischen Siedlungen aufgeben. Allerdings folgen den politischen Forderungen der EU und der USA keine Sanktionen - bis heute.

Bevölkerungs-entwicklung in Israel seit 1882

Israel ist ein Immigrationsland. Seit der Gründung des Staates im Jahre 1948 hat sich seine Bevölkerung versiebenfacht. Die rund 6.300.000 Einwohner Israels bilden ein buntes Mosaik von Menschen unterschiedlicher ethnischer Herkunft mit einer Vielfalt an Lebensstilen, Religionen, Kulturen und Traditionen. Im Kern stehen Juden und Araber gegenüber. Die Juden zerfallen in zwei Hauptgruppe, die europäischen Juden und die aus den arabischen Ländern vertriebenen Juden. Dazu kommen seit 1991 Juden aus der ehemaligen UdSSR, die eigentlich erst in Israel an ihre Religion herangeführt werden. Religiös zerfallen die Juden in weltliche Juden und orthodoxe Juden. Politisch ist die Landschaft in Israel extrem zersplittert. Von sozialistischen Gruppen bis faschistisch, rassistischen Gruppen sitzen Parteien im Parlament (Knesset) Israels. Vor allem die rechtsradikale Siedlerbewegung Gush Emonim, die jeden Rückzug ablehnt und die Vertreibung der Palästinenser fordert, behindert einen Frieden.

Jahr

Juden

Araber

Summe

1882

24.000

426.000

450.000

1914

85.000

600.000

685.000

1922

84.000

668.000

752.000

1931

175.000

859.000

1.034.000

1935

355.000

953.000

1.308.000

1940

464.000

1.081.000

1.545.000

1945

554.000

1.256.000

1.810.000

15.5.1948

650.000

156.000

806.000

1951

1.404.000

173.000

1.577.000

1954

1.526.000

192.000

1.718.000

1957

1.763.000

213.000

1.976.000

1961

1.932.000

247.000

2.179.000

1967

2.384.000

393.000

2.777.000

1973

2.845.000

493.000

3.338.000

       
       
       
       
       
2005 5.237.600 1.340.200 ca. 6.600000
(76,2%) Juden
 (19,5%) Muslime
Quelle

Die Einwanderung der Juden in Palästina

Rückwanderung der Juden nach Palästina

EINWANDERUNG

PERIODE/JAHR

ZAHL DER EINWANDERER

WICHTIGSTE HERKUNFTSLÄNDER

I. Alija

1882 – 1903

25. – 30.000

Russland

II. Alija

1904 – 1914

35. – 40.000

Russland, Polen

III. Alija

1919 – 1923

35.183

Russland, Polen

IV. Alija

1924 - 1931

81.613

Polen, Sowjetunion

V. Alija

1932 - 1938

197.235

Polen, Deutschland

 

1939 - 1945

ca. 80.000

Polen, Deutschland, Rumänien, Tschechoslowakei., Ungarn

 

1946 - 1948

ca. 160.000

Polen, Rumänien, Bulgarien, Algerien, Tunesien

Text dazu aus israelischer Sicht
Die Vertreibung der Juden aus den arabischen Staaten
1948-1067 ca. 800.000 aus den arabischen Ländern
  seit 1948 ca.700.000 aus Europa und den USA
  seit 1990 ca. 900.000 aus Ex-UdSSR, Äthiopien (41000), Südafrika

1991 flog die israelische Regierung in der "Operation Salomo" innerhalb von zwei Tagen 14'087 äthiopische Juden mit 40 Flügen von Addis Abeba nach Tel Aviv. Die Zeit war knapp, denn nach der Flucht des Diktators Mengistu Haile Mariam rückten die Rebellen heran. Diesmal herrscht totale Nachrichtensperre. Ein EL-AL Jumbo, der normalerweise 480 Personen fasst, wurde mit 1080 Menschen gefüllt - 10 Babys wurden geboren. Die ankommenden äthiopischen Juden sagten: "Von Generation zu Generation beteten wir: Trenn uns nicht, o Herr, von den Auserwählten, lass uns sehen, o Herr, das Licht Israels! - nun sind wir hier, Gott hat unser Gebet erhört." Ihre Rückkehr hatte der Prophet Jesaja jahrtausende vor dem Ereignis vorausgesagt: "An jenem Tag wird es geschehen, da wird der Herr noch einmal seine Hand erheben, um den Überrest seines Volkes, der übrig bleibt, loszukaufen aus ... Kusch (=Äthiopien)." (Jes 11,11) "noch einmal": dies war die zweite Aktion in Äthiopien. "Überrest": fast alle in Äthiopien verbliebenen Juden wurden nach Israel gebracht. "Loskaufen" und "Hand des Herrn": Die Heimholung der äthiopischen Juden war nur möglich durch ein Machtvakuum, das nur für die Dauer eines Wochenendes bestand: Die alte Regierung war gestürzt, die Putschisten waren aber noch nicht in Addis Abeba eingezogen. Der damalige amerikanische Präsident zahlte ihnen 30 Millionen US-Dollar ("loskaufen"), damit sie sich mit ihrem Einzug nicht allzu sehr beeilten. Kaum waren die Juden ausgeflogen, schlossen die Rebellen den Flughafen. Ein äthiopischer Rabbi sagte bei seiner Ankunft: "Das Kommen des Messias muss unmittelbar bevorstehen!"
Text - Quelle zur Einwanderung in der Gegenwart

 

 

 

Wanderung und Vertreibungen der Juden

span-juden-vertreibung.jpg (148279 Byte)Vertreibung der Juden aus Spanien

Siedlungspolitik

oslo-vertrag.gif (88163 Byte)Oslo-Abkommen west-bank-siedlungen-autonomie.gif (250400 Byte) 
und jüdische Siedlungen seit 1967 auf dem gebiet der Palästinenser Siedlungen-seit-67.gif (43697 Byte) Der Gazastreifen wurde 2005 von Israel geräumt! Alle Siedlungen dort wurde aufgegeben.

 

 

Entscheidungsträger im nahen Osten - vorgestellt von der SZ

Darstellungen der Geschichte im Internet

   
   

Vertreibung der Juden aus arabischen Staaten

Vertreibung der Araber aus Israel

in Arbeit - Referat ist vergeben: Thomas???? Bis Thomas fertig ist, ist unter diesen Links etwas zum Thema zu finden! Da Vertreibung ein einseitiger Akt ist und nicht beschönigt werden sollte, ist die Auswahl der Texte auch einseitig!

Israel 1967

vor67.jpg (28171 Byte) nach67-2.gif (142284 Byte) Grenze nach dem Krieg
Karikatur Bedrohung Israels 1967 (jede Kanone trägt den Namen eines arabischen Staates)

Die Mauer

 

Die Mauer zwischen Israelis und Arabern auf der Westbank

Israel teilt die Gebiete Palästinas durch eine Mauer. Auf der einen Seite die Palästinenser ohne Zugang zum Wasser und ohne ein einheitliches Gebiet "eingesperrt". Auf der anderen Seite die jüdischen Siedler auf der Westbank "geschützt". Die Palästinenser können nicht von einem Ort in den anderen. So wird das Gebiet der Palästinenser zum kleinteiligen Gefängnis. Arbeitsstellen, Ansiedlung von Industrie ist so nicht möglich. Die Palästinenser bleiben ohne Arbeit, Bildung und Chancen. Dies ist von Israel so als Druckmittel beabsichtigt. Dies fördert aber vor allem in der jungen Generation die Bereitschaft zum fanatischen Kampf gegen Israel. Hier rekrutieren sich die Attentäter. Diese Mauer bereitet die Inbesitznahme von Territorien vor, die seit dem 6-Tage-Krieg besetzt sind. Durch die Mauer soll unter dem Deckmantel des Schutzes vor Attentätern palästinensisches Gebiet annektiert werden. Da diese Gebiet seit 1991 hauptsächlich von Einwanderern aus der ehemaligen UdSSR besiedelt sind, die keine Bindungen an das Kernland Israels besitzen, die die Westbank als Heimat betrachten, ist eine Absiedelung sehr schwer möglich. Die Politik Israels will hier Fakten schaffen, um den Resolutionen der UN nicht nachkommen zu müssen. Der Schutz des Staates Israel wäre auch mit einer Mauer an der alten Grenze möglich, aber genau darum geht es beim Bau dieser Mauer nicht. Hier wird Expansionspolitik betrieben, die einer friedlichen Lösung im Wege steht. Frieden kann es nur als Gegengeschäft Friede für Rückgabe der besetzten Gebiete geben. Wie die Vertriebenen seit 1949 zu behandeln sind, muss darüber hinaus geklärt werden. Solange diese Politik Israels weitergeht, ist ein Friede unwahrscheinlich.
Andererseits ist Israel verständlicherweise nicht bereit auf Schutz gegen Selbstmordattentäter zu verzichten.

1
Wachturm mit Radaranlage und Soldaten mit Nachsichtgeräten
 
2
Infrarot-Kamera, ergänzt durch Video-Kameras an Ballons und in Drohnen
(unbemannten Flugzeugen). Alle Daten werden in Realzeit an einen
Kommandoposten übermittelt.
3
NATO-Drahtrollen («razor wire») von 1 m 80 Höhe.
4
Asphaltstraße für Truppenbewegungen. Zwischen Straße und NATO-Draht verrät ein Sandstreifen an den Fußspuren, wer sich zu nähern versucht hat.
5
Drei Meter hoher Zaun mit Berührungssensoren
6
Entlang der von Israel als  "risikoreich" eingestuften Abschnittewird der Zaun durch eine Betonmauer von acht Metern Höhe ersetzt.
7
Straße für Patrouillenfahrzeuge
8
Zwei Meter tiefer Graben, um den Durchbruch palästinensischer Fahrzeuge zu verhindern.
9
NATO-Drahtrollen und Bodensensoren, um jede Bewegung zu registrieren, bevor der Zaun erreicht wird.
 

 

 

Flüchtlingslager der Palästinenser 1993

p_refugee_camps.jpg (133125 Byte)

Der Bürgerkrieg im Libanon

lebanon-mfs-map.jpg (411300 Byte)

1948 - 1997 im Überblick

Expansion Jerusalems

siedlungen-expansion um Jerusalem.gif (62046 Byte) heute  Jerusalem1967.gif (408627 Byte) 1967

Anspruch radikaler Zionisten

Lage Nahost 1997
Karte des Londoner Instituts für strategische Studien


kopiert auf der Internetseite: http://www.peterbarth.de/israel/israelneu.htm

Intifada

 

Unabhängigkeitserklärung 1948

IN ERETZ ISRAEL stand die Wiege des jüdischen Volkes; hier wurde sein geistiges, religiöses und
politisches Antlitz geformt; hier erlangte es staatliche Selbständigkeit; hier schuf es seine nationalen und
universellen Kulturgüter und schenkte der Welt das Ewige Buch der Bücher.
Mit Gewalt aus seinem Lande vertrieben, bewahrte es ihm in allen Ländern der Diaspora die Treue und
hörte niemals auf, um Rückkehr in sein Land und Erneuerung seiner politischen Freiheit in ihm zu beten
und auf sie zu hoffen.
Auf Grund dieser historischen und traditionellen Verbundenheit strebten Juden in allen Geschlechtern
danach, ihre alte Heimat wiederzugewinnen; in den letzten Generationen kehrten viele von ihnen in ihr
Land zurück; Pioniere, Einwanderer und Kämpfer brachten die Wüste zu neuer Blüte, erweckten die
hebräische Sprache zu neuem Leben, errichteten Städte und Dörfer und schufen so eine ständig
zunehmende Bevölkerung mit eigener Wirtschaft und Kultur, friedliebend, aber imstande, sich selbst zu
schützen, eine Bevölkerung, die allen Bewohnern des Landes Segen und Fortschritt bringt und nach
staatlicher Selbständigkeit strebte.
Im Jahre 5657 (1897) trat auf den Ruf Theodor Herzls, des Schöpfers des jüdischen Staatsgedankens, der
Erste Zionistenkongress zusammen und proklamierte das Recht des jüdischen Volkes auf nationale
Wiedergeburt in seinem Heimatlande.
Dieses Recht wurde in der Balfour-Deklaration vom 2. November 1917 anerkannt und im Völkerbund-
Mandat bestätigt, das insbesondere der historischen Verbundenheit des jüdischen Volkes mit Eretz Israel
und dem Recht des Volkes, sein Nationalheim wiederzuerrichten, internationale Geltung verlieh.
Die über das jüdische Volk in der letzten Zeit hereingebrochene Katastrophe, in der in Europa Millionen
Juden zur Schlachtbank geschleppt wurden, bewies erneut und eindeutig die Notwendigkeit, die Frage
des heimat- und staatenlosen jüdischen Volkes durch Wiedererrichtung des jüdischen Staates in Eretz
Israel zu lösen. Dieser Staat wird seine Tore für jeden Juden weithin öffnen und dem jüdischen Volke die
Stellung einer gleichberechtigten Nation unter den Völkern verleihen.
Die jüdischen Flüchtlinge, die sich aus dem furchtbaren Blutbad des Nationalsozialismus in Europa retten
konnten, und Juden anderer Länder strömten ohne Unterlass nach Eretz Israel, trotz aller Schwierigkeiten,
Hindernisse und Gefahren; sie forderten unablässig insbesondere ihr Recht auf ein Leben der Ehre,
Freiheit und redlichen Arbeit in der Heimat ihres Volkes.
Im Zweiten Weltkrieg hat die jüdische Bevölkerung dieses Landes an dem Ringen der freiheits- und
friedliebenden Völker mit den Kräften der nationalsozialistischen Verbrecher ihren vollen Anteil
genommen und sich mit dem Blut ihrer Kämpfer und durch ihren Kriegseinsatz das Recht erworben, den
Völkern, die den Bund der Vereinten Nationen gegründet haben, zugerechnet zu werden.
Am 29. November 1947 hat die Vollversammlung der Vereinten Nationen einen Beschluss gefasst, der
die Errichtung eines jüdischen Staates in Eretz Israel fordert; die Vollversammlung verlangte von der
Bevölkerung Eretz Israels, selbst alle notwendigen Schritte zu ergreifen, um diesen Beschluss
durchzuführen. Diese Anerkennung des Rechtes des jüdischen Volkes auf die Errichtung seines Staates
durch die Vereinten Nationen kann nicht rückgängig gemacht werden.
Es ist das natürliche Recht des jüdischen Volkes, ein Leben wie jedes andere Volk in einem eigenen
souveränen Staat zu führen.

WIR, DIE MITGLIEDER DES VOLKSRATES, DIE VERTRETER DER JÜDISCHEN
BEVÖLKERUNG PALÄSTINAS UND DER ZIONISTISCHEN BEWEGUNG, SIND DAHER
HEUTE, AM TAGE DER BEENDIGUNG DES BRITISCHEN MANDATS ÜBER ERETZ ISRAEL,
ZUSAMMENGETRETEN UND PROKLAMIEREN HIERMIT KRAFT UNSERES NATÜRLICHEN
UND HISTORISCHEN RECHTES UND AUF GRUND DES BESCHLUSSES DER
VOLLVERSAMMLUNG DER VEREINTEN NATIONEN DIE ERRICHTUNG EINES JÜDISCHEN
STAATES IN ERETZ ISRAEL, DES STAATES ISRAEL.
WIR BESTIMMEN, dass vom Augenblick der Beendigung des Mandates in dieser Nacht zum 15. Mai
1948 an bis zur Errichtung der ordentlichen Staatsbehörden, die auf Grund eines durch die
verfassungsgebende Versammlung bis spätestens zum 1. Oktober 1948 zu erlassenden Gesetzes gewählt
werden sollen, der Volksrat als Provisorischer Staatsrat fungieren und seine Leitung die Provisorische
Regierung des jüdischen Staates, dessen Name Israel sein wird, bilden soll.
DER STAAT ISRAEL wird für die jüdische Einwanderung und die Sammlung der zerstreuten
Volksglieder geöffnet sein; er wird für die Entwicklung des Landes zumWohle aller seiner Bewohner
sorgen; er wird auf den Grundlagen der Freiheit, Gleichheit und des Friedens im Lichte der Weissagungen
der Propheten Israels gegründet sein; er wird volle soziale und politische Gleichberechtigung aller Bürger
ohne Unterschied der Religion, der Rasse und des Geschlechts gewähren; er wird die Freiheit des
Glaubens, des Gewissens, der Sprache, der Erziehung und Kultur garantieren; er wird die heiligen Stätten
aller Religionen sicherstellen und den Grundsätzen der Verfassung der Vereinten Nationen treu sein.
DER STAAT ISRAEL wird bereit sein, mit den Institutionen und Vertretern der Vereinten Nationen bei
der Verwirklichung des Beschlusses der Vollversammlung vom 29. November 1947 zusammenzuwirken
und auf die Durchführung der wirtschaftlichen Einheit ganz Palästinas hinzuwirken.
WIR APPELLIEREN an die Vereinten Nationen, dem jüdischen Volke bei dem Aufbau seines Staates
beizustehen und den Staat Israel in die Familie der Völker aufzunehmen.
WIR APPELLIEREN – sogar während der Dauer des blutigen Angriffs, der auf uns seit Monaten
unternommen wird – an die Angehörigen des arabischen Volkes, die im Staat Israel leben, den Frieden zu
bewahren und sich am Aufbau des Staates auf der Grundlage voller bürgerlicher Gleichheit und
entsprechender Vertretung in allen Institutionen des Staates, den provisorischen und den endgültigen, zu
beteiligen.
WIR STRECKEN allen Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und auf gute
Nachbarschaft entgegen und appellieren an sie, mit dem in seinem Lande selbständig gewordenen
jüdischen Volke in gegenseitiger Hilfe zusammenzuarbeiten. Der Staat Israel ist bereit, seinen Anteil an
der gemeinsamen Anstrengung, den ganzen Vorderen Orient zu entwickeln, beizutragen.
WIR APPELLIEREN an das jüdische Volk in der Diaspora, sich um Israel beim Werke der
Einwanderung und des Aufbaues zu scharen und ihm in seinem schweren Kampfe um die Verwirklichung
des Generationen alten Strebens nach Erlösung Israels zur Seite zu stehen.
IM SICHEREN VERTRAUEN AUF DEN FELS ISRAELS UNTERZEICHNEN WIR ZUR
BEKUNDUNG DESSEN EIGENHÄNDIG DIESE PROKLAMATION IN DER SITZUNG DES
PROVISORISCHEN STAATSRATS AUF DEM BODEN DES HEIMATLANDES, IN DER STADT
TEL AVIV, HEUTE, VOR EINGANG DES SABBAT, AM 5. TAGE DES MONATS IJAR 5708,
DEM 14. MAI 1948.

 

zur Einwanderungspolitik Israels

Ein neues Ziel der Sochnuth: aus www.Hagali
Die Einwanderung aus dem Westen

Die Jewish Agency hat sich ein neues strategisches Ziel gesetzt, um die Einwanderung aus westlichen Ländern zu steigern, einschließlich der Staaten Süd-Amerikas, die seit längerer Zeit als wenig versprechende Quellen für künftige Israelis angesehen wurden, sagt der Vorsitzende der Jewish Agency, Salai Meridor.

Yair Sheleg, haArez

Meridor sagte, die Einwandererreserve aus Rußland und Äthiopien - die Hauptquellen des vergangenen Jahrzehnts - habe abgenommen. In den letzten 12 Jahren kamen über eine Million Einwanderer nach Israel, darunter 900.000 aus der ehemaligen Sovjet-Union, und 40.000 aus Äthiopien. Diese “Reservoirs” leeren sich jedoch, meint Meridor.

“Es gibt deutliche Anzeichen für ein Abfall der Einwandererzahlen aus der ehemaligen Sovjet-Union, ausgenommen eines kurzfristigen Aufschwungs in 1999-2000 wegen interner Schwierigkeiten in Rußland”, sagt Meridor. “Unseren Voraussagen gemäß werden wir dieses Jahr zufrieden sein, wenn aus der ehemaligen Sovjet-Union 40.000 Einwanderer eintreffen, und gegen Ende dieses Jahrzehnts, werden wir nur etwa 20.000 sehen. In Äthiopien ist die Einwanderung der Falasch Mura bald zu Ende, und danach sind die Bemühungen um Einwanderer von dort vorbei”.

Nach Meridors Ansicht muß auch die demographische Lage  in Israel in Betracht gezogen werden. “Um in Zukunft eine jüdische Mehrheit von mindestens 80 Prozent zu bewahren, brauchen wir in den kommenden Jahren mindestens 40.000 Einwanderer jährlich. Angenommen, daß die Quellen in Rußland und Äthiopien austrocken, müssen wir anderswo nach Menschenreserven für jüdischen Einwanderung suchen”.

Der zionistischen Tradition gemäß sind die ersten Ziele Orte, in denen Juden in verschiedenen Notlagen leben. Meridor spricht von drei möglichen Standorten. Argentinien (und die gesamte süd-amerikanische jüdische Gemeinde überhaupt), wo eine Wirtschaftskrise herrscht und wo 200.000 Juden leben.

Danach kommt Süd-Afrika, wo 80.000 Juden unter den Schwierigkeiten der Postapartheidperiode leiden, mit Wirtschaftsproblemen und steigender Kriminalität, die den Weißen das Leben erschweren.

Die dritte Gemeinschaft auf Meridors Liste ist Frankreich. Dort leben eine Halbe Million Juden, die drittgrößte jüdische Gemeinde nach den Vereinigten Staaten und Israel. Die Jewish Agency glaubt, daß der Anstieg antisemitischer Vorfälle in Frankreich seit Beginn der Intifada die Einwanderung fördern könnte. In der Jewish Agency glauben manche sogar, daß die zunehmende Kraft der französisch-moslemschen Gemeinschaft zur jüdischen Unsicherheit beitragen mögen.

Die Jewish Agency hat schon mit dem Einsatz von Aktivitäten begonnen, um Einwanderung aus diesen drei Ländern zu verstärken. Meridor sagt “wir haben unsere Aktivitäten in Argentinien in Zusammenarbeit mit der Regierung sehr verstärkt, und unseren Geldeinsatz auf circa $10 Million erhöht. Wir haben unser Engagement in den jüdischen Schulen erhöht, bei deren Finanzierung wir helfen und haben in Wohngegenden mit hoher Konzentration jüdischer Einwohner Gesandte geschickt. Wir nehmen an, daß es Juden gibt, die sich genieren, um unsere Hilfe zu bitten, und wir müssen diese erreichen”.

In Süd-Afrika ist das Problem schwieriger, denn obwohl viele Juden das Land verlassen, ziehen sie zumeist Australien und Neu-Seeland vor, wegen der Sprache, dem Klima und der allgemeinen Wirtschaftsbedingungen.

Dennoch wurde in beiden Ländern schon das Na’ale Programm der Jewish Agency eingeführt, in dem Jugendliche vor ihren Eltern ihr Alija nach Israel machen. In Frankreich befindet sich jedoch die große jüdische Gemeinde in keiner Notlage, wie einer der Gemeindeoberhäupter, Haim Muzikent, unterstrich.

“Es stimmt zwar, daß wir im Oktober letzten Jahren Probleme hatten, aber alle Zeichen weisen auf einzelne Ereignisse hin, nicht auf Antisemitismus auf nationaler Ebene”, sagte er. “Die Ereignisse wurden vom gesamten politischen Spektrum verurteilt, so daß Frankreich nicht als antisemitischer Staat angesehen werden kann”. Dennoch meint er, daß die Gemeinde gerne mit den Bemühungen der Jewish Agency zusammenarbeiten wird, “nicht aus Not, sondern weil wir der Ansicht sind, daß die Einwanderung nach Israel für die Erhaltung der jüdischen Identität sehr wichtig ist”.

Meridor, dagegen, begnügt isich nicht mit diesen drei Ländern als Ziele. Er will eine Einwanderungskampagne, die sich im ganzen Westen ausbreitet - in den U.S.A, Kanada, West-Europa und Australien.

Er sagt “wir müssen den zionistischen Dialog wiederaufnehmen, besonders Einwanderung. Immigration soll als jüdische Wertvorstellung angesehen werden, die allen religiösen Strömungen gemeinsam ist. Die Einwanderung und Absorption sollten im innerisraelischen Dialog den ihnen gebührenden Platz einnehmen, damit die Einwanderer, die eintreffen, spüren, daß sie erwünscht sind und nicht als Dummköpfe angesehen werden”.

Was die Art und Weise der Botschaftsüberbringung an westliche Gemeinden, die nie aufgefordert wurden, zu packen und nach Israel zu ziehen, angeht,  meint Meridor: “Wir können uns den Luxus nicht leisten, auf den Versuch zu verzichten. Bei der religiösen Führung sämtlicher Bewegungen herrscht sehr viel Offenheit hinsichtlich der Anerkennung der Immigration nach Israel. Es ist sehr schwer das Argument zu beantworten, daß wer jüdische Kontinuität wünscht, dies dort besser als in Israel garantieren kann”.

Er sagte, den Gemeinden sei zu erklären, daß wenn Israel für die Diaspora kritische Bedeutung hat und die demographische Frage für Israel von kritischer Bedeutung ist, dann ist die Einwanderung eine kritische Frage. “Es ist auch wichtig, daß die liberale Weltanschauungen, die Einwanderer aus dem Westen nach Israel bringen können, dort mehr Wurzeln fassen, was nur dadurch geschehen kann, wenn ihre Anzahl zunimmt”.

 24.5.2001 haGalil onLine 11-06-2001

Sinkende Einwandererzahlen:
Der Strom versiegt

Trotz des Auszugs französischer Juden nach Israel geht dort die Zahl der Einwanderer zurück

Von Thorsten Schmitz

Tel Aviv - Seit Beginn der Intifada vor knapp vier Jahren ist die Zahl der Juden, die nach Israel einwandern, drastisch gesunken. Nur die französischen Juden liegen nicht in diesem Trend. Allein 2002 und 2003 machten jedes Jahr etwa 2000 Juden aus Frankreich "Alijah", was hebräisch ist und soviel wie "Aufstieg ins Gelobte Land" meint.

In Israel und in Frankreich gibt es unterschiedliche Angaben darüber, weshalb immer mehr französische Juden sich für ein Leben jenseits des Mittelmeers entscheiden. Ist es die Zunahme des Antisemitismus in Frankreich, die Regierungschef Ariel Scharon vor kurzem dazu verleitet hatte, zum Entsetzen der Regierung in Paris alle französischen Juden zur Auswanderung nach Israel aufzurufen? Oder handelt es sich hierbei lediglich um eine Entwicklung, die keinerlei politischen oder gesellschaftlichen Krisen unterliegt? Nach Angaben der Jewish Agency, der im Auftrag Israels agierenden Organisation für die Einwanderung jüdischer Immigranten, wandern im allgemeinen jedes Jahr etwa 1000 französische Juden nach Israel aus. Die Zunahme in den Jahren 2003 und 2004 führt der Sprecher der Jewish Agency, Michael Jankelowitz, auf die Zunahme von Antisemitismus in Frankreich zurück. Frankreichs Botschafter in Israel, Gerard Araud, dagegen hält die Zunahme der Einwanderung französischer Juden für zufällig. In der New York Times warnte er davor, in die höheren Zahlen eine Flucht vor Antisemitismus hinein zu interpretieren. Italien und Belgien verzeichneten dieselbe Anzahl antisemitischer Zwischenfälle, die jedoch weniger Aufmerksamkeit erhielten, weil dort weniger Juden lebten.

Mit 600 000 Juden ist Frankreich das EU-Land mit der größten jüdischen Bevölkerung. Erst am Mittwoch landeten 200 französische Juden in Israel, die von Scharon am Flughafen in einer Begrüßungszeremonie in Empfang genommen wurden. Gegenüber israelischen Fernsehreportern machten die Ankömmlinge unterschiedliche Angaben über ihre Motivation, nach Israel auszuwandern. Ein religiöser Jude sagte, er fühle sich in Paris unwohl, mit einer Kippa herumzulaufen. "Das ist einfach zu gefährlich", erklärte der Familienvater unter Hinweis auf den hohen muslimischen Anteil in der Pariser Bevölkerung. Immobilienmakler in Israel bestätigen den Trend, dass immer mehr französische Juden Wohnungen in Israel kauften. Zum einen, um einen Zweitwohnsitz einzurichten, und zum anderen, so der Jerusalemer Makler Alex Losky, um sich einen Fluchtort zu sichern, falls antisemitisch motivierte Gewalt in Frankreich drastisch zunehmen sollte. Der Zunahme französischer Einwandererer steht ein drastischer Rückgang anderer Immigranten gegenüber. Nach Angaben der Jewish Agency kamen im Jahr 2000 noch 60 000 Juden ins Land, 2002 waren es nur noch 35 000. Im vergangenen Jahr sank die Zahl weiter auf nur noch 24 000. Das ist die geringste Einwanderungsquote seit 1990.

Zögern im Osten

In diesem Jahr rechnet die Jewish Agency mit einem weiteren Rückgang. Allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden nur 9000 Einwanderer nach Israel gezählt. Die traditionell größte Einwanderergruppe sind Juden aus den Staaten der früheren Sowjetunion. Die Emigration erreichte mit dem Zerfall des Imperiums 1990 ihren Höhepunkt: Damals zogen allein 200 000 russische Juden nach Israel. Doch inzwischen zögern auch die Juden aus Russland, der Ukraine oder Georgien vor einem solchen Neuanfang. Amos Lahat, der im Auftrag der Jewish Agency die Immigration aus den früheren Sowjetstaaten koordiniert und sich zur Zeit deshalb in Moskau aufhält, sagte im Telefonat mit der SZ: "Zu unserem Leidwesen entscheiden sich immer weniger russische Juden für ein Leben in Israel." Kamen 2002 noch 18 500 Juden aus den Staaten der früheren Sowjetunion, waren es im Jahr darauf nur noch 12 500. Auch für dieses Jahr rechnet Lahat mit einem weiteren Rückgang. Dies habe mehrere Gründe. Zum einen scheuten die potentiellen Einwanderer den in ihren Augen archaisch anmutenden Kampf um Blut und Boden. Zwar seien sie mit Terror vertraut, aber unwillig, diesen gegen den Terror im Nahost-Konflikt zu tauschen. Ein anderer Grund sei die schlechte wirtschaftliche Situation in Israel. Russische Akademiker fänden mitunter höchstens Jobs in Supermärkten oder als Putzhilfen. Viele entschieden sich daher für eine Auswanderung nach Deutschland. Im Gegensatz zur israelischen Regierung versorge die deutsche Regierung die Einwanderer mit Wohnungen und vergleichsweise großzügigen finanziellen Hilfen. Das sei für viele russische Juden der ausschlaggebende Grund, nach Deutschland umzusiedeln.

Der israelische Regierungschef hat die Einwanderung zu seinem persönlichen Programm erhoben. Angesichts der demografischen Entwicklung verfolgt Scharon das Ziel, in den kommenden zehn Jahren eine Million Juden zur Einwanderung nach Israel zu bewegen. Wegen der höheren Geburtenrate in der palästinensisch-arabischen Bevölkerung in Israel, dem Westjordanland und dem Gaza-Streifen sagen Demoskopen voraus, dass in zehn oder 20 Jahren in den Gebieten mehr Muslime leben werden als Juden. Auch weil das Ziel, eine Million Juden nach Israel zu holen, sehr hoch gesteckt ist, hat sich Scharon für ein Ende der Besatzung des Gaza-Streifens entschieden. Dessen 1,4 Millionen Palästinenser tauchen dann künftig nicht mehr in der Statistik auf.

 

 

Die Vertreibung der Araber
aus:
al-nakba - die Katastrophe von 1948

al-nakba - die "Katastrophe" von 1948
Dem Un-Teilungsbeschluss folgten schon Anfang Dezember die ersten Angriffe und Terrorakte der Hagana auf palästinensische Dörfer und Zivilisten (Plan Gimmel). Das Land wurde zunehmend in militärische Auseinandersetzungen verstrickt, denen nach der Ausrufung des Staates Israel am 15. Mai 1948 die arabischen Staaten beitraten. Der erste arabisch-israelische Krieg endete mit einem Sieg der Israelischen Streitkräfte (IDF) über die Arabische Befreiungsarmee; 418 palästinensische Dörfer wurden von der israelischen Armee zerstört, 800 000 - 900 000 Palästinenser zur Flucht gezwungen.

Die Niederschlagung des übermächtigen arabischen Feindes grenzte nach israelischer Darstellung an ein Wunder. Tatsächlich beruhte der Sieg Israels jedoch auf der faktischen Überlegenheit von Hagana und IDF: In der Anfangsphase der Auseinandersetzungen, noch vor dem Kriegseintritt der arabischen Staaten, stand der gut organisierten und militärisch erfahrenen jüdischen Untergrundorganisation eine palästinensische Gesellschaft gegenüber, der die zentrale politische und militärische Führung fehlte, nach Kriegsausbruch kämpften die IDF gegen die schlechter ausgerüstete, auf fremden Terrain taktisch unterlegene Arabische Befreiungsarmee, die keiner zentralen Befehlsgewalt unterstand, und schließlich verhinderte eine israelisch-jordanische Übereinkunft das Vorrücken der jordanischen Armee über die Grenzen der Westbank hinaus.

Für die Palästinenser wurde der erste arabisch-israelische Krieg zur nakba ("Katastrophe"): Er markierte nicht nur den Verlust ihrer Heimat und den Beginn ihres Flüchtlingsschicksals, sondern auch den Zusammenbruch der palästinensischen Gesellschaft in ihrer Gesamtheit und die Niederlage der Nationalbewegung.

Sie wurden Opfer einer systematischen Vertreibungspolitik, die ihren Anfang im April 1948 - also noch vor dem Eingreifen der arabischen Staaten in das Kriegsgeschehen - nahm. In diesen Zeitraum fiel der Beginn der Umsetzung des Plan Dalet, der die "Säuberung" des von der UN zugesprochenen jüdischen Territoriums, der Grenzgebiete und der Kommunikationslinien zwischen jüdischen Bevölkerungsgebieten von "feindlichen und potentiell feindlichen Kräften" zum Ziel hatte. Seine Instruktionen zur Vorgehensweise waren deutlich: Zerstörung von Dörfern und Bevölkerungszentren, die als auf Dauer schwer kontrollierbar eingeschätzt werden müssten. Dies sollte durch Einkreisung und Durchkämmung des Dorfes, der Niederschlagung eventuell anzutreffenden Widerstandes und der Vertreibung der Bevölkerung außerhalb der Landesgrenzen geschehen.

Innerhalb weniger Wochen fielen nun die meisten arabischen Städte Galiläas - Tiberias (17.4.), Haifa (22.4.), Safad (11.5.) und Akko (14.5.). Nicht selten wurde dies von gewaltsamen Übergriffen auf Bewohner naheliegender Dörfer, so z.B. Khirbet Nasr ad-Din und Ein az-Zeitun, eingeleitet und meist folgte nach der Einnahme einer größeren Ortschaft eine panikartige Flucht der umliegenden Dörfer. Insbesondere nach dem Massaker an Zivilisten in Deir Jassin (9. April 1948) - durchgeführt von Menachem Begins Irgun und Yitzhak Schamirs Lechi (Stern-Gruppe) sowie unter Mitwirkung der Hagana - flohen viele Menschen aus Angst vor ähnlichen Gräueltaten. Wie so oft in den folgenden Jahrzehnten des palästinensisch-israelischen Konflikts schritt die Weltgemeinschaft trotz der Vertreibung Hunderttausender, die keineswegs freiwillig ihre Heimat verließen, wie wenige Jahre später von der israelischen Regierung behauptet und trotz der offensichtlichen Übergriffe und Massaker an der Zivilbevölkerung nicht ein.

Bis zum Datum der israelischen Unabhängigkeitserklärung am 15. Mai 1948 eroberten jüdische Einheiten 21 % des von den UN den Palästinensern zugesprochenen Staatsgebietes. Der gesamte Küstenstreifen zwischen Tel Aviv und Haifa, einschließlich der Hafenstadt Jaffa, die am 12.5. kapitulierte, befand sich in jüdischer Hand. 391 000 Palästinenser hatten ihre Heimat verlassen und waren auf der Flucht.

Der Kriegseintritt der arabischen Staaten markierte eine neue Phase. Auf israelischer Seite ist eine zunehmende Tendenz zur Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung zu erkennen, die schließlich im Herbst 1948 eskalierte. Kennzeichnend dafür war die Vertreibung der Einwohner Lyddas und Ramlas am 12. Juli 1948, die unter dem Befehl von Yigael Allon im Rahmen der Operation Dani vorgenommen wurde. Angebliche Heckenschützen und eine Konfrontation mit jordanischen Panzern dienten der israelischen Armee als Vorwand, 250 Zivilisten und zum Teil entwaffnete Gefangene zu töten. Wenig später wurden 70 000 Menschen - rund ein Zehntel der gesamten Flüchtlinge zwischen 1947 - 49 - zur Flucht gezwungen, bei der abermals 350 Menschen ihr Leben verloren. Es kam zu Plünderungen und standrechtlichen Exekutionen. Ähnliche Vorfälle ereigneten sich im Oktober 1948 im Norden des Negev im Zuge der Operation Yoav und einen Monat später im Zentrum und im Norden Galiläas. Nur wenige Orte, meist mit drusischer oder christlicher Bevölkerung, wurden von der Vertreibung verschont. Nun, da der Sieg als gesichert gelten konnte, nahmen außerdem Gräueltaten und Massaker, wie in den Orten Safsaf, Sasa, Eilabun, Dawayma und Jisch zu.

Einen wichtigen Aspekt dieser Vertreibungspolitik stellte das Verbot der Rückkehr dar. Schon Anfang Mai 1948 erhielten jüdische Bauern die Anweisung, das von Palästinensern verlassene Land zu übernehmen. Im Juni fällte die politische Führung die Entscheidung, den Flüchtlingen eine Rückkehr in ihre Dörfer mit Gewalt zu versagen, sie am Abernten ihrer Felder zu hindern und die Ernte zu verbrennen, falls Israelis nicht dazu in der Lage waren, sie einzuholen. Klares Ziel der israelischen Politik war es nun, die Rückkehr der Palästinenser in ihre Heimat "um jeden Preis" zu verhindern, wie Ben Gurion es ausdrückte. Palästinensische Dörfer wurden zerstört oder mit jüdischen Immigranten besiedelt, die Böden unter den umliegenden Kibbuzim aufgeteilt.

Eine wichtige Rolle bei diesen Maßnahmen spielte Josef Weitz, der damaligen Direktor der Abteilung für Bodenfragen des Jüdischen Nationalfonds. Weitz, ein überzeugter Zionist, der in Palästina keinen Platz für zwei Völker sah, trat ebenso wie viele Anhänger der zionistischen Bewegung für die Deportation der arabischen Bevölkerung Palästinas in die benachbarten Staaten ein. Schon früh hatten zionistische Aktivisten erkannt, dass das von Israel Zangwill ausgegebene Motto "ein Land ohne Volk für ein Volk ohne Land" nicht der Wahrheit entsprach, da im Gegenteil Palästina einer der dichtbesiedeltsten Räume des Nahen Ostens war, und so der Traum eines homogenen jüdischen Staates nur schwer verwirklicht werden konnte. Seit den 30er Jahren diskutierte man deswegen in zionistischen Kreisen die Idee des "Transfers". Nun, angesichts der Kriegswirren und der allgemeinen Anarchie, sah Weitz den Zeitpunkt gekommen, diese Idee in die Tat umzusetzen und "so viele Araber wie möglich" zu vertreiben, hatte Ben Gurion doch schon Jahre zuvor erklärt, dass er in der "zwangsweißen Aussiedlung (...) nichts Unmoralisches" sehe.

Zwischen Februar und Juli 1949 kam es schließlich zu Waffenstillstands- Vereinbarungen zwischen Israel und Ägypten, Libanon, Jordanien und Syrien. Weit über 700 000 Palästinenser fanden sich zerstreut in den Flüchtlingslagern des Libanons, Syriens, Jordaniens, der Westbank und des Gazastreifens. Alle Versuche von arabischer Seite, zu einer Lösung des Flüchtlingsproblems und friedlichen Regelung auf Grundlage der Resolution 181zu gelangen, wurden von den Israelis auf der Konferenz von Lausanne (1949) zurückgewiesen. Auch die Vereinten Nationen drängten in einer Resolution auf die Rückkehr der Vertriebenen in ihre Heimat (Res. 194), doch Israel ignorierte diese wie unzählige folgende Resolutionen, erließ 1950 ein Gesetz über den "Besitz Abwesender", das die Enteignung und Konfiszierung von palästinensischem Grundbesitz legalisierte und verfügte noch im selben Jahr, dass jeder auf der Welt lebende Jude ein Anrecht auf Rückkehr nach Israel und die Erlangung der israelischen Staatsbürgerschaft besitze. Die 151 000 in Israel verbliebenen Palästinenser wurden bis 1966 unter eine Militärgesetzgebung gestellt, die u.a. ihre Meinungs-, Presse-, und Bewegungsfreiheit erheblich einschränkte. Jordanien stellte die Westbank unter seine Herrschaft und annektierte schließlich 1951 das Gebiet, während der Gazastreifen unter ägyptische Verwaltung geriet. Bis heute hat Israel die Palästinenser - trotz des 1993 eingeleiteten Friedensprozesses - daran gehindert, ihr Recht auf Unabhängigkeit und Selbstbestimmung in einem souveränen palästinensischen Staat umzusetzen.

 

weitere Quelle/Bewertung durch Palästinenser Vertreibung - Ethnische Säuberung

 

Zionismus

Zion heißt einer der Hügel Jerusalems, davon leitet sich der Name für die Bewegung ab, die die Rückkehr aller Juden in das Land Israel mit dem religiösen Mittelpunkt Zion (Jerusalem) propagiert. Ausgangspunkt des Zionismus war die Judenfeindschaft im Europa des 19. Jahrhunderts. Philanthropen wie Moses Montefiori (1784–1885) planten die Ansiedlung der in Polen und Russland bedrängten Juden in Palästina.  Aus Anlass des antisemitischen Skandals der Dreyfus-Affäre in Frankreich machte der Wiener Publizist Theodor Herzl (1860–1904) mit seinem Buch "Der Judenstaat" (1896) den Gedanken einer jüdischen nationalen Heimat populär. 1897 tagte in Basel der Erste Zionistenkongress, die "Zionistische Weltorganisation" gab der Bewegung die Basis. Der Zionismus glaubte nicht an eine Gleichberechtigung der Juden in Europa und forderte deshalb einen jüdischen Nationalstaat.

In jährlichen Kongressen, durch die Errichtung des Jüdischen Nationalfonds, der Jüdischen Kolonialbank, des Palästinaamts (1908) in Jaffa als Einwanderungsagentur und dem Bau der jüdischen Stadt Tel Aviv wurde das Projekt einer jüdischen Heimstatt in Palästina vorangebracht. Der Zionismus war in verschiedene religiöse und kulturelle Richtungen gespalten, aus Not war er in Osteuropa stärker verankert als im Westen. Vor allem die sozialistische Richtung der Kubuzzimbewegung, die sozialistische Bauernkooperativen ohne Privateigentum schaffen wollte, spielt bei der Einwanderung eine Rolle. Die deutschen Juden standen mehrheitlich dem Zionismus bis in die NS-Zeit hinein ablehnend gegenüber, weil sie sich in erster Linie als deutsche Patrioten fühlten. 1917 führten Verhandlungen zwischen zionistischen Vertretern und der britischen Regierung zur "Balfour-Deklaration" (nach dem damaligen britischen Außenminister Arthur James Balfour, 1848–1930), in der Großbritannien versprach, die Gründung eines Judenstaats in Palästina zu ermöglichen. Da gleichzeitig Großbritannien den Arabern die Souveränität für die Hilfe im 1. Weltkrieg gegen die Türken versprochen hatte, muss es zum Konflikt kommen.