virtuelles Geschichtsheft für den Unterricht am städtischen Louise-Schroeder-Gymnasium in München                                 

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Friedrich von Gentz

 

 

„Preußen brachte zum Kongress bloß den einen unbändigen Wunsch mit, seine Besitzungen auf Kosten von jedermann ohne Rücksicht auf Recht und Schicklichkeit auszudehnen... Dies vor hundert Jahren gegründete, seither verfolgte System fand eine neue Stütze im Enthusiasmus der Nation, in der Energie der Armee, besonders in einigen hervorragenden Militärs... Da sie mit den Russen nicht rivalisieren können oder wollen, so konzentrieren sie sich ganz auf Deutschland; die Eroberung Sachsens, so ungeheuer sie war, bedeutete für sie bloß den Anfang einer Reihe von Operationen, durch welche sie früher oder später den größten Teil Norddeutschlands an sich zu bringen, Österreich außer Gefecht zu setzen, und an die Spitze ganz Deutschlands zu gelangen hoffen. Zählend auf die Hilfe Russlands bei der Ausführung dieses weitschauenden Planes, wollten sie von dem Kongress wenigstens den Grundstein ihres Gebäudes nach Hause bringen."

Quelle: Friedrich von Gentz  zitiert nach G. Mann, Frankfurt a. M. 1995, S. 270