virtuelles Geschichtsheft für den Unterricht am städtischen Louise-Schroeder-Gymnasium in München                                 

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Wahlwerbung der Weimarer Republik

Arbeitsauftrag

Musterlösung Hindenburg - Reichspräsidentenwahl 1932

Analysiere das Plakat! 

1919-frauen-spd.jpg (45891 Byte) 1919 Patrick
1919 Mit diesem Plakat wirbt die Deutschnationale Volkspartei (DNVP) um die Stimmen der weiblichen Bevölkerung. Es geht dabei wahrscheinlich um die Reichstagswahl im Jahr 1919, ein Datum ist aber nicht angegeben.
Das Plakat besteht aus einer Zeichnung mit einem Aufruf und einem Text darunter. Die Farben beschränken sich auf schwarz, grau und gelb, wobei vor allem die Aufrufe durch gelb hervorgehoben werden sollen, der Kontrast zum Hintergrund ist aber bei schwarzer Schrift stärker.
Ganz oben steht groß: "Deutsche Frauen wacht auf". Diese Aufforderung bezieht sich direkt auf die Abbildung darunter. Man sieht eine Mutter mit ihrer schlafenden Tochter, die von einer großen Hand geweckt werden. Die Frau sieht erschöpft aus und stützt mit der Hand ihren Kopf. Im Hintergrund sieht man Ruinen und Stacheldraht als Überreste des 1. Weltkriegs. Die trübe Stimmung wird durch die graue Farbe verstärkt, nur die weckende Hand ist farbig. Frauen sollen sich mit der abgebildeten Frau und dem Kind, die den Krieg überstanden haben, identifizieren und nun die Gelegenheit haben Deutschland in ihrem Sinne politisch wieder aufzubauen.
Sie werden mit dem darunter liegenden Text mehrfach aufgerufen ihre Pflichten zu erfüllen und durch die Wahlteilnahme und die Stimme für die DNVP Deutschland zu "retten". Es wird an das Pflichtbewusstsein gegenüber dem Vaterland und der Zukunft der Kinder appelliert. Damit werden sie auch auf einer emotionalen Ebene angesprochen. Ganz unten steht in großer Schrift, die konkrete Aufforderung die DNVP zu wählen.
Die DNVP will Deutschland vor allem vor dem Marxismus und der Demokratie "retten" und spricht sich für die Erneuerung des Kaiserreichs aus. Ebenso will sie Deutschland vor jüdischem Einfluss beschützen. Da die Partei erst nach dem 1. Weltkrieg, aus zersplitterten, rechten Parteien, gegründet wurde, wird eine größere Wählerschaft benötigt. 
Es geht der Partei darum, durch das neue Frauenwahlrecht, insgesamt mehr Stimmen zu bekommen. Nicht nur die DNVP sondern auch alle anderen Parteien werben natürlich um diese neue Wählerschaft. Letztendlich profitiert die DNVP aber doch am stärksten von der neuen, weiblichen Wählerschaft (falsch) und wird bei der Reichstagswahl vom 4. Mai 1924 stärkste Fraktion. Bis dahin steigen auch die Mitgliederzahlen. Nach dieser Wahl gehen diese und die Wahlergebnisse wieder zurück. von Fabian Sturm

Die DNVP, wie alle anderen Rechtsparteien und auch später die NSDAP haben überproportional viel Männer als Wähler. Die Rolle der Frau in der DNVP und der NSDAP ist die der Mutter (s. Plakat) und nicht die einer selbstbestimmten berufstätigen Frau!

1919 Christian B
1919 Sarah
dvp1919.jpg (25482 Byte) 1919

Auf dem Plakat ist ein verwundeter Soldat zu sehen, der in kniender Haltung viel Blut verliert. Er trägt eine preußische Pickelhaube und einen Schnauzbart.

Darunter befindet sich folgender Schriftzug:

„Kriegsteilnehmer habt ihr deshalb euer Blut vergossen, damit es hier wie im Tollhaus zu geht? Soll der heutige Terrorismus alles zugrunde richten? Oder wollt ihr geordnete Umstände wie wir? Dann wählt zur Deutschen Volkspartei!“

Das Plakat stammt von 1919 und prangert das Machtvakuum, das im Nachkriegsdeutschland herrscht, an. „Damit es hier wie im Tollhaus zugeht“ sowie „Soll der heutige Terrorismus alles zugrunde richten“ meint, dass im Endeffekt niemand wusste, wer wie regiert, jeder aber seine eigene Staatsform ausrief (siehe Spartakusaufstand, Republikverkündung in Berlin, Soldaten/Arbeiteraufstände in Kiel usw.).

Das Plakat spricht, auch durch den abgebildeten Soldaten gezielt patriotische Menschen sowie Veteranen an, und verrät, wie auch der Name der Partei, dass es sich um ein rechtes, konservatives Parteiprogramm handeln muss. Die Verwundung des Soldaten könnte auch auf die Dolchstoßlegende anspielen, um vermehrt anti-sozialdemokratisch eingestellte Menschen für die Wahl zu gewinnen. Dem Soldaten wird suggeriert, dass er durch die Revolution (=Terrorismus) erstochen wurde!

Das Plakat kritisiert vor allem die innenpolitischen Zustände, aber könnte auch gegen den Vertrag von Versailles gerichtet sein („habt ihr deshalb euer Blut vergossen?“). Und die Demokraten akzeptieren das (=Tollhaus). Die Partei ist Diskussionen nicht gewohnt. Dieser demokratische Meinungsbildungsprozess wird als "toll" dargestellt.

Allgemein versucht das Plakat, durch seine provokante Erscheinung, Soldaten und einfache Bürger, die im Krieg Verluste erlitten haben (am eigenen Körper, wie auch in der Familie), auf die Seite der DVP zu ziehen, und versucht auch, das Bedürfnis der Deutschen nach einer starken Führung auszunutzen (eben durch die Erscheinung Bismarcks, der als Begründer des starken Deutschen Reichs angesehen wurde), welchem sich die Nationalsozialisten später bedienten.

Durch den Schriftzug am Ende wird der Wähler direkt angesprochen, damit jeder, der sich nach „geordneten Zuständen“ sehnt, die DVP wählt

 
dvp 1920 1920 Stefan
dnvp20.jpg (88540 Byte) 1920 Mirjam
   
   
   
 
   
   
   
   
   
Zentrum 1924 1924  
1928  
Volksentscheid 1928 Max
1932-s-w-r.jpg (54843 Byte) 1932

Das dargestellte Wahlplakat der DNVP stammt aus dem Jahre 1932. Das Land steht kurz vor der Übernahme Hitlers und die Bevölkerung verlangte einen starken Führer, der das Land aus der desolaten wirtschaftlichen und politischen Lage führte. Das Bild zeigt den Kopf eines Soldaten mit Helm in düstere Atmosphäre hinter schwarz weiß rotem Hintergrund. Es gibt keine geschrieben Aufforderung zur Wahl. Lediglich die Unterschrift „Kampffront –  Schwarz  Weiß Rot“ liefert ein wenig Text. (Erklärung fehlt) Ferner ist nicht zu erkennen, welcher Partei dieses Plakat zugeteilt werden kann, was jedoch aus den Farben im Hintergrund relativ leicht zu erschließen ist. Im Allgemeinen schafft dieses Plakat eine dunkle, militärische, gewaltbereite Aussage und trifft die Einstellung vieler Menschen in der Bevölkerung, was man auch am Wahlergebnis 1932 sehen kann.   Zusammenhang zur DNVP und zur Harzburger Front?

Thomas Meingast, K12  sehr mager
plakat-waehlt-spd-28.jpg (13708 Byte) 1928 Konstantin
kpd 1928 1928 In der Weimarer Republik gab es viele politische Strömungen. Eine davon ist die sog. Kommunistische Partei Deutschlands - kurz: KPD. Auf dem hier vorliegendem Plakat zur Reichstagswahl vom 20. Mai 1928 sieht man zentral in der unteren Hälfte des Bildes drei Köpfe, die aus einem Kragen (einer Uniform mit deutschen Reichsadler) herrausragen. Über ihnen befindet sich ein Hammer, dessen Kopf eine 5-Form (die KPD war die 5. Partei von oben auf der Wahlliste) hat und auf dessen Stiel die Worte -"LISTE Kommunistische Partei"- stehen. Der Hammer "erschlägt" die zu sehenden Köpfe.

Die Abbildung zeigt hier die linksradikale Bewegung (KPD), die in Form eines Hammers dargestellt ist und auf die politischen Gegner "einprügelt" und sie versucht zu verdrängen. Der Hammer und somit die KPD nimmt hierbei eine sehr offensive und aggressive Rolle über der politischen Führung in Form eins hier zur Waffe missbrauchten Hammers. (Der Hammer ist außerdem ein Symbol der Arbeiterbewegung.) Zur Zeit Vor der Wahl regierte eine Koalition unter Wilhelm Marx (Zentrum) zusammen mit der BVP,DVP und DNVP (Bürgerblock-Regierung oder bürgerliche Koalition). Im Wahlplakat werden diese Gruppierungen (bürgerliche) durch den linken und den rechten Kopf dargestellt (Zylinder). Zusätzlich wird ein noch weiter rechts orientierter Feind duch den mittleren Kopf dargestellt: die NSDAP in Form eines Soldaten mit Helm und Hakenkreuz, dem Symbol der NSDAP.

1932 RT-Wahl Tina
1932 RT-Wahl Timothy
1932 RT-Wahl Julian
NSDAP 1932 Präsidentschaftswahlkampf 1932 RP-Wahl Duran
NSDAP 1932 Präsidentschaftswahlkampf 1932 RP-Wahl
    

 

 

 

                              

                                                         

Dieses Plakat wirbt für Hitler. Das Plakat enstand vor der Wahl des Reichspräsidenten in der sich auch Hitler zur Wahl stellte. Seit Beginn der Weltwirtschaftskrise prägten Straßenkämpfe den Alltag. Seit dieser Zeit erfuhren die Nationsozialisten immer mehr Zuwachs. Schließlich konnten sie sich mit ihren Kampftruppen die Wahlkämpfe beherrschen. 1931 ernannte die NSDAP Adolf Hitler, nachdem er die deutsche Staatsanghörigkeit erhielt, welche er benötigte um Reichspräsident zuwerden, ihn als Kandidaten zur Reichspräsidentschaft. Er stellte sich zur Wahl neben Hindenburg und Thälmann und Theodor Duesterberg. Nachdem im ersten Wahlgang noch kein eindeutiger Sieger gefunden wurde, unterlag Hitler jedoch Hindenburg im zweiten Wahlgang

Dieses Plakat der NSDAP wirbt für die Reichspräsidentschaft von Adolf Hitler.

Das Plakat ist in zwei Hälften aufgeteilt. Auf der einen Seite befindet sich Adolf Hitler, aufrecht stehend in Militäruniform mit eindeutig zu sehender Verletzung die er sich im ersten Weltkrieg zugezogen hatte. Zudem ist an seiner Uniform deutlich das eiserne Kreuz zu sehen, welches nur Soldaten bekommen haben, die im Krieg gekämpft haben. Auf der anderen Seite befindet sich eine Gruppe Juden, welche deutlich an ihren Koteletten zu erkennen sind. Einer aus der Gruppe hält einen Zettel mit der Aufschrift: „Deutscher Staatsbürgerschein“ in der Hand. Sie sind sehr negativ dargestellt mit strengen, fast fratzenartigem Gesicht und einer schlechten Körperhaltung. Vor dieser Gruppe steht ein weiterer Mann mit einer Zeitung in der Hand. Die Zeitung trägt den Titel Journaille. Der Begriff Journaille ist ein auch im Deutschen bekanntes französisches Wort für eine Tageszeitung die lediglich auf Sensationen aus ist und unverantwortlich handelt. Der Begriff wird mit gleicher Bedeutung auch für die in dieser Art und Weise tätigen Journalisten verwendet. In dieser Zeitung steht ein Artikel mit der Überschrift: Hitler wollte sich die Staatsbürgerschaft nur erschleichen“. Dieser Artikelt spielt auf die zuvor geschehenen Dinge an.  Vorangegangen war nämlich 1930 der misslungene Versuch des thüringischen Innen- und Volksbildungsministers Wilhelm Frick, Hitler zum Gendarmeriekommissar  zu ernennen und ihn so zum deutschen Staatsbürger zu machen; dies geschah erst 1931. Auch dieser Mann, wahrscheinlich ein Reporter hat keine aufrechte Körperhaltung und ist mit Stiernacken und eher durchwachsener Statur dargestellt. Unter der Gruppe die sich eindeutig gegen Hitler wendet steht deutscher Staatsbürger. Unter Hitler: ein Staatenloser.

Das Plakat spielt darauf an, dass Hitler, ein Mann, der für Deutschland gekämpft hatte und sogar verwundet wurde, zu Beginn nicht eingebürgert wurde, im Gegensatz zu den Juden und unnützen Journalisten die sich auf ihren „deutschen Schein“ berufen, jedoch nichts für den Staat und das Volk getan haben. Der Appell: „darum wählt Adolf Hitler!“ ist direkt an das Volk gerichtet und zeigt die Einstellung der Nationalsozialisten ehrvolle Männer, die sogar ihr Leben für dieses Land opfern würden, zukünftig mehr zu unterstützten als die Juden, die ihrer Ansicht nach nur auf dem Blatt etwas mit Deutschland zu tun haben und hier kein Existenzrecht haben. Es ist eine Art Versprechen diesen Missstand in der Gesellschaft auszumerzen, sobald Hitler an der Macht ist. 

Christoph Rother

Hindenburg-Wahlkampf 1932 Daniel
Steffi
1932 RP-Wahl Karin
1932 RP-Wahl Christian
1932 RP-Wahl Sebastian Schulz
NSDAP 1933 1933 RT Wenk

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