1900

Chronik des Boxeraufstands

 
27. Januar
Die europäischen Mächte, Japan und die USA fordern die chinesische Regierung auf, die Missionen vor Übergriffen der christen- und fremdenfeindlichen Boxer zu schützen. Die Boxer sind  eine antiimperialistische, fremdenfeindliche Geheimorganisation mit der Faust als Symbol (deshalb Boxer). Insgeheim unterstütz die Kaiserin die Boxer, da sie sich davon mehr Einfluss auf die Regierung verspricht.
15. April
Die Boxer werden verboten; Bestrafungsaktionen scheitern jedoch, da sich reguläre chinesische Truppen in Peking und Tientsin mit ihnen verbrüdern
18. Mai
Bei schweren Ausschreitungen der Boxer sterben 73 Menschen
10. Juni
Der britische Vizeadmiral Eward H. Seymour bricht mit einem internationalen Korps von Tientsin nach Peking auf
19. Juni
China stellt ein Ultimatum an die europäischen Gesandten in Peking, das Land innerhalb von 24 Stunden zu verlassen; Mobilmachung der deutschen Marineinfanterie und Entsendung nach China
20. Juni 
Ermordung des deutschen Gesandten von Ketteler vor Ablauf des Ultimatums (16 Uhr); nach 16 Uhr erster chinesischer Angriff auf die ausländischen Gesandtschaften in Peking. Die Botschaften in Peking verschanzen sich im Botschaftsviertel (gesichert durch alte Stadtmauer)
21. Juni
Offizielle Kriegserklärung Chinas an die Westmächte - Die Kaiserin schätzt die Kraftverhältnisse völlig falsch ein.
26. Juni
Niederlage und Rückzug Seymours nach Tientsin.
3. Juli
Allianzangebot Chinas an Japan (am 13. Juli abgelehnt)
27. Juli
Kaiser Wilhelm II. hält "Hunnenrede" ("Pardon wird nicht gegeben")
3. August
Das Heer der Kolonialmächte bricht von Tientsin nach Peking auf
15. August
Einzug des Heeres in Peking und Befreiung der seit acht Wochen belagerten Gesandten; Flucht des Kaiserhofes nach Taijüan. Plünderungen und Zerstörungen durch die Truppen.
25. September
Der chinesische Kaiserhof degradiert mehrere Prinzen und hohe Würdenträger, die in den Boxeraufstand verwickelt sind
26. Oktober
Beginn der Friedensverhandlungen zwischen der chinesischen Regierung und dem Bündnis der Kolonialmächte
1901
10. Januar
Friedensbedingungen der Kolonialmächte werden von der nach Siam geflüchteten Kaiserinwitwe Tzu Hsi akzeptiert
4. September
Eintreffen der sog. chinesischen Sühnegesandtschaft unter Leitung von Prinz Tschun bei Kaiser Wilhelm II. in Berlin
7. September
Internationales Boxerprotokoll zwischen den Besatzungsmächten und China unterzeichnet, das hohe Reparationsforderungen an China stellt