virtuelles Geschichtsheft für den Unterricht am städtischen Louise-Schroeder-Gymnasium in München                                 

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Die frühen Hochkulturen

 

Ägypten

um 3000 - 2200 v. Chr. Altes Reich, Hauptstadt Memphis. Zerfall des Reiches in Teilstaaten.

 

um 2100-1700 Neue Einigung im Mittleren Reich, Hauptstadt Theben. Zerfall durch den Einbruch der Hyksos.

 

um 1500-   712 Beseitigung der Hyksosherrschaft und Gründung des Neuen Reiches.

 

712 Eroberung durch die Assyrer

 

333 durch Alexander den Großen.

 

Um 3000 v.Chr. entstand im  Niltal auf einer Länge von 1000 km und 10-30 km Breite das Alte Reich. An der Spitze stand der Pharao, der Gottkönig, als Verkörperung des Sonnen- und Falkengottes. Priester und Beamte bildeten die oberste Schicht. Sie wurden durch Landverleihungen des Königs entlohnt. Sie konnten als einzige lesen  und schreiben.  Ihre  Bilderschrift (Hieroglyphen) wurde u.a. mit Feder und Farbstoff auf Papyrus (Papier), dem gepressten und getrockneten Mark der Papyrusstaude, geschrieben. Die Priester hatten außerdem umfangreiche Kenntnisse auf vielen Gebieten der Wissenschaft (Medizin,   Geometrie,  Astronomie) und sie beherrschten den Toten- und Götterkult. Den Gottheiten wurden riesige Tempelhallen erbaut, vor deren Eingang Obeliske und Sphinxe als Wächter standen. Da die Ägypter glaubten, dass der Tote weiterlebt, wenn sein Leib erhalten bleibt, suchten sie die Leichen der vornehmen Toten vor der Verwesung durch Einbalsamierung zu schützen. Die Könige des Alten Reiches ließen sich gewaltige Grabdenkmäler, die Pyramiden, errichten. Die höchste, die des Königs Cheops, erreichte eine Höhe von 146 m. Über 2 Millionen Steinquader aus Granit mussten aus dem 1000km entfernten Assuan herbeigeschafft werden. 20 Jahre arbeiteten in den dreimonatigen Hochwasserzeiten Tausende von Sklaven, Bauern und Handwerker. Die Bauern gehörten als Leibeigene dem König oder den Grundherren und bebauten deren Güter. Die Handwerker arbeiteten in staatlichen Werkstätten. Die unterste und völlig rechtlose Schicht bildeten die Sklaven, die bei Beute- und Kriegszügen gefangen wurden.

Im Mittleren und Neuen Reich ließen sich die Könige in geheimen Felsgräbern im „Tal der Könige" bei Theben bestatten. Die Wände der Grabkammern wurden mit farbkräftigen Bildern bemalt. Hier entdeckte 1922 der Archäologe Carter das unversehrte Grab des Pharao Tut-ench-amun, dessen Mumie in drei wertvollen Särgen lag und von unermesslichen Schätzen umgeben war.

Nach einer langen Zeit des Verfalls wurde schließlich das Neue Reich 712 von den Assyrern aus Vorderasien erobert.

 

 

Mesopotamien

seit    3500 v. Chr. Stadtstaaten der Sumerer

seit  2500 Einfall semitischer Stämme

um     1700 Babylonisches Reich unter Hammurabi

1000-612 Assyrisches Reich

612-539 Neubabylonisches Reich

539 Eroberung Mesopotamiens durch die Perser

Mesopotamien war nicht wie Ägypten durch natürliche Grenzen geschützt. Deshalb wurde das fruchtbare Land häufig Ziel von Angriffen der umwohnenden Völker. Um 3500 v. Chr. entstanden im Zwischenstromland von Euphrat und Tigris die Stadtstaaten der Sumerer. Sie entwickelten die sog. Keilschrift. Keilartige Zeichen wurden mit Holzstäbchen auf weiche Tontafeln gedrückt und diese in der Luft getrocknet Zur Verehrung ihrer Stadtgottheiten errichteten sie stufenförmig ansteigende Tempeltürme (s. Turm von Babel), auf denen Menschenopfer dargebracht und der Lauf der Gestirne zur Vorhersage menschlichen Schicksals beobachtet wurden (Astrologie). Von den Sume­rern stammt die Einteilung des Jahres in 12 Monate, des Tages in 2x12 Stunden, der Stunde in 60 Minuten und der Minute in 60 Sekunden sowie die Einteilung des Kreises in 360 Grad. Seit 2500 v. Chr. brachen semitische Stämme aus Arabien in das Zweistromland ein und unterwarfen die Sumerer. Um 1700 v.Chr. einigte Hammurabi von Babylon aus das Land unter seiner Herrschaft. Er war der erste, der ein Gesetzbuch in Stein meißeln ließ, das auf dem Grundsatz, Auge um Auge, Zahn um Zahn, beruhte. Die Gesellschafts- und Staatsordnung des BabyIonischen Reiches glich der Ägyptens.

Das Babylonische und Assyrische Reich

 

Seit dem 11. Jahrhundert drang erneut ein semitischer Stamm, die Assyrer, von NW her ein. 729 v. Chr. eroberten sie Babylon und breiteten ihre Herrschaft über Kleinasien, Syrien bis nach Ägypten aus. Hauptstadt war Ninive. Dort ließ der bedeutendste Herrscher der Assyrer, Assurbanipal, in seiner Bibliothek über 20000 Tontafeln zusammentragen, auf denen viele unserer Kenntnisse über Mesopotamien beruhen.

Den Babyloniern gelang es 612 v.Chr., durch die Zerstörung Ninives sich von der assyrischen Herrschaft zu befreien und für kurze Zeit das Neubabylonische Reich zu errichten. 539 v. Chr. eroberten die Perser Babylon und machten Mesopotamien zu einer persischen Provinz.

 

Palästinna

um 1000 v. Chr.  Eroberung Jerusalems durch die Israeliten und Gründung eines Reiches

um 900 Zerfall des Reiches in ein Nord- und Südreich

722  Eroberung des Nordens durch die Assyrer

586 Eroberung des Südens durch die Neubabylonier  Babylonische Gefangenschaft der Juden bis 539

1200-800  Seeherrschaft der Phöniker im Mittelmeer

An der Mittelmeerküste Vorderasiens entstanden zwei weitere bedeutende politische und kulturelle Schwerpunkte.

Um 1000 v. Chr. gründete König David um Jerusalem im heutigen Palästina das Reich der Israeliten. Nach dem Tod seines Sohnes Salomon zerfiel das Reich in das nördliche Israel und das südliche Judäa. Ersteres wurde 722, letzteres 586 von Mesopotamien aus unterworfen. Ein Teil der Bevölkerung Judäas wurde nach Mesopotamien umgesiedelt (Babylonische Gefangenschaft), konnte aber nach der Eroberung Mesopotamiens durch die Perser wieder zurückkehren. Im Gegensatz zu den Völkern der Umgebung verehrten die Israeliten nur einen Gott (=Monotheismus), Jahwe, als Herrn der Welt. Um 60 v. Chr. gerieten die Israeliten unter römische Herrschaft.

Am Fuß des Libanongebirges ließen sich die semitischen Phöniker nieder. Sie wandten sich besonders dem Seehandel zu und beherrschten von 1200 bis 800 v. Chr. den gesamten Mittelmeerhandel. Sie gründeten Handels­niederlassungen, wie Cadiz in Spanien, Palermo auf Sizilien und Karthago in Nordafrika. Wahrscheinlich drangen sie auf Handelsfahrten bis an die Westküste Afrikas und nach Britannien vor. Sie schufen eine praktische Buchstabenschrift, die .von den Griechen übernommen wurde und von da zu den Römern und ins übrige Europa gelangte.

 

 

   

China

   

Indien