virtuelles Geschichtsheft für den Unterricht am städtischen Louise-Schroeder-Gymnasium in München                                 

vor 3000 3000 - 800 800v. - 500n. 500 - 1500 1400 - 1789 1789-1848 1815-1914 1890-1914 1914-1918 1918-1939 1939-1945 1945 - 1990 seit 1990
Frühgeschichte Hochkulturen Antike Mittelalter Aufklärung-Absolutismus Revolutionen Nationalstaaten Imperialismus Weltkrieg I Zwischen den Weltkriegen Weltkrieg II Kalter Krieg Gegenwart
                         

Startseite

Impressum Unterrichtsmaterial Sitemap Arbeitstechniken Didaktik m@scholl online       Deutschland Europa Amerika Asien Afrika

Fotos machen Geschichte und prägen Meinungen - genau hinschauen!

 

Medienerziehung:  Wie entsteht ein Eindruck vom wirklichen Geschehen? Wer beeinflusst die Wahrnehmung der Wirklichkeit. Welche Wirklichkeit ist die Wahrheit? Wie entstehen und wie entstanden politische Meinungen, Eindrücke, Urteile und Vorurteile? Wie kann man der Manipulation entgegenwirken? Was heißt kritische Mediennutzung?  Beispiele aus der Geschichte und der Gegenwart weisen SchülerInnen auf Manipulationsmöglichkeiten hin. Eine letzte Diskussion mit SchülerInnen führt zu den Ursachen von Ereignissen der Geschichte. "Gibt es eine Verschwörung gegen die Welt?"

 

Beispiel Gaza
Krieg Januar 2009
Nahostkonflikt
Inhalte s. hier

alle Fotos rechts sind Bloggs oder privaten Bilderdatenbanken entnommen (Picasa, Flickr) - Hier kann man Politik machen

1 2 3
 
4 5
Sameh A.

 

Fälschung?
 MOHAMMED ABED/AFP/Getty Images

hier werden Zweifel bestätigt! http://tangibleinfo.blogspot.com/
Kinder eignen sich, Emotionen zu wecken, deshalb tauchen immer wieder (die gleichen??) Fotos in verschiedenen Situationen auf! Man muss genau hinsehen, damit man Wahrheit von Propaganda unterscheiden kann! Die Fälschungen werden dann durch Karikaturisten zur karikierten Wahrheit!

zoriah_gaza_destruction_damage_civilian_
child_baby_hospital_hamas_israel_idf__05-08-06-FD9T8740hr 

Titel des Bildes, damit es zum Dokument im Gaza-Konflikt wird. was glaubt man zu sehen?
Was sieht man wirklich? Was wird im Zusammenhang mit den Suchbegriffen, mit denen das Foto im Internet gefunden werden soll, ausgesagt? Es dient in einem Blog als Spendensammler für ..... Geld/Waffen/humanitäre Hilfe.
Bild weckt ohne Inhalte Emotionen und stellt fragwürdige Zusammenhänge her
http://www.flickr.com/
photos/aphrodite/3165576983/
http://www.flickr.com/
photos/25932069@N07/3190647249/
Was sagt das Foto aus? Was beweist es? Welche Botschaft wird damit transportiert? Warum?
Hier werden gewagte politische Verbindungen hergestellt! Was soll gesagt werden? Warum ist das falsch?

 

Was zeigt das Bild? - was beweist es? Welche Zusammenhänge sind real? In Picasa wird hier eine Dokumentation fragwürdiger Art gegeben. Der Geländewagen taucht auch in einem Video ohne die Opfer (Radfahrer) auf. Stehen diese beiden Vorgänge überhaupt in Verbindung? Haben sich die Radfahrer nur dazugelegt, um fotografiert zu werden? Hier werden Kriegsfolgen (Jeep) kurzfristig zum Hintergrund für eine "Performance"!

 

6 7 8 9

?

Die Fotos, die von Menschenrechtsverletzungen fehlen, weil eine freie Berichterstattung nicht möglich ist!

 

Hier werden falsche Zusammenhänge hergestellt und vorgetäuscht, dass das Foto irgendetwas mit Gaza und dem Krieg zu tun hätte! Fotomontage
Was ist wahrscheinlich montiert? (s. Schärfe!)
Was soll damit gesagt werden? Wer verkauft wen als irre/böse?
Pixelzahl im Foto variiert!
Fälschung! Foto des Jahres 2006 von Reuters - aber eben eine Fälschung - jetzt wieder im Gaza-Krieg als neuer Beweis für barbarische Israelis veröffentlicht um Spenden für Gaza zu sammeln. Aus einem AFP-Video wird ein Märtyrer geboren - eine Fälschung!
s. unten und im Internet
Mohammed al-Dura
Was beweist dieses Foto? Ist dies Blut? Soll es wohl sein!

Unterrichtsidee

Gerade diese z.T. wirklich gefährliche Auswahl lässt sich in einer Unterrichtsstunde verwenden. Bilder entfachen Emotionen und machen Politik! Fotografen setzen Bilder ein, um bestimmte Inhalte zu transportieren. Dies können bewegte (Videos) oder Fotos sein. Kritische  Beobachter der Szene im Nahen Osten haben am Beispiel des Gaza-Kriegs 2009 eine Reihe emotionaler Fälschungen entlarvt. Beide Seiten (Palästinenser und Israelis) arbeiten dabei mit gleichen Mitteln. Es werden Fotos gestellt, Fotos aus Perspektiven verfälschender Art aufgenommen und es werden Fotos retuschiert. Israel hat keine Reporter der freien Presse nach Gaza einreisen lassen, alle Fotos aus israelischen Quellen stammen von Militärreportern. Die Palästinenser fotografieren ihre Sicht und setzen die weltweiten Bilddatenbanken und das Internet für sich ein. Einige der Bilder sind als Fälschungen entlarvt worden. Hier können Sie Ihren Schüler(-innen) das Problem aufzeigen. Wie wirkt ein Foto? Ist es nach der Wirkung nach wichtig, ob es echt ist (ein Original)? Welche Konnotationen und Emotionen erwecken manche Bilder in uns? Welche Schlüsse zieht man aus den Bildern? Wie entsteht ein Bild im Betrachter von der Wirklichkeit? Ist die gesehene Wirklichkeit die Wahrheit und Realität???

All die Zweifel, die hier an Bildern erzeugt werden, bedeuten nicht, dass der Krieg nicht stattgefunden hat, dass die Zivilbevölkerung nicht gelitten hat. Und Zweifel bestehen überhaupt nicht, dass in diesem Krieg - wie im Libanon Krieg 2006 - von Israel verbotene Waffen eingesetzt wurden, dass die Menschenrechte mit Füßen getreten wurden. Dieser Krieg - das hat diese eine Doppelstunde im Geschichtsgrundkurs ergeben, wird schmutzig geführt! Von beiden Seiten! Wie kann man sich gegen Selbstmordattentäter wehren? Durch eine Mauer, die selbst zum Kriegsverbrechen wird? Dadurch, dass man den Palästinensern das Wasser und die Quellen wegnimmt? Aber wir haben gelernt, in Zukunft genauer hinzuschauen, wenn in einem Blog oder einer Internetseite ein Foto gezeigt wird, das Emotionen weckt. Nur mit Rationalität kann man einem Konflikt beikommen, der nur aus Irrationalem besteht.

Material

Propagandaseiten der islamischen Seite:

Propagandaseiten der Israelis

Fälschungen als Propaganda entlarvt - Verschwörungstheorien auf allen Seiten!

 

Ein Ausflug in die Geschichte der prägenden Fotos und Fotofälschungen ist hier möglich (s. unten Russische Revolution).

Es gibt Schlüsselbilder der Geschichte. Diese sind bis bis in die 90er Jahre des letztes Jahrhunderts auf Filmmaterial gespeichert (Negative). Durch diese ist eine Fälschung weitgehend auszuschließen. Manipulationen sind erkennbar. Mit der Digitalisierung des Mediums Fotografie wird das Negativ als Dokument abgeschafft und das Foto der technischen Manipulierbarkeit ausgeliefert. Der Beweis für eine Fälschung ist schwierig zu führen. Vor Gericht wird das digitale Bild nur durch eine beeidigte Aussage des Fotografen zum Beweis. Viele Bilder können erst durch die Quantität der Bilder (es wird viel mehr "geknipst") aus verschiedenen Quellen verifiziert werden.
Fälschungsindizien:

  • Schatten im Bild mit Uhrzeit der Aufnahme und Datum vergleichen. Wetterbericht lesen; Sonnenstandswinkel nachmessen!
  • Auflösung des Bildes analysieren. Ist das Produkt überall gleich aufgelöst? Besteht es aus verschiedenen Ebenen? Bild 7
  • Gesichter auf verschiedenen Fotos vergleichen, Taucht immer wieder die gleiche Person auf? Wer blickt in die Kamera? Wer weiß, dass er fotografiert wird.
  • Abgleich verschiedener Bildreporter am Ort. Wird die Situation auch von einer anderen Seite so gezeigt? Taucht der Ort in einem Video auch auf? Sind die Szenen plausibel?
  • Ist der Hintergrund regional eindeutig zuordenbar? Taucht ein Foto öfters auf? 2006 und 2009 (s. Bild 8) Dieses Bild gibt es auch ohne menschliche Opfer, ohne Blut! (Bild5)
  • Was ist eigentlich zu sehen (Bild 4, Bild 9) Wie macht der Text das Bild zum Dokument? Wie werden diese Bezüge hergestellt? (Bild 3, Bild6)
  • Fotos können mit Wasserzeichen (unsichtbar) versehen werden. Wenn nur ein Pixel verändert wird, wird durch die Codierung durch die Schutzsoftware das Bildes als verändert angezeigt.
  • Zum Aufspüren von Fälschungen in der digitalen Fotografie: SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt
  • "Ein Schwachpunkt, den im Prinzip jede technische Überprüfung hat, die von analogen Fotos genauso wie die von digitalen. "Ich muss das Bild nur schlecht genug machen und das gefälschte Bild noch mal abfotografieren, in schlechterer Qualität, vielleicht leicht verwischt oder unscharf", sagt Anders Uschold. "Schon habe ich Manipulationen auch im angeblich fälschungssicheren Negativfilm oder im Digitalbild, ohne Spuren oder Fehlersignaturen und kaum zu entdecken." Hier ist dann allein der gesunde Menschenverstand gefragt." aus:  http://www.spiegel.de/netzwelt/tech/0,1518,346839-2,00.html

     

Beispiel Vietnamkrieg
Warum prägen gerade diese Fotos? Können Sie sich nach an den Vietnamkrieg erinnern? Diese Fotos haben die Generation der 50 - 60-Jährigen geprägt! In welche Richtung? Wie hat die Lehrkraft, die diese Fotos als Jugendlicher zwischen 1964 und 1969 gesehen hat, darauf reagiert? Thema der Unterrichtsstunde: Schüler(-innen) interviewen die Lehrkraft, wie sie sich durch die "Scheinwirklichkeit" der Bilder hat beeinflussen lassen. Dazu haben die SchülerInnen als gute Journalisten vorrecherchiert und sich informiert! hier

Beispiel Vietnam
Inhalte s. hier

 

Quelle Fotos:
Alle Fotos werden im Internet vielfach angeboten

 

Selbstverbrennung

 

Napalm gegen Kinder

 

Polizeipräsident übt Selbstjustiz

 

Gefangener

 

Opfer im Sumpf

 

MyLai

 

 

 

Beispiel Russische Revolution ohne Trotzki?
Fälschung von Fotos
Inhalt s. hier

 

 

Das Foto einer Rede Lenins in St. Petersburg! einmal mit und später aus dem Bild heraus retuschiert ohne Trotzki

Fotos fälschen die Geschichte

     

Beispiel 6. Klasse
Römer in Berlin

Seht interessantes Unterrichtsprojekt aus Berlin: "Römer in Berlin"  Thema: Medienkompetenz sichern, kritische Betrachtung des Internets und von Fotos stärken. http://www.lehrer-online.de/431143.php Material hier

 
             

Beispiel

Hitlers Tagebücher

    Die Geschichte der Tagebücher und des Reinfalls des Stern

mehr hier auf Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Hitler-Tageb%C3%BCcher

Mit der Behauptung, er habe originale Hitlertagebücher gefunden, entlockte Kujau dem Stern-Reporter Heidemann (Sammler von Naziüberbleibseln) journalistisches Interesse und das Versprechen von 9,3 Millionen Ankaufspreis. Stück um Stück lieferte Kujau dem Reporter in geheimen Treffen die Kladden des ehemaligen „Führers“ aus. Angeblich seien sie bei einem Flugzeugabsturz bis nach Sachsen  und von dort zu Kujau gekommen. Geprüft wurden sie vom "Stern" kaum, denn dann wären einige Ungereimtheiten aufgefallen. Von Treffen zu Treffen schrieb Kujau ledergebundene Bücher mit angeblichen Gedanken und Bekenntnissen Adolf Hitlers voll. Er schrieb im Kern aus  Hitlerbiografien ab. Was dort nicht vorkam, stand auch nicht in den Tagebüchern. Wirkliches Insiderwissen zur Politik fehlte völlig. Zu zentralen Ereignissen der Zeit der beiden veröffentlichten Tagebücher fehlten Einträge bzw. ein Kommentar. Historikern kam dies schnell komisch vor. Auch waren nirgendwo irgendwelche Hinweise auf ein Tagebuch Hitlers gefunden worden. Selbst die Tagebücher Goebbels` enthielten keine Hinweise darauf, obwohl sonst alles verzeichnet war, die privaten Aufzeichnungen von Hitler nahestehenden sprachen nie vom Tagebuchschreiber Hitler. Es wird nie von einem Rückzug ins Arbeitszimmer oder anderswohin gesprochen. So waren viele skeptisch, aber Kujau lieferte weiter (insgesamt soll A.H. 60 Bände gefüllt haben). Als ihm die Ideen für seine Rollenprosa ausgingen, schrieb er auch mal ganze Hitler-Reden im originalen Wortlaut ab. Auch bei der Anschaffung der leeren Bücher hatte er sich keine besondere Mühe gegeben. Sie wurden nach 1945 produziert, was Kriminologen labortechnisch sehr schnell herausfanden (Papierqualität, eingesetzte Chemikalien). Verhängnisvollstes Indiz: Die Einband-Initialen in Sütterlin-Schrift bedeuteten nicht A H sondern F H. Das hätte dem erfahrenen Fälscher eigentlich auffallen müssen. So wurde der Stern - einstmals ein ernstes politischen Blatt in Deutschland - zum Gespött des politischen Journalismus.

Beispiel

Papst lässt Besitzurkunde des Kirchenstaats fälschen

Die Konstantinische Schenkung und ihre Geschichte

Möglicherweise spielte die Konstantinische Schenkung bereits in den fünfziger Jahren des 8. Jahrhunderts eine Rolle, als Papst Stephan II. sich mit dem Frankenkönig Pippin III. verbündete und Pippin dem Papst die Herrschaft über vorher langobardische Gebiete in Mittelitalien überließ. Manche Forscher meinen aber, dass die Fälschung erst im späten achten Jahrhundert oder zu Beginn des neunten angefertigt wurde.

Der erste nachweisliche Bezug findet sich in einer Urkunde von Papst Benedikt VII. an einen spanischen Empfänger vom April 979. Diese lehnt sich im Pönformular ausführlich an den Text der Konstantinischen Schenkung an. Das Exzerpt war jedoch rechtlich unerheblich und rein diplomatischer Schmuck.

Kaiser Otto III. bestritt 1001 die Rechtsgültigkeit der Konstantinischen Schenkung, doch war dies nur seine persönliche Meinung und blieb folgenlos, da Otto schon im Januar 1002 starb.

Mit voller Wucht wird indes das Constitutum vorgetragen im großen Streit zwischen dem byzantinischen Patriarchen Michael Kerullarios und Papst Leo IX. bzw. dessen Vertreter und Abgesandten, dem Kardinal Humbert von Silva Candida (1053/1054), der nach Konstantinopel gereist war. Es ging bei diesem Streit zwischen Ost und West zunächst um liturgische Fragen und um die Verwendung gesäuerten oder ungesäuerten Brotes bei der Eucharistie. Doch bald rückte das Problem des Primats des römischen Bischofs in den Mittelpunkt, und Humbert zitierte den Text des Constitutum im römisch-petrinischen Sinne: Zunächst stellte er die Reihenfolge der Patriarchensitze um, indem er Konstantinopel offenbar in erniedrigender Absicht ans Ende setzte, Rom, Alexandrien und nach dem Kleinpatriarchat von Jerusalem das große Konstantinopel. (Dass es um die Rangordnung ging, wird deutlich, als der Patriarch Michael Kerullarios Kaiserinsignien anlegte, entsprechend den Emblemen, die dem Papst von Konstantin Silvester und seinen Nachfolgern übertragen waren.) Der immer höher eskalierende Streit endete mit einer gegenseitigen Verfluchung der beiden Kirchen 1054, die als Schisma angesehen wurde, welches bis heute mehr oder minder andauert.

Von der Mitte des 11. Jahrhunderts an beriefen sich die Päpste bis zum Spätmittelalter nunmehr regelmäßig auf die Konstantinische Schenkung, sowohl zur Begründung territorialer Forderungen als auch im Konflikt mit den Patriarchen von Konstantinopel. Spätestens im 11. Jahrhundert wurde die Konstantinische Schenkung somit ein fester Bestandteil des Kirchenrechts. Daran änderte der Nachweis der Fälschung um 1440 zunächst nichts. Grund dafür ist das mittelalterliche Rechtsverständnis: bei Urkunden kam es auf den (plausiblen) Inhalt, nicht die Herkunft an. Fälschungen waren nicht ungewöhnlich und in der Regel juristisch vollständig inkorporiert.

Im Mittelalter haben außer Otto III. nur Häretiker und einzelne Gegner des Papsttums in Italien die Konstantinische Schenkung verworfen. Trotz der schweren jahrhundertelangen Konflikte des Papsttums mit dem Kaisertum und seinen Streitigkeiten mit französischen und englischen Königen hat keiner dieser Herrscher versucht, die Echtheit der Urkunde zu bestreiten. Jedoch kamen immer wieder Fälschungsvorwürfe auf aus verschiedenen Gründen. Sie konnten von der teilweise irreführenden Einordnung in den pseudoisidorischen Dekretalen (einem der im Frühmittelalter am weitesten verbreiteten Kirchenrechtsbücher) veranlasst sein. Das Constitutum Constantini steht dort nach einem Brief des Vorgängerpapstes von Silvester Melchiades (310-314) und nach einem Traktat über das Konzil von Nikäa (325), der bereits präzise von dem Schenkungsakt des Konstantin an Silvester spricht. Das brachte römische Kreise auf die Idee, in der Konstantinischen Schenkung eine Fälschung zu sehen. Sie sei eine Lüge und eine ketzerische Fabel, worüber in Rom "selbst die Krämer und die Marktweiber offen redeten" - so wurde Friedrich Barbarossa bei seiner Thronbesteigung 1152 berichtet. Eine stadtrömische Freiheitsbewegung wollte in der Mitte des 12. Jahrhunderts sämtliche Schenkungen an Papst Silvester rückgängig machen.

Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Konstantinische_Schenkung

 

Die Pippinsche Schenkung

http://www.phil.uni-passau.de/histhw/

Fälschungen sind so weit verbreitet, dass man gar nichts mehr glaubt oder Mächtigen alles zutraut! - dadurch wachsen Verschwörungs-theorien!

Text: Hip-Hop-Gruppe »Die Bandbreite«

Hier wird aktuell alles in Frage gestellt! Warum gibt es so viele Verschwörungstheorien? Warum glaubt man den Nachrichten der Mächtigen nicht mehr? Warum glaubt man eher gefälschten Bloggs im Internet? Hier kommt ein Kulturwandel?

Selbst gemacht

»Ihr wolltet damals über Cuba ein Flugzeug sprengen,
und dann Fidel Castro diesen die Coup anhängen.
Ich denke dann an den Golf von Tonkin in Vietnam,
damals habt ihr behauptet man griffe euch an,
ein anderes Unterfangen dat war ziemlich makaber,
eigne Leute geopfert im Massaker von Pearl Harbor,
ja die bösen Japaner, die euch nur dabei halfen,
endlich mit in den zweiten Weltkrieg einzugreifen.
Sehr ergreifend auch, datt damals irakischen Soldaten
in Krankenhäusern Babys aus den Brutkästen traten,
s war n Fake, ne Fälschung, ein PR-Gag von euch,
doch hat dat für den Eintritt in den Golfkrieg gereicht.
Und da macht ihr's mir leicht, mit dem 11. September,
denn an eurem Verhalten hat sich gar nix geändert.
Zwei weitere Länder legt ihr gleichsam in Eisen,
führt nen Krieg im Irak mit gefälschten Beweisen.«

Refrain: »Habt ihr dat vielleicht selbst gemacht?
Den Terror selber in die Welt gebracht?
Ja, ihr hattet doch damals diesen Think Tank
isset drin, datt ihr da an dieses Ding denkt?
Habt ihr dat vielleicht selbst gemacht?
Habt ihr dabei an dat Geld gedacht?
Habt ihr dafür die eigenen Leute getötet,
weil ihr dat Öl da drüben so dringend benötigt?
«

»Ja da war im Pentagon dieses Fünf-Meter-Loch,
in dat sich angeblich eine Boeing verkroch,
Auf die Frage, wo sind doch die Turbinen verblieben.
War die Antwort der Aufschlag tät sie pulverisieren.
Doch wie eruirt man aus dem Pulver, dem gleichen,
einwandfrei Identitäten von über 100 Leichen?
Warum zeigen sich keine Wrackteile auf dem Rasen,
Warum verbirgt dat FBI, wat die Kameras sahen?
Warum ist denn auf den veröffentlichten Kamera-Frames,
dann kein einziges Mal eine Boeing zu sehen?
Und wat is mit dem Erdbeben, datt Columbia misst,
wat typisch im Zusammenhang mit Sprengungen ist.
Es ist noch niemals ein Hochhaus, egal wie stark es brennt, ja
zusammengefallen wie die drei World Trade Center,
Der Stahl hat sich verbogen, is dat nich glatt gelogen?
Warum strebte dat Hochhaus dann im freien Fall zu Boden?
Ja das Ding klappt zusammen wie ein Kartenhaus,
und nur „Controlled Demolition“ räumt da hinterher auf?
Und wat taucht denn eigentlich die 911-Kommission?
Tut sie was außer Leuten hier die Augen zu wischen?«

Refrain

»Circa 2050 ist dat Erdöl verbraucht,
ihr seid ja vernünftig und datt merkt ihr ja auch,
ja ihr steht aufm Schlauch, denn ihr braucht auch so viel,
also geht ihr und saugt aus dem Boden dat Öl.
Ja, man kann ihn verstehen, euren drastischen Plan,
denn am kaspischen Meer liegt noch mehr von dem Kram.
Doch man kommt da nicht ran, bis zum Ozean,
is ein Land noch im Weg, ja Afghanistan,
da hausen Taliban, die ma Freunde waren,
doch weil sie böse warn, leider nich heute man,
es müssen Bomben fallen, ja man will ja gescheit sein
und legt den Grundstein für die Erdöl-Pipeline.
Ihr bleibt extrem, muss man kurz mal erwähnen,
und ihr nehmt euch dat Öl noch von Saddam Hussein.
Doch spätestens jetzt muss man sehen, datt Saddam,
zu dem Einsturz vom Trade doch am wenigsten kann.
Doch so fangt ihr ihn an den gerechten Krieg,
weil ihr euch so die Wahrheit zum Rechten biegt,
und ihr wiegt euch in Sicherheit - bis einer fragt
Habt ihr dat vielleicht selbst gemacht?«

Refrain

Verschwörungstheorien allgemein

Verschwörungstheorien behaupten, dass Manches oder Alles, was immer sich in einer Gesellschaft ereignet, das Ergebnis eines Planes mächtiger Individuen oder Gruppen ist. Damit werden V.-Th. zu einer paranoiden Erklärung der Welt, genannt "conspiracism". Typisch für „conspiracism“ ist dabei seine Immunisierung gegen jede Form von Widerspruch. Wer an den angebotenen Erklärungen zweifelt, gilt entweder als getäuscht, erpresst oder gar als Mitwisser der Verschwörung. Die Verschwörungsideologie kann dann nicht mehr widerlegt werden. Gerne wird von Verschwörungstheoretikern gerade das Fehlen von Beweisen als Beweis für eine Verschwörung gewertet, da dies eben die unheimliche Effektivität der Verschwörer zeige.
Diese Personalisierung von Handlungs- und Geschichtsursachen vollzieht sich immer in Verbindung mit einer auf der „Idee des Bösen“ beruhenden Zuschreibung. „Das Böse“ wird als überpersonale, weltbeherrschende Macht gedacht, die sich aber in ganz bestimmten Personengruppen manifestiert. Verschwörungsideologien bieten eine vereinfachende Antwort auf die Frage, wie das Böse in die Welt komme. Im Kern ist der Glaube an den Teufel als Gegenpart zu Gott die geistesgeschichtliche Wurzel aller Verschwörungsideologien.

"Die Verschwörung der Juden gegen die Welt"

Eine Übertragung dieser Verschwörungstheorie auf die Juden lässt sich für das letzte Drittel des 19. Jahrhunderts nachweisen, als der französische Rechtskatholik Henri Roger Gougenot des Mousseaux 1869 die Freimaurerei zu einer Deckorganisation der Juden erklärte. Diese kombinierte Verschwörungstheorie wurde 1921 von der britischen Autorin Nesta Webster noch erweitert, die sämtliche nicht- oder nicht orthodox christlichen Strömungen seit der Antike von den Gnostikern, über Assassinen, Illuminaten und Freidenkern bis hin zu Lenin und den russischen Revolutionären zu einer einzigen weltumspannenden Verschwörung wahlweise unter jüdischem oder unter satanistischem Vorzeichen zusammenstellte. Diese verschwörungsideologische Großkonstruktion, niedergelegt in der Schrift „Protokolle der Weisen von Zion“ wurde in den zwanziger Jahren von Erich Ludendorff, dem ehemaligen Generalquartiermeister des kaiserlichen Heeres, zum Wahnbild einer „jesuitisch-freimauererisch-jüdischen Weltverschwörung“ erweitert. A. Hitler übernahm diese Theorien in sein Ideologiegebäude des Nationalsozialismus. Dieses war noch mörderischer als andere Verschwörungstheorien, weil es davon ausging, dass die vermeintlichen Verschwörer nicht durch Absprache, sondern durch Abstammung Teil der Verschwörung geworden seien. Damit ist die alleinige Existenz des Menschen mit Schuld beladen. Auch heute wird von der Hamas und der Piusbruderschaft dieses Werk („Protokolle der Weisen von Zion“) als Beweis einer jüdischen Weltverschwörung betrachtet.

9-11

Seit den Anschlägen entstanden eine ganze Reihe von Verschwörungshypothesen dazu, die auf ca. einer Million englischsprachigen Webseiten und in Dutzenden Büchern und Filmen dargestellt werden.
Als eine wird vor von Andreas von Bülow und Helga Zepp-LaRouche behauptet, die USA hätten zur Durchsetzung ihrer Weltherrschaft Terrorgruppen gegründet, um einen Vorwand für die Unterwerfung der Welt zu haben. Andere Verschwörungstheoretiker fragen nach dem "cui bono" (= wem nutzt es?) der Anschläge. Diese denken dann an eine Beteiligung des israelischen Geheimdienstes Mossad und der CIA, die dadurch wieder an Macht gewonnen haben. Im Einzelnen werden der Ablauf und die Wirkung der Flugzeuge in Frage gestellt. Genaueres ist in Wikipedia und anderen zusammengestellt: http://de.wikipedia.org/wiki/Verschw
http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/

Verschwörungstheorie im Internet::
http://ralph-kutza.de/BBC_
Maischbergerinterview Bülows kommentiert :
http://www.arbeiterfotografie.com/




"WTC 7 ist gesprengt worden"



Die Bücher der Verschwörungstheoretiker und ihre Widerlegung
:

Neue Fälschung

Foto des toten BinLaden 2011

Hier wurde von interessierter Seite (?) bereits in der Nacht der Todesmeldung ein Foto für die Morgennachrichten (auch von ARD und ZDF verbreitet) gebraucht. Willig wurde auf eine Fälschung, eine Fotomontage aus zwei verschiedenen Bildern (links) vertraut, aus der man den toten BinLaden (rechts) zu erkennen glaubt.  
Fotofälschung der spanischen Propaganda hinter Franco 1940
original Franco mit geschlossenen Augen, komischer Handhaltung und "debilem" Blick

veröffentlichtes Foto für die Presse