|
virtuelles Geschichtsheft für den Unterricht am städtischen
Louise-Schroeder-Gymnasium in München
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Fotos machen Geschichte und prägen Meinungen - genau hinschauen!
|
||||||||||
Beispiel Gaza
|
1![]() |
2![]() |
3![]() |
4![]() |
![]() |
5![]() Sameh A. |
||||
|
|
Fälschung? MOHAMMED ABED/AFP/Getty Images
hier werden Zweifel bestätigt!
http://tangibleinfo.blogspot.com/ |
zoriah_gaza_destruction_damage_civilian_ child_baby_hospital_hamas_israel_idf__05-08-06-FD9T8740hr Titel des Bildes, damit es zum Dokument im Gaza-Konflikt wird. was glaubt man zu sehen? Was sieht man wirklich? Was wird im Zusammenhang mit den Suchbegriffen, mit denen das Foto im Internet gefunden werden soll, ausgesagt? Es dient in einem Blog als Spendensammler für ..... Geld/Waffen/humanitäre Hilfe. |
Bild weckt ohne
Inhalte Emotionen und stellt fragwürdige Zusammenhänge her http://www.flickr.com/ photos/aphrodite/3165576983/ |
http://www.flickr.com/ photos/25932069@N07/3190647249/ Was sagt das Foto aus? Was beweist es? Welche Botschaft wird damit transportiert? Warum? |
Hier werden
gewagte politische Verbindungen hergestellt! Was soll gesagt werden? Warum
ist das falsch?
|
Was zeigt das Bild? - was beweist es? Welche Zusammenhänge sind real? In Picasa wird hier eine Dokumentation fragwürdiger Art gegeben. Der Geländewagen taucht auch in einem Video ohne die Opfer (Radfahrer) auf. Stehen diese beiden Vorgänge überhaupt in Verbindung? Haben sich die Radfahrer nur dazugelegt, um fotografiert zu werden? Hier werden Kriegsfolgen (Jeep) kurzfristig zum Hintergrund für eine "Performance"! | ||||
|
|
6![]() |
7![]() |
8![]() |
![]() |
9
![]() |
Die Fotos, die von Menschenrechtsverletzungen fehlen, weil eine freie Berichterstattung nicht möglich ist! |
||||
|
|
Hier werden falsche Zusammenhänge hergestellt und vorgetäuscht, dass das Foto irgendetwas mit Gaza und dem Krieg zu tun hätte! | Fotomontage Was ist wahrscheinlich montiert? (s. Schärfe!) Was soll damit gesagt werden? Wer verkauft wen als irre/böse? Pixelzahl im Foto variiert! |
Fälschung! Foto des Jahres 2006 von Reuters - aber eben eine Fälschung - jetzt wieder im Gaza-Krieg als neuer Beweis für barbarische Israelis veröffentlicht um Spenden für Gaza zu sammeln. | Aus einem
AFP-Video wird ein Märtyrer geboren - eine Fälschung! s. unten und im Internet Mohammed al-Dura |
Was beweist dieses Foto? Ist dies Blut? Soll es wohl sein! | |||||
Unterrichtsidee |
Gerade diese z.T. wirklich gefährliche Auswahl lässt
sich in einer Unterrichtsstunde verwenden. Bilder entfachen Emotionen und
machen Politik! Fotografen setzen Bilder ein, um bestimmte Inhalte zu
transportieren. Dies können bewegte (Videos) oder Fotos sein. Kritische
Beobachter der Szene im Nahen Osten haben am Beispiel des Gaza-Kriegs 2009
eine Reihe emotionaler Fälschungen entlarvt. Beide Seiten (Palästinenser und
Israelis) arbeiten dabei mit gleichen Mitteln. Es werden Fotos gestellt,
Fotos aus Perspektiven verfälschender Art aufgenommen und es werden Fotos
retuschiert. Israel hat keine Reporter der freien Presse nach Gaza einreisen
lassen, alle Fotos aus israelischen Quellen stammen von Militärreportern.
Die Palästinenser fotografieren ihre Sicht und setzen die weltweiten Bilddatenbanken
und das Internet für sich ein. Einige der Bilder sind als Fälschungen
entlarvt worden. Hier können Sie Ihren Schüler(-innen) das Problem
aufzeigen. Wie wirkt ein Foto? Ist es nach der Wirkung nach wichtig, ob es
echt ist (ein Original)? Welche Konnotationen und Emotionen erwecken manche Bilder in uns?
Welche Schlüsse zieht man aus den Bildern? Wie entsteht ein Bild im
Betrachter von der Wirklichkeit? Ist die gesehene Wirklichkeit die Wahrheit
und Realität??? All die Zweifel, die hier an Bildern erzeugt werden, bedeuten nicht, dass der Krieg nicht stattgefunden hat, dass die Zivilbevölkerung nicht gelitten hat. Und Zweifel bestehen überhaupt nicht, dass in diesem Krieg - wie im Libanon Krieg 2006 - von Israel verbotene Waffen eingesetzt wurden, dass die Menschenrechte mit Füßen getreten wurden. Dieser Krieg - das hat diese eine Doppelstunde im Geschichtsgrundkurs ergeben, wird schmutzig geführt! Von beiden Seiten! Wie kann man sich gegen Selbstmordattentäter wehren? Durch eine Mauer, die selbst zum Kriegsverbrechen wird? Dadurch, dass man den Palästinensern das Wasser und die Quellen wegnimmt? Aber wir haben gelernt, in Zukunft genauer hinzuschauen, wenn in einem Blog oder einer Internetseite ein Foto gezeigt wird, das Emotionen weckt. Nur mit Rationalität kann man einem Konflikt beikommen, der nur aus Irrationalem besteht. Material
Ein Ausflug in die Geschichte der
prägenden Fotos und Fotofälschungen ist hier möglich
(s. unten Russische Revolution).
Beispiel Vietnamkrieg |
|||||||||
Beispiel Vietnam
|
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
||||
|
|
Selbstverbrennung
|
Napalm gegen Kinder
|
Polizeipräsident übt
Selbstjustiz
|
Gefangener
|
Opfer im Sumpf
|
MyLai
|
||||
Beispiel Russische Revolution ohne Trotzki?
|
![]() |
Das Foto einer Rede Lenins in St. Petersburg! einmal mit und später aus dem Bild heraus retuschiert ohne Trotzki Fotos fälschen die Geschichte |
![]() |
|||||||
Beispiel 6. Klasse
|
Seht interessantes Unterrichtsprojekt aus Berlin: "Römer in Berlin" Thema: Medienkompetenz sichern, kritische Betrachtung des Internets und von Fotos stärken. http://www.lehrer-online.de/431143.php Material hier |
|||||||||
BeispielHitlers Tagebücher |
![]() |
Die
Geschichte der Tagebücher und des Reinfalls des Stern
mehr hier auf Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Hitler-Tageb%C3%BCcher Mit der Behauptung, er habe originale Hitlertagebücher gefunden, entlockte Kujau dem Stern-Reporter Heidemann (Sammler von Naziüberbleibseln) journalistisches Interesse und das Versprechen von 9,3 Millionen Ankaufspreis. Stück um Stück lieferte Kujau dem Reporter in geheimen Treffen die Kladden des ehemaligen „Führers“ aus. Angeblich seien sie bei einem Flugzeugabsturz bis nach Sachsen und von dort zu Kujau gekommen. Geprüft wurden sie vom "Stern" kaum, denn dann wären einige Ungereimtheiten aufgefallen. Von Treffen zu Treffen schrieb Kujau ledergebundene Bücher mit angeblichen Gedanken und Bekenntnissen Adolf Hitlers voll. Er schrieb im Kern aus Hitlerbiografien ab. Was dort nicht vorkam, stand auch nicht in den Tagebüchern. Wirkliches Insiderwissen zur Politik fehlte völlig. Zu zentralen Ereignissen der Zeit der beiden veröffentlichten Tagebücher fehlten Einträge bzw. ein Kommentar. Historikern kam dies schnell komisch vor. Auch waren nirgendwo irgendwelche Hinweise auf ein Tagebuch Hitlers gefunden worden. Selbst die Tagebücher Goebbels` enthielten keine Hinweise darauf, obwohl sonst alles verzeichnet war, die privaten Aufzeichnungen von Hitler nahestehenden sprachen nie vom Tagebuchschreiber Hitler. Es wird nie von einem Rückzug ins Arbeitszimmer oder anderswohin gesprochen. So waren viele skeptisch, aber Kujau lieferte weiter (insgesamt soll A.H. 60 Bände gefüllt haben). Als ihm die Ideen für seine Rollenprosa ausgingen, schrieb er auch mal ganze Hitler-Reden im originalen Wortlaut ab. Auch bei der Anschaffung der leeren Bücher hatte er sich keine besondere Mühe gegeben. Sie wurden nach 1945 produziert, was Kriminologen labortechnisch sehr schnell herausfanden (Papierqualität, eingesetzte Chemikalien). Verhängnisvollstes Indiz: Die Einband-Initialen in Sütterlin-Schrift bedeuteten nicht A H sondern F H. Das hätte dem erfahrenen Fälscher eigentlich auffallen müssen. So wurde der Stern - einstmals ein ernstes politischen Blatt in Deutschland - zum Gespött des politischen Journalismus. |
||||||||
BeispielPapst lässt Besitzurkunde des Kirchenstaats fälschen |
Die
Konstantinische Schenkung und ihre Geschichte Möglicherweise spielte die Konstantinische Schenkung bereits in den fünfziger Jahren des 8. Jahrhunderts eine Rolle, als Papst Stephan II. sich mit dem Frankenkönig Pippin III. verbündete und Pippin dem Papst die Herrschaft über vorher langobardische Gebiete in Mittelitalien überließ. Manche Forscher meinen aber, dass die Fälschung erst im späten achten Jahrhundert oder zu Beginn des neunten angefertigt wurde. Der erste nachweisliche Bezug findet sich in einer Urkunde von Papst Benedikt VII. an einen spanischen Empfänger vom April 979. Diese lehnt sich im Pönformular ausführlich an den Text der Konstantinischen Schenkung an. Das Exzerpt war jedoch rechtlich unerheblich und rein diplomatischer Schmuck. Kaiser Otto III. bestritt 1001 die Rechtsgültigkeit der Konstantinischen Schenkung, doch war dies nur seine persönliche Meinung und blieb folgenlos, da Otto schon im Januar 1002 starb. Mit voller Wucht wird indes das Constitutum vorgetragen im großen Streit zwischen dem byzantinischen Patriarchen Michael Kerullarios und Papst Leo IX. bzw. dessen Vertreter und Abgesandten, dem Kardinal Humbert von Silva Candida (1053/1054), der nach Konstantinopel gereist war. Es ging bei diesem Streit zwischen Ost und West zunächst um liturgische Fragen und um die Verwendung gesäuerten oder ungesäuerten Brotes bei der Eucharistie. Doch bald rückte das Problem des Primats des römischen Bischofs in den Mittelpunkt, und Humbert zitierte den Text des Constitutum im römisch-petrinischen Sinne: Zunächst stellte er die Reihenfolge der Patriarchensitze um, indem er Konstantinopel offenbar in erniedrigender Absicht ans Ende setzte, Rom, Alexandrien und nach dem Kleinpatriarchat von Jerusalem das große Konstantinopel. (Dass es um die Rangordnung ging, wird deutlich, als der Patriarch Michael Kerullarios Kaiserinsignien anlegte, entsprechend den Emblemen, die dem Papst von Konstantin Silvester und seinen Nachfolgern übertragen waren.) Der immer höher eskalierende Streit endete mit einer gegenseitigen Verfluchung der beiden Kirchen 1054, die als Schisma angesehen wurde, welches bis heute mehr oder minder andauert. Von der Mitte des 11. Jahrhunderts an beriefen sich die Päpste bis zum Spätmittelalter nunmehr regelmäßig auf die Konstantinische Schenkung, sowohl zur Begründung territorialer Forderungen als auch im Konflikt mit den Patriarchen von Konstantinopel. Spätestens im 11. Jahrhundert wurde die Konstantinische Schenkung somit ein fester Bestandteil des Kirchenrechts. Daran änderte der Nachweis der Fälschung um 1440 zunächst nichts. Grund dafür ist das mittelalterliche Rechtsverständnis: bei Urkunden kam es auf den (plausiblen) Inhalt, nicht die Herkunft an. Fälschungen waren nicht ungewöhnlich und in der Regel juristisch vollständig inkorporiert. Im Mittelalter haben außer Otto III. nur Häretiker und einzelne Gegner des Papsttums in Italien die Konstantinische Schenkung verworfen. Trotz der schweren jahrhundertelangen Konflikte des Papsttums mit dem Kaisertum und seinen Streitigkeiten mit französischen und englischen Königen hat keiner dieser Herrscher versucht, die Echtheit der Urkunde zu bestreiten. Jedoch kamen immer wieder Fälschungsvorwürfe auf aus verschiedenen Gründen. Sie konnten von der teilweise irreführenden Einordnung in den pseudoisidorischen Dekretalen (einem der im Frühmittelalter am weitesten verbreiteten Kirchenrechtsbücher) veranlasst sein. Das Constitutum Constantini steht dort nach einem Brief des Vorgängerpapstes von Silvester Melchiades (310-314) und nach einem Traktat über das Konzil von Nikäa (325), der bereits präzise von dem Schenkungsakt des Konstantin an Silvester spricht. Das brachte römische Kreise auf die Idee, in der Konstantinischen Schenkung eine Fälschung zu sehen. Sie sei eine Lüge und eine ketzerische Fabel, worüber in Rom "selbst die Krämer und die Marktweiber offen redeten" - so wurde Friedrich Barbarossa bei seiner Thronbesteigung 1152 berichtet. Eine stadtrömische Freiheitsbewegung wollte in der Mitte des 12. Jahrhunderts sämtliche Schenkungen an Papst Silvester rückgängig machen. Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Konstantinische_Schenkung
|
![]() |
|
Die Pippinsche Schenkung |
||||||
Fälschungen sind so weit verbreitet, dass man gar nichts mehr glaubt oder Mächtigen alles zutraut! - dadurch wachsen Verschwörungs-theorien!Text: Hip-Hop-Gruppe »Die Bandbreite« |
Hier wird
aktuell alles in Frage gestellt! Warum gibt es so viele
Verschwörungstheorien? Warum glaubt man den Nachrichten der Mächtigen nicht
mehr? Warum glaubt man eher gefälschten Bloggs im Internet? Hier kommt ein
Kulturwandel?
Selbst gemacht |
Verschwörungstheorien allgemein
Verschwörungstheorien behaupten, dass Manches
oder Alles, was immer sich in einer Gesellschaft ereignet, das Ergebnis
eines Planes mächtiger Individuen oder Gruppen ist. Damit werden V.-Th. zu
einer paranoiden Erklärung der Welt, genannt "conspiracism". Typisch für „conspiracism“
ist dabei seine Immunisierung gegen jede Form von Widerspruch. Wer an den
angebotenen Erklärungen zweifelt, gilt entweder als getäuscht, erpresst oder
gar als Mitwisser der Verschwörung. Die Verschwörungsideologie kann dann
nicht mehr widerlegt werden. Gerne wird von Verschwörungstheoretikern gerade
das Fehlen von Beweisen als Beweis für eine Verschwörung gewertet, da dies
eben die unheimliche Effektivität der Verschwörer zeige. "Die Verschwörung der Juden gegen die Welt" Eine Übertragung dieser Verschwörungstheorie auf die Juden lässt sich für das letzte Drittel des 19. Jahrhunderts nachweisen, als der französische Rechtskatholik Henri Roger Gougenot des Mousseaux 1869 die Freimaurerei zu einer Deckorganisation der Juden erklärte. Diese kombinierte Verschwörungstheorie wurde 1921 von der britischen Autorin Nesta Webster noch erweitert, die sämtliche nicht- oder nicht orthodox christlichen Strömungen seit der Antike von den Gnostikern, über Assassinen, Illuminaten und Freidenkern bis hin zu Lenin und den russischen Revolutionären zu einer einzigen weltumspannenden Verschwörung wahlweise unter jüdischem oder unter satanistischem Vorzeichen zusammenstellte. Diese verschwörungsideologische Großkonstruktion, niedergelegt in der Schrift „Protokolle der Weisen von Zion“ wurde in den zwanziger Jahren von Erich Ludendorff, dem ehemaligen Generalquartiermeister des kaiserlichen Heeres, zum Wahnbild einer „jesuitisch-freimauererisch-jüdischen Weltverschwörung“ erweitert. A. Hitler übernahm diese Theorien in sein Ideologiegebäude des Nationalsozialismus. Dieses war noch mörderischer als andere Verschwörungstheorien, weil es davon ausging, dass die vermeintlichen Verschwörer nicht durch Absprache, sondern durch Abstammung Teil der Verschwörung geworden seien. Damit ist die alleinige Existenz des Menschen mit Schuld beladen. Auch heute wird von der Hamas und der Piusbruderschaft dieses Werk („Protokolle der Weisen von Zion“) als Beweis einer jüdischen Weltverschwörung betrachtet. 9-11 Seit den Anschlägen entstanden
eine ganze Reihe von Verschwörungshypothesen dazu, die auf ca. einer Million
englischsprachigen Webseiten und in Dutzenden Büchern und Filmen dargestellt
werden. |
![]()
|
|||||||
|
Neue Fälschung Foto des toten BinLaden 2011 |
![]() |
Hier wurde von interessierter Seite (?) bereits in der Nacht der Todesmeldung ein Foto für die Morgennachrichten (auch von ARD und ZDF verbreitet) gebraucht. Willig wurde auf eine Fälschung, eine Fotomontage aus zwei verschiedenen Bildern (links) vertraut, aus der man den toten BinLaden (rechts) zu erkennen glaubt. | ||||||||
| Fotofälschung der spanischen Propaganda hinter Franco 1940 |
![]() original Franco mit geschlossenen Augen, komischer Handhaltung und "debilem" Blick |
![]() veröffentlichtes Foto für die Presse |
||||||||