virtuelles Geschichtsheft für den Unterricht am städtischen Louise-Schroeder-Gymnasium in München                                 

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Geschichte Thailands

v.C.

Thailand in der Zeit vor der Einwanderung der Thais

Das breite Becken des Chao Praya wird bereits im 6. Jh. v.C. besiedelt. Dort entwickelt sich die Ban Chiang Kultur im Norden des heutigen Thailand. Über historische Ereignisse gibt es keine Aufzeichnungen. Die wenigen Gebäudereste sind sehr wenig erhalten. Das feuchtheiße Klima mit starken Regenfällen zerstört die üblichen Ziegelbauten ohne Schutzanstriche in wenigen Generationen. Wenn nicht schnell ausgebessert wird verfallen Tempel und Profanbauten.

 


Dvaravati-Kultur

Ab 500

Vom 6. Jahrhundert an besiedelt das Volk der Mon das Chao-Praya-Delta, die zentralen Ebenen und den Norden von Thailand. (Haripunchai, das heutige Lamphun, war die Hauptstadt eines ihrer bedeutendsten Königreiche). Sie brachten viele indische Einflüsse, vor allem den Buddhismus und die Sprache Sanskrit nach Thailand. Der sogenannte Dvaravati-Stil in der thailändischen Kunst ist nach der Hauptstadt der Mon im Menam-Delta benannt. Ab dem 11. Jahrhundert werden die Mon durch die aus Südosten (Kambodscha) einwandernden Khmer verdrängt. Nur in Nordthailand (Lanna) kann sich die Mon-Kultur bis ins 13. Jahrhundert bis zur Einwanderung der Thais halten. Das Volk der Mon leben heute noch in den Bergen der Grenzregion zwischen Burma und Thailand.

Ab 11. Jh.

Die Herrschaft der Khmer in Thailand

Ab dem 11. Jahrhundert weiten die Khmer ihre Herrschaft von Kambodscha kommend bis zum Chao Praya aus. Von ihrer Hauptsstadt Angkor Wat aus besiedeln sie auch Thailand. Dort entsteht als Khmerzentrum die Stadt Phimai in Nordost-Thailand. Die Khmereinflüsse sind an den Sakralbauten, den Tempeln zu erkennen. Die Reliquien-Häuser (die Chedis) mit Andenken an Buddha sind nach oben abgerundet. s. Foto aus Phimai rechts.


Phimai

13. Jh.

Die Sukhothai-Periode

Das Volk der Thai (=die Freien) besiedelte im 7 Jahrhundert n.C. den Oberlauf des Yangtse in Yunnan China. Eine Thai- Herrschaft Nanchao wurde 650 gegründet. Diese Herrschaft bewahrte gegenüber den chinesischen Kaisern Unabhängigkeit. Von dort dringen einzelne Gruppe langsam nach Süden bis in die Ebene des ChaoPraya vor. Dieser Staat des Thaivolkes wurde 1253 von Kublai Khan erobert. Die Bevölkerung wich jetzt ganz nach Süden über die Berge in die Flussebene des Chao Praya aus. In Sukkothai wurden die ersten Gebäude um 1257 erbaut. Die Thais setzten sich gegen die Man im Norden und die Khmer im Süden und Osten langsam durch. Diese Zeit der kulturellen buddhistischen Blüte (Theravada- Buddhismus) unter König Ramkhamhaeng brachte das bis heute gültige Alphabet hervor. Die fast religiöse Verehrung der Könige geht auf diese Zeit zurück.


Sukhothai

1350

Die Ayutthaya-Periode

Die Sukothai-Periode endete, als ein lokaler Fürst aus Ayutthaya die Macht an sich riss und sich 1350 als Rama Thibodi I. zum König aller Thais  krönen ließ. Die Hauptstadt wurde ca. 200 km nach Süden nach Ayutthaya verlegt. Während dieser Ayutthaya-Periode schufen die Könige in 400 Jahren das wirtschaftlich und kulturell blühende Siam, und Ayutthaya wurde zur prächtigsten Stadt ganz Südostasiens Als Feldherren vergrößerten sie ihr Reich und waren bei den Nachbarstaaten sehr gefürchtet. Als Diplomaten profitierten sie von den wirtschaftlichen Interessen Europas an Siam, verstanden es aber auch, die Rivalitäten zwischen den Kolonialmächten so auszuspielen, dass Siam in der Folgezeit selbst nie unter Kolonialherrschaft fiel. Den wiederholten Angriffen der Nachbarn aus Westen, den Birmanen musste sich  Ayutthaya jedoch 1767 ergeben, und die Ayutthaya-Periode endete mit der Zerstörung ihrer Hauptstadt, der nur einige entfliehen konnten. Alle Tempel wurde zerstört, alle Statuen zerbrochen, weil die Plünderer an Statuen aus Gold glaubten. Diese waren aber nur vergoldet.


Ayuthaya


altes Thailand

1782

Die Bangkok-Periode

General Chakri bestieg 1782  als Rama I den Thron. Er gründete in Thonburi eine neue Hauptstadt, die bald auf die andere Seite des Chao Praya verlegt wurde und Stadt der Engel genannt wurde. Diese Stadt Bangkok wurde als neue Hauptstadt aufgebaut und Siam wieder zur führenden Macht Südostasiens.
 Während der Regierungszeit von Rama II. und Rama III. festigte sich die Monarchie weiter und manifestierte ihre Macht und ihr Ansehen in vielen neu entstandenen Bauten, wie z.B. dem Bau des Grand Palace und dem Bau von Wat Arun - dem berühmten Tempel der Morgendämmerung auf der anderen Seite des Menam Stroms, der Bangkok teilt.
König Rama IV. befasste er sich intensiv mit westlicher Kultur und öffnete das Land nach über 200 Jahren selbstgewählter Isolation für westliche Lehren, Ideen und den Handel. Westliche Botschafter gingen im Palast ein und aus. Der König spielte sie gegeneinander aus, damit Thailand nicht einem als Kolonie zufallen könne.  Es ist der siamesische König, der durch den Film "Der König und Ich" mit Yul Brynner in der Hauptrolle bekannt ist. Sein Sohn Rama V. regierte bis 1910 42 Jahre. Er führte eine Außenpolitik, die es Thailand ermöglichte, selbstständig zu bleiben und dennoch wichtige westliche Technologien und Know-how in den eigenen Kulturkreis einzubeziehen. So gelang es ihm Thailand zwischen Frankreich (östlicher Nachbar durch Indochina) und England (westlicher Nachbar in Burma) als freien Staat zu behaupten.


Wat Arun

20. Jh.

Thailand im 20. Jahrhundert

1932 wurde Siam durch Staatsstreich zur konstitutionellen Monarchie. Rama VII regierte als Staatsoberhaupt mit einem Parlament.
Rama VIII führte Siam an die Seite Japans im 2. Weltkrieg. Siam war wichtige Nachschubbasis für Japan.
1945 Friedensvertrag mit den Alliierten.
Die Dynastie der Chakri regiert noch heute. König Bhumipol ist seit 1946 als Rama IX Staatsoberhaupt Thailands. Er führte Thailand an die Seite der USA (er wurde dort 1927 geboren). Im Vietnamkrieg 1966 bis 1975 war Thailand Luftwaffenbasis für die Bomber gegen Vietnam (U-Thapao) und Recreation Area für US-GIs (Pattaya). Nach dem Abzug der Amerikaner aus Vietnam und der Beendigung des Vietnamkriegs öffnete sich Thailand dem westlichen Tourismus. Dieser ist heute die wichtigste Deviseneinnahme und der wichtigste Arbeitgeber Thailands. Mit den anderen ASEAN-Staaten (Malaysia, Singapore, Taiwan, Burma, Philippinen und Indonesien) ist Thailand heute an der Schwelle zum modernen Staat. Der König hat durch Staatsaufträge und Modernisierungen und Entwicklungsprojekte sehr dazu beigetragen. Er ist auch in der gegenwärtigen innenpolitischen Konfrontation zwischen wirtschaftsliberalistischen Städtern (gelbe Partei) und konservativen Landbewohnern (rote Partei von Thaksin) vermittelnde Partei.

 

9.2.2001

Thaksin Shinawatra wird Ministerpräsident 
16.02.2001 Zunehmende Spannungen an der Grenze zwischen Thailand und Myanmar - Schußwechsel an der Grenze zu Myanmar (Burma), der zwei Thais das Leben kostete 
2001, 3. März - Eine Boeing 737 der Thai Airways brennt kurz vor dem Start auf dem Flughafen von Bangkok völlig aus, als es beim Test der Triebwerke zu einer Explosion kommt und sich die Flammen sekundenschnell ausbreiten. Ein Steward kommt ums Leben, sieben weitere Crew-Mitglieder werden schwer verletzt. Die Passagiere, darunter auch der seit Januar amtierende thailändische Ministerpräsident Thaksin Shinawatra, waren noch nicht an Bord gegangen. Die Ermittler gehen von einem Bombenanschlag der Drogenmafia auf den Regierungschef aus, der den Drogenhändlern im „Goldenen Dreieck“ (Grenzbereich Thailand-Myanmar-Laos) den Kampf angesagt hat. 

Thaksin - Premierminister Thailands

26 Dezember 2004

Die Westküste Thailands wird schwer von einem Seebeben in der Andamannensee ausgelösten