virtuelles Geschichtsheft für den Unterricht am städtischen Louise-Schroeder-Gymnasium in München                                 

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Die Vorgeschichte der Menschheit

 

Die Entstehung der Menschheit verliert sich im Dunkel der Erdgeschichte. Neueste Funde werden auf ein Alter von über 5 Mio Jahren datiert. Diese Überreste des Australopithecus weisen auf einen aufrechten Gang und das Leben am Boden hin. Weitere Funde frühmenschlicher Lebewesen (Homo-habilis-Funde) in Ostafrika (Olduwai-Schlucht) weisen auf ca. 1,5 Mio Jahre zurück. Diese Menschen verwenden als erste Werkzeug aus gefundenen (nicht bearbeiteten) Steinen und besitzen natürliche Behausungen. Seit ca. 1,5 Mio Jahren lebt in Ostafrika und Nordindien der Homo erectus, permanent aufrecht gehend und mit eindeutig menschlichen Körperformen. Erst seit 600000 tritt der Mensch mehr und mehr aus dem Dunkel seiner frühen Entwicklung. Er verwendet das Feuer und fertigt einfache Werkzeuge (Faustkeile) aus Stein. Aus diesem Material stellt auch der Homo sapiens seine Werkzeuge her, der seit ca. 150000 Jahren wandernd aus Ostafrika kommend, die Erde "erobert" und ältere Menschenrassen verdrängt. Alle heute lebenden Menschen sind Angehörige dieser einen Rasse und Nachkommen einer "Mutter".  Nach dem Material aller Werkzeuge dieser Zeit erhielt diese älteste Epoche der Menschheitsgeschichte die Bezeichnung Steinzeit. Sie wird in eine Alt- (Paläolithikum), Mittel- (Mesolithikum) und Jungsteinzeit (Neolithikum) gegliedert.
In Europa ist die Entwicklung des altsteinzeitlichen Menschen an den Ablauf der erdgeschichtlichen Warm- und Kaltzeiten (Eiszeiten) gebunden, die vom Klimawechsel und den damit verursachten Vorstößen und Rückzügen des Eises in Nordeuropa und in den Alpen bestimmt sind.

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Lucy - eine
Australopithecus

 

600000 -10000

Die Altsteinzeit

600000-540000 1. Kaltzeit (Günzeiszeit).
540000-480000 1. Warmzeit. Funde menschlicher Überreste in Java, China, Nordafrika und Europa (Unterkiefer von Mauer bei Heidelberg, ältester Fund Europas).
480000-430000 2. Kaltzeit (Mindeleiszeit).
430000-240000 2. Warmzeit. Schädelfunde von Steinheim bei Stuttgart und Swanscombe (Grafschaft Kent, England), aber ungesichert.
240000-180000 3. Kaltzeit (Rißeiszeit).
180000-120000 3. Warmzeit. Auftreten des Neandertaler-Menschen, benannt nach dem Neandertal bei Düsseldorf, in weiten Teilen Europas. Totenbestattung mit Grabbeigaben nachgewiesen.
120000-10000 4. Kaltzeit (Würmeiszeit). Der Neandertaler stirbt vor ca. 25000 Jahren aus. Er wird von den seit ca. 45000 v.Chr. einwandernden Homo sapiens langsam auf die Iberische Halbinsel (letzte Funde) verdrängt. Alle Menschen dieser Zeit überleben als Sammler von Wurzeln, Knollen, Früchten und als Wildbeuter in gemeinsamer Jagd auf Großwild (Mammut, Wildpferd, Urrind, Rentier). Cie Menschen  leben in Horden und wohnen in Höhlen, Zelten und Erdhütten. Als Steinwerkzeuge kennt der Homo sapiens Klingen, Bohrer, Stichel und Schaber. Daneben werden auch Holz, Knochen und Leder als Material verwendet. Seine Kleidung besteht aus Tierfellen.

 

Ab 30000

schaffen Pfeil und Bogen sowie Harpune günstigere Bedingungen für die Jagd. In die gleiche Zeit reichen Höhlenmalereien (Altamira, Lascaux u.a.) zurück, die auf Jagdzauber als ältester Religion schließen lassen.  
Ab 25000 erfolgt die Besiedlung Amerikas über die Beringstraße (S. Z). Am Ende der letzten Eiszeit (vor 12000 Jahren)  dürften sich die heutigen Gruppen der Menschheit gebildet haben: Mongolide (Asien), Europide (Europa), Negride (Afrika), Australide (Australien).  

10000-5000

Die Mittelsteinzeit

Die Verbesserung des Klimas in der Nacheiszeit schafft günstigere Lebensbedingungen für den Menschen. Durch Temperaturanstieg wandelt sich die Tier- und Pflanzenwelt in Europa (Wald anstelle von Tundra). Die bis dahin fruchtbaren Gebiete Nordafrikas und Vorderasiens trocknen aus und zwingen den Menschen zum Rückzug in die Flussoasen, wo sich die ersten Ansätze zu Hochkulturen bilden. Der Mensch beginnt mit der Zähmung von Tieren (Hund, Ziege, Schaf, Rind), der Töpferei und Keramik in Vorderasien. Am Ende der Epoche finden sich erste Ansätze des Ackerbaus (Pflanzerkulturen), eines überregionalen Tauschhandels und die erste stadtähnliche befestigte Steinsiedlung (Jericho, gegründet ca. 7000 v. Chr.).

 

5000-2000

Die Jungsteinzeit

In Vorderasien und Nordafrika beginnt diese Epoche der Sesshaftwerdung und des Übergangs zu einer Bauern und Viehzüchterlebensweise um 5000, in Europa um 3500 v. Chr. Sie bringt den Übergang zum Bauerntum (Verbindung von Ackerbau und Viehzucht), zur Sesshaftigkeit und Vorratswirtschaft. Dieser entscheidende Umbruch, der das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben grundlegend verändert, wird als »Neolithische Revolution« bezeichnet. Sie entspricht in ihrer Bedeutung der »Industriellen Revolution« am Beginn des 19. Jahrhundert n. Chr. => Steinwerkzeuge werden geschliffen und durchbohrt (Beil, Sichel), auf der Töpferscheibe werden Tongefäße hergestellt, Spindel, Webrahmen, Rad, Wagen und Hakenpflug tauchen auf. Erste weitreichende Handelsbeziehungen (Feuerstein, -Bernstein) sowie die frühen Hochkulturen als Stadtkulturen entstehen in Vorderasien. In Europa finden sich in dieser Zeit folgende Kulturkreise: Im Donauraum und in Süddeutschland die Bandkeramiker (bandähnliche Verzierungen der Tongefäße), in Nord- und Osteuropa sowie in Norddeutschland die Schnurkeramiker oder Streitaxtleute sowie die Trichterbecherkultur, in Westeuropa die Großsteingräberleute (Megalithkultur, u. a. Stonehenge, Südengland). Später breitet sich hier die Glockenbecherkultur von Spanien her aus.

 
Um 3000  »Sintflut«. Katastrophale Überschwemmungen in Vorderasien, die im Gilgamesch-Epos und in der Bibel überliefert sind. Neueste Forschungen belegen ein Ansteigen des Meeresspiegels durch die Erwärmung und ein Eindringen des Meeres über die Dardanellen in den Bereich des Schwarzen Meeres, dessen Wasserspiegel dadurch stieg und viele Siedlungen innerhalb kürzester Zeit überflutete (evtl. Kern der Sintflutsage).  
  Das Thema im Unterricht:

phantastische Reise in die Höhle von Lascaux