virtuelles Geschichtsheft für den Unterricht am städtischen Louise-Schroeder-Gymnasium in München                                 

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Die Ostsiedlung

1125-37 Kaiser Lothar, Herzog von Sachsen, nimmt die Ostpolitik der Ottonen wieder auf und gibt den Anstoß zur Ostsiedlung.  
1149-95 Heinrich der Löwe setzt diese Politik fort, jedoch erfährt sie nach seiner Absetzung einen Rückschlag.  
 

Deutsche und slawische Fürsten in Polen, Pommern, Schlesien und Böhmen, Adlige und Kirchen rufen deutsche Bauern und Bürger ins Land. Die östliche Reichsgrenze an der Elbe-Saale-Linie wird überschritten. Mönchsorden (Prämonstratenser, Zisterzienser, Deutscher Orden) beteiligen sich an der Erschließung der dünn besiedelten Gebiete. Die starke Bevölkerungszunahme in West- und Mitteleuropa im 12. Jahrhundert bietet gute Voraussetzungen für eine Auswanderung, da der Landesausbau in der Heimat nur begrenzt weitergeführt werden kann. Außerdem ergeben sich günstigere Lebensbedingungen: mehr Land, Eigentum gegen Erbzins, bessere soziale Stellung. Anerbenrecht u. a. In den neu gegründeten Städten wird das aus Deutschland stammende Stadtrecht (Magdeburger, Lübecker Recht) übernommen und bis nach Russland hinein getragen. Im 14. Jahrhundert endet die Ostsiedlung, da durch große Pestepedemien nicht mehr genügend Menschen zur Verfügung stehen. Durch die Ostsiedlung wird das östliche Mitteleuropa mit den wirtschaftlich fortschrittlicheren westlichen Ländern verbunden. Sie führt zur Durchdringung dieser Gebiete mit deutscher Bevölkerung und zur Landnahme und Besiedlung, die sich im wesentlichen friedlich vollzieht. Nahrungsmittelproduktion und Handel nehmen einen bedeutenden Aufschwung.