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virtuelles Geschichtsheft für den Unterricht am städtischen
Louise-Schroeder-Gymnasium in München
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Vom Mittelalter zur Neuzeit |
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Die Zeitwende - Renaissance und Humanismus |
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In der Mitte des 14. Jahrhunderts entsteht in Italien im
Zusammenhang mit dem wirtschaftlichen Wandel und den
politischen Erschütterungen ein neues Lebensgefühl, das in
der Folge auch das übrige Europa erfasst. Nicht mehr Herkunft und Stand sollen den Wert eines Menschen bestimmen,
sondern Tüchtigkeit und Erfolg. An die Stelle der mittelalterlichen Vorstellung vom Menschen als einem reuigen
Sünder, der jenseitsbezogen, die Gnade Gottes zu erlangen
hofft, tritt die Auffassung vom Menschen als einer mit
schöpferischer Kraft begabten Persönlichkeit, die ihre individuelle Verwirklichung im Diesseits findet. Der umfassend
gebildete, weltoffene Mensch, der Uomo universale, wird
zum Idealbild der Zeit. Die Vertreter dieser Auffassung
nennen sich Humanisten, die geistige Bewegung dieser Zeit
Humanismus. Im Menschen der Antike glaubt man dieses Idealbild verwirklicht zu sehen. Deshalb erfährt die Beschäftigung mit
der antiken Kunst und Wissenschaft eine Wiedergeburt (Renaissance), u. a. auch angeregt durch die Flucht griechischer
Gelehrter aus Konstantinopel 1453 nach Italien. |
![]() Petrarca |
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![]() Michelangelo |
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![]() Thomas Morus |
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![]() Dante |
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Die neue Kunst stellt den Menschen als
selbstbewusste Persönlichkeit dar und wendet sich ab von der sinnbildhaften
Heiligendarstellung des Mittelalters. Das lebensnahe Porträt, die wirklichkeitsgetreue Wiedergabe der Natur und die
Entdeckung der Perspektive sind Merkmale der Malerei. In
der Baukunst verdrängen der aus der Antike stammende
Kuppelbau (Petersdom, Dom zu Florenz) und die Betonung
der Horizontalen die nun als barbarisch empfundene Gotik
mit ihrer Betonung der Vertikalen (Mailänder, Kölner Dom
u. a.), des nach oben gerichteten Strebens. Das weltliche
Bauwerk (Palazzo Medici) tritt gleichberechtigt neben den
Kirchenbau.
Bedeutende Künstler dieser Zeit sind u. a.:
Giotto (1266-1337), der als erster einen naturnahen Malstil
mit Raumperspektive anstelle der mittelalterlichen flächenhaften Malweise auf Goldhintergrund pflegt.
Donatello (1386-1466), der als Bildhauer die erste nackte
Gestalt in seiner Figur des David seit der Antike abbildet.
Leonardo da Vinci (1452-1519) verkörpert am besten das
Idealbild des Uomo Universale als Maler (Mona Lisa,
Abendmahl), Baumeister, Naturforscher (Anatomie) und technischer Erfinder
(Flugapparat, Geschütze, Unterseeboot Fallschirm u. a.).
Michelangelo (1475-1564) arbeitet in Rom für Papst Julius
Il. als Maler in der Sixtinischen Kapelle, als Bildhauer
(Pieta, Moses) und als Bauleiter der Peterskirche. Raffael
(1483-1520) und Bramante (144-1521), Architekt der
Kuppel, lösen ihn ab.
Tizian (1477-157) ist der größte Porträtmaler seiner Zeit.
In Deutschland ist Albrecht Dürer (1471-1528) der bedeutendste Vertreter der neuen Mal- und Zeichentechnik (4
Apostel). Er schafft die frühesten deutschen Landschaftsbilder und Detailzeichnungen der Natur (Rasenstück,
Hase). |
![]() Giotto |
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![]() Donatello - David |
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![]() Dürer |
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![]() Kepler |
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Der Engländer Francis Bacon (1561-1626) entwickelt durch Beobachten und Experimentieren die neue Methode der Naturwissenschaften, um aus Einzelerfahrungen zu allgemein gültigen Gesetzen zu gelangen. Martin Behaim (1459-1507) benützt die wieder entdeckte Erkenntnis von der Kugelgestalt der Erde dazu, als erster einen Globus (1492) zu bauen. Peter Henlein entwickelt als erster eine Taschenuhr. Daneben führen weitere technische Erfindungen zu grundlegenden Veränderungen. Im Bergbau ergeben sich neue Fördermöglichkeiten in größeren Tiefen durch Wasserhebewerke, Treträder und Kolbenpumpe (1565). Die Verwendung des Pulvers für Feuerwaffen leitet eine grundlegende Wandlung der Kriegstechnik ein. An die Stelle des ritterlichen Nah- und Zweikampfs tritt der Fern- und Massenkampf. Anstelle gepanzerter Reiterheere tritt zunehmend das mit Gewehren und Kanonen ausgerüstete Fußvolk. Söldner lösen die adligen Ritter ab, die damit ihre Existenzgrundlage verlieren und einen sozialen Abstieg nehmen. Das Aufblühen von Kunst und Wissenschaft wäre nicht denkbar gewesen ohne Mäzene, die Künstlern und Gelehrten die Möglichkeit des Arbeitens geben. Dazu gehören die Herren und Fürsten der italienischen Stadtstaaten, u. a. Cosimo Medici (1389-1464) und sein Enkel Lorenzo (1449-92) in Florenz sowie die Päpste in Rom, u. a. der Sohn Lorenzos, Leo X. (1513-21), der mit Ablasshandel den Bau der Peterskirche finanziert. In der Wirtschaft erfasst der Geldhandel ganz Europa. Mit dieser Wandlung vollzieht sich auch eine Änderung der Wirtschaftsgesinnung. Der neue Typ des wirtschaftenden Menschen entsteht, dem der Gewinn zum Ziel des Wirtschaftens wird. Neue Organisationsformen entstehen, so die Handelsgesellschaft (Ravensburger Handelsgesellschaft 1380-1530), in denen sich Kaufleute zu gemeinsamer Finanzierung des Warentransports zusammenschließen. Bargeldloser Zahlungsverkehr und doppelte Buchführung bringen ein rationelleres Arbeiten. Das Zinsverbot der Kirche wird umgangen, die bisher jüdischen Geldverleiher durch Bankunternehmer verdrängt. Die Kirche selbst und die europäischen Fürsten werden zu den eifrigsten Kreditnehmern. Sie verpachten dafür Boden- und Bergwerksrechte. In der Textil- und Metallproduktion entsteht das Verlagssystem: Der Verleger stellt bezahlten Heimarbeitern Rohstoffe und Geräte und vertreibt die Fertigprodukte. Die Unternehmer drängen nach Monopolstellung, besonders im Bergbau. In England, den Niederlanden und in Frankreich entstehen die ersten Handelskompanien, die im staatlichen Auftrag Kolonialpolitik betreiben. Bedeutende Unternehmer dieser Zeit sind u. a. in Italien die Familie der Medici, die durch Orienthandel reich geworden, vom Papst das Alaunmonopol gewinnt und das größte Bank- und Handelshaus begründet; in Deutschland die Fugger in Augsburg, die als kleine Weberfamilie durch Handel und Geldgeschäfte zu Reichtum gelangen und die Politik der Habsburger finanzieren. Jakob Fugger der Reiche (1511-25) besitzt das Blei-, Silber-, Kupfer- und Ouecksilbermonopol in Europa und finanziert die Wahl Karls V. Informationen zum Alltag des Mittelalters http://www.kleio.org/de/geschichte/alltag/index.html Das Mittelalterquiz der Uni Tübingen http://www.mittelalter.uni-tuebingen.de/?q=spiele/quiz.htm |
![]() Bacon |
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![]() Lorenzo di Medici - von Botticelli |
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