virtuelles Geschichtsheft für den Unterricht am städtischen Louise-Schroeder-Gymnasium in München                                 

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Geschichte der Türken

 

Die Türken waren ursprünglich in den Steppengebieten Zentralasiens (Turkestan) und im Altai beheimatete Volksstämme. In der frühen Geschichte (bis zur Berührung mit d. Islam) führten sie ständige Grenzkriege mit den Mongolen und Chinesen. Ihre ersten  Staatsgründungen (Osttürken - und Westtürkenreich) wurden durch China zerschlagen. Sie stehen auch in einem Konkurrenzverhältnis zu den Hunnen. Erste Erwähnungen kommen aus dem Chinesischen im 6 Jh. v.C. Zu diesem Zeitpunkt scheinen Turkvölker mit den gemeinsam gegen China vorzugehen. Es wird aber zwischen zwei angreifenden Völkern unterschieden. Sprachlich sind die Turksprachen mit dem Mongolischen und den Tungusischen (sibirische Sprachen) verwandt. Eine oft behauptete Verwandtschaft zu den Indianersprachen Amerikas ist nicht nachweisbar. Diese Bevölkerungsgruppe ist aus Sibirien bereits weit vor einer Kristallisation der oben angesprochenen Sprachen (Turksprachen, Mongolisch ...) abgewandert (vor 25000 Jahren). Erst nach der Zeitenwende tauchen erste Turkvölker als Einwanderer in den Iran auf. Sie übernehmen dort den Ackerbau.

 

 

Im 10. Jh. n.C. beginnt die Islamisierung der Turkvölker in Zentralasien.  Gründung eines islamisch-türkischen Reiches in Afghanistan und im Ostiran.
Zur Zeit der Herrschaft der Abbasiden werden Türken als Söldner in den Nahen Osten geholt bzw. wandern dort ein.
 

 

Türkische Söldner (Kriegssklaven = Mamelucken), die den arabischen Kalifen dienen, reißen nach dem Niedergang des arabischen Kalifats die Herrschaft an sich und werden unabhängige Militärbefehlshaber und Statthalter. Sie errichten eigene Herrschaftsgebiete. (In Ägypten von einiger Dauer)  

 

Der türkische Sultan Mahmud v. Gharni (Afghanistan) dringt in Eroberungs- und Beutezügen bis über den Ganges vor und unterwirft große Teile Nordindiens (Pandschab).  

 

Die Einwanderung von türkischen Nomadenvölkern aus den innerasiatischen Steppen nimmt zu, Einbrüche in die Ukraine, Walachei und bis auf den Nordbalkan halten bis 1000 n.C. an. Zwischen 800 und 1000 verändert sich die Zusammensetzung der Bevölkerung Ostanatoliens und Syriens. Man kann hier eine Türkisierung feststellen.

 

Ab 1000

Die Seldschuken

Um 1000 erobern die Seldschuken-Türken Buchara und dehnten allmählich ihr Reich in Kämpfen mit andern Turkstämmen und im Krieg gegen Byzanz vom Aralsee bis zum Pandschab und im Westen von Mesopotamien bis Syrien aus.
Nach dem Sieg bei Manzikert (heutiges Malazgirt) 1071 gegen Konstantinopel dringen sie in Kleinasien ein.
Mit Konya als Zentrum entsteht in Zentralanatolien ein sunnitisch-islamisches Reich der Rum-Seldschuken (1097). Dieses macht sich vom Zentrum der Seldschuken im Becken von Turan unabhängig.

 

 

Das Reich der Seldschuken unterbricht die Pilgerfahrten aus Europa nach Palästina und löst damit die Kreuzzugsbewegung aus. Die Seldschuken verlieren dadurch große Teile Kleinasiens, Syriens und Palästinas an die abendländischen Ritter, die dort eigene Staaten gründen. Geschichte der Kreuzzüge  
     

1243

Angriffe aus Zentralasien vollenden die Auflösung des seldschukischen Reiches in einzelne Fürstentümer. Das Reich der Seldschuken wird endgültig 1243 von den Mongolen (Ilchane) vernichtet.
In Ägypten können die türkischen Mamelucken ihre Herrschaft bewahren.

 

1298

 

Gründung Osmanisches Reich

Ende des 13. Jh. erkämpft sich das Turkvolk der Ogusen die Unabhängigkeit von den Mongolen und eine Vormachtstellung in Anatolien. Ihr Führer Osman I. ernennt sich 1298 zum Sultan (König) des neuen Reiches.


Osman I

 

Die Osmanen liegen in ununterbrochenen Grenzkriegen im Kampf mit Byzanz, vereinen die türkischen Fürstentümer Anatoliens unter ihrer Herrschaft und dringen in Kleinasien und auf dem Balkan vor (Überschreiten der Dardanellen). 

 

1361

Eroberung von Adrianopel, dadurch Einkreisung von Byzanz und Unterbrechung der Landverbindung von Konstantinopel zum christlichen Abendland.  

 

Unter Sultan Bajesid wird das letzte selbständige türkische Teilfürstentums in Anatolien von den Osmanen unterworfen.  

1393/94

erobern die osmanischen Türken Bulgarien und die Walachei und schlagen in der Schlacht bei Nikopolis 1396 ein großes europäisches Kreuzritterheer vernichtend. Gleichzeitig wird  Byzanz belagert. Die Eroberung von Byzanz wird noch einmal verzögert, weil  

1402

der Mongolenchan - Timur Lenk (Tamerlan) in der Schlacht von Ankara die Osmanen schlägt.
Nach Kämpfen zwischen  Restherrschaften der Osmanen in Anatolien wird das Osmanischen Reiches mit Hilfe  der Janitscharen (
militärische Elitetruppe) wieder errichtet. Wiedereroberung der verlorenen kleinasiatischen Gebiete, Inbesitznahme fast des gesamten Balkans.


Bajezid

1453

Erstürmung von Byzanz- Konstantinopel durch Mehmed II. Byzanz wird unter dem Namen Stanbul neue Hauptstadt des Osmanenreiches. Die orthodoxen Christen gehen zum Teil nach Moskau, das sich von nun an als 3. Rom und Rechtsnachfolger und Beschützer der orthodoxen Christen sieht und damit zum Gegner der Osmanen wird. 1459 werden auch Serbien und Bosnien türkisch.  

1460/61

fällt das letzte byzantinische Kaiserreich Trapezunt am Schwarzen Meer. 1466 Albanien. Erfolgreiche Verteidigung der eroberten Gebiete gegen Venedig und Persien (1463-1473). Nach dem Tode  Mehmed II. innere Unruhen, später erfolgreiche Kämpfe (auch zur See) gegen Venedig im Mittelmeerraum und gegen Persien im Osten. 

1517

Nach langen Kämpfen unterwerfen die Osmanen den Mameluckenstaat in Ägypten. Damit wird auch Syrien und Palästina osmanisch. Das Osmanenreich übernimmt an Stelle der Mamelucken die Schutzherrschaft über den gesamten Islam. Der Sultan in Istanbul übernimmt damit das Kalifat, die religiöse Führerschaft des Islam.  

 

Die Berberstaaten Tunis, Algier und Tripolis erkennen die Tributhoheit des Sultans an und unterwerfen sich damit den Osmanen. Die Expansion der Osmanen in Europa schreitet mit der Eroberung Belgrads, Ungarns, Siebenbürgens und dem Vorstoß nach Wien 1529 weiter. Die Osmanen erobern Moldawien, die Krim und Teile der Ukraine.  Das Osmanische Reich ist auf dem Höhepunkt seiner Macht.  

1571

Die Niederlage der türkischen Flotte von Sultan Selim II. im Oktober 1571 bei Lepanto im Golf von Korinth gegen Venezianer und Spanier beendet die Expansion. Die inneren Konflikte des Osmanischen Reichs als feudaler Vielvölkerstaat, die Probleme der Nachfolgeregelungen bei riesigem Harem und die Unterschiedlichkeit der Interessen zwischen Religion und politischer Expansion schwächen den Staat. Die Herrschaft wird im Kern von Eunuchen ausgeübt. Der Sultan wird zur Marionette von Bürokraten und Eunuchen.

1683

In der Auseinandersetzung mit dem Habsburger Reich, das nach dem Ende von Byzanz zum Hauptwidersacher des Osmanischen Reiches wird, müssen die Osmanen im 17. Jh. mehrere Niederlagen hinnehmen und verlieren das Land bis Belgrad. 1683 misslingt  zum zweiten Mal nach 1529, Wien als das Zentrum der Habsburger zu erobern.

Kara Mustafa

 

Im folgenden verliert das Osmanische Reich in Europa Boden
Im 1. Türkenkrieg Verlust von Ungarn, Siebenbürgen, Kroatien und Slawonien 1699.
Im 2. Türkenkrieg 1715/18 Eroberung von Belgrad durch Prinz Eugen. Nordserbiens, des Banats und der kleinen Walachei (Passarowitz);
Im 3. Türkenkrieg 1736/39 Rückgewinnung der Walachei und Serbiens durch die Türken.
Endgültiger Verlust im 4. Türkenkrieg (1787/92).
 

 

Im 18. Jh. wurden die russischen Zaren neben den Habsburgern zum Hauptgegner der Osmanen, mit beiden kam es zu mehreren Kriegen, nach denen das Osmanische Reich seine Stellung als Großmacht verlor.  

1804

serbischer Befreiungsaufstand
 
 

1821-1830

Nationale Erhebung in Griechenland. Die Türken werden von den Griechen durch die Hilfe Englands, Italiens und Frankreichs aus Griechenland vertrieben. Der Sohn Ludwig I von Bayern wird als Otto I König von Griechenland.  

1839 - 1913

Niedergang des Osmanischen Reichs

Seit 1839 innere Reformen und Straffung der Verwaltung (Bekämpfung der Korruption) und des Militärs (Zerschlagung des Janitscharenkorps). Doch ist der Niedergang nicht aufzuhalten. Der Feudalstaat bleibt trotz Reformen erhalten.
Die Intervention Englands, Frankreichs und Italien wendet im Krim-Krieg 1854 die Niederlage gegen Russland ab. Damit wird der Status Quo an den Mehrengen für Russland festgeschrieben. Die Sultane geben den liberalen Forderungen der "Jungtürken" nach und gewähren 1878 ein Parlament. Nach dem rumänisch-türkischen Krieg und der Einmischung Russlands gegen die Osmanen  unterstützt der Berliner Friede von 1878 die Nationalbestrebungen der Balkanvölker (Bulgarien, Serbien, Rumänien werden autonom, Bosnien und Herzegowina kommen unter österreichischen Einfluss (1908 annektiert), Zypern wird englisch. 1881 Verlust von Tunesien (an Frankreich), Ägyptens (an England), 1912 Tripolitaniens (= Libyen) (an Italien) und Erhebung Albaniens.
1912/13 Niederlage im 1. Balkankrieg gegen den Viererbund Bulgarien-Serbien-Griechenland-Montenegro (Londoner Friede 1913). 
Trotz der Reformen bleibt das Osmanische Reich rückständig. Die Landwirtschaft ist von Großgrundbesitz und feudalem Pachtsystem geprägt. Die Industrialisierung findet im 19. Jahrhundert nicht statt. So bleibt das Gebiet des Osmanischen Reichs auf Importe angewiesen. Die Verschuldung des Staates steigt. In den sehr kleinen Kreisen der Akademiker und im Militär wächst ein türkischer Nationalismus. Die Ideologie der Gefolgschaft der Osmanen und der Gleichheit aller Gefolgsleute wird durch das modernere Nationalitätendenken abgelöst. Damit werden aus religiösen Minderheiten auch nationale Minderheiten. Die Armenier und die Griechen beherrschen im Osmanischen Reich mehrheitlich die Export-Wirtschaft. Die Türken selbst sind mehrheitlich rückständig und Analphabeten. Die türkische Oberschicht der Großgrundbesitzer lebt rentenkapitalistisch von den Pachteinnahmen. Ein nationales Investivkapital fehlt. Das Osmanische Reich ist auf Auslandsinvestitionen angewiesen.


Quelle der Karte: Studiengesellschaft für Friedensforschung e.V. München

 

1906

Mit der Unterstützung des Deutschen Reichs wird eine Bahnverbindung von Konstantinopel nach Mekka (Hedschasbahn) und nach Bagdad (Bagdadbahn) geplant und der Bau begonnen. Der Kaiser besucht den Sultan in Konstantinopel. Das Osmanische Reich wird zum Bündnispartner Deutschlands und Österreichs und tritt an deren Seite in den 1. Weltkrieg ein.  

1914-18

1. Weltkrieg

Während des 1. Weltkrieg wehren die Türken an der Seite Deutschlands den Landungsversuch der Engländer an den Meerengel ab. Auch wird Bagdad bis 1918 gehalten. Es gelingt den Engländern im Bündnis mit arabischen Stämmen den Hedschas und Palästina zu erobern. Während des Krieges werden im Osmanischen Reich die Armenier verfolgt und vertrieben. Da die Armenier auch auf russischer Seite kämpfen und als wirtschaftliche Elite verhasst sind, kommt es zu Pogromen. Die Schätzungen gehen bis 1,5 Millionen getöteter Armenier während des Krieges durch Verfolgungen. Bis heute wird dieser Genozid (1) (ausführliche Darstellung Wikipedia, da der Link nicht direkt aufrufbar ist, hier eine KopieDokumente zum Thema) in der Türkei bestritten. 1918 bricht die Herrschaft des Sultan zusammen. Militärisch wie politisch kann das alte Reich nicht behauptet werden. Im Frieden von Sevres muss das Osmanische Reich sein Reich aufteilen lassen. (s. Karte)


Quelle der Karte: Studiengesellschaft für Friedensforschung e.V. München

 

1922

Friede von Sevres


Quelle der Karte: Studiengesellschaft für Friedensforschung e.V. München

Noch während in Paris um einen Frieden verhandelt wird, übernimmt Kemal Mustafa die Herrschaft. Er errichtet einen türkischen Nationalstaat. Der Sultan verliert  1922 seine politische Bedeutung dann 1924 seine religiöse . Es entsteht in der kemalistischen Revolution die Republik Türkei. Die fremden Truppen werden vertrieben. Nach dem Ende des ersten Weltkriegs fehlt der Wille zu einer weiteren Kriegsführung auf Seiten der Ententemächte. Sie lassen es zu, dass die griechische Bevölkerung vertrieben wird (Smyrna war bis 1922 eine griechische Stadt - heute Izmir). Mustafa Kemal errichtet eine türkische Herrschaft über einen rein türkischen Staat. Die kurdische Minderheit wird zu Bergtürken umdefiniert und unterdrückt.
Nach der Vertreibung der Fremden wird der Staat nach innen reformiert. Das islamische Recht wird abgeschafft (Kopftuch und Fes verboten), Staat und Religion getrennt (Verbot der Derwischorden), Schulpflicht (Schrift mit lateinischen Buchstaben) eingeführt, die Verwaltung modernisiert und das Rechtssystem nach europäischem Vorbild geordnet, die Wirtschaft nach Westeuropa ausgerichtet und ein Parlament geschaffen. Mustafa Kemal regiert diesen Staat bis zu seinem Tod. Er wird zum Vater der modernen Türkei (= Atatürk).


Atatürk

1923

Die Türkei erhält einen neuen Friedensvertrag in Lausanne.
 
 

1938

Tod Atatürks

Die Türkei bleibt bis kurz vor Kriegsende des 2. Weltkriegs neutral.

 

1948

Im Rahmen der Truman-Doktrin wird die Türkei in ein Abwehrbollwerk gegen den Kommunismus eingebunden. Verstärkung des amerikanischen Engagements in der Türkei im Rahmen der "containment"-Poltik der USA. Deshalb tritt die Türkei 1949 dem Europarat und 1952 der NATO bei.  

1959

Nach dem Rückzug der Briten aus Zypern wird auch die Türkei neben Griechenland und Englands Garantiemacht für Zypern.
 
 

1960

Erster Militärputsch in der Türkei. Nach einem Jahr Rückkehr zur Demokratie und liberale Verfassung.
 
 

1963

Ässozieierungsabkommen der Türkei mit der EWG. Später scheitern mehrere Beitrittsgesuche bis 1989.
 
 

1971

2. Putsch des Militärs gegen die gewählte Regierung.
 
 

1974

Türkische Militärintervention in Zypern als Folge des griechisch-gelenkten Staatsstreichs auf der Insel (20.07.). Rückkehr zur Demokratie 1976.
 
 

1980

Dritter Staatsstreich des Militärs ("12. September"). General Evren wird Staatspräsident. Diktatur für zwei Jahre.
 
 

1983

Verabschiedung der dritten Verfassung durch Referendum (07.11.). Bei den Parlamentswahlen erhält die Mutterlandspartei (ANAP) unter Turgut Özal die absolute Mehrheit.  

1984

Beginn terroristischer Aktivitäten der PKK (gegründet 1978) in der Südosttürkei, die für eine Souveränität/Autonomie der Kurden kämpft. Den Kurden ist es verboten, Kurdisch zu sprechen, ihre Kultur auszuüben. Die Türken spielen im Kurdengebiet die Rolle von Besatzern.  

1989

Wahl von Turgut Özal zum Staatspräsidenten
 
 

1991

Erster Golfkrieg. Die Türkei unterstütz die USA und stellt Flugplätze bereit.
Parlamentswahlen: Koalition aus Partei des Richtigen Weges/DYP und Sozialdemokratischer Volkspartei/SHP (Regierung Demirel/Inönü).
 

1993

Wahl von Süleyman Demirel zum 9. Staatspräsidenten der Türkei. Wahl von Tansu Ciller/DYP zur Ministerpräsidentin. viele Korruptionsskandale führen zu einer ersten "zivilen" Verfassungsänderung.  

1995

Vorgezogene Parlamentswahlen: islamistische Wohlfahrtspartei (Refah Partisi: RP) wird stärkste Partei. Damit droht durch demokratische Wahlen auch in der Türkei eine Islamisierung (Abkehr vom laizistischen Staatsaufbau).  

1996

Necmettin Erbakan (RP) wird Ministerpräsident. Zollunion mit der EU, aber keine Aufnahmegespräche.  

1997

Beschlüsse des Nationalen Sicherheitsrats zur Eindämmung des politischen Islam ("28. Februar-Prozess"): Sturz von Ministerpräsident Erbakan (Juni). Neue Koalitionsregierung (ANAP/DSP/DTP) mit Mesut Yilmaz (ANAP) als Ministerpräsident (30.06.). bis 1998 (gestürzt)  

1999

Der Chef der PKK Öcalan wird in Kenia ergriffen und an die Türkei ausgeliefert und zu lebenslänglich wegen Terrorismus verurteilt. Die Türkei nimmt offizielle Gespräche zum Beitritt in die EU auf. Türkei ist damit Beitrittskandidat.  

2001

Verfassungsgericht verbietet die islamistische Fazilet-Partei. Ihre Abgeordneten gründen  die Saadet-Partei unter Kutan, der Reformflügel die AKP unter Erdogan.  

2002

Das Parlament in Ankara ändert die Verfassung um die Vorbedingungen zum Beitritt zur EU zu schaffen (z.B. Abschaffung Todesstrafe, Gleichheit Mann-Frau  

seit 2002

Regierungen der AKP (gemäßigte moderne Moslempartei, die Reformen angeht um die Türkei in die EU zu führen; u.a. Abschaffung der Staatssicherheitsgerichte) Das türkische Parlament verabschiedet umfassende Strafrechtsreform (am 01.06.2005 in Kraft getreten).
Erdogan

2005

Währungsreform: Einführung der YTL (Yeni Türk Lirasi) und der Kurus.
 

2007

Abdullah Gül (AKP) wird vom Parlament zum 11. Staatspräsidenten der Türkischen Republik gewählt. Damit sind die zwei höchsten Ämter der Türkei mit gemäßigten Islamisten besetz. Viele Militärs und Anhänger Atatürks haben Angst vor einer Aufhebung der Trennung zwischen Staat und Religion. Sie wollen den laizistischen Staat verteidigen. Allerdings sind sie eindeutig in der Türkei, die ein kleines Wirtschaftswunder erlebt, in der Minderheit. Mit der AKP regiert zum ersten Mal in der Türkei eine wenig korrupte politische Partei.
Der Konflikt mit den Kurden dauert an. Türkische Truppe haben mehrfach kurdische Separatisten in den Irak verfolgt, die dort im autonomen Kurdengebiet des Nordirak Unterschlupf finden.
kurdisches Siedlungsgebiet
Quelle: http://www.hagalil.com/archiv/images/kurdistan.jpg
Außerdem besteht zwischen der Türkei und den Nachbarstaaten um das Wasser des Tigris und Euphrats Streit. Die Türkei baut Staudämme, die das Wasser zurückhalten. Damit wird mehr Wasser in der Türkei in die Landwirtschaft geleitet, z.T. international verkauft (nach Mallorca und nach Israel) und Syrien und der Irak erhalten weniger.
  Sprachfamilien auf der Erde
braun: Turksprachen

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