virtuelles Geschichtsheft für den Unterricht am städtischen Louise-Schroeder-Gymnasium in München                                 

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Geschichte des Terrorismus

1793-95 Der Begriff Terror wird als  Régime de la terreur erstmals während der Französischen Revolution benutzt. Er bezeichnet die Methode der  Ausübung der Herrschaft des revolutionären Staats in seiner Bestrebung, Ordnung und Festigkeit der Regierung gegen seine Feinde zu schaffen. Einschüchterung, Verurteilung und Vernichtung der anders Denkenden, der „Staats- und Volksfeinde“ gehörten zu den Methoden zur Erhaltung der Macht der Jakobiner. Der Ansicht Robespierres nach stand der Terrorismus in engem Zusammenhang mit Tugend, dem Streben nach einer umfassenden Demokratie und der Schaffung einer besseren Gesellschaft durch die Zerstörung des alten Systems.
  In Russland entstand in der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts eine Bewegung, die den Terrorals "Propaganda der Tat" (s.Carlo Pisacane) benutzte, um Aufmerksamkeit zu erregen und die ungerechten Zustände zu beleuchten. Die Organisation Narodnaya Wolya bekämpfte so die Herrschaft des Zaren.
  Später entwickelte sich eine andere Art des Terrorismus, und zwar einer, der von Anarchisten praktiziert wurde. Viele kleine nicht koordinierte Organisationen oder sogar einzelne Individuen auf der ganzen Welt verstreut, verbunden durch das gemeinsame anarchische Denken (=Ablehnung jeglicher Herrschaft), bekämpften hierarchische Herrschaftsstrukturen, um diese zu destabilisieren.
1914 Die Ereignisse, die dem Ersten Weltkrieg vorausgingen, tragen ebenfalls die Handschrift des Terrorismus: Damals erhoben sich verschiedene serbisch-bosnische Gruppen enttäuschter Nationalisten und Intellektueller (Jungbosnier), unter ihnen Gavrilo Princip, der den Erzherzog Franz Ferdinand in Sarajevo ermordete und damit den Anlass für den Ersten Weltkrieg gab. Das Ziel dieser Gruppen war die Erschaffung einer föderalistischen, südslawischen Staates, welcher Kroaten, Slowenen und Serben umfassen sollte. Hier war der Terror gegen die staatliche Autorität gerichtet.
  Der Freiheitskampf  der katholischen Iren  gegen die protestantischen Engländer wird seit 1905 auch durch Anschläge gegen englische Einrichtungen und Soldaten geführt. Die IRA und die politische Organisation Sinn Fein treten für ein unabhängiges Irland ein. Die Bombenanschläge werden durch englischen Staatsterror gegen die Verdächtigen gekontert.
  In den 30ern Jahren verlor der Name Terrorismus dank eines Bedeutungswandels seine revolutionäre nationalistische Ausrichtung und wurde benutzt, um die totalitären Regime (Russland mit dem „Großen Terror“ Stalins, Italien mit dem Faschismus, Deutschland mit Hitler) zu bezeichnen. Der Begriff drückte den Missbrauch der Macht durch diese Regierungen aus. Diese Form des Terrorismus, die staatlich organisierte Gewalt gegen politische Gegner und gegen die eigenen Bürger verwendet, ist bis heute aktuell. (Staatsterrorismus) Terror dient der deutschen Wehrmacht als Besatzungsprinzip um potenziellen Widerstand zu unterdrücken. Auf Anschläge gegen die Wehrmacht reagiert diese mit Terror gegen Zivilisten. (Anschläge auf Militärs gelten nicht als Terror, sondern als Kriegshandlung!)
  Seit den 40er Jahren werden Phänomene antikolonialer, nationalistischer Gewalt in Asien und Afrika als Terrorismus bezeichnet. Unterschiedliche Länder wie Israel, Zypern und Algerien verdanken terroristischen Tätigkeiten ihre Unabhängigkeit. Aber hier tritt schon bald der politisch korrekte Ausdruck Freiheitskampf auf. Daraus entstehen theoretische Bemühungen wie die heute revidierte Meinung von Yassir Arafat (1974):
„Der Unterschied zwischen dem Revolutionär und dem Terroristen liegt in dem Grund, warum er kämpft. Denn wer immer sich für eine gerechte Sache und die Freiheit und Befreiung seines Landes von Eindringlingen, von Siedlern und Kolonisten einsetzt, kann unmöglich als Terrorist bezeichnet werden.“
1968 In den 60er und 70er Jahren entwickelt sich der Begriff Terrorismus in eine politische Richtung.  Vertriebene Minderheiten, politisch entrechtete ethnische Gruppen (PLO, Baskische ETA, Quebecer FLO) greifen, um ihre Existenz zu behaupten, ebenso zu gewalttätigen Handlungen wie die linksorientierte politische Extremisten (RAF, Rote Brigaden). Dieser neue Terrorismus erfährt am 22. Juli 1968 einen weiteren wichtigen Wandel - er wird international. Er verlässt das Kampffeld des nationalen Staates und richtet sich gegen die Weltöffentlichkeit. An diesem Tag wird erstmals ein Flugzeug von der PFLP (People Front for Liberation of Palestine) entführt, um politische Ziele zu erreichen. Die PFLP macht mit diesem Anschlag auf den Flugverkehr auf die Flüchtlingssituation im Nahen Osten aufmerksam und will, da andere staatliche Kampfformen nicht möglich waren, so Israel schädigen.
1972 Dieselben Zwecke hatte 1972 die Geiselnahme von elf israelischen Athleten bei den Olympischen Spielen: Rampenlicht und Publizität waren garantiert, selbst wenn das Fehlschlagen der Aktion, das zur Ermordung der Geiseln und zur Erschießung der Täter durch die Polizei führte, eher Ablehnung und Verurteilung anstatt Sympathie hervorrief.
1976 Die Ohmacht der Palästinenser, die keine Basis für ihren Krieg gegen Israel an dessen Grenze mehr fanden wandten sich zunehmend Anschlägen auf internationaler Ebene zu. Vor allem richteten sich ihre Anschläge zunehmend gegen alle Unterstützer des Staates Israel. So gerieten die USA und Westeuropa ins Visier der Terroristen. Die palästinensischen Terroristen arbeiten zusammen mit Gruppen, die den Kampf gegen den Kapitalismus (an der Spitze die USA) führen wollten. So wurden Mitglieder der Roten Armee Fraktion aus der BRD im Nahen Osten ausgebildet.
1977 In Deutschland erreicht der Terror der RAF seinen Höhepunkt. Um Gefangene freizupressen, entführen Terroristen den Arbeitgeberpräsidenten Hans Martin Schleyer und ein Flugzeug der Lufthansa. Nachdem die Geiseln dieses Fluges in Mogadischu befreit werden, wird Schleyer ermordet und die gefangenen RAF-Mitglieder begehen Selbstmord. Dieser Selbstmord wird so kompliziert begangen, dass manche Aspekte auf Mord hindeuten. Mit dieser Ablenkung versuchen die Terroristen um Baader über den Tod hinaus eine Scheinwelt des politischen Kampfs aufzubauen und die Anhänger zu stärken. Die internationalen Verbindungen des Terrors werden erkennbar.
  Israels Besatzungspolitik der Unterdrückung der Palästinenser, zu der die Schließung von Schulen und Universitäten, die Vertreibung, die Zerstörung der Olivenkulturen, die Vertreibung und Förderung von Armut gehörten und gehören, wird als Staatsterrorismus bezeichnet. Der Widerstand gegen Israel wird immer gewalttätiger. Vor allem werden immer mehr Kinder und Jugendliche in den Widerstand einbezogen (Intifada). Der Reaktion Israels führt zu neuen des Terrors wie Raketenangriffe auf Siedlungen und Selbstmordanschlägen. Diese lösen in den besetzten Gebieten eine totale Einzäunung der palästinensischen Siedlungsgebiete aus, durch welche diese isoliert werden. Diese Mauer teilt die Palästinensergebiete in viele kleine Zonen.
1983 Der Bürgerkrieg im Libanon und das Eingreifen der USA in diesen führt zur Kampfform der Autobombe, die ein Selbstmörder gegen das Ziel steuert. 241 US-Soldaten werden durch den explodierenden LKW getötet. (Im strengen Sinn kein Terroranschlag, da Kriegshandlung gegen feindliche Soldaten).
Projekt Q 12
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Kampf gegen USA wieso ausgerechnet immer die USA als Gegener?

Nach Auflösung Ostblock verliert der internationale Terrorismus eine Rückzugsmöglichkeit und einen Waffenlieferanten

Selbstmordanschläge

Neue Formen im Nahen Osten und Afghanistan.

Intifada

 

 

Terroranschläge seit 2001 - Auswahl

  • 11.9.2001 New York gegen WTC (ca. 3000)
  • 11.4.2002 Djerba Tunesien (23)
  • 12.10.2002 Bali  (202)
  • 16.5.2003 Casablanca (33)
  • Okt 2003 ErRiad (46)
  • Nov 2003 2 Anschläge in Istanbul (56)
  • 4.2.2004 Moskau (41)
  • 11.3.2004 Madrid (191)
  • 1.9.2004 Beslan (300)
  • 7.7.2005 London (50)


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