virtuelles Geschichtsheft für den Unterricht am städtischen Louise-Schroeder-Gymnasium in München                                 

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Der Zypernkonflikt

Zypernkonflikt

Auf der Mittelmeerinsel Zypern besteht ein Nationalitätengegensatz zwischen Griechen und Türken. Seit der Unabhängigkeit 1962 regierte Erzbischof Makarios in Zypern. Trotz seiner auf Ausgleich des Nationalitätengegensatzes gerichteten Politik kommt es immer wieder zu Zwischenfällen. Auf beiden Seiten fordern radikale Minderheiten den Anschluss Zyperns an die Türkei oder Griechenland.
Am 15. Juli  1974  stürzen griechische Offiziere der Nationalgarde Makarios. Diese wollen die Angliederung Zyperns an Griechenland (Enosis). Erzbischof Makarios kann fliehen und klagt von London aus die griechische Militärjunta der Urheberschaft des Putsches an. Am 20. Juli 1974 landen türkische Truppen auf Zypern zum Schutz der türkischen Bevölkerung. Der nördliche Teil der Insel wird von den Türken besetzt; die Hauptstadt Nikosia geteilt. Mit der Besetzung einher geht eine Umsiedlung der Bevölkerungsteile. Die Griechen (ca. 200000) verlassen den
Norden, die Türken den Süden der Insel. Im türkischen Nordteil entsteht unter R. Denkrasch eine eigene Verwaltung, die de facto die Hoheitsrechte ausübt. Auf massiven Druck zieht Griechenland die Unterstützung der Putschisten zurück. Am 7. Dez. 1974 kehrt Makarios als wiedereingesetzter Präsident nach Zypern zurück, doch bleibt die Teilung des Landes bestehen. Der in Genf geschlossene Waffenstillstand wird von UN-Soldaten überwacht. Am 3. Aug 1977 stirbt Makarios. Sein Nachfolger wird S.Kypriano
 
     
 

Griechenland seit der Unabhängigkeit 1830

 

1821
 

1830

 

1832 - 1862

1864, 1881

1896

1910
 

1912/13

1920

1922




 

1936

1940

1941 - 1944

 

1948

1944 - 1949
 

1952

1955 - 1963
 

1963 - 1965
 

1967
 


 

1974
 

 

 

 

 



 

1981
 

1990 – 2000
 

2001

März 2004

August / September 2004

16.09.2007
 

2008

Beginn des griechischen Befreiungskampfes, an dem sich Philhellenen aus ganz Europa in romantischer Begeisterung für die Freiheit Griechenland vom Osmanischen Reich einsetzen.

Mit dem Londoner Protokoll wird die Errichtung eines unabhängigen griechischen Königreichs international anerkannt. Es umfasst zunächst ein Drittel des heutigen Staatsgebiets. Der Sohn des Bayerischen Königs Ludwig I Otto wird König von Griechenland. Er verlegt die Hauptstadt zurück nach Athen.

Regierungszeit von König Otto aus dem Hause Wittelsbach: innen- und außenpolitische Probleme.

Griechenland erhält die Ionischen Inseln und durch den Berliner Kongress Thessalien.

Die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit finden in Athen statt.

Eleftherios Venizelos prägt als Ministerpräsident und Oppositionsführer die nachfolgenden 20 Jahre. Griechenland erlebt durch seine Modernisierungspolitik einen enormen Entwicklungsschub.

Nach den zweiten Balkankriegen kommen Epirus, Mazedonien, Kreta und die Ostägäischen Inseln an Griechenland.

Frieden von Sèvres: Erwerb von Thrakien und von Gebieten um Smyrna.

Der Versuch, zur Wiederherstellung des Byzantinischen Reiches ("Megali Idea") der Türkei große Teile Kleinasiens abzunehmen, endet mit einem militärischen Fiasko, dem Verlust von Smyrna und Ostthrazien und dem Zustrom von mehr als 1,5 Millionen griechischer Flüchtlinge aus Istanbul und Kleinasien im Rahmen des Bevölkerungsaustausches zwischen Griechenland und der Türkei (Friede von Lausanne 1923).

Ministerpräsident Ioannis Metaxas errichtet ein diktatorisches Regime.

Italienischer Angriff auf Griechenland wird abgewehrt.

Militärisches Scheitern Italiens führte zur Besetzung Griechenlands durch die deutsche Wehrmacht, schwere Opfer unter der Zivilbevölkerung. Der spätere österreichische Bundespräsident ist als Dolmetscher an Verhören und Folterungen beteiligt, kann sich aber später an nichts mehr erinnern.

Der Dodekanes geht von Italien an Griechenland über.

Auf die Befreiung folgt ein Bürgerkrieg zwischen Kommunisten und der aus dem Exil zurückgekehrten Regierung.

Griechenland tritt der Nato bei.

Wirtschaftlicher Aufschwung unter der Regierung von K. Karamanlis und der liberalkonservativen Partei Nea Dimokratia.

Mitte/Links-Bewegung "Zentrumsunion" von G. Papandreou gewinnt Wahlen, weiterhin jedoch starker Einfluss des Königshauses und der Konservativen in Staat und Militär.

Der sich abzeichnende erneute Wahlsieg von Papandreou führt zum Putsch einer Obristengruppe und zur Militärdiktatur.

Die Militärjunta unterstützt Putsch in Zypern (s.o.) und türkische Invasion führen zum Fall der Junta; Wiederherstellung der Demokratie unter Ministerpräsident Karamanlis. Die Abschaffung der Monarchie wird durch Referendum bestätigt.

Der griechisch-türkische Konflikt Seit der Vertreibung der Griechen aus Kleinasien 1922 durch die Türken bestehen zwischen beiden Staaten Spannungen. Im März 1974 kommt es um die Erdölbohrrechte in der Ägäis zum offenen Konflikt. Türkisches Militär versenkt griechische Patrouillenboote. Die türkische Invasion auf Zypern verschärft die Situation. Beide Staaten mobilisieren die Armee. Es besteht damit die Gefahr, dass zwei NATO-Bündnispartner gegeneinander Krieg führen. Weil die NATO die Türkei im Zypernkonflikt anfänglich unterstützt, lässt Griechenland die Mitgliedsrechte ruhen (4. Aug.). Ebenso kommt es zu Spannungen zwischen der NATO und der Türkei wegen der Einstellung von Waffenlieferungen. Gegenwärtige Situation: Die Gefahr eines offenen Krieges scheint gebannt zu sein. Beide Staaten sind wieder Teil der NATO. Doch sind die Hoheitsgrenzen zwischen Griechenland und der Türkei in der Ägäis bis heute umstritten.

Griechenland tritt als zehntes Mitgliedsland der Europäischen Gemeinschaft bei.
Wahlsieg von A. Papandreous sozialdemokratischer Partei Pasok
 

Regierung der Nea Dimokratia unter K. Mitsotakis, ab 1993 erneut Pasok unter A. Papandreou, ab 1996 unter K. Simitis.

Griechenland tritt der Eurozone bei, obwohl es die Kriterien dazu nicht erfüllt.

Wahlsieg von Kostas Karamanlis’ Nea Dimokratia.

Olympische und Parolympische Spiele in Athen.

Regierung Karamanlis wird bei vorgezogenen Neuwahlen bestätigt (41,8 % der Stimmen und 152 von 300 Parlamentssitzen)
Die  Verschuldung Griechenlands wird erstmals öffentlich. Vor allem wird bekannt, dass die Regierungen in Griechenland Staatsschulden nicht im Haushaltsplan ausweisen, sondern in Staatsfirmen verstecken. Die Bankenkrise 2008 verschärft die Haushaltslage, da die griechischen Banken mit Steuergeldern gerettet werden. Damit wird die weltweite Bankenkrise zur Schuldenkrise in Griechenland. Ab 2010 muss die EU und die Eurostaaten Griechenland helfen, um eine Staatspleite abzuwenden.
 
  Geschichte der Türkei