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virtuelles Geschichtsheft für den Unterricht am städtischen
Louise-Schroeder-Gymnasium in München
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1492 |
Entdeckung Kubas durch Kolumbus auf seiner ersten Reise. Kuba wird spanische Kolonie. Da die Zahl der Indianer durch das Einschleppen von Krankheiten drastisch abnimmt, werden Afrikaner als Sklaven importiert. Die Landwirtschaft bleibt aber unbedeutend. Der Handel aus Südamerika läuft über Havanna. Von dort überqueren die Schiffe im Golfstrom den Atlantik nach Spanien. Allen anderen Nationen Europas ist in den spanischen Kolonien der Handel verboten. |
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1791 |
Französische Großgrundbesitzer wandern aus Haiti zu. Diese wurden dort durch den revolutionären Sklavenaufstand vertrieben und bauen in Kuba eine florierende Tabak und Zuckerproduktion auf. Kuba bleibt über die Unabhängigkeitskriege 1807 bis 1824 hinaus spanische Kolonie. Allerdings gibt es bis zum US-Bürgerkrieg Versuche Kuba in die USA als Sklaven haltenden Staat zu integrieren. Die Großgrundbesitzer Kubas wollten einerseits die Freiheit von Spanien und die wirtschaftliche Unabhängigkeit, anderseits hatten sie Angst bei einer Souveränität wie die Großgrundbesitzer Haitis ohne militärischen Schutz vertrieben zu werden. (mehrere Sklavenaufstände in Kuba bis 1850) |
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1868 |
Ein Versuch der Kreolen (in Kuba geborene Spanier) die Autonomie von Spanien zu erlangen scheitert 1868. Dieser diplomatische Versuch geht in einen Freiheitskrieg über, der bis 1878 dauert. Spanien kann die Autorität über Kuba aufrechterhalten. Die Kubaner bekommen zwar eine Vertretung im spanischen Parlament, aber keine Autonomie und Wirtschaftsfreiheit. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
1895-1898 |
Jose Marti vereinigt im Exil verschiedene Oppositionsgruppen und entfacht den Krieg gegen Spanien neu. Nach der Landung fiel Marti in der Schlacht. Spanien schickte fast 200000 Mann nach Kuba, die militärische die Revolte erdrückten. Die Menschenrechtsverletzungen aber führten zu einer Empörung in den USA über die spanische Politik. Die Hearst-Presse forderte den Krieg gegen Spanien, der dann nach einer Bombenexplosion auf einem US-Kriegsschiff im Hafen von Havanna auch wirklich ausbrach (genaueres Referat). Theodore Roosevelt führte damit die USA in die Reihe der imperialistischen Mächte. Spanien wird von den USA besiegt. Die USA erhalten Puerto Rico, und Kuba in der Karibik, die Philippinen und Guam im Pazifik. Kuba erhält 1902 von den USA eine Scheinselbstständigkeit. Spanien verliert damit die letzte Kolonie in Amerika. Kuba, seit 1901 nominell unabhängig, bleibt jedoch in zunehmender wirtschaftlicher Abhängigkeit zu den USA, auch nach der Aufgabe der Interventionspolitik und der Verkündung der Politik der guten Nachbarschaft durch US-Präsident Th. Roosevelt. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
1902-1921 |
Die USA intervenieren mehrfach militärisch in die Innenpolitik Kubas, wenn US-Investitionen bedroht sind bzw. wenn solche unterstützt werden sollen (big-Stick-Politik) s. Karikatur von 1921. Kubanische Kabinettslsiten mussten von US-Militärs gebilligt werden, bevor die Minister ernannt wurden. |
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1925-1933 |
errichtet Gerardo Machado mit Unterstützung von US-Unternehmen (Rockefeller, Guggenheim, Morgan) eine faschistische Diktatur nach dem Vorbild Mussolinis. Er ließ Oppositionelle verfolgen und ermorden. 1933 wird Machado durch einen Volksaufstand gestürzt. Der neue starke Mann im Hintergrund ist Fulgencio Batista als Chef des Militärs. Er beeinflusst mit Unterstützung der USA die Präsidenten Kubas. 1940 bis 44 regiert er selbst als Präsident. Die "Wahlen" in dieser Zeit in Kuna waren keine solchen! 1944 ging Batista, abgelöst von Ramon Grau San Martin, nach Florida ins Exil. 1948 und 1952 versuchte Batista aus dem Exil einen Wiedereinstieg in die Politik durch Wahlen. Dies scheiterte - die anderen besten noch besser! So putschte sich Batista 1952 an die Macht, die er als Oberbefehlshaber der Streitkräfte und als Diktator verteidigte. Er holte US-Kapital der Mafia als Investoren ins Land. Da in den USA Glücksspiel verboten war, wurde Havanna parallel zu Las Vegas zum Spielkasino der Amerikaner. US-Firmen gehörten die Plantagen und die Hotels und die Industriebetriebe. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
1956-59 |
Gegen die Diktatur des Präsidenten Batista und den
Einfluss
der USA führt Fidel Castro einen Guerillakrieg.
genauer |
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1959 |
Jan. Rücktritt Batistas. Castro übernimmt das Amt des Ministerpräsidenten und leitet eine Agrarreform ein: Enteignung ausländischer Unternehmen und des Großgrundbesitzes. Kollektivierung der Landwirtschaft. Damit verlieren die US-Konzerne ihren Grundbesitz auf Kuba. US-Hotelketten, Spielkasinos und Bordellbetriebe werden geschlossen. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
1960 |
Die USA verhängen eine Zuckereinfuhrsperre über Kuba. Die UdSSR kauft 700000 t kubanischen Zucker auf und droht mit Unterstützung Kubas bei einer militärischen Intervention der USA. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
1961 |
Apr. Ein mit Wissen des US-Präsidenten
Kennedy unternommener Landungsversuch von ca. 2000 Exilkubanern in der
"Schweinebucht"
scheitert. Dieses Unternehmen der USA wird zum Vorwand für eine kubanische
Aufrüstung. Dez. Kuba wird zur Sozialistischen Republik erklärt. Zunehmender Einfluss der UdSSR durch militärische und technische Berater, Lieferung von Waffen und Bau von Raketenabschussrampen. |
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1962 |
Apr. Ausschluss Kubas aus der OAS (Organization of American States, gegr. 1948). Kubakrise 27.10. - Chntschtschow erklärt sich nach Zusicherungen des US-Präsidenten Kennedy, die Souveränität Kubas zu achten, bereit, die Raketenbasen abzubauen. (Außerdem ziehen die USA Raketen aus der Türkei ab) Damit bleibt die Isolierung und die Abhängigkeit Kubas zur UdSSR erhalten. Weltpolitisch wird eine neue Phase der Entspannung eingeleitet. (Status Quo-Politik: Rotes Telefon, Atomwaffensperrvertrag, SALT I; Entmilitarisierung des Weltraums) Die Absicht Kennedys, die atlantische Partnerschaft zu den europäischen NATO-Staaten zu vertiefen, erfährt einen Rückschlag, da die Entscheidungen der USA ohne Konsultation der NATO-Partner erfolgten. |
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ab 1973 |
Kuba zahlt die im Ostblock aufgelaufenen Schulden für die Wirtschaftshilfe politisch zurück. Kuba exportiert Revolutions-Know-how nach Afrika. Kubanische Ausbilder und Eliteeinheiten kämpfen in Angola, in Mozambique und Guinea Bissau gegen die portugiesische Kolonialmacht und für die marxistischen Befreiungsbewegungen. Außerdem liefert Kuba Arbeitskräfte in die DDR um die dortigen Schulden abzubauen. |
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1989 |
Kuba übersteht den Zusammenbruch des
Ostblocks Kuba befindet sich seit Zusammenbruch der Sowjetunion und anderer sozialistischer Länder des Ostblocks in einer lang anhaltenden Krise, die bisher trotz des Versuchs einer Reform im Sozialismus (vor allem 1993 bis 2000), nicht überwunden werden konnte. Die Zuckerindustrie ist seit Ende des 20. Jahrhunderts zusammengebrochen und konnte auch durch die Schließung vieler unrentabler Zuckercentrales (seit 2001) nicht wiederbelebt werden. Die offiziell vorherrschende katholische Kirche hat sich seit 1963 notgedrungen mit der kubanischen Regierung arrangiert und agiert vor allem im sozialen Bereich. Die Amtskirche galt immer als Oberschichteninstitution; heute haben die Amtskirchen – weil sie die einzigen Institutionen sind, die nicht vollständig von der Regierung kontrolliert werden können – wahrscheinlich mehr wirklichen Einfluss auf die Gesellschaft als jemals in der Geschichte der Landes. |
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| 2000 | Rückblick auf die Revolution im Interview | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 2007 | Fidel Castro übergibt die Macht an seinen Bruder Raul | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Das politische System Kubas:
Kubanischer Sozialismus "Staatsaufbau und Innen-, Wirtschafts- und Außenpolitik sind durch die Revolution und Machtübernahme Fidel Castros im Jahr 1959 geprägt, die zu einer durchgreifenden Umgestaltung Kubas in Anlehnung an die Modelle des kommunistischen Staaten Osteuropas führten. Ähnlich wie in den früheren sozialistischen Staaten Osteuropas ist zentraler Mechanismus zur Aufhebung der Gewaltenteilung die Kommunistische Partei (PCC), die von der Verfassung als „fuerza dirigente superior de la sociedad y del estado“ anerkannt ist und mit ihren ca. 600.000 Mitgliedern und Anwärtern sowie den von ihr gelenkten Massenorganisationen (auf Straßen-/Blockebene organisierte Comités de Defensa de la Revolución/CDR mit 7,7 Mio. Mitgliedern, Frauenvereinigung Federación de Mujeres Cubanas/FMC mit 3,6 Mio. Mitgliedern, Gewerkschaften mit 3,0 Mio. Mitgliedern, Kommunistischer Jugendverband/Unión de Jovenes Comunistas/UJC mit 600.000 Mitgliedern, Veteranenverband etc) den ganzen Staatsapparat und weite Teile des wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Lebens des Staates durchdringt." Zitat Bundesaußenministerium |
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Menschenrechte"Seit der Übernahme der Regierungsverantwortung durch Raul Castro ist ein Abnehmen des Repressionsniveaus zu verzeichnen. Auch die Zahl der politischen Gefangenen ging – zwar langsam – aber kontinuierlich auf etwa 220 zurück. Darüber hinaus hat Kuba im Februar 2008 zwei VN-Menschenrechtspakte über zivile und politische Rechte, sowie über kulturelle, soziale und wirtschaftliche Rechte unterzeichnet, deren Ratifizierung allerdings noch aussteht. 2009 will sich das Land für die Überwachung der Menschenrechtslage durch den VN-Menschenrechtsrat öffnen. Ein Moratorium über die Vollstreckung der Todesstrafe geht ebenso auf die von Raul Castro vorgegebene Linie zurück wie das Ausbleiben von Verurteilungen von politischen Gegner zu langjährigen Haftstrafen. Stark rückläufig sind auch die als „Actos de Repudio“ bezeichneten Einschüchterungsversuche von Dissidenten durch „spontane“ Unmutsbekundungen der „Bevölkerung“." Zitat Bundesaußenministerium |
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