|
virtuelles Geschichtsheft für den Unterricht am städtischen
Louise-Schroeder-Gymnasium in München
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Krisen und Konflikte in Afrika
|
||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
In vielen afrikanischen Staaten kommt es zu inneren Auseinandersetzungen. Der eine Konflikttyp ist der Befreiungskrieg gegen die Kolonialmacht. Der andere Typ ist der Krieg ausgelöst durch die willkürliche Grenzziehung durch die Kolonialmächte. Hier wurden entweder verschiedene Völker in Afrika in einen Staat gezwungen (Nigeria, Südafrika, Sudan) oder ein Volk willkürlich gespalten Volk der Tutsis in Zentralafrika oder der ... in Westafrika. | |||||||||||||||||||||||||||||||
1954-62 |
Algerienkrieg. |
|||||||||||||||||||||||||||||||
| Die 1946 gegründete Befreiungsbewegung FLN (Front des Liberations Nationales) beginnt gegen den Versuch französischer Nationalisten und Offiziere (Ultras), ein Algeriefransaise zu erhalten, den Befreiungskrieg. Fremdenlegionäre und Fallschirmtruppen gelangen auf französischer Seite zum Einsatz. Der Krieg wird mit blutigem Terror von beiden Seiten geführt. | ||||||||||||||||||||||||||||||||
1958 |
Ein Putsch französischer Offiziere in Algier führt zum Rücktritt der französischen Regierung in Paris. General de Gaulle wird Ministerpräsident mit besonderen Vollmachten und durch Volksentscheid Staatspräsident. Hier beginnt die 5. Republik, ein Präsidialsystem. | |||||||||||||||||||||||||||||||
1959 |
De Gaulle gesteht den Algeriern gegen den Widerstand der weißen Siedler und der Armee das Selbstbestimmungsrecht zu. Dagegen wendet sich die OAS (Organisation de 1'Armee Secrete), die den Krieg fortsetzt. | |||||||||||||||||||||||||||||||
1962 |
Waffenstillstand von Evian. Er beendet den Algerienkrieg. Frankreich gewährt Algerien die Unabhängigkeit. Gründung der Volksdemokratischen Republik Algerien. | |||||||||||||||||||||||||||||||
1963 |
Der Führer des linken Flügels der NLF Ben Bella wird Staatspräsident. 800000 Algerienfranzosen verlassen das Land. | |||||||||||||||||||||||||||||||
1965 |
Sturz Ben Bellas durch einen Staatsstreich der Armee unter Houari Boumedienne (geb. 1925). | |||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
||||||||||||||||||||||||||||||||
1959-65 |
Kongokrise. |
|||||||||||||||||||||||||||||||
1959 |
Die afrikanische Unabhängigkeitsbewegung erfasst den Kongo. Nach Unruhen übergibt Belgien die Kongokolonie an den Führer der Unabhängigkeitsbewegung Joseph Kasawubu (Staatspräsident) (1917-69) und Patrice Lumumba (1925-61) als Ministerpräsident. | |||||||||||||||||||||||||||||||
1960 |
Ausschreitungen gegen belgische Siedler und deren Flucht stürzen den Kongo ins Chaos. Die wichtige Bergbauprovinz Katanga erklärt unter Moise Tschombe (1919-69) ihre Unabhängigkeit. Die Zentralregierung in Leopoldville ruft die UN an. Oberst Mobutu (geb. 1930) entmachtet Lumumba, der auf der Flucht ermordet wird. | |||||||||||||||||||||||||||||||
1963 |
UN-Aktion gegen Katanga. Tschombe verlässt das Land, wird aber von der Zentralregierung als Ministerpräsident berufen. | |||||||||||||||||||||||||||||||
1965 |
Sturz Tschombes und Absetzung des Staatspräsidenten Kasawubu durch General Mobutu, der das Präsidentenamt übernimmt und seine Alleinherrschaft gegen Unruhen in den Provinzen und gegen einen Aufstand weißer Söldner (1967) durchsetzt. | |||||||||||||||||||||||||||||||
1971 |
Der Staat erhält die neue Bezeichnung Zaire. In den folgenden Jahren wird eine weitgehende Verstaatlichung der Wirtschaft durchgeführt. | |||||||||||||||||||||||||||||||
2005 |
Das Regime Mobutu kann die Entwicklung des Landes nicht vorantreiben. Die Korruption verhindert rechtsstaatliche Strukturen. Der Aufstand in Ostzaire führt zu einem Bürgerkrieg, der 2005 auch durch Wahlen nicht gelöst wird (deutsche Soldaten als Beschützer der Wahlen). | |||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
Zimbabwe |
|||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
Südafrika |
|||||||||||||||||||||||||||||||
Zeitenwende |
Khoi-Khoi (Hottentotten)
betreiben Viehzucht im südlichen Afrika |
|||||||||||||||||||||||||||||||
| 500 n. Chr | Die Bantuvölker wandern von
Zentralafrika ein und beginnen das Land am Kap zu besiedeln. |
|||||||||||||||||||||||||||||||
| 1488 | Der Portugiese Bartholomeo Diaz umsegelt das Kap Afrikas auf dem Weg nach Indien und geht als erster Europäer in Mossel Bay an Land. Das Kap wird Kap der Stürme genannt. Später tauft es der portugiesische König Johann II in "Cabo de boa Esperanca", Kap der Guten Hoffnung um. Auch der Name Natal geht auf die Portugiesen zurück, die dieses Land 1498 an Weihnachten in Besitz nahmen. | |||||||||||||||||||||||||||||||
| 1652 | Der Holländer Jan van Riebeeck landet an der Tafelbucht und gründet Kapstadt als Versorgungskolonie für die Holländische-Ostindische-Gesellschaft. Die Holländer bringen Sklaven aus Indien und anderen Teilen Afrikas ans Kap. | |||||||||||||||||||||||||||||||
| 1688 | Hugenotten fliehen nach
Aufhebung des Edikts von Nantes, das ihnen ihre Religionsfreiheit versprach
aus Frankreich. Einige von ihnen lassen sich am Kap nieder. Sie erhalten Land in der Gegend des heutigen "Franschhoek", der französischen Ecke. |
|||||||||||||||||||||||||||||||
| 1779 | Militärische Auseinandersetzungen zwischen holländischen Siedlern (Buren) und dem Volk der Xhosa. Die Holländer dringen später von den Briten vertrieben nach Norden in "freies" Siedlungsland vor und treffen dort auf Eingeborenen. | |||||||||||||||||||||||||||||||
| 1790 - 1828 | Das Volk der Zulus wird von König Shaka geeinigt und zu einer regionalen Macht, die gegen die Weißen widerstehen kann. Während die Holländer von den Briten nach Norden aus Kapland vertrieben werden, dringen die Zulus nach Süden vor. | |||||||||||||||||||||||||||||||
| 1795 | Die Briten übernehmen am 11.
Juni als Teil des Krieges gegen Napoleon die Herrschaft am Kap. |
|||||||||||||||||||||||||||||||
| 1814 | Die Kapland wird britische
Kronkolonie. |
|||||||||||||||||||||||||||||||
| 1820 | Gründung der britischen
Kolonie Port Elisebeth |
|||||||||||||||||||||||||||||||
| 1834 | Abschaffung der Sklaverei durch England. Damit wird die Wirtschaftsgrundlage der Buren als Farmer genommen, die deshalb die Kolonie Kapland verlassen und nach Norden in neues Land aufbrechen. | |||||||||||||||||||||||||||||||
| 1838 | In der Schlacht am Blood
River am 16. Dezember werden die Streitkräfte der Zulus von den
Voortrekkern endgültig geschlagen. Diese gründen die erste Burenrepublik
Natal. Ihre Hauptstadt nennen sie Piertermaritzburg - zur Erinnerung an die Voortrekker Führer Pieter Retief und Gerrit Maritz. Die Buren gründen mit Transvaal und Oranje-Freistaat weitere eigene Staaten. |
|||||||||||||||||||||||||||||||
| 1843 | Die Provinz Natal wird
britische Kronkolonie, worauf die meisten Buren fortziehen und sich im
Transvaal und Oranje-Freistaat niederlassen. Beide werden von
England 1852 anerkannt. |
|||||||||||||||||||||||||||||||
| 1869 | Erste Diamantenfunde in Kimberley. Die Engländer annektieren Teile des Oranje-Freistaats. In der Folge kommt es zu militärischen Konflikten zwischen Briten und Buren. | |||||||||||||||||||||||||||||||
| 1883 | Paul "Ohm" Krueger
wird Präsident der Burenrepublik Transvaal. Bei Witwatersrand wird
Gold gefunden. |
|||||||||||||||||||||||||||||||
| 1899-1902 | Burenkrieg Die Burenrepubliken Transvaal und Oramje-Freistaat verbünden sich gegen die Briten. Nach einigen Erfolgen ( 1900 Ohm-Krüger-Depesche) müssen die Buren die Übermächtigkeit der Briten anerkennen und wechseln von da an zu einem Guerillakrieg über. Die Briten antworten mit Krieg gegen die Zivilbevölkerung. Farmen werden niedergebrannt, das Vieh vernichtet, Frauen und Kinder in Konzentrationslagern verschleppt, wo sie zu zehntausenden an Unterernährung und Seuchen sterben. Deshalb Kapitulation der Buren. Die Engländer gewinnen die Gold- und Diamantenminen. Cecil Rhodes will von Kairo bis zum Kap Afrika britisch unterwerfen. => Imperialismus Mit dem Sieg der Briten verlieren die Burenrepubliken ihre Unabhängigkeit. |
|||||||||||||||||||||||||||||||
| 1910 | Südafrika wird von England unabhängig,
bleibt aber als Dominion dem Mutterland verbunden. |
|||||||||||||||||||||||||||||||
| Die Politik der konsequenten Rassentrennung wurde nach Gründung der Südafrikanischen Union im Jahre 1910 durch Gesetze eingeleitet, die alle die Rechte der schwarzen Bevölkerungsmehrheit immer weiter beschnitten. Der "Mines and Works Act" von 1911 verpflichtete Schwarze zum Beispiel, ausschließlich niedere Arbeiten zu verrichten und garantierte damit die Verfügbarkeit billiger Arbeitskräfte. Der "Native Land Act" von 1913 erklärte 7,3 % der Fläche Südafrikas zu Reservationen für Schwarze und verbot ihnen, außerhalb dieser Gebiete Land zu erwerben. Am politischen Prozess konnten sich nur die Weißen beteiligen. Erste Versuche der Schwarzen sich zu organisieren htten wenig Erfolg. | ||||||||||||||||||||||||||||||||
| ab 1945 | Nach dem 2. Weltkrieg verschärften sich die Konflikte, und es gab zahlreiche wilde Streiks schwarzer Arbeiter. Die verunsicherten Weißen verhalfen daraufhin der rechtskonservativen National Party unter Dr. D.F. Malan zum Wahlsieg, Malan prägte den Begriff der "Apartheid" und leitete die konsequente Umsetzung dieser unheilvollen Politik ein. Jetzt ging es nicht mehr "nur" um eine ökonomisch begründete Trennung der Rassen, sondern zunehmend wurde auch die Privatsphäre der nicht-weißen Menschen reglementiert und kontrolliert. Ehen zwischen verschiedenen Rassen wurden verboten. In allen öffentlichen Einrichtungen, Behörden, Verkehrsmitteln und sogar auf den Toiletten wurde die Rassentrennung eingeführt. | |||||||||||||||||||||||||||||||
| Die Weißen verwiesen die Schwarzen seit 1961 in quasi-autonome Homelands wie die Transkei, Ciskei, Bophuthatswana, Venda und KwaZulu. Damit wurde alle Probleme und Verantwortungen auf diese "Staaten" abgeschoben und die Weißen hatten keine Verantwortung mehr. Da die Schwarzen so zu "Ausländern" wurde und nur Gastarbeiter in Südafrika waren, swurde dieser Staat zu einem weißen Staat. Der afrikanische Widerstand durch den ANC (african national congress) wurde stärker. | ||||||||||||||||||||||||||||||||
| 1976 | Beginn der Proteste in den schwarzen Stadtviertel der Gastarbeiter. Vor allem in Soweto bei Johannesburg kommt es zu Protesten Jugendlicher, die mit militärischer Gewalt gebrochen werden sollen. Dies aber führt zu internationalen Protesten und zur Ächtung der Rassentrennung. | |||||||||||||||||||||||||||||||
| 1990 | Frederik Willem de Klerk versucht die Rassentrennung zu überwinden und teilt die Macht mit dem ANC. Nelson Mandela wird aus dem Gefängnis frei gelassen und darf sich politisch betätigen. Der Widerstand der Weißen wird durch ein Referendum überwunden. der Widerstand der Zulu-Partei "Inkartha" geht in der Euphorie der zukünftigen Freiheit unter. | |||||||||||||||||||||||||||||||
| 1994 | Als erster schwarzer Präsident des neuen Südafrika tritt Nelson Mandela am 10. Mai 1994 die Nachfolge von Frederik Willem de Klerk an. De Klerk, wird zweiter Vizepräsident der Interimsregierung in Südafrika. Erster Vizepräsident wird Thabo Mbeki, später Präsident der Republik Südafrika 2000 bis 2008. | |||||||||||||||||||||||||||||||
| 2010 | Fußballweltmeisterschaft? | |||||||||||||||||||||||||||||||