virtuelles Geschichtsheft für den Unterricht am städtischen Louise-Schroeder-Gymnasium in München                                 

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Der Afghanistankonflikt

1973

stürzt S. Mohammed Daud die Monarchie in Afghanistan und macht sich zum Präsidenten einer Republik. Die Unterdrückung der Opposition und wirtschaftliche Schwierigkeiten führen im April 1978 zum Sturz der Herrschaft Mohammed Dauds. Am 2. Mai 1978 wird der prosowjetische Politiker Taraki Präsident. Gegen den prosowjetischen Kurs der Regierung und die Verweltlichung des traditionell streng islamischen Staates bildet sich eine religiöse Widerstandsbewegung. Vom 12.-19. März 1979 besetzen Widerstandsgruppen die Stadt Herat. Entwicklungshelfer und Militärexperten aus der UdSSR werden ermordet. Nachdem am 20. April 1979 durch neue Gesetze die Trennung von Staat und Kirche vollzogen wird, verstärkt sich der islamische Widerstand. Die einzelnen Widerstandsgruppen schließen sich im Aug. 1979 zusammen, auch die Unterstützung durch den Iran und Pakistan wächst. Die Guerillatätigkeit weitet sich aus, die iranische Revolution droht auf Afghanistan überzugreifen. In dieser Situation wird Taraki am 14. Sep. 1979 durch den nationalistisch orientierten Politiker Hafrzullah Amin gestürzt. Die Rücknahme der Gesetze vom April 1979 (s.o.) reicht als Beschwichtigung nicht aus. Die islamischen Guerillas setzen ihren Widerstand fort. Doch entsteht nun zusätzlich ein Widerstand der an Moskau orientierten Kräfte in der Armee gegen die national-eigenständige Politik Amins. Geheimverhandlungen mit den USA steigern das Mißtrauen sowohl der konservativ-islamischen als auch der prosowjetischen Opposition. Im Nov. 1979 erringen die Guerillas in der Provinz Paktia große Erfolge, die die Position Amins weiter untergraben.  

Am 28. Dez. 1979

stürzt Babrak Karmal Amin, der hingerichtet wird. Afghanistan kehrt zu einem sowjetfreundlichen Kurs zurück. Die UdSSR entsenden Truppen nach Afghanistan, um die Regierung Karmal zu stützen. Im Jan. 1980 werden diese durch eine Luftbrücke nach Kabul verstärkt. Diese Invasion in Afghanistan wird am 14. Jan. 1980 von der UN-Vollversammlung verurteilt. Mit den westlich orientierten Staaten stimmen die Blockfreien gegen die UdSSR und fordern den Abzug der sowjetischen Truppen. Das internationale Klima der Politik verschärft sich. Die USA (der Senat) verweigern die Ratifizierung des SALT II Abrüstungsvertrages (s. Nov. 1981). Sie verbessern ihre strategische Position durch Stützpunktabkommen mit Somalia, Kenia und dem Oman. Es beginnt eine Phase der internationalen Aufrüstung. Verhandlungen werden abgesagt, wie die zwischen Honecker und Schmidt. Am 13. Apr. 1980 beschließen die USA den Boykott der Moskauer Olympiade. Die Bundesrepublik und weitere 40 Staaten schließen sich dem Boykott an. In Afghanistan setzen die islamischen Widerstandsgruppen ihren Kampf gegen die Regierung und die sowjetischen Streitkräfte fort. Iran und Pakistan sind die Operationsbasis der Guerillas. Aus den umkämpften Gebieten fliehen die Zivilisten in Flüchtlingslager nach Pakistan. Durch Waffenlieferungen aus Ägypten, VR China und USA verbessert sich die Situation für die Guerillas. Die UdSSR muss zur Beherrschung Afghanistans einen regelrechten Krieg führen. Die USA unterstützen über Pakistan die Gegner der UdSSR um diese in einen Krieg wie in Vietnam zu verwickeln. Diese Strategie geht auf. Die UdSSR kann das Land nicht befrieden, aber auch nicht erobern. Gorbatschow zieht die Konsequenz und die Truppen der UdSSR aus Afghanistan zurück. Diese Niederlage der "Roten Armee" demoralisiert diese wie die Niederlage in Vietnam die US-Armee.  

Mai 1986

Dr. Mohammad Najibullah löst Babrak Karmal als Generalsekretär der DVPA (Demokratische Volkspartei Afghanistans) ab. Der Bürgerkrieg wird dadurch nicht abgeschwächt. Babrak Karmal verliert auch Amt des Präsidenten des Revolutionsrates (Staatsoberhaupt). Seit  Ende 1987 im Exil in der Sowjetunion.

 

November 1987

Loya Jirgah verabschiedet Verfassung der "Republik Afghanistan" und wählt Generalsekretär Najibullah zum  Staatspräsidenten.

 

14.04.1989

Abzug der sowjetischen Truppen aus Afghanistan.
 

 

1992

Sturz Najibullahs durch Mudschaheddin. Professor Burhannudin Rabbani wird Präsident. Der Bürgerkrieg dauert an.
 

 

1993

Die Taliban Miliz entsteht. Dostum  und Hekmatyar in Nordafghanistan kämpfen gegen die Regierung Rabbanis.
 

 

1995

Militärische Erfolge der Taliban. Diese werden aus Pakistan unterstützt.
 

 

1996

Hekmatyar und Rabbani unterzeichnen Friedenspakt. Hekmatyar wird Premierminister. Im September ergreifen die Taliban unter Mullah Omar die Macht in Kabul und verdrängen die Regierung Rabbanis auf circa 10% des Territoriums im Norden des Landes. Osama bin Laden und seine Organisation Al Qaida gewinnen zunehmend Einfluss auf die Politik Mullah Omars.

 

2001

Als Reaktion auf die Attentate in den USA vom 11. September 2001 greift die "Globale Koalition gegen den Terror" unter Führung der USA und Großbritanniens in Afghanistan die Taliban und Al Qaida an und treibt diese zur Flucht.

 

Januar 2002

Hamid Karzai übernimmt die Übergangsregierung.
Eine internationale Truppe besetzt Afghanistan, um die letzten Stützpunkte der Taliban und der Al Qaida zu zerstören. Die BRD ist mit ca. 3500 Man an diesem Militäreinsatz in Nordafghanistan beteiligt.

 

Juni 2002

Eine Loya Jirga (Große Ratsversammlung) bestätigt Karzai als Präsidenten der "ATA" (Afghan Transitional Authority).
 

 

Dezember 2003/April 2004

Auf der verfassungsgebenden Großen Ratsversammlung (Constitutional Loya Jirga) wird eine neue Verfassung verabschiedet.
Die ethnischen Probleme werden nicht gelöst. Die verschiedenen Gruppen treten kaum Rechte an die Zentralregierung ab. Die lokalen Milizen bleiben unter Waffen. Einzelne Warlords (Kriegsherren) mit Privatarmeen, finanziert durch den Mohnanbau und den Rauschgifthandel, nehersschen große Teile Afghanistans. Vor allem der Westen um Herat und der Süden um Kandahar ist Aufstandsgebiet.


Quelle:
http://members.aon.at/oisr/

März/April 2004

Berliner Afghanistan-Konferenz bekräftigt internationales Engagement für die kommenden Jahre.
 

 

9.10.2004

Erste demokratische Wahl eines Staatspräsidenten, aus der Hamid Karzai mit 55,4% der abgegebenen gültigen Stimmen als Sieger hervorgeht. Vereidigung des ersten Präsidenten der islamischen Republik Afghanistans, Hamid Karzai, sowie der beiden Vizepräsidenten Zia Massoud und Karim Khalili.

 

24. Juli 2007
 

Der frühere König und „Vater der Nation“ Mohammad Zahir Schah stirbt in seiner Kabuler Residenz. Er wird am folgenden Tag  in Kabul neben seinem Vater beerdigt. Zahir Schah galt bis zuletzt als afghanische Integrationsfigur über ethnische Grenzen hinweg