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virtuelles Geschichtsheft für den Unterricht am städtischen
Louise-Schroeder-Gymnasium in München
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Die Geschichte Liberias Referat Samuel Ro. K 12 |
| Vor-europäische Geschichte | In das davor kaum besiedelte Gebiet, wanderten ab dem 12 Jahrhundert verschiedene afrikanische Stämme, unterschiedlichster Herkunft, ein. |
| Kolonialisierung |
Ab dem Jahr 1461, in dem portugiesische Seefahrer den Küstenstreifen erreichten, landeten immer wieder Europäer, die jedoch keine Siedlungen gründeten. Nur vereinzelt, wurde Sklavenhandel betrieben, und so bliebt die Region bis 1800 weitestgehend unbeachtet. Am 15. Dezember 1821 kaufte die American Colonization Society, deren Ziel es war Befreite Sklaven 'zurückzuführen', einen Landstreifen südlich von Sierra Leone. 822 entstand dort die Siedlung Christopolis, später in Monrovia (nach James Monroe, dem damaligen Präsidenten der USA), umbenannt wurde. Im selben Jahr taufte man dann das erworbene Land Liberia. Es siedelten sich im Laufe der Jahre immer mehr und mehr freigelassene bzw. geflüchtete Sklaven an, jedoch gab es mit den einheimischen Stämmen bald die ersten Konflikte. Die Siedler hielten an ihrer englische Sprache fest und lehnten jede Anpassung an afrikanische Traditionen ab. In häufigen Gefechten zogen die Eingeborenen, auf Grund ihrer technologischen Unterlegenheit, meist den Kürzeren .1842 wurde Joseph Jenkins Roberts der erste schwarze Gouverneur in Liberia.1845 führte er eine Verfassung ein, die sich an der der USA orientierte. |
| Unabhängigkeit |
Am 26. Juli 1847 erklärte der erste Kongress Liberias die Unabhängigkeit des Landes. Joseph Jenkins Roberts, der bisherige Gouverneur, wurde zum ersten Präsidenten gewählt. Die politische Macht blieb auf Kosten der Ureinwohner in den Händen der aus den USA eingewanderten befreiten Sklaven, die eine Art „schwarze“ Apartheid errichteten. 1848 erfolgte die diplomatische Anerkennung Liberias durch Großbritannien, 1852 die Anerkennung durch Frankreich und schließlich 1862 auch die Anerkennung durch die USA. Ab 1870 begann man in Liberia mit dem Aufbau einer Handelsflotte. Von 1883 bis 1980 übte allein die True Whig Party die Macht aus, die von der ameriko-liberianischen Elite beherrscht wurde. Nach der Berliner Konferenz 1885 (Kongo-Konferenz) mussten Teile des Landes an Frankreich abgegeben werden. Die heutigen Grenzen des Landes Liberia sind seitdem gültig. Die afrikanische Bevölkerung erhielt 1904 Bürgerrechte und 1907 das Wahlrecht. 1926 wurde den US-Firmen Firestone und Goodrich ein Teil des Staatsgebietes für Gummiplantagen für 99 Jahre überlassen. Firestone gründete in Liberia die größte Kautschukplantage der Welt. Um den enormen Bedarf an Arbeitskräften zu decken, wurden die Einwohner des Landes zwangsverpflichtet.. Politisch war Liberia nach einem Zweiklassensystem organisiert: diejenigen, die haben, und diejenigen, die nichts haben. Wahlrecht war an Grundbesitz und Steuerfähigkeit gekoppelt. 1944 wurde die verwaltungstechnische Trennung von Küste und Binnenland aufgehoben. Bis dahin war das Binnenland als Lieferant von Arbeitskräften genutzt und als „Reservat“ verwaltet worden. In den 1960er Jahren wurden reiche Erz- und Diamantenvorkommen entdeckt, die schon kurze Zeit später durch US-Firmen abgebaut wurden. 1971 wurde William R. Tolbert liberianischer Präsident. Wie auch sein Vorgänger Tubman versuchte er die afrikanische Bevölkerung im Hinterland sozial zu integrieren. 1979 kam es dennoch zu Unruhen, als der Reispreis erhöht wurde. Am 12. April 1980 übernahm Hauptfeldwebel Samuel K. Doe nach einem Militärputsch die Macht. Präsident Tolbert und Mitglieder seiner Regierung wurden ermordet. Die Verfassung wurde suspendiert, der Ausnahmezustand verhängt und politische Parteien verboten. Doe war der erste Präsident, der kein Ameriko-Liberianern war. Die USA erkannten das neue Regime zunächst nicht an. Mit der Ablösung der bisherigen Einparteienherrschaft der True Whig Party wurde das Land zum ersten Mal von einem Liberias regiert. Die USA nutzen seit dem Zweiten Weltkrieg in Liberia wichtige Militärbasen, sowie wichtige Spionageeinrichtungen.Unter US-Präsident Ronald Reagan wurde deshalb eine Annäherung an das Doe-Regime vollzogen, trotz der herrschenden Gewalt und Korruption durch die neuen Machthaber.. Mit dem IWF wurde wenig später ein Abkommen getroffen, nachdem ein Demokratisierungsprozess angekündigt worden war. Zwar hatte unmittelbar nach dem Umsturz eine ethnische Zuordnung der Führungsfunktionen noch nicht stattgefunden, jedoch brachte Doe in relativ kurzer Zeit bevorzugt Mitglieder seiner eigenen Ethnie (Krahn) und der Mandigo in Führungspositionen, während andere Volksgruppen, wie z.B. die Gio und Mano im Nimba County, weitestgehend ausgeschlossen wurden. So erfolgten am 15. Oktober 1985 Wahlen, bei denen Oppositionsparteien nicht zugelassen wurden, während der Führer der Opposition im Gefängnis in Haft saß. Doe gewann die Wahl mit 50,9 % der Stimmen. Obwohl der Wahlbetrug offensichtlich war, befand der damalige amerikanische Unterstaatssekretär für Afrika, Chester Crocker, dass es in Liberia eine demokratisch gewählte Regierung und einen „offenen Diskurs aller Bürger gebe“. Zur Vergeltung für einen Putschversuch richtete die Armee im Nimba County ein Massaker an. Am 6. Januar 1986 wurde Samuel Doe unter einer neuen Verfassung als Präsident und Regierungschef vereidigt. In der folgenden Zeit lähmten Korruption und Vetternwirtschaft Wirtschaft und Handel. |
| Bürgerkrieg |
Im Dezember 1989 drang die National Patriotic Front of Liberia (NPFL) unter Charles Taylor von der Elfenbeinküste nach Liberia ein.Es kam darauf hin zum Bürgerkrieg, der allein bis 1993 schon 150.000 Opfer forderte. Zeitweise kämpften bis zu sieben Parteien, darunter auch die ECOMOG( Afrikanische Eingreiftruppe), um die Vorherrschaft in Liberia. Etwa eine Million Flüchtlinge hielten sich im Land oder in den Nachbarländern auf, was mehr als einem Drittel der Bevölkerung Liberias entspricht. Im März 1994 übernahm ein Staatsrat, der von der Gruppe um Amos Sawyer(einem Rechtsprofessor der Universität von Liberia), der NPFL und der ULIMO gebildet worden war, die Macht. Der Staatsrat einigte sich auf eine neue Regierung, an der die NPFL nicht beteiligt war. Dennoch setzten sich die Kämpfe zwischen den Gruppen setzten sich fort. Im August 1995 wurde in Abuja (Nigeria) ein erstes Friedensabkommen geschlossen.Im Dezember vereinbarte man einen Waffenstillstand zwischen den sieben Rebellengruppen. Außerdem wurde der Staatsrat erweitert; Charles Taylor wurde Mitglied. Eine neue Regierung wurde gebildet. Im April 1996 kam es erneut zum Bürgerkrieg. Besonders heftige Kämpfe gab es in der Hauptstadt Monrovia. So traten hier bald wieder große Schwierigkeiten in der Lebensmittel- und Wasserversorgung auf. Im August 1996 wurde ein erneutes Friedensabkommen geschlossen; wie beim ersten Mal in Abuja (Nigeria). |
| Demokratisierung |
Im Januar 1997 führte die ECOMOG Maßnahmen zur Entwaffnung und Demobilisierung durch. 18 % der NPLF Soldaten waren Kinder. Am 19. Juli wurde Charles Taylor mit 75,33 % der Stimmen Wahlsieger. Die NPP (National Patriotic Party) gewann 49 von 64 Sitzen im Repräsentantenhaus. Charles Taylor wurde am 2. August als neuer Präsident Liberias vereidigt. Wenige Tage später wurde die Verfassung von 1986 (in einigen Punkten geändert) wieder in Kraft gesetzt. Ein Jahr später, am 18. Juli 1998, begann eine dreiwöchige Konferenz, mit dem Ziel einen Plan für Liberia bis 2024 zu entwerfen. Teilnehmer waren Liberianer, die im Ausland leben, Gruppen aus Liberia und ausländische Partner. Am 19. September 1998 kam es erneut zu Kämpfen zwischen Regierungssoldaten und Kämpfern der "ULIMO-J" Roosevelt Johnsons (United Liberian Movement for Democracy in Liberia-Johnson) in Monrovia. Johnson suchte Schutz in der US-Botschaft. Daraufhin belagerten Taylors Soldaten das Botschaftsgebäude. Die Armee des Staates setzte sich mehrheitlich aus früheren Kämpfern der NPFL zusammen. Insgesamt gab es an diesem Tag 52 Tote. Sechs Tage später wurde Johnson von den USA nach Sierra Leone ausgeflogen. Morde, Gewalttätigkeiten und Gesetzlosigkeit in Monrovia nahmen in den folgenden Monaten zu. Erzbischof Michael Francis von Monrovia beklagte das weit verbreitete Unrecht, Mord und willkürliche Verhaftungen. Am 10. Dezember ersuchte der ehemalige Anführer einen Rebellenfraktion Prince Yormie Johnson ECOWAS um Vermittlung zwischen ihm und Charles Taylor. Die Regierung dementierte währenddessen, dass Kindersoldaten in einer Kaserne bei Monrovia ausgebildet würden. Am 15. Januar 1999 begannen nigerianische ECOWAS-Truppen ihren Rückzug aus Liberia. Der Demokratisierungsprozess, schritt nur langsam voran, immer wieder gab es Anschuldigungen, der Staat würde Kindersoldaten rekrutieren. Im August besetzten Rebellen im Norden des Landes kurzzeitig einige Städte und Dörfer und nahmen Geiseln. Inzwischen verkündete die Regierung, sie habe die Lage wieder unter Kontrolle und beschrieb Berichte aus Guinea als Unsinn, wonach liberianische Soldaten drei Dörfer im Süden Guineas angegriffen und 28 Menschen getötet haben sollen. Am 5. Oktober wurden die Grenzen zu Sierra Leone wieder geöffnet. Mit einer symbolischen Zerstörung von Waffen wurde am 18. Oktober der Abschluss der allgemeinen Entwaffnung des Landes gefeiert. Am 19. November wurde General Kpenkpah Konah zum Oberbefehlshaber der Streitkräfte ernannt. Im Dezember kehrten 1600 Flüchtlinge aus der Elfenbeinküste nach Liberia zurück. Am 11. Februar 2000 wurde auch die Grenze zu Guinea wieder geöffnet. 2000 kam es zu starken Einschränkungen der Pressefreiheit als mehrer Radiosender geschlossen wurden. Durch die Zentralbank von Liberia wurde eine neue Währung eingeführt, die zwei parallel bestehende Systeme abschaffte. Im August 2003 führten die noch immer andauernden Bürgerkriegswirren zum Eingreifen einer afrikanischen Friedenstruppe. Präsident Charles Taylor wurde zum Rücktritt gezwungen und ging ins Exil nach Nigeria. Ihm folgte am 11. August Vizepräsident Moses Zeh Blah im Amt nach. Nach einem Fluchtversuch wurde Charles Taylor festgenommen und dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag überstellt, wo zahlreiche Zeugen ihn und sich selbst des Kannibalismus bezichtigten. Seit 2006 ist Ellen Johnson-Sirleaf die amtierende Liberianische Präsidentin. Liberia hat immer noch mit dem Wiederaufbau einer Infrastruktur, und der Rehabilitierung der Bürgerkriegssoldaten, zu kämpfen.
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| Quellen: http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Liberias und http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/Liberia/Innenpolitik.html | |
| Autor | Samuel Ro. K 12 |