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virtuelles Geschichtsheft für den Unterricht am städtischen
Louise-Schroeder-Gymnasium in München
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Geschichte Ägypten - Nach den Römern und Griechen |
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639 – 1517 |
Die Zeitspanne von 639 – 1517 wird von Historikern als Arabisch-Islamisches Mittelalter bezeichnet. Mit dem Niedergang des Römischen Reiches bzw. seiner Nebenreiche begann der Aufstieg des Islams und der Araber, die ab dem 7. Jahrhundert das gesamte Nordafrika sowie einige Teile Europas eroberten. Trotz schwierigster Umstände gelang es den Kopten, sich als Minderheit in Ägypten zu halten und im Verborgenen sogar ihre christlichen Kulturen, Traditionen und Werte zu pflegen. Der Regentschaft durch die Omaijaden und Abbasiden folgte in Ägypten die Zeit der Sultane, die nach der Zersplitterung des Arabischen Weltreichs in Erscheinung traten. Ägypten wurde nun nicht mehr von Damaskus bzw. Bagdad aus regiert, sondern bildete zum Ende dieser Epoche einen selbstständigen Staat, der es unter Sultan Saladin sogar mit den christlichen Kreuzfahrern aus Europa aufnahm. |
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1517 – 1805 |
Auf die Araber und die Sultane folgte in Ägypten die Zeit als Provinz des Osmanischen Reichs, die am Nil von 1517 – 1805 währte. Die Osmanen kamen von der heutigen Türkei aus über das Mittelmeer nach Ägypten und stellten das Gebiet erstmals in seiner Geschichte unter eine Fremdherrschaft. Regierung und Verwaltung Ägyptens erfolgten unter den Osmanen nicht mehr direkt vor Ort, sondern zentral von Istanbul aus, wobei ein als Statthalter eingesetzter Pascha die entsprechenden Aufgaben übernahm. Das Ende des Osmanischen Reichs kündigte sich durch einen Feldzug des französischen Kaisers Napoleon Bonaparte im Jahr 1798 an und wurde 1805 vollzogen. |
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Nicht nur Napoleons Expedition nach Ägypten, sondern in erster Linie der Pascha Mohammed Ali sorgte dafür, dass Ägypten sich vom Osmanischen Reich lösen konnte. Ägypten gewann in den folgenden Jahren und Jahrzehnten deutlich an politischem und militärischem Profil und konnte sich unter anderem das Gebiet des heutigen Sudan und die Region des Hedschas in Arabien aneignen. |
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1882 - 1922 |
Ab dem Jahr 1882 geriet Ägypten jedoch unter die Kontrolle der Briten, die mit der Eröffnung des Suez-Kanals ein besonderes Interesse an Ägypten entwickelten. | |
1922 - 1952 |
Erst nach 40 Jahren erlangte Ägypten im Jahr 1922 seine Unabhängigkeit zurück und firmierte bis 1952 als Königreich, das mit dem Sturz von König Faruk I. sein Ende fand. Ein Jahr später riefen General Naguib und Gamal Abdel Nasser die Arabische Republik Ägypten aus, die bis zum heutigen Tag besteht. Auf Gamal Abdel Nasser als ersten Staatspräsidenten von Ägypten folgte Anwar el-Sadat, der einem Attentat zum Opfer fiel und Vorgänger von Hosni Mubarak war, dem aktuellen Staatspräsidenten von Ägypten. | |
seit 1952 |
Nach dem Sturz der Monarchie (23. Juli 1952) durch einen Militärputsch unter Oberst Gamal Abd el Nasser wurde ein Jahr später (18. Juni 1953) die Republik ausgerufen. Nasser wurde alleiniger Chef der Regierung der Putschisten. Es erfolgten eine sozialistische Ausrichtung der Regierung und der Aufbau eines Einparteienstaats unter der Arabisch Sozialistischen Union (ASU). Die angestrebte Bodenreform und die Bekämpfung der Armut führten aber nicht zu den erhofften Erfolgen. Um die Errichtung des Assuan Staudamms finanzieren zu können, wurde 1956 der Sueskanal verstaatlicht (damit wurden die englischen und französischen Aktionäre enteignet), was im Oktober 1956 zur Suezkrise führte, als Großbritannien, Frankreich und Israel Ägypten angriffen und die Sueskanalzone und den Sinai besetzten. Auf Druck der Großmächte USA und Sowjetunion und der Weltöffentlichkeit mussten sich die Aggressoren wieder zurückziehen. Somit konnte Nasser die militärische Niederlage in einen politischen Sieg ummünzen. Die Grenzen wurden durch UNO-Truppen überwacht. Nasser war damit der Held der arabischen Welt. Da der Westen die Unterstützung für den Bau des Assuan-Damms einstellte, sprang die UdSSR ein. Damit wurde Ägypten zum Verbündeten der UdSSR. Gleichzeitig wurde damit der Nahostkonflikt zu einem Stellvertreterkrieg des Kalten-Kriegs. (s. Nahost-Konflikt) Nasser machte sich zum Anführer der Blockfreien. So wurde Ägypten ein führendes Mitglied der Bewegung der Blockfreien Staaten und unterstützte den antikolonialen. Nasser versuchte alle arabischen Staaten zu vereinen (z.B. VAR = vereinigte arabische Republik Ägypten-Syrien 1958-61 und ab 63). Dies führte aber zur Gegnerschaft der konservativen Monarchien auf der Arabischen Halbinsel, besonders in Jordanien und dem Irak, welche sich in der Arabischen Föderation zusammenschlossen. Nasser war mit seinem Panarabismus gescheitert. Die arabischen Staaten blieben zersplittert. 1967 erzwang Nasser den Abzug der UNO-Truppen, Ägypten blockierte den Zugang Israel über das Rote Meer. Damit löste er den 6-Tage-Krieg aus. Israel besiegte in einem Präventivkrieg Ägypten, Syrien und Jordanien. Die Niederlage Ägyptens im Sechstagekrieg (1967) und die Besetzung des Sinai durch Israel führten zu einer noch engeren Anlehnung an die Sowjetunion. An der Front am Suezkanal kam es wiederholt zu Gefechten, so dass diese Wasserstraße gesperrt blieb. Die ständige militärische Bedrohung und der Kriegszustand verhinderten innere Reformen. Ägypten blieb rückständig. Nasser stirbt 1970. |
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1970 |
Nachfolger wird Anwar el Sadat, der seit 1952 neben Nasser politisch tätig ist. Er führt Ägypten aus dem Bündnis mit der UdSSR heraus zurück an die Seite der USA. Im Jom-Kippur-Krieg (6. bis 24. Oktober 1973) konnten die ägyptischen Truppen große Anfangserfolge gegen Israel erzielen. Sadat ist der erste ägyptische Sieger über Israel. Die Niederlage im Jom-Kippur-Krieg ist eigentlich nicht bewusst. Wichtig ist, dass die Ägypter den Suezkanal überschritten haben. Nach einem Besuch Sadats in Israel (19. bis 21. November 1977) und dem Camp David Abkommen (17. September 1978) erhielten Sadat und Menachem Begin den Friedensnobelpreis (1978). Am 26. März 1979 wurde in Washington (D.C.) der Frieden mit Israel geschlossen, was zur Räumung des Sinai durch die israelischen Truppen führte. Dieser Ausgleich führte aber zu einer Isolierung Ägyptens in der islamischen Welt. So erfolgte der Ausschluss aus der Arabischen Liga. 1977 kam es zu einem viertägigen Grenzkrieg mit dem Nachbarland Libyen, das die Annäherung Ägyptens an Israel scharf verurteilte. Weil Sadat diesen Frieden mit Israel geschlossen hat, wird er von muslimische Extremisten am 6. Oktober 1981 erschossen. |
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1981 |
1981 übernimmt Hosni Mubarak die Regierung. Unter ihm werden Gruppen wie die Muslimbruderschaft unterdrückt und die Isolation Ägyptens in der islamischen Welt wieder aufgebrochen. So erfolgt 1989 wieder die Aufnahme des Landes in die Arabische Liga. Seit Beginn der Neunziger Jahre nahmen terroristische Aktivitäten zu, welche der Muslimbruderschaft zugeschrieben werden. So scheiterten 1994 und 1996 Attentate auf Mubarak. Auch richtete sich der Terror gegen den Tourismus, der den wichtigsten Wirtschaftszweig in Ägypten darstellt. Nach den Anschlägen von Luxor und Kairo, bei denen mehrere Touristen ums Leben kommen, bricht der Tourismus ein, was zu großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten führt. Für die Planung eines Anschlages koptische Kirche Anfang 2011 in Alexandria wurden zunächst ebenfalls die Muslimbrüder verantwortlich gemacht, Anfang Februar 2011 wurde dann jedoch ein Verfahren gegen den im Zuge der Revolution in Ägypten 2011 zurückgetretenen Innenminister des Landes, Habib al-Adli eröffnet. Er wird beschuldigt, diesen Anschlag geplant zu haben, um ihn dann der Muslimbruderschaft zuzuschieben[1] – die derzeitige Regierung Ägyptens rechtfertigt ihre Einschränkungen der Menschenrechte vor allem mit der Bekämpfung von Islamisten. Seit Februar 2011 fordert nach tunesischem Vorbild das Volk der Ägypter den Rücktritt der Regierung und einen demokratischen korruptionsfreien Staat. Mubarak soll ein Vermögen von mehr als 40 Mrd $ aus den Auslandshilfen und durch Bestechungsgelder angehäuft haben. |
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2011 |
Demokratiebewegung Ob es in Ägypten zu einer wirklichen Demokratie kommt, wird erst die Zukunft beweisen. Der Grundkurs G 2011 hat diese Materialien aus Wikipedia und dem Geschichtsbuch zusammengestellt. |