virtuelles Geschichtsheft für den Unterricht am städtischen Louise-Schroeder-Gymnasium in München                                 

vor 3000 3000 - 800 800v. - 500n. 500 - 1500 1400 - 1789 1789-1848 1815-1914 1890-1914 1914-1918 1918-1939 1939-1945 1945 - 1990 seit 1990
Frühgeschichte Hochkulturen Antike Mittelalter Aufklärung-Absolutismus Revolutionen Nationalstaaten Imperialismus Weltkrieg I Zwischen den Weltkriegen Weltkrieg II Kalter Krieg Gegenwart
                         

Startseite

Impressum Unterrichtsmaterial Sitemap Arbeitstechniken Didaktik m@scholl online       Deutschland Europa Amerika Asien Afrika

Japan

 

Seit Jahrhunderten war Japan völlig von äußeren Einflüssen abgeschlossen und lebte in feudal-mittelalterlichen Verhältnissen. Versuche, andere Gebiete zu erobern, schlugen bis ins 19. Jahrhundert fehl. Im 17. Jahrhundert entsteht unter den Schogunen (kaiserliche Feldherrn) ein Polizeistaat mit Entmachtung des Kaisers (Tenno), der zum völligen Abschluss nach außen führt.

 
1854 Der amerikanische Admiral Perry erzwingt mit seinen Kriegsschiffen die Öffnung japanischer Häfen für den Handel mit den USA. Es folgen ähnliche Verträge mit den europäischen Staaten.
1867-1912 Kaiser Mutsuhito beseitigt die Macht der Schogune, übernimmt die politische Führung und leitet die Meiji-Ära (1868-1912) ein. Unter ihm wird Japan zu einem modernen Staat:
1871 Abschaffung der Feudalordnung.
1872 Einführung der allgemeinen Wehrpflicht, Neuorganisation der Verwaltung, Aufbau der Industrie, 1889 Einführung einer Verfassung nach deutschem Vorbild: erbliche konstitutionelle Monarchie mit Ober- und Abgeordnetenhaus. Im Zusammenhang mit einem gewaltigen Bevölkerungsanstieg erfolgt der Übergang zur imperialistischen Politik und der Aufbau einer modernen Schlachtflotte.

Die innere Verarbeitung der Reformen und Reaktionen.

In der neu geschaffenen Bürokratie bilden sich vom ersten Tag an Clans, im Prinzip Parteien, die sehr weit auseinander-liegende Vorstellungen von der Zukunft Japans haben.

Die konservative Militärpartei Teiseito lehnt westliche Einflüsse entschieden ab und hält ein Übergreifen auf das Festland für wesentlich dringender und notwendiger als soziale und wirtschaftliche Reformen.

Die Fortschrittspartei Kaishinto befürwortet zwar auch die Ausweitung des Wirtschaftsraumes, aber erst nach weiteren am Westen orientierten Reformen.

Die radikale Partei Siyutu fordert zwar eine parlamentarische Ordnung, die sich aber weder gegen den Genro, die "unsichtbare Macht hinter dem Thron", noch gegen das Gottkaisertum des Tenno richten soll - eigentlich ist dies nicht miteinander zu vereinen. Der Genro ist quasi ein Rat der sich aus relativ alten "Staatsmännern" zusammensetzt.

Diese politischen Richtungen prägen die weitere Zukunft Japans bis heute.
Eine unmittelbare Folge war die Errichtung von Provinzparlamenten 1878 und die Bildung eines Oberhauses 1884. Das Oberhaus besteht aus Mitgliedern des Hofadels (Kuge) und der Daimyo-Familien (vgl. britisches Oberhaus), die neue Adelstitel in fünf Rangstufen erhalten.
1885 wird das erste vom Kaiser ernannte Ministerium einberufen, im Jahre 1888 der Geheime Staatsrat Sumitsuin. 1889 tritt die neue Verfassung in Kraft. Sie wurde von Fürst Ito Hirobumi (1841-1909) entworfen. Der Kaiser steht demnach unabsetzbar an der Spitze der Staatsgewalt. Hinzukommt ein Ober- und Unterhaus mit je 300 Mitgliedern. Die Städte und Gemeinden erhalten die Selbstverwaltung, die politische Macht liegt jedoch weiterhin bei den großen Familienclans.
Der Aufstieg zur imperialen Großmacht. Der gewaltige Anstieg der Bevölkerung in den Jahren 1867 bis 1913 von 26 auf 52 Millionen fördert die Industrialisierung und so erreicht Japan den Anschluss an die Weltwirtschaft schneller als erwartet. Familientrusts wie die Yasuda, Sumitomo und Mitsui kontrollieren bald Industrie, Banken und Handel. Ihre Interessen richtet sich hauptsächlich auf auswärtige Rohstoffe wie die Kohle, aber auch auf neue Absatzmärkte. Ferner werden imperialistische Ziele besonders vom Choshu-Clan, der die Armee inne hat, und vom Satsuma-Clan (Marine) verfolgt. Diesem Wettstreit ist die Regierung Japans hilflos ausgeliefert.
Im Jahre 1875 schließt das Inselreich ein Abkommen mit Russland über die Insel Sachalin, sie bleibt russisch, und den Kurilen ab, die japanisch werden. Im darauffolgenden Jahr werden die Bonin- und Riu-Kiu-Inseln durch die japanische Armee besetzt.
1894/95 kommt es zum Chinesisch-Japanischen Krieg. Auslöser war der Tonghak-Aufstand in Korea, in den sich sowohl Japan als auch China einmischten. Die überlegenen japanischen Streitkräfte können ihre Ziele durchsetzen und erobern unter anderem die Städte Dairen, Wei-haiwei, Shatung und Söul. Der Krieg wird mit dem Friede von Shimonoseki 1895 beendet. China muss demnach Formosa und die Pescadores-Inseln abtreten, sowie Kriegsentschädigung zahlen und die Unabhängigkeit Südkoreas anerkennen. Ab 1898 steht Korea dann unter russischem Schutz.

 
1894-95 Chinesisch-japanischer Krieg  
1902 Bündnis mit England gegen Russland als Rückendeckung gegen Russland.  
1904-05 Der Russisch-japanische Krieg => bringt die Anerkennung Japans als Großmacht. Material dazu
1910 Annexion Koreas als Kolonie. =>