Geschichte Chiles

Zeitleiste zum Thema Salvador Allende

 

Chiles Geschichte im Überblick

  • Schon vor 10000 von Indianerstämmen besiedelt
  • Kolonialisierung durch Spanier ab Mitte des 16. Jahrhunderts => Siedlungskolonie für Europäer - Teil des Vizekönigreichs LaPlata
  • seit 1778 eigenständiges Vizekönigreich der spanischen Krone
  • Seit 1818 unabhängiges Chile
  • Herrschaft der Grundherren, die mit Sklaven oder fast Leibeigenen die Güter bewirtschaften
  • Wirtschaftsboom durch Bodenschätze in Nordchile (gewonnene Gebiete des Salpeterkriegs) -  aber extreme soziale Gegensätze
  • Aufstieg der Industriellen, die das Land mit Hilfe des Militärs kontrollieren
  • Seit 1900 Einstieg der US-Kapitalgesellschaften in die Wirtschaft Chiles; Schutz dieser Investitionen durch die US-Regierung
  • Linke demokratisch gewählte Regierung unter Salvador Allende 1970
  • Putsch durch Agosto Pinochet 1973und folgende Gewaltherrschaft
  • Seit 1988 wieder demokratisch und zunehmend wirtschaftlich stabil

 

 

bis 1818

 

bis zur Unabhängigkeit

Spanien und Portugal kolonialisierten ganz Süd- und Mittelamerika. Man spricht deshalb, weil dort romanische Sprachen gesprochen werden, von Lateinamerika. Die Wirtschaft war auf die Bedürfnisse der Mutterländer ausgerichtet. Bis 1500 wurde Edelmetalle nach Europa exportiert. Spanien wurde deshalb unter Karl I zu Großmacht der Zeit. Als diese Transporte ausblieben (man fand immer weniger Silber und kein Gold mehr) verlor Spanien an Bedeutung. Die Kolonien exportierten landwirtschaftliche Güter. Die tropischen Gebiete im wurden vor allem mit Sklaven (aus Afrika importiert) bewirtschaftet. Die Andenstaaten beuteten die Indianer (Indios) in Bergwerken  und als Dienstboten aus. Der Süden Südamerikas (Chile und Argentinien) waren auch Siedlungskolonien für Auswanderer aus ganz Europa (gutes mildes Klima).  Diese Weißen Einwohner (genannt Kreolen) bewirtschafteten das Land und wollten im Gegensatz zu den auf Zeit aus Spanien geschickten Verwaltungsbeamten und Militärs mehr Rechte. Als Spanien unter die Herrschaft Napoleons kam und die spanischen Könige keinen Einfluss auf Lateinamerika hatten erhoben sich die Kreolen gegen Spanien und Portugal. Sie erhielten Unterstützung aus England, das damit Napoleon schädigte und den eigenen Handel erhöhte. Die Helden dieses Unabhängikeitskriegs in ganz Lateinamerika waren Simaon Bolivar und Sucre. Auch der Süden erhob sich. Chile und Argentienien erkämpften sich wie die anderen die Unabhängikeit. Die Idee Bolivars auf einen Einheitsstatt wurde nicht verwirklicht.

Jose SanMartin -
Befreier der LaPlate-Staaten und Chiles

 

Erdbeben in Chili - von Heinrich von Kleist 1807
Damals hat es aber kein Erdbeben gegeben!!!  ??????????

1818 - 1891

Die autoritäre Republik

Innerhalb Südamerikas setzen sich in einem Unabhängigkeitskrieg die Anhänger der Freiheit und Unabhängigkeit (Patriotas) gegen die Anhänger des spanischen Königs (Realistas) durch. In Chile fiel die Entscheidung für die Unabhängigkeit 1817, als ein königstreues Heer in der Schlacht von Chacabuco (rechts) besiegt wurde. Im Februar 1818 wurde die Republik Chile ausgerufen, deren erster Präsiden der liberale O´Higgins wurde. Er konnte sich gegen die Großgrundbesitzer nicht durchsetzen. Ab 1823 stellten diese den Präsidenten Diego Portales Palazuelos (rechts). Die Konservativen wollten an der alten Kolonialordnung nur ohne Spanien festhalten. Sie traten für ein feudales System mit Privilegien für Grundbesitzer, politische Rechte nur für Reiche, gegen Rechtsgleichheit und Menschenrechte ein. Diese autoritäre Republik blieb bis 1893 bestehen.
Die Unabhängigkeit wurde durch Schulen und ab 1843 durch eine nationale Universität in Santiago de Chile unterstrichen. Dadurch entsteht langsam eine Mittelschicht in Chile.
1853 erhielt Chile ein eigenes Bürgerliches Gesetzbuch und ab 1857 eine eigene Post.

1879 - 1883

Der Salpeterkrieg

Bolivien hatte einen Zugang zum Meer mit den Städten Arica und Iquique. Diese lagen in der  Wüste.  Um Arica und Antofagasta wurde Nitrat abgebaut, das Grundstoff für Dünger, aber auch über Salpeter für Sprengstoff ist. Damit war die Wüste der Atacama von Nutzen. Peru, und Bolivien auf der einen Seite und Chile auf der anderen stritten um die Kontrolle über diese (weltweit die wichtigsten) Vorkommen. Im Prinzip erkannte Chile die Hoheit Boliviens über das Gebiet an. Bolivien einerseits versprach chilenische Firmen, die Salpeter abbauten nicht zu besteuern. Dieses Versprechen wurde 1874 gebrochen. Ab 1879 kommt es zum Krieg, in dem Chile (militärisch überlegen) die Hafenstädte bis nach Lima erobert, nachdem die peruanische Flotte (4 Kriegsschiffe) zerstört wurde. 1884 muss Peru Frieden schließen und Bolivien verliert seinen Zugang zum Meer und Chile erhält die Wüste Atacama mit den Rohstoffvorkommen. Die Arbeitsbedingungen in der Wüste ohne Wasser mit dem giftigen Staub kosteten viele Menschenleben. Erst 1902 können die Grenzstreitigkeiten Chiles mit Bolivien im Norden und mit Argentinien um Feuerland und Patagonien im Süden durch einen Vertrag beendet werden.

Ab 1904 wird der Kupferabbau in Chile modernisiert und bis heute ist Kupfer das wichtigste Exportprodukt. Diese Minen waren u.a. Eigentum der US Braden Copper Company seit 1905. Hier treten die USA als Unternehmer in Chile auf. Die Gewinne der Mine in von Sewell flossen in die USA, die Arbeiter hungerten und starben. Die Regierung der USA unterstützt diese Unternehmen, greift notfalls politisch und militärisch ein. Lateinamerika wird als Hinterhof der USA betrachten, wo die USA als Polizist notfalls mit einem "big stick" (= Schlagstock) mal für Ordnung sorgen. vgl Karikatur


Die Gewinn Chiles in grün, die Gewinne Perus in heller rot

1891 - 1926

 

Parlamentarische Zeit

1891 wurde der konservative, autoritär regierende Präsident Balmaceda (rechts) durch die Marine und das Parlament gestürzt. Durch eine neue Verfassung bekam das Parlament mehr Rechte. Gegen Ende des Jahrhunderts nahm die Zahl der Arbeiter in den Bergwerken im Norden Chiles stark zu. Es wurden erste Gewerkschaften gegründet (1898). Hier ist die Wurzel der Auseinandersetzungen bis weit ins 20. Jahrhundert. Die Unternehmer und deren Geldgeber fürchteten bei besseren Arbeitsbedingungen und höheren Löhnen um ihre Profite. Daher unterstützen sie konservative Regierungen (Inhalte der Konservativen s. oben), die gegen streikende Arbeiter vorgehen. (1907 wird ein Streik in Iquique mit fast 3000 Toten im Blut der Arbeiter erstickt). Die Gewerkschaften und ihnen nahe stehende Parteien wollen Reformen und bessere Arbeitsbedingungen in den Bergwerken und der Industrie erreichen. In Chile stehen sich "Arbeiter" und "Feudalherren-Kapitalisten" ohne große Mittelschichte einander gegenüber.

Erdbeben in Chile 1906 - Valparaiso zerstört - 20000 Tote
genauer hier   .
 
http://www.rueppel-hamburg.de/historische_texte/1906_erdbeben.php

1845 - 1925

Besiedelung des Südens

Dabei werden die dort lebenden Indianerstämme fast vollständig ausgerottet. Auf den Stamm der Alacalufes werden regelrechte Jagden als Sport veranstaltet. Auf Feuerland sterben die letzten Indianer an Seuchen um 1925 aus.
Das Indianerland wird Einwanderer aus Europa (vor allem aus Deutschland) vergeben. 

 

1925

Ende der parlamentarischen Zeit

Trotz des auf Kupferexport fußenden Reichtums waren die Lebensbedingungen der meisten Menschen miserabel. Im 19. Jahrhundert beanspruchten wenige Familien etwa 90 % des Landes für sich, die meisten (landlosen) Bauern arbeiteten als Landarbeiter (inquilinos) für diese patrones. So hatte Chile 1913 zwar ein durchschnittliches Pro-Kopf-Einkommen von 2653 US-Dollar und damit mehr als Italien, doch lag die Lebenserwartung nur bei 30 Jahren (im Vergleich zu 47 Jahren in Italien oder 46 Jahren in Argentinien).
1920 wurde der linksliberale Arturo Alessandri zum Präsidenten gewählt. Gefeiert von der kleinen Mittelschicht und den Massen, gelang es ihm nicht, die schlimmen sozialen Probleme des Landes zu lösen. Nach einem Militärputsch 1924 wurde eine neue Verfassung verabschiedet, womit die Parlamentarische Republik wieder durch ein  Präsidialsystem ersetzt wurde.
Nachdem das Militär schon 1924 bis 1927 faktisch die Politik Chiles kontrollierten, ließ sich General Carlos Ibáñez del Campo 1927 als einziger Kandidat zum Präsidenten wählen. Sein repressives Regime unterdrückte fast alle politischen Freiheiten und war explizit gegen die politischen Parteien gerichtet. In diesen sah man eine Gefahr für einen Bürgerkrieg, eine Revolution oder bei den Konservativen für eine feudale Unterdrückung. Mit den gravierenden Folgen der Weltwirtschaftskrise endete Ibáñez' Diktatur 1930 in einem Volksaufstand.

Parteiensystem - Parteienlandschaft in Lateinamerika

Arturo Alessandri

1929 - 1937

Weltwirtschaftskrise

Die Weltwirtschaftskrise traf Chile katastrophal. Die Export gingen um 2/3 zurück. Die Preise fielen auf 1/3 des Preises von 1928. Die Arbeitslosigkeit stieg auf 60% an. Es kam im Land zu Hungerunruhen. Erst bis 1937 erholte sich der Kupfer und der Salpeterpreis auf dem Weltmarkt und die Förderung stieg wieder an und erreichte die Werte von 1928.
Es kommt zu Putschen und Gegenputschen. Das Militär übernimmt die Macht und Generäle bilden verschiedene Regierungen. 1932 wird Alessandri wieder Präsident. Er regiert aber anders als 1920 nicht demokratisch sondern autoritär.
In den 30er Jahren konkurrieren linke Gruppen mit faschistischen, konservativen Gruppen um die Macht. Aus Rücksicht auf die Einwanderer aus Deutschland bleibt Chile bis 1944 im 2. Weltkrieg neutral. Die NSDAP hatte in Chile eine starke Auslandsparteigruppe, die Einfluss auf die Regierung hatte. Gegen diese rechte Bedrohung entstehen nacheinander verschiedene antifaschistische Volksfrontgruppen aus Kommunisten, Sozialisten, Liberalen und Bürgerlichen. Durch diese Streitigkeiten verlieren die Parteien noch mehr an Ansehen in der Bevölkerung.

 

 

 Erdbeben in Chillán in der Nacht vom 24. auf den 25. Januar 1939
25.000 der 41.000 Einwohner sterben
 

1952 - 1964

1952 konnte der ehemalige Diktator von 1927 bis 1931 und Putschist von 1938 Ibáñez die Wahl dank eines explizit parteifeindlichen Programms gewinnen. Sein Nachfolger war 1958 der Konservative Jorge Alessandri, Sohn von Arturo Alessandri. Als erfolgreicher Unternehmer präsentierte auch er sich als parteiunabhängig. Seine Regierung wurde von der Presse „Managerkabinett“  getauft. In dieser Zeit entsteht die christdemokratische Partei (DC). Sie ist eine Abspaltung von der konservativen Großgrundbesitzer und Unternehmerpartei. Sie tritt für Verbesserung für die Minenarbeiter und die Landarbeiter auf den Gr0ßgütern ein. Ibanez
  Jorge Alessandri

1964 - 1970

Eduardo Frei

Bei den Wahlen 1964 gewann Frei als Kandidat der DC  die Wahl  mit 56% der Stimmen durch die Unterstützung der radikalen Rechte.  Der Sozialist Salvador Allende erhielt 39 % der Stimmen.

Die Regierungszeit Eduardo Freis von 1964 bis 1970 war geprägt von tief greifenden Strukturreformen und einer starken Politisierung der Gesellschaft. Er versuchte unter dem Motto „Revolution in Freiheit“, Sozialreformen mit der Beibehaltung der demokratischen Ordnung zu verbinden und den Spagat zwischen den radikalen Forderungen der Linken und der rigorosen Abwehr von Reformen durch die Rechten zu schaffen. Die Regierung verstaatlichte („chilenisierte“) den Kupferbergbau zu 51 %, organisierte die Kleinbauern und Landarbeiter in Gewerkschaften, weitete das Bildungssystem deutlich aus und – wohl die wichtigste Reform – setzte das erste Mal in der Geschichte Chiles eine substanzielle Landreform (=Verteilung von Grund an Landarbeiter) durch.  Die grundsätzlichen Probleme blieben allerdings ungelöst. Die rechten Gruppen sahen im Christdemokraten Frei einen Systemveränderer, der die Industrie und die Großgrundbesitzer bekämpfte. Also machten sie Front gegen ihn. Die USA sahen im Kurs von Frei eine Bedrohung, da die Verstaatlichungen auch die US-Kupfergesellschaften trafen. Die USA hatten Angst vor einem zweiten Kuba, das 1958 sozialistisch geworden war. Damit wird Lateinamerika Teil des Kalten Krieg. Die Offiziere der Chilenischen Armee werden in den Militärschulen der USA ausgebildet und durch Exilkubaner gedrillt. Diese bestärken die antisozialistische und antidemokratischen Ideen im Militär.

Biografie Frei

22. Mai 1960 Erdbeben in Valdivia 3000 Tote - Tsunami ausgelöst

 

Wahlergebnisse der linken (=sozialistischen und sozialdemokratische) Parteien in Chile bei Präsidentschaftswahlen ab 1989 kandidiert die Linke gemeinsam mit den Christdemokraten als Concetration de partidos por la democracia

Präsidentschaftswahl 1932 1938 1942 1946 - 1952 1958 - 1964 1970 - 1989 1993 1999 - 2005
Stimmenanteil
Kandidat
Bündnis
17,7%
Grove
-
51,0%
Cerda
Frente
56%
Morales
Frente
2,5%
Ibanez
-
- 5,4%
Allende
-
28,9%
Allende
FRAP
- 39,9%
Allende
FRAP
36,4%
Allende
UP
- 55,2%
Aylwin
Concerta
57,9%
Frei
Concerta
48,0/51,3
Lagos
Concerta
- 46,0/53,5
Bachelet
Concerta
Wahlbeteiligung  %  %  %  % -  %  % -  %  % - 94,7% 86,2% 87,3% - 87,7%
Wähler / Bevölkerung 8,0% 8,9% 9,2% 8,7% - 16,1% 15,9% - 29,0% 30,1% - 54,3% 48,8% 45,8% - 46,2%

Quelle Wikipedia: Wahlergebnisse in Chile  komplette Wahlergebnisse bei Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Wahlergebnisse_in_Chile

1979 - 1973

Salvador Allende - die weltweit erste frei gewählte marxistische Regierung

Allende gewinnt knapp die Wahl und regiert mit einer knappen Mehrheit. Er muss gegen das Bürgertum regieren, das von der US-Presse (die Zeitungen gehören US-Konzernen) angetrieben wird und gegen das Militär, das immer wieder mit Putsch droht, regieren. Als die Regierung Allende die restlichen Anteile der US-Kupfergesellschaften und die Banken verstaatlicht, und  eine Bodenreform begann, um die Großgrundbesitzer zu entmachten, wuchs der Widerstand. Die Boykottmaßnahmen und Sabotage führte zu wirtschaftlichen Problemen. Zwar sank die Arbeitslosigkeit aber die USA verweigerten die Lieferung von Ersatzteilen für den enteigneten Bergbau. So sanken auch die Erträge aus dem Kupferexport, da immer weniger Maschinen funktionierten. Die Defizite im Staatshaushalt behob Allende durch das Drucken von Geld. Damit kam es zu einer Inflation von fast 700% 1972. Immer mehr Kräfte protestierten gegen die Wirtschaftspolitik Allendes. Seine Unterstützung durch die Christdemokraten (Mittelschicht) ging verloren. Die Proteste sollten durch die Berufung eines Generals (Carlos Prats) als Innenminister gemildert werden. Dieser General stand dafür, dass sich an den Besitzverhältnissen nichts weiter ändern würde, Die Bürger hatten nämlich vor weiteren Enteignungen Angst. Prats wurde aber vom Militär nicht mehr geachtet und trat zurück. Zum neuen Generalstabschef wurde im August 1973 Augusto Pinochet ernannt.

Demonstration für Allende

 

Biografie Allende

September 1973

Der Putsch

Im August wurde Pinochet zum Oberbefehlshaber der chilenischen Armee in eine Schlüsselstellung berufen. Carlos Prats hatte ihn empfohlen. Pinochet war 1965 Militärattaché Chile in den USA und hatte auch danach Kontakte zum CIA. Dieser unterstützte die Bildung einer Militärjunta zum Sturz des linken Präsidenten Allende, der es gewagt hatte, den US-Besitz zu enteignen. Die Luftwaffe und Teile des Heeres griffen den Präsidentenpalast an. Während dieser mehrstündigen Kämpfe hielt Allende noch eine Radioansprache. Er kam bei den Kämpfen um. Wahrscheinlicher ist nach Zeugenaussagen anderer Verhafteter, dass Allende von der Putschisten ermordet wurde. Überall in Chile wurde die Parteibüros der Parteien, die an der Koalition beteiligt waren, vom Militär und vom Geheimdienst besetzt, die Anwesenden verhaftet. Das Fußballstadion und andere größere Bauwerke wurden in Kozentrationslager verwandelt. Ca. 3000 Menschen wurden getötet, viele verschwanden einfach in Massengräbern. Fast 40000 blieben inhaftiert. Fast 500000 flohen ins Ausland. Einige Hundert in die DDR.

Quelle: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/15/15606/1.html und
http://de.wikipedia.org/wiki/Putsch_in_Chile

Angriff auf den Präsidentenpalast

Allende mit seinen Milizen

Das Fußballstadion als KZ

 

letzte Rede Allendes im Rundfunk während des Putsches

Biografie Pinochet

Pablo Neruda - ermordet im Krankenhaus durch eine Infektion gefördert durch Senfgas

 

Die Diktatur Pinochets

Pinochet machte die Reformen Allendes rückgängig, verbot Parteien und Gewerkschaften und regierte mit der Unterstützung der Großgrundbesitzer, der Industrie und den USA autoritär bis 1990. Er nannte sich Präsident, wurde aber nie gewählt.
Er liberalisierte die Wirtschaft, holte ausländisches Kapital nach Chile und drückte die Löhne und die Inflation.  Dadurch kam es zu einer gewissen Stabilisierung der Wirtschaft, die auch die Mittelschicht und die Christdemokraten mit Allende aussöhnte. Allerdings wurde die Armen (80%) der Bevölkerung durch diese monetaristische Politik wie in GB unter Thatcher noch ärmer. Die Industrie wurde unterstützt. Auch von der CDU in Deutschland bekam Allende Unterstützung.


Die Junta in Chile

s. Wirtschaftspolitik Pinochets

 

Die Entmachtung Pinochets und die Rückkehr Chiles zur Demokratie

International war aber Chile isoliert. Viele Demonstrationen und die UNO verlangten die Wiederherstellung der Menschenrechte und der Demokratie. Selbst die katholische Kirche distanzierte sich von Pinochet. Der Papstbesuch 1987 führte zu Demonstrationen in Chile. Die demokratische Opposition war nicht mehr zu unterdrücken. Der Versuch die Diktatur durch ein Plebiszit abzusichern, scheiterte. Das Volk stellte sich deutlich gegen Pinochet. Der Wandel in der Welt (der Ostblock war untergegangen, der Kalte Krieg vorbei, Pinochets Antikommunismus war nur noch Folklore) führt auch in Chile zu einer Demokratisierung. Im Dezember 1989 wurden Wahlen abgehalten, die der Christdemokrat Aylwin gewann. Er wurde Präsident, Pinochet blieb Oberbefehlshaber der Armee. Aylwin versuchte mit einer Wahrheitsfindungskomisssion eine Aufarbeitung der Diktatur und der Verbrechen an den Menschenrechten. Er musste vorsichtig zu Werde gehen, da jederzeit ein neuer Putsch der Militärs drohte, wenn man das Amnestiegesetz nicht beachten würde, mit dem sich die Militärs selbst unverfolgbar machen wollte. Nach dem Ausscheiden als Oberbefehlshaber wurde Pinochet Senator und genoss wieder Immunität. Allerdings wurde er 1998 bei einem Besuch in England zu einer Krankenhausbehandlung und bei Margaret Thatcher auf Antrag eines spanischen Richters, der wegen der Menschenrechtsverletzungen und wegen Mordes an spanischen Staatsbürgern verhaftet. Pinochet saß 1 Jahr unter Hausarrest. Der Prozess ist völkerrechtlich hoch brisant. Es war bisher nie möglich ein ausländisches Staatsoberhaupt nach anderen nationale Gesetzen zu verurteilen. Dies wäre nur dem Menschenrechtsgerichtshof in Den Haag möglich. So wurde Pinochet wieder frei gelassen und nach Chile abgeschoben. Dort war aber unterdessen seine Position weiter geschwächt und ein Prozess gegen ihn eröffnet. Dieser konnte wehen schwerer Krankheit Pinochets und seinem Tod nicht zu Ende geführt werden. Pinochet starb 2006 in Santiago de Chile.

Wahlen 89 bis heute

Präsidentschaftswahlen

In Chile stehen sich ein rechtes bis rechtsradikales Bündnis einzelner Parteien (=Allianza) und ein Mitte-Links-Bündnis gegenüber (Concentracion)

Allianz 1989 1993 1999 (Stichwahl 2000) 2005 (Stichwahl 2006)
Concertación 55,2%
(Aylwin, PDC)
57,9%
(Frei, PDC)
47,96% (51,3%)
(Lagos, PS)
46,0% (54%)
(Bachelet, PS)
Alianza por Chile 29,4% / 15,4%
(Büchi / Errázuriz)
24,3%
(Alessandri, UDI)
47,51% (48,7%)
(Lavín, UDI)
25,4% / 23,2% (46%)
(Piñera, RN / Lavín, UDI, (Piñera))

 

Parlamentswahlen

Sitze im Abgeordnetenhaus (insgesamt 120 Sitze)
(in Klammern: Anteil an abgegebenen Stimmen)
Parteienbündnis Partei 1989 1993 1997 2001 2005
Concertación PDC 38 (26%) 37 (27%) 38 (23%) 31 (25%) 20
PS - 15 (12%) 11 (11%) 10 (10%) 16
PPD 16 (11%) 15 (12%) 16 (13%) 20 (13%) 22
PRSD 0 (0%) - 4 (3%) 6 (4%) 7
zusammen   69 (51%) 70 (55%) 69 (51%) 62 (48%) 65 (51,8%)
Alianza por Chile UDI 11 (10%) 15 (12%) 17 (14%) 31 (25%) 34
RN 29 (18%) 29 (16%) 23 (17%) 18 (14%) 20
zusammen   48 (34%) 50 (37%) 47 (36%) 57 (44%) 54 (38,7%)
Arbeitsauftrag
Stellen Sie die einzelnen Parteien der neuen Demokratie in Chile kurz vor. Ordnen Sie diese in ein Parteienspektrum ein. Mit welcher Partei in der BRD sind die Parteien in Chile jeweils am besten zu vergleichen? Welche Parteien der BRD gibt es in Chile nicht? In  5er-Gruppen erarbeiten die Infos zu einer Partei => dann umgruppieren. In jeder Gruppe eine/r aus einer Partei: => Diese werden vorgestellt! Das Gesamtergebnis einer jeden Gruppe wird als Plakat ausgearbeitet und der Klasse zur Diskussion gestellt!
Pinochet in der Karikatur
 


Der Papst mit dem Mörder

Chile heute -

Außenpolitik

vgl. Quelle Bundesregierung Auswärtiges Amt

Wegen seiner Lage als wirtschaftlich entwickeltes Schwellenland mit einem kleinen Binnenmarkt bleibt es strategisches Ziel der chilenischen Außenpolitik, die Integration des Landes in die Weltwirtschaft zu stärken und außenpolitisch abzusichern, durch Förderung von Stabilität und Zusammenarbeit in der Region und darüber hinaus. Nach wie vor ist der Handel mit den USA und Europa durch den Export von Rohstoffen und landwirtschaftlichen Gütern und den Import von Fertigwaren geprägt. Der Handel mit den MERCOSUR-Staaten ist deshalb wichtig, weil diese einen Markt für Chiles Industrie darstellen.

Seit Dezember 1997 ist Chile assoziiertes Mitglied des gemeinsamen südamerikanischen Marktes MERCOSUR. Im Herbst 2006 ist es auch wieder der Andengemeinschaft (CAN) als assoziiertes Mitglied beigetreten, aus der es Mitte der siebziger Jahre ausgetreten war. Chile ist zudem Gründungsmitglied der im Mai 2008 in Brasilia gegründeten Union Südamerikanischer Nationen (UNASUR), in der es bis Mai 2009 auch den Vorsitz innehat.

In den Beziehungen zu seinen Nachbarn hat Chile in den letzten Jahren wichtige Verbesserungen erzielt: Auf die Lösung der Grenzfrage mit Argentinien (Ratifizierung des Campo de Hielo-Abkommens im Juni 1999) folgten 2004 Erleichterungen im grenzüberschreitenden Verkehr.

Mit Peru ist zwar der Streit um die Seegrenze im Pazifik wieder entbrannt, den Peru 2008 mit einer Klage beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag anhängig gemacht hat. Dennoch bemühen sich beide Seiten mit Erfolg darum, dass die bilateralen Beziehungen im übrigen hiervon nicht beeinträchtigt werden. So ist Peru inzwischen das zweitwichtigste Zielland für Investitionen chilenischer Unternehmen.

Chile und Bolivien unterhalten keine diplomatischen, sondern lediglich konsularische Beziehungen. Haupthindernis ist die Forderung Boliviens nach einem (im Salpeterkrieg 1879-1884 verlorenen) Zugang zum Pazifik. Dennoch haben sich in den letzten Jahren auch die politischen Beziehungen zu Bolivien intensiviert. Im September 2008 fand in Santiago auf Einladung von Staatspräsidentin Bachelet ein Sondergipfel der Union Südamerikanischer Nationen (UNASUR) zu Bolivien statt.

Das Verhältnis zu den USA ist solide und umfassend. Beide Länder unterhalten eine enge politische und militärpolitische Zusammenarbeit. Durch das Inkrafttreten des bilateralen Freihandelsabkommens am 1. Januar 2004 erhielt Chile einen substanziell verbesserten Zugang zum amerikanischen Markt. Das Engagement der USA für die Diktatur Pinochets wird ausgeblendet.

Die bilateralen Beziehungen zur Europäischen Union und ihren Mitgliedstaaten entwickeln sich dynamisch, sind vielfältig und solide, in Teilbereichen aber sicherlich noch ausbaufähig. Die EU ist einer der wichtigsten Handelspartner Chiles und der größte Abnehmer chilenischer Exporte. Etwa ein Viertel der ausländischen Direktinvestitionen sind europäischer Herkunft. Das umfassende Assoziationsabkommen zwischen Chile und der EU (über Politischen Dialog, Wirtschaft und wirtschaftliche Zusammenarbeit) trat am 01.03.2005 in Kraft, der Handelsteil bereits 2003. Ein Abkommen über wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit zwischen der EU und Chile rundet die Assoziierung ab. Im Mai 2008 fand in Lima der EU-Lateinamerika/Karibik Gipfel statt, auf dem auch Chile durch die Staatspräsidentin vertreten war.

vgl. Quelle Bundesregierung Auswärtiges Amt

physikalisch

politisch

klimatisch

 

Chile heute

Verfassung

Die Republik Chile ist eine Präsidialdemokratie mit einer in der Verfassung verankerten und verwirklichten Gewaltenteilung. Der Staatspräsident bestimmt die Richtlinien der Politik. Er ernennt und entlässt die Mitglieder des Kabinetts und die Inhaber weiterer wichtiger Staats- und Verwaltungsämter (u.a. die Intendenten der Regionen und die Gouverneure der Provinzen). Der Staatsaufbau ist zentralistisch. Das Land ist in 15 Regionen untergliedert, diese wiederum in 53 Provinzen und 346 Gemeinden.

Chile ist ein demokratischer Rechtsstaat mit einem materiell-rechtlich entwickelten, in der Praxis jedoch hin und wieder schwerfälligen Justizsystem. Neben den Zivil- und Strafgerichten gibt es eine Militärgerichtsbarkeit, z.B. für Straftaten gegen Angehörige der bewaffneten Polizei (Carabineros). Das Strafprozessrecht wurde vor einigen Jahren - auch mit deutscher Hilfe - reformiert.

Der Oberste Gerichtshof entscheidet in zivil- und strafrechtlichen Fragen letztinstanzlich. Daneben gibt es ein Verfassungsgericht, das über die Verfassungsmäßigkeit von Gesetzen entscheidet. Verfassungsbeschwerden einzelner Bürger sind nicht vorgesehen.

Parlamentarisches System; Politische Parteien

Chile verfügt über ein Zwei-Kammer-System. Der Senat hat 38 Mitglieder, die Abgeordnetenkammer 120. Senatoren werden für acht Jahre, Abgeordnete für vier Jahre nach Listen im sogenannten "binominalen Wahlverfahren" gewählt: Jeder der 19 Senats- bzw. 60 Abgeordnetenkammer-Wahlkreise entsendet zwei Vertreter.

Die chilenische Parteienlandschaft hat sich durch das binominale Wahlverfahren, das Listenverbindungen zu Gute kommt, in den letzten Jahren de facto zu einem bipolaren System mit zwei großen politischen Blöcken entwickelt. Kleinere Parteien wie die kommunistische PC spielen nur eine untergeordnete Rolle.

Die seit 1990 regierende Koalition "Concertación" bildete nach den letzten Wahlen 2005 erneut die Regierung. Die „Concertación“ ist ein Mitte-Links-Bündnis aus Christdemokraten (PDC), der Partei für die Demokratie (PPD), der Sozialistischen (PS) und der Sozialdemokratischen Partei (PRSD). Die Oppositionskoalition "Alianza" umfasst die Parteien  Renovación Nacional (RN) und Union Demócrata Independiente (UDI). Weiterhin gibt es sowohl im Senat als auch in der Abgeordnetenkammer unabhängige Abgeordnete.

Bei den letzten Präsidentschaftswahlen gewann Michelle Bachelet (PS) die Stichwahl am 15.01.2006 mit 53,5% gegen Sebastian Piñera (RN) mit 46,5%.

Im Kabinett sind die Regierungsparteien derzeit wie folgt vertreten: PDC 8, PS 5, PPD 5, PRSD 2 und Unabhängige ebenfalls 2. Von den 22 Kabinettsmitgliedern sind 9 Frauen.

Kirchen

Die Katholische Kirche verfügt in Chile traditionell über starken Einfluss. In den letzten Jahren gewannen protestantische Religionsgemeinschaften wie Baptisten, Pfingstler und Methodisten stärkeren Zulauf. Die Katholische Kirche ist in sozialen Fragen sehr engagiert. Sie bemüht sich zudem um die Aussöhnung antagonistischer Gruppen der chilenischen Gesellschaft

Menschenrechtsfragen; Indigene

Die Achtung der Menschenrechte hat für Chile seit der Rückkehr zur Demokratie 1990 große Bedeutung. Chile ist Vertragsstaat der meisten internationalen Menschenrechtsübereinkommen.

Rd. 28.000 anerkannte Opfer von Menschenrechtsverletzungen durch die Militärdiktatur erhalten staatliche Mindestrenten sowie Vergünstigungen bei Gesundheits- und Bildungsmaßnahmen. Die Aufarbeitung der Menschenrechtsverletzungen des Militärregimes bleibt Aufgabe der ordentlichen Gerichtsbarkeit.

Für die indigenen Minderheiten (ca. 1 Mio., davon knapp 90% Mapuche) werden Verbesserungen angestrebt. Die 1993 gegründete CONADI (Nationale Gesellschaft zur indigenen Entwicklung) verfügt u.a. über Mittel für Kauf und Rückgabe von Land an Indigene. Anfang 2008 wurde ein Präsidialbeauftragter für Angelegenheiten der Indigenen ernannt. In den traditionellen Siedlungsgebieten der Mapuche im Süden gibt es weiterhin strukturelle Armut und Unterentwicklung sowie immer wieder örtliche Auseinandersetzungen. Bei Straftaten von Mapuche werden z.T. die deutlich schärfere Antiterroristengesetze angewandt.

 

s. Quelle Bundesregierung Auswärtiges Amt

Vegetation

Chiles Geographie

Chile ist ein Land-- das sich über 4.300 Kilometer in Nord-Süd-Richtung entlang der Anden und des Pazifischen Ozeans erstreckt-- aber nur durchschnittlich 200 Kilometer breit ist. Aufgrund dieser geographischen Gegebenheiten weist Chile fast alle Klima- und Vegetationszonen auf.

Das Land lässt sich in drei Zonen einteilen: Nord--- Mittel- und Südchile.

Nordchile (genannt "großer Norden") besitzt viele Berge-- die über 6.000 m.ü. N.N. hoch sind. Der höchste Punkt Chiles ist der erloschene Vulkan Ojos del Salado. Zwischen der Küste und der westlichen Anden-Hauptkette erstreckt sich die Atacama-Wüste. Diese Wüste ist eines der trockensten Gebiete der Erde; oft fällt jahrelang kein Regen. Die Wüste war in der Vergangenheit für ihre großen Salpetervorkommen bekannt-- während heute dort vor allem Kupfer gefördert wird. Die größte und wichtigste Stadt dieser Region ist die Hafenstadt Antofagasta (219.000 Einwohner).

In Mittelchile herrscht ein dem Mittelmeerraum vergleichbares Klima. Diese Region ist sehr fruchtbar und dicht besiedelt. Hier befindet sich die Hauptstadt Santiago de Chile mit rund 5 Millionen Einwohnern. Daneben sind Valparaíso (Seehafen-- 280.000 Einwohner), Viña del Mar (beliebter Urlaubsort-- 320.000 Einwohner) und Concepción (Zentrum der Landwirtschaft und Industrie-- 350.000 Einwohner) von Bedeutung. Die Region nördlich von Santiago wird "kleiner Norden", die südlich von Santiago "kleiner Süden" genannt.
Weinanbau - Weingut der Familie Rothschild "Los Vascos"

Nationalpark Torres del Paine, "Großer Süden" Das sehr dünn besiedelte Südchile (genannt "großer Süden") ist eine äußerst niederschlagsreiche Region. Die Küste ist durch eine Vielzahl vorgelagerter Inseln stark zerklüftet. Südlich des Festlandes befindet sich die Insel Feuerland, die sich Chile mit dem Nachbarland Argentinien teilt. Auf einer Feuerland vorgelagerten Insel befindet sich mit Kap Hoorn der südlichste Punkt Chiles und Südamerikas. In West-Ost-Richtung gliedert sich das Land in einen schmalen Küstenstreifen, der nach Süden breiter wird und die westliche Anden-Kette entlang der Grenze zu Bolivien und Argentinien.

Daneben gehören noch die Juan-Fernández-Inseln-- Sala y Gomez-- San Ambrosio-- San Felix und die Osterinsel im Südpazifik zu Chile. Die Diego-Ramirez-Inseln 100 km südlich von Kap Hoorn gehören ebenfalls zu Chile.

Quelle Wikipedia

größte Kupfermine der Erde - Escondida - durch eine Eisenbahnlinie mit Antofagasto mit dem Meer verbunden. Aufnahme der NASA