virtuelles Geschichtsheft für den Unterricht am städtischen Louise-Schroeder-Gymnasium in München                                 

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Geschichte Chinas bis zum Ende der Monarchie 1911

 

  China
Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts kommt es zum Verfall der Herrschaft der Mandschu-Dynastie (16.14-1901). Dies erleichtert den europäischen Staaten, den USA und Japan politisch-wirtschaftlichen Einfluss zu nehmen. Ihre Rivalität verhindert jedoch eine völlige Aufteilung Chinas, führt aber zur Bildung von Handelsstützpunkten und Interessenssphären.
 
1839-42 Opiumkrieg: Die Vernichtung von Opium im Wert von 4 Milliarden Pfund auf Befehl der chinesischen Regierung, führt zum Krieg mit England, dessen Ostindische Kompanie den Opiumhandel nach China beherrscht.
1842 Friede von Nanking: England erzwingt die Abtretung Hong-Kongs und die Öffnung von fünf weiteren Häfen. England bekommt das Monopol für den Opiumhandel und wird größter Rauschgifthändler der Welt.
1850-64 Taiping-Aufstand: In Südchina führt der Aufstand einer religiösen christlich-taoistischen Sekte zur Zerstörung weiter Gebiete. Gleichzeitig nützen England und Frankreich den Missbrauch der englischen Flagge durch eine chinesische Dschunke (Lorcha) zum militärischen Vorgehen aus, um ihren Einfluss in China zu stärken.  
1856-58 Lorcha-Krieg  
1860 Vertrag von Peking: Er gewährt den Europäern die Einrichtung von Gesandtschaften und Missionen unter eigener Hoheit (»ungleiche Verträge). Die Bürger der europäischen Staaten fallen damit nicht unter chinesisches Recht. Alle Einrichtungen der europäischen Staaten in China sind extraterritorial (d.h. sind für China Ausland). Dies gilt auch für die immer wichtiger werdenden Bahnlinien, die von den imperialistischen Mächten gebaut werden.  
1883 Das unter formeller chinesischer Oberhoheit stehende Annam und Tongking gelangt unter französische Herrschaft und wird mit dem bereits 1863 beanspruchten Kambodscha und Chochinchina  
1887 zur Indochinesischen Union zusammengeschlossen. Das zwischen dem französischen Indochina und dem englischen Burma (seit 1886 brit.) liegende Siam (Thailand) kann  
1893 seine Unabhängigkeit im Vertrag von Bangkok behaupten. Dafür erkennt Siam die französische Schutzherrschaft über Laos an und erhält 1896 seine Neutralität zugesichert.  
1894-95 Chinesisch-japanischer Krieg. Um sich die Herrschaft über Korea und die Mandschurei anzueignen, beginnt Japan den Krieg. Es scheitert aber am Widerstand der europäischen Mächte.  
1895 Friede von Shimonoseki. China tritt Formosa (Taiwan) an Japan ab und erkennt die Unabhängigkeit Koreas an. Russland erwirbt die Rechte für den Bau der Transsibirischen Bahn durch die Mandschurei, was seit 1900 zur Besetzung des Gebiets durch russische Truppen führt.  
1897 Deutschland besetzt aus Rache für die Ermordung deutscher Missionare Tsingtau und erhält Kiautschou auf Pacht für 99 Jahre, dazu Konzessionen für den Bahn- und Bergbau auf der Halbinsel Shantung. Ähnliche Verträge schließen England, Frankreich und Russland (Port Arthur).  
1900-01 Boxeraufstand. Der fremdenfeindliche Aufstand eines nationalreligiösen, Geheimbundes der Faustkämpfer für Gerechtigkeit und Unabhängigkeit und die Ermordung des deutschen Gesandten führen zu einer Strafexpedition der europäischen Mächte in China. China muss Entschädigungen zahlen und sich beim deutschen Kaiser entschuldigen. Russland besetzt die Mandschurei. Bei der Verabschiedung einer deutschen Expeditionsarmee nach China kommt es durch die Rede Kaiser Wilhelms II zu einem diplomatischen Fehlgriff. Quelle Hunnenrede


"Germans to the Front"


Wilhelm II.
Hunnenrede

1904 Russisch-japanischer Krieg. Japan versucht erneut, sich auf dem Festland festzusetzen und Russland aus der Mandschurei zu verdrängen. Der Krieg beginnt mit dem Überfall auf die russische Flotte in Port Arthur und deren Vernichtung. Japan schlägt die russischen Armeen bei Mukden und vernichtet eine russische Entsatzflotte, aus der Ostsee kommend, vor der Insel Tsushima.


Asien 1904

1905 Friede von Portsmouth (USA): Der unter Vermittlung der USA zustande gekommene Friede zwingt Russland, die Mandschurei zu räumen. Japan erhält Port Arthur und Einfluss in Korea, das 1910 japanische Kolonie wird. Russland gibt nach dieser Niederlage seine imperialistische Politik in Ostasien auf und wendet sich erneut dem Balkan zu. Die Niederlage wird Anlass für die 1. Revolution in Russland (Der Zar muss kurzfristig ein Parlament, die Duma dulden). Japan behauptet sich als erste moderne asiatische Großmacht. Dies war die erste Niederlage einer europäischen Großmacht gegen eine nichteuropäische Macht!
1905 Gründung der Kuomintang (Nationale Volkspartei) in China durch Sun Yat-sen (1866-1925). Sein Programm: Nationale Unabhängigkeit, Demokratie und Existenzsicherung für alle Chinesen.  
1911 Die Revolution der Jungchinesen führt zum Sturz der Mandschudynastie und zur Gründung einer Republik. Die Mongolei und Tibet erklären ihre Unabhängigkeit. =>