virtuelles Geschichtsheft für den Unterricht am städtischen Louise-Schroeder-Gymnasium in München                                 

vor 3000 3000 - 800 800v. - 500n. 500 - 1500 1400 - 1789 1789-1848 1815-1914 1890-1914 1914-1918 1918-1939 1939-1945 1945 - 1990 seit 1990
Frühgeschichte Hochkulturen Antike Mittelalter Aufklärung-Absolutismus Revolutionen Nationalstaaten Imperialismus Weltkrieg I Zwischen den Weltkriegen Weltkrieg II Kalter Krieg Gegenwart
                         

Startseite

Impressum Unterrichtsmaterial Sitemap Arbeitstechniken Didaktik m@scholl online       Deutschland Europa Amerika Asien Afrika

 <= Die katholische Erneuerung und Gegenreformation

  Anfang des 16. Jahrhunderts zeigt sich in der katholischen Kirche Verständnis für die bereits früher geforderte Reform. Sie geht im wesentlichen von neu gegründeten Orden aus: den Theatinern (gegr. 1524), den Kapuzinern (gegr. 1523), den Paulanern (gegr. 1530), den Ursulinerinnen (gegr. 1535) u. a.


Loyola vor dem Papst

1534 gründet der baskische Adlige Ignatius von Loyola (1491-1556) den Jesuitenorden (Societas Jesu). Der auf unbedingtem Gehorsam gegenüber dem Papst und Ordensgeneral beruhende, fast militärisch aufgebaute Orden soll durch besseren Religionsunterricht, geistliche Übungen (Exerzitien), karitative und missionarische Tätigkeit den Glauben stärken und verbreiten helfen. Durch den Einsatz von Jesuiten als Beichtväter, Prediger, Erzieher an Fürstenhöfen und Schulen gewinnt er auch politischen Einfluss und wird zu einem wichtigen Instrument zur gewaltsamen Ketzerbekämpfung und Weltmission (Indien, Japan, China).
1545-63 Konzil von Trient. Es beseitigt die kirchlichen Missstände (Ablasshandel), legt die Glaubensgrundsätze dogmatisch fest, reorganisiert die Kirche, erlässt ein Verzeichnis (Index) verbotener Bücher und stärkt die Stellung des Papstes
gegenüber den Konzilien. Nach den Renaissancepäpsten treten in Rom sitten- und glaubensstrenge Reformpäpste an die Spitze der Kirche: Paul IV. (1555-59), Pius V. (1566-72), Gregor XIII. (1572-85), der eine Kalenderreform durchführt (Gregorianischer Kalender: Einführung der Schaltjahre), Sixtus V. (1585-90).

Konzil in Trient
  Die Erneuerung der katholischen Kirche stärkt Organisation und Glauben, führt aber auch zur scharfen Abgrenzung und erneuter ,Konfrontation mit anderen Bekenntnissen. Der Versucht, die verloren gegangenen Gebiete dem katholischen Glauben zurück zu gewinnen (Gegenreformation), hat neue Auseinandersetzungen zur Folge
1563 Beginn der Gegenreformation in Bayern, der katholischen Vormacht in Deutschland, unter Herzog Albrecht V. (1550-79).  
1583 Im Kölner Bistumsstreit siegt die katholische Partei, der protestantisch gewordene Erzbischof wird vertrieben.  
1596 »Ketzerverfolgung« in den österreichischen Erblanden durch Erzherzog Ferdinand, seit 1619 Kaiser Ferdinand II. (1619-37).  
1607 Besetzung der Reichsstadt Donauwörth durch Truppen Maximilians I. von Bayern (1597-16).  
  Wegen der Störung der Fronleichnamsprozession verhängt der Kaiser (1576-1612) die Reichsacht über die Stadt, die Maximilian von Bayern ausführt. Dies bedeutet den Bruch des Augsburger Religionsfriedens (1555) und führt  
1608 zur Gründung der protestantischen Union, die von Frankreich, England und den Niederlanden unterstützt wird, und  
1609 zur Gründung der katholischen Liga unter Maximilian I. von Bayern, die beim Kaiser, bei Spanien und dem Papst Rückhalt findet. Die Gefahr eines europäischen Krieges taucht damit auf.  
1609-14 Jülich-Klevischer Erbfolgestreit nach dem Tod des letzten Herzogs. Ein europäischer Konflikt wird verhindert durch die Teilung des Erbes im Teilungsvertrag von Xanten zwischen dem Kurfürsten von Brandenburg (Kleve. Mark, Ravensberg) und dem Herzog von Pfalz-Neuburg (Jülich).  =>


Peterskirche in Rom 1633