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virtuelles Geschichtsheft für den Unterricht am städtischen
Louise-Schroeder-Gymnasium in München
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Bayern im Zeitalter des Absolutismus |
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| 1651-79 | Kurfürst Ferdinand Maria versucht die Schäden des 30jährigen Kriegs zu überwinden, indem er sich aus politischen Streitigkeiten heraushält und damit dem Land Frieden gewährt. Er festigt den Absolutismus, indem er die ständische Mitregierung ausschaltet. Durch den Bau des Schlosses Nymphenburg und der Theatinerkirche (s. Foto) gewinnt München als Residenzstadt an Ansehen |
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| 1679-1726 | Kurfürst Max
II. Emanuel zeigt sich als ehrgeiziger Fürst, der eine Großmachtstellung
Bayerns anstrebt. Er zeichnet sich in den Türkenkriegen aus, gewinnt die
Kaisertochter zur Frau und erhebt Ansprüche auf das spanische Erbe. Er wird
Statthalter der Spanischen Niederlande, doch nach dem Tod seines Sohnes ,
der als Thronerbe Spaniens und der Kolonien vorgesehen war,
zerbricht sein Machttraum im Spanischen Erbfolgekrieg
=>. Er führt Bayern an der Seite Frankreichs in diesen Krieg. Bayern geht verloren, Max Emanuel residiert in Brüssel, ist sogar bereit dieses gegen die bayerischen Lande zu tauschen. Durch den Frieden erhält Bayern nichts!
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| 1726 - 1745 | Kurfürst Karl Albrecht stabilisiert Bayern. Ordnet die Verwaltung durch Trennung der kurfürstlichen Beamten von den landständischen. Da die Habsburger in männlicher Linie aussterben werden, unterschreibt Karl Albrecht zwar die Pragmatische Sanktion (Anerkennung der weiblichen Thronfolge in Österreich), strebt aber gleichzeitig seine Kaisererhebung an Stelle der Habsburger an. 1740 stirbt der letzte Habsburger in männlicher Linie. Karl Albrecht wird 1742 zum Kaiser Karl VII des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation (2. Kaiser der Wittelsbacher! => Karl VII) gewählt und von seinem Bruder, dem Erzbischof von Köln gekrönt. | |
| 1745 bis 1777 | Kurfürst Max III Joseph versuchte Bayern finanziell zu sanieren. Subsidienzahlung für den Krieg (7-jähriger Krieg) nimmt der Kurfürst für die Verwaltung des Staates. Er hält Bayern weitgehend aus den Auseinandersetzungen in Europa heraus. Da er kinderlos stirbt, wird die Wittelsbacherlinie aus der Pfalz erbberechtigt. Nachfolger wird Karl Theodor 1777 bis 1799. Nach diesem erben die Wittelsbacher aus der Pfalz-Zweibrücken den Gesamtstaat der Wittelsbacher, der auf Grund eines Vertrags von 1771 von München aus regiert wird und seit diesem Zeitpunkt ungeteilt verwaltet wurde. 1799 wird Maximilian IV Joseph von Pfalz-Zweibrücken Kurfürst von Bayern. Durch den Frieden mit Frankreich 1801 (Napoleonische Kriege) verliert Bayern die linksrheinischen Besitzungen, gewinnt aber durch den Reichsdeputationshauptschluss 1803 und das Bündnis mit Frankreich Gebiete hinzu. Bayern vervierfacht seine Fläche! | |
| 1806 | wird Bayern durch Napoleon zum Königreich erhoben! Gleichzeitig geht das mittelalterliche Heilige Römische Reich Deutscher Nation nach ca. 900 jähriger Geschichte unter. Die deutschen Mittelstaaten schließen sich unter Führung Frankreichs zum Rheinbund zusammen. Damit dieser Bund nicht zu viel Einfluss bekommt, erlässt König Max I. eine Verfassung für Bayern. Es gelingt dem Grafen Montgelas als leitendem Minister Bayern zu modernisieren (innere Reformen: Ressortprinzip, Beamtenausbildung, Abschaffung erblicher Beamtenstellen, Schulpflicht, Rechtseinheit in allen Ländern, Trennung Staat - Königshaus, Auflösung der Klöster und Kirchendomänen u.a.) und durch die Zeit Napoleons zu lavieren. Zuerst im Bündnis mit Napoleon (1801 Vertrag von Bogenhausen) und als heeresfolgepflichtiger Partner in allen napoleonischen Krieg (1812 - 20000 Bayern fallen im Russlandfeldzug). Dann aber nach der Niederlagen Napoleons in Russland und 1813 in der Leipziger Völkerschlacht führt Montgelas Bayern an die Seite Preußens und Österreichs. Metternich garantiert die Erwerbungen Bayerns, das mit dem Wiener Kongress 1814/15 zum 3.größten deutschen Staat aufsteigt. 1818 wird eine an den Deutschen Bund angepasste Verfassung erlassen. Bayern ist damit der erste verfasste Staat in Deutschland! Die liberale und aufgeklärte Denkweise Montgelas prägt Bayern bis 1818. |
Die Könige Bayerns 1806 - 1918 |
| 1818 | Entlassung Montgelas nach einer Intrige des Kronprinzen Ludwig und konservative Wende zur Restauration unter Ludwig I ab 1825! Rückkehr der klerikalen Einflüsse. Bayern behindert die industrielle Entwicklung des Landes! Bayern ist und bleibt bis 1918 ein Agrarstaat. Ludwig I baut in München in klassischem Stil. Sein Sohn wird 1830 König von Griechenland. Die Orden werden wieder zugelassen und erringen Einfluss auf die Politik. => Revolution 1848 | |
| Die
Sendlinger Mordweihnacht - 1705
Die Sendlinger "Mordweihnacht" ist
ein bis heute unvergessenes düsteres Kapitel der bayerisch-österreichischen
Geschichte. Am Roten Turm, östlich von München, erhoben sich im Jahre 1705
rund 2.200 Bauern gegen das damals herrschende brutale Besatzungsregime der
Österreicher. Sie wurden am Vormittag des 25. Dezember grausam
niedergemetzelt. Sogar Bauern, die sich bereits ergeben hatten, fanden keine
Gnade und mussten sterben. Die blutige Bilanz: 1.066 Tote, von denen 294 auf
dem Sendlinger Friedhof begraben wurden, 682 bestattete man auf dem heutigen
Alten Südfriedhof in München und 90 fanden ihre letzte Ruhe auf dem
Gottesacker der Frauenkirche. Diese
Episode geschah während des spanischen Erbfolgekriegs. München war
österreichisch besetzt, die beliebte Kurfürstin unter Hausarrest, der
Kurfürst Max Emanuel (in Bayern wegen seiner Pläne Bayer gegen die
habsburgischen Niederlande zu tauschen und damit den Habsburgern
auszuliefern) war unbeliebt. So wollten bayrische Schützenregimenter aus dem
Oberland ein Zeichen setzen, damit Bayern selbständig bliebe. Die Feiern zur
Ehrung der Gefallenen wurden zu einem bayrisch-patriotischen und
antiöstereichischen Ritual. Man errichtete ein Mahnmal für die Opfer.
Das Metall für das Mahnmal stammte
von einer Kanone, die Inschrift lautete: "Den im Jahre 1705 am heiligen
Christtage den 25. December im Kampf für Fürst und Vaterland gefallenen
Bauern." An der nördlichen Außenwand der Alten Sendlinger Kirche malte der
Historienmaler Wilhelm Lindenschmit der Ältere (1806-1848) ein großflächiges
Fresko zum Gedenken an die blutige Weihnacht. 1832 verfügte der Geheime Rat
Phillip von Zwackh auf Holzhausen eine Seelenmesse für die gefallenen
Bauern. Die Zweihundertjahrfeier der "Mordnacht" 1905 dauerte drei Tage. An
ihr nahmen damals acht Wittelsbacher Prinzen teil, darunter der spätere
König Ludwig III., ranghohe Vertreter des Militärs und alle damaligen
Honoratioren. 1911 wurde das Denkmal "Der Schmied von Kochel" (übrigens
keine historische Fugur) gegenüber der Sendlinger Kirche errichtet, wo es
immer noch an dieses Massaker erinnert. Bis heute finden alljährlich an
Weihnachten Gedenkveranstaltungen statt. |
Fotos: München-Fremdenverkehrsamt |
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